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Italienischer Parlamentarismus - ein Überblick

Title: Italienischer Parlamentarismus - ein Überblick

Scientific Essay , 2011 , 6 Pages

Autor:in: Dominik Mönnighoff (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Die oftmals zitierten „italienischen Verhältnisse― in der Politik, die zumeist mit instabilen bzw. kurzlebigen Regierungskonstellationen assoziiert werden, nehmen ihren Ursprung laut Hartmut Ullrich weniger in der Anlage der italienischen Verfassung, sondern sind vielmehr eine Konsequenz des Parteiensystems (Ullrich 2009:651). Dieses verhindere feste parlamentarische Mehrheiten und damit stabile Regierungen. Der Ansatz, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Wahlsystem eines Landes und dem dortigen Parteiensystem besteht, ist in Italien von zentraler Bedeutung. Durch Änderungen des Wahlsystems versuchte man hier, gewisse Effekte in der Parteienlandschaft zu erzielen, jedoch lässt sich feststellen, dass auch andere Faktoren auf diese immensen Einfluss haben und Reformen somit teilweise ihre Ziele verfehlen können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Italienischer Parlamentarismus

1.1 Bipolarisierung auf elektoraler Ebene

1.2 Die Fragmentierung auf parlamentarischer und gouvernementaler Ebene

2. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der italienischen Wahlrechtsreformen seit 1993 und 2005 auf das Parteiensystem, mit dem Ziel zu beurteilen, inwiefern eine Bipolarisierung des Parteiensystems erreicht wurde und welche Defizite hinsichtlich der Fragmentierung weiterhin bestehen.

  • Analyse des Zusammenhangs zwischen Wahlsystem und Parteienlandschaft
  • Bewertung der Bipolarisierung auf elektoraler Ebene
  • Untersuchung der Fragmentierung in Parlament und Regierung
  • Diskussion der Strategien kleiner Parteien und Bündnisstrukturen
  • Evaluierung der Auswirkungen des Wegfalls der Präferenzstimme

Auszug aus dem Buch

Bipolarisierung auf elektoraler Ebene

Das Wahlsystem von 2005 hat die Konzentrationstendenzen im Parteiensystem nochmals verstärkt. Seine faktischen Auswirkungen einer relativen Mehrheitswahl zwingen die Parteien dazu, Wahlbündnisse zu schließen. Um von der Mehrheitsprämie zu profitieren, muss man als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen. Vor und während der Wahl ist Italien demzufolge als Zweiparteiensystem zu bezeichnen: Ein Mittelinkslager tritt gegen ein Mitterechtslager an, eine dritte Kraft ist nahezu nicht vorhanden. Newell errechnete bei der Wahl von 2006 ihren Anteil bei weniger als einem Prozent der Stimmen (Newell 2010:237).

Die Konzentration auf nur zwei politische Lager lässt sich auch damit begründen, dass die vorher existierenden Anti-Systemparteien nicht mehr von Bedeutung sind. Neo-faschisten und Kommunisten spielen kaum noch eine Rolle, so dass breite Bündnisse mit allen systemrelevanten Parteien möglich werden.

Da Bündnisabsprachen auf nationaler Ebene getroffen werden, ist eine Zentralisierung zu bemerken.

Zusammenfassung der Kapitel

Italienischer Parlamentarismus: Dieses Kapitel erläutert die historische Instabilität des italienischen Regierungssystems und die Versuche, durch Wahlrechtsreformen eine Bipolarisierung und Stabilität zu erzwingen.

Bipolarisierung auf elektoraler Ebene: Hier wird analysiert, wie das Wahlsystem von 2005 durch Konzentrationseffekte zur Bildung zweier politischer Lager auf Wählerseite geführt hat.

Die Fragmentierung auf parlamentarischer und gouvernementaler Ebene: Dieses Kapitel thematisiert das Fortbestehen parlamentarischer Zersplitterung und die strategische Instabilität von Bündnissen trotz des Wahlsystems.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die angestrebte Bipolarisierung nur auf elektoraler Ebene erfolgreich war, während auf anderen Ebenen weiterhin Fragmentierungstendenzen bestehen.

Schlüsselwörter

Italien, Parteiensystem, Wahlsystem, Bipolarisierung, Fragmentierung, Mehrheitsprämie, Verhältniswahl, Wahlbündnisse, Regierungsstabilität, Fraktionen, Parlamentswahl, politische Parteien, Wahlsystemreform, Politische Kultur, Regierungskoalition

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit der italienischen Wahlrechtsreformen im Hinblick auf die Stabilisierung und Bipolarisierung des dortigen Parteiensystems.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des Parteiensystems, die Auswirkungen verschiedener Wahlsysteme (Verhältniswahl vs. Mehrheitswahl) und die Spannungen zwischen elektoralen Bündnissen und parlamentarischer Fragmentierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, dass die Reformen zwar eine Bipolarisierung auf der Wähler-Ebene bewirkten, aber die systemimmanente Fragmentierung im Parlament nicht vollständig überwinden konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse und vergleicht die Auswirkungen der Wahlrechtsänderungen von 1993 und 2005 unter Einbeziehung prominenter Forschungsergebnisse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der elektoralen Ebene (Konzentrationstendenzen) und der parlamentarischen bzw. gouvernementalen Ebene (Anhaltende Zersplitterung).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Italien, Parteiensystem, Wahlsystem, Bipolarisierung, Fragmentierung und Wahlbündnisse.

Warum zerfallen Wahlbündnisse in Italien häufig nach der Wahl?

Laut der Arbeit dienen Bündnisse oft nur als „Zweckbündnisse“, um überhaupt ins Parlament einzuziehen, während die kleinen Parteien danach ihre spezifischen ideologischen Profile zur Identitätswahrung betonen.

Welche Rolle spielen die „gruppi misti“ für das italienische System?

Sie sind Ausdruck der parlamentarischen Instabilität, da die stetig wachsende Anzahl dieser gemischten Fraktionen die Mehrheitsverhältnisse in beiden Kammern unsicher macht.

Wie beeinflussen Sperrklauseln das Verhalten kleiner Parteien?

Die Sperrklauseln zwingen kleine Parteien in Bündnisse, da die Hürde für Bündnisse (2%) niedriger angesetzt ist als für allein antretende Parteien (4%), was wiederum die Existenz kleinerer Akteure absichert.

Ist die Reform von 2005 als gescheitert zu betrachten?

Nicht unbedingt als gescheitert, aber als unvollständig; sie erreichte zwar eine Bipolarisierung im Wahlkampf, konnte jedoch die strukturelle Fragmentierung der Fraktionen im Parlament nicht nachhaltig beheben.

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Details

Title
Italienischer Parlamentarismus - ein Überblick
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Author
Dominik Mönnighoff (Author)
Publication Year
2011
Pages
6
Catalog Number
V188649
ISBN (eBook)
9783656124535
Language
German
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dominik Mönnighoff (Author), 2011, Italienischer Parlamentarismus - ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188649
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