Die Arbeit von Marshall McLuhan war ihrer Zeit in vielen Punkten weit voraus. Dies lässt sich schon daran erkennen, dass er bereits in den 60er Jahren in seinem Buch Global Village von einer Veränderung der Gesellschaft durch ununterbrochene Kommunikation und einen verstärkten Einfluss der Medien auf das soziale System sprach.
Diese vorausschauenden Prognosen machen seine Medientheorie bis heute zu einer wichtigen Grundlage der Kommunikationswissenschaft. Die Hypothese ist demnach, dass auch die neuesten Formen der Kommunikation nach McLuhans Kriterien einordenbar sind.
Die grundlegende Frage der Analyse wird dabei sein, in wiefern McLuhans Medientheorien „The Medium is the Massage“ und „heiße und kalte Medien“ auf heutige Ausprägungen des Internets anwendbar sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Medium ist die Botschaft – Definition und Erklärung
2.1 Definition Medien
2.2 Das Medium ist die Botschaft
3. Heiße und Kalte Medien – Definition und Auswirkung
4. Anwendung auf das Internet
4.1 Das Medium ist die Botschaft und das Internet
4.2 Heiße und Kalte Medien und das Internet
4.2.1 Der Begriff der Partizipation
4.2.2 Social Networks und Twitter
4.2.3 Videoportale
4.2.4 Reguläre Newsseiten und Blogs
4.2.5 Homepages
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Aktualität der Medientheorien von Marshall McLuhan im Hinblick auf moderne Internetphänomene. Dabei wird analysiert, inwiefern McLuhans Konzepte "Das Medium ist die Botschaft" sowie die Unterscheidung zwischen "heißen" und "kalten" Medien auf digitale Kommunikationsformen übertragbar sind.
- Grundlagen der Medientheorie nach Marshall McLuhan
- Analyse des Mediums Internet unter McLuhans Kriterien
- Untersuchung verschiedener Web-Anwendungen (Social Media, Blogs, Videoportale)
- Evaluation der Partizipationsgrade in digitalen Medien
- Kritische Reflexion der Anwendbarkeit klassischer Medientheorie auf digitale Strukturen
Auszug aus dem Buch
4.2 Heiße und Kalte Medien und das Internet
Im Folgenden sollen unterschiedliche Anwendungen des Web auf ihre Zuordnung nach McLuhans Medientheorie untersucht werden.
4.2.1 Der Begriff der Partizipation
Partizipation wird in den Folgenden Unterpunkten als ein aktiver Austausch von Informationen oder Inhalten angesehen. Dies bedeutet, dass der Zweck des Mediums die aktive Beteiligung des Nutzers an diesem Austausch ist.
4.2.2 Social Networks und Twitter
Social Networks können eindeutig als kühle Medien definiert werden. Ihre Aufgabe besteht lediglich darin, einen Kommunikationsrahmen zu schaffen in dem die Rezipienten unterschiedliche Inhalte in unterschiedlichen Formaten austauschen können. Die aktive Teilnahme des Nutzers ist dabei von großer Bedeutung und essentiell für die Existenz der Kommunikationsplattform. Wenn die Nutzer ihre aktive Teilnahme verweigern, versiegt auch der Informationsfluss im Netzwerk und auch die passive Rezeption des Netzwerkes verliert an Sinn.
4.2.3 Videoportale
Videoportale sind grundsätzlich kühle Medien, da sie ebenso wie die Social networks eigentlich nur eine Plattform darstellen, die es dem User ermöglicht, Inhalte einzustellen, zu bewerten und anzusehen. Hierbei kann es sich beim User sowohl um Privatpersonen als auch um Künstler, Firmen oder Organisationen handeln. Das dabei tatsächlich genutzte Medium, das Video, ist dagegen ein heißes Medium, da es detailreich ist und ein geringes Maß an Partizipation erfordert. Eine passive Partizipation ist also möglich, jedoch ist die aktive Nutzung durch einen erheblichen Teil der User notwendig um den bestand des Videoportals zu gewährleisten. Würden Privatpersonen aufhören, das Portal aktive zu benutzen, also Inhalte einzustellen, würde das Gesamtkonzept seinen Charakter grundlegend verändern und von einer kühlen Plattform zu einem heißen Informationsangebot werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der Medientheorie Marshall McLuhans und Definition der Forschungsfrage.
2. Das Medium ist die Botschaft – Definition und Erklärung: Theoretische Herleitung des McLuhan'schen Medienbegriffs und Erläuterung der Kernaussage, dass nicht der Inhalt, sondern die Form des Mediums die Gesellschaft prägt.
3. Heiße und Kalte Medien – Definition und Auswirkung: Differenzierung zwischen heißen (detailreichen, wenig partizipationsfordernden) und kalten (detailarmen, partizipationsfordernden) Medien anhand konkreter Beispiele.
4. Anwendung auf das Internet: Übertragung der theoretischen Konzepte auf die Struktur und Nutzung des Internets sowie spezifische Web-Formate.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass McLuhans Theorien weiterhin zur Analyse digitaler Medien taugen, wenngleich eine exakte Einordnung der "Temperatur" komplex bleibt.
Schlüsselwörter
Marshall McLuhan, Medientheorie, Internet, heiße Medien, kalte Medien, Partizipation, soziale Netzwerke, Kommunikation, Global Village, Videoportale, Medienform, digitale Transformation, Internetanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Relevanz der Medientheorie von Marshall McLuhan im Kontext des heutigen Internets.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition des Mediums, die Unterscheidung zwischen heißen und kalten Medien sowie deren Anwendung auf digitale Plattformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Thesen von Marshall McLuhan auf ihre Aktualität und Anwendbarkeit auf das moderne Internet zu überprüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der Medientheorien auf moderne Kommunikationsphänomene übertragen und exemplarisch angewendet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in McLuhans Konzepte und die anschließende praktische Anwendung dieser auf verschiedene Internetbereiche wie Social Networks, Blogs und Videoportale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen "Das Medium ist die Botschaft", Partizipation, soziale Netzwerke, Medientemperatur und digitale Transformation.
Warum gelten soziale Netzwerke in dieser Arbeit als kühle Medien?
Sie werden als kühl eingestuft, da sie auf die aktive Partizipation und den Austausch der Nutzer angewiesen sind, um ihren Sinn zu erfüllen.
Inwiefern unterscheiden sich Videoportale nach McLuhans Logik?
Die Plattform selbst wird als kühles Medium betrachtet, während der einzelne Inhalt (das Video) als heißes Medium gilt, da es detailreich ist und vom Nutzer eher passiv konsumiert wird.
- Quote paper
- Mario Jäckle (Author), 2011, McLuhans Medientheorie und ihre Anwendbarkeit auf das Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188750