Praktikumsbericht mit didaktischer Studie - Blockpraktikum I an einer Grundschule


Praktikumsbericht / -arbeit, 2011

38 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhalt

1. Die Grundschule

2. Die Klasse 1d
2.1 Einige Schülerprofile

3. Erfahrungsbericht
3.1 Routine
3.2 Besonderheiten
3.2.1 Förderunterricht
3.2.2 Musikunterricht
3.2.3 Englischunterricht
3.2.4 Einführung von Buchstabenverbindungen

4. Gehaltene Unterrichtsstunden

5. Fazit

6. Fachdidaktische Studie: Rituale in der Grundschule
6.1 Was sind Rituale?
6.2 Merkmale von Ritualen
6.3 Die Wichtigkeit von Ritualen
6.4 Der Einsatz von Ritualen in der Grundschule

1. Die Grundschule Gartenstraße

Die Grundschule Xxx ist eine reine Grundschule und liegt seit 26 Jahren im Zentrum der Stadt Xxx. Die etwa 210 Schülerinnen und Schüler werden von 12 Lehrern unterrichtet, zusätzlich gibt es an der Schule eine pädagogische Assistentin. Mittags nach dem Unterricht werden den Kindern Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, sowie AGs angeboten, welche jeweils speziell auf bestimmte Altersgruppen ausgerichtet sind.

Die Schülerinnen und Schüler der Schule kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten, wobei die Mehrzahl der Kinder aus sozial recht schwachen Elternhäusern kommt. Um die Vielfältigkeit der einzelnen Lebenssituationen darzustellen, werden folgende Aspekte genauer betrachtet:

Sprachlicher Hintergrund:

Die Schülerschaft ist sehr heterogen, die Schülerinnen und Schüler stammen aus über 22 Nationen, somit haben über 60% von ihnen in ihren Familien Migrationshintergrund und sprechen neben Deutsch noch ihre Muttersprache. Der überwiegende Teil der Schülerschaft ist türkischer Abstammung. Viele Kinder beherrschen, obwohl sie in Deutschland geboren sind, die deutsche Sprache sehr unzulänglich. Aufgrund derer eigenen Sprachdefizite können sie auch von ihren Eltern in diesem Punkt nicht angemessen unterstützt werden.

Familiärer Hintergrund:

Viele Kinder haben Eltern, die beide berufstätig sind bzw. sein müssen. Eine erhebliche Anzahl der Kinder lebt jedoch nur bei einem Elternteil.

Kinder, deren Mütter vorübergehend im Frauenhaus wohnen und mit alltäglichen Problemen zu kämpfen haben, treffen auf Kinder aus stark behütenden und verwöhnenden Elternhäusern. Vermehrt ist zu beobachten, dass viele Schülerinnen und Schüler am Nachmittag sich selbst überlassen sind und sich dann auf dem Schulgelände und der näheren Umgebung aufhalten. Bei mehreren Eltern ist eine Unsicherheit in Erziehungsfragen wahrzunehmen.

2. Die Klasse 1d

Die Klasse 1d, auch die „Mäuseklasse“ genannt, besuchen insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen kulturellen Hintergründen, von denen 11 weiblichen und 9 männlichen Geschlechts sind. Die Schülerinnen und Schüler sind zwischen sechs und acht Jahren alt. Ihre Klassenlehrerin und meine Mentorin ist Frau X.

Die Schülerinnen und Schüler haben untereinander zum großen Teil ein kameradschaftliches Verhalten. Jedoch gibt es hin und wieder vor allem in den Pausen Streitereien, welche meist geklärt werden können, jedoch des Öfteren den Anfang der folgenden Stunde aufhalten. Auch müssen die Schülerinnen und Schüler im Umgang miteinander noch lernen, mehr aufeinander Rücksicht zu nehmen und vorsichtiger im Umgang miteinander zu sein.

Die Schülerinnen und Schüler beteiligen sich zumeist rege am Unterricht und arbeiten interessiert mit. Jedoch ist es während dem Unterricht auch ab und zu unruhig, da einige Schülerinnen und Schüler sich mit ihren Sitznachbarn unterhalten oder mit Gegenständen Lärm verursachen und dadurch den Unterricht stören. Die Lehrperson muss dadurch ab und zu den Unterricht unterbrechen und die Schülerinnen und Schüler durch Ermahnungen wieder zum Thema zurückführen.

Häufig ist es den Schülerinnen und Schülern nicht einmal bewusst, dass sie schon wieder reden oder mit ihren Unterrichtsmaterialien oder anderen Gegenständen Lärm verursachen.

Das Klassenzimmer befindet sich im zweiten Stock und ist ein heller und schülerfreundlicher Raum. Die Tische der Schülerinnen und Schüler sind in Reihen angeordnet, jedoch gibt es sowohl Reihen mit 2, als auch Reihen mit lediglich einem Tisch, sowie einige Einzeltische. Die Schülerinnen und Schüler sitzen an sieben Doppeltischen und sechs Einzeltischen. Der Raum verfügt über eine Tafel, einen Tageslichtprojektor mit Leinwand und einen CD-Player, sowie Kisten mit Büchern und Spielsachen für die Pause.

2.1 Einige Schülerprofile

A.:

A. gehört zu den leistungsschwächeren Schülern der Klasse. Er spricht sehr wenig und wenn er spricht, versteht man oft nicht alles. Trotz seines Migrationshintergrundes verfügt er aber über gute Kenntnisse in der deutschen Sprache, da bei ihm zu Hause fast nur Deutsch gesprochen wird. Er braucht sehr oft Hilfe und hat Schwierigkeiten, Aufgaben selbstständig zu verstehen und zu lösen. Es fällt ihm oft schwer, sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren. Obwohl er alleine sitzt, ist er oft abgelenkt.

B.:

B. ist eine besonders leistungsschwache Schülerin. Obwohl sie bereits die Grundschul-Förderklasse besucht hat, kann sie weder richtig lesen noch schreiben. Sie ist noch nicht einmal in der Lage, ihren Stift richtig festzuhalten und hat auch große Schwierigkeiten, sich zu artikulieren. Zu ihren Mitschülern ist sie nicht besonders freundlich, da sie ihr egal zu sein scheinen, zudem kennt sie nicht all ihre Namen. Sie ist eher verschlossen und hat deswegen auch keine Freunde in der Klasse.

C.:

C. ist eine der leistungsstärkeren Schülerinnen der Klasse. Trotz der Tatsache, dass ihre Eltern kein Deutsch können und sie selbst die Sprache nur im Kindergarten und in der Schule gelernt hat, spricht sie sehr gutes Deutsch und hat keinerlei Verständnisprobleme. Sie hat bisher noch Schwierigkeiten beim Lesen, ist aber in Mathe bereits weiter als die meisten der Mitschüler. Während des Unterrichts fällt es ihr besonders schwer, ruhig auf ihrem Stuhl sitzen zu bleiben. Sie steht oft auf und läuft im Klassenzimmer herum, auch um sich mit Mitschülern zu unterhalten.

D.:

D. ist eine besonders leistungsstarke Schülerin. Sie ist sehr fleißig und benötigt teilweise sogar zusätzliche Arbeitsblätter- und hefte, da sie schon weiter ist als die meisten ihrer Mitschüler. Dennoch ist sie oft unruhig und laut, sie redet viel während des Unterrichts und gibt Antworten ohne sich gemeldet zu haben.

E.:

E. ist trotz der Tatsache, dass er selten aufpasst und sich lieber mit spielen und schaukeln selbst beschäftigt, ein sehr leistungsstarker Schüler. Er löst die meisten Aufgaben problemlos, da er sehr gut lesen, schreiben und rechnen kann. Sein Verhalten erinnert jedoch mehr an das eines Kindergartenkindes.

3. Erfahrungsbericht

Mein erstes Blockpraktikum begann am 14.03.2011. Vor Schulbeginn traf ich mich mit meiner Mentorin, Frau X., im Lehrerzimmer. Wir besprachen die Formalitäten und sie zeigte mir die Schule, die auf mich sofort einen hellen, freundlichen Eindruck machte. Während der ersten von insgesamt vier Wochen bat Frau X. mich, vorerst nur zu hospitieren, damit ich erst einmal die Klasse kennen lernen konnte, bevor ich selbst unterrichtete. Während der Arbeitsphasen war ich jedoch trotzdem schon ein Ansprechpartner für die Schülerinnen und Schüler, die Hilfe benötigten.

Im Folgenden werde ich zuerst die täglichen Rituale und Aufgaben, die die Schüler zu erledigen haben, beschreiben. Anschließend befasse ich mich mit Besonderheiten, die von der Routine abweichen, beispielsweise meinem selbst gehaltenen Unterricht.

3.1 Routine

Die Schule fängt für die Erstklässler um 8.35 Uhr an und endet um 12.10 Uhr. Zu Beginn jedes Tages gibt es eine gemeinsame Begrüßung. Die Klasse singt gemeinsam das Lied „Hello, good morning“, darauf folgen zwei Verse, „Armes Häschen“ und „Lieber Tag“. Die Schüler wissen diese auswendig. Anschließend wird besprochen, welche Fächer für den Tag geplant sind. Diese werden mithilfe von Magnetbildern an der Tafel visualisiert, d.h. der Stundenplan wird für jeden Tag neu an die Tafel geklebt. Damit die Schüler das Datum lernen, gibt es auch hierfür die passenden Magnetschilder mit Tag, Monat und Jahr.

Jeden Montag gibt es eine „Wochenhausaufgabe“, jedes Kind bekommt Arbeitsblätter, die es bis zum folgenden Freitag zu erledigen hat. So können sich die Schüler ihre Arbeit selbst einteilen und nach Belieben erledigen.

Damit die Schülerinnen und Schüler die wichtigen Grundlagen in Mathematik und Deutsch lernen, finden diese Hauptfächer jeden Tag statt. Zu Beginn dieser Stunden gibt es meist eine kleine Einführung in Form von Spielen, Wiederholungen oder neuen Themen. Darauf folgt immer die Arbeit im „Einstern-Themenheft“ (Mathematik) und im „Primo-Mitmachheft“ (Deutsch). Die Schüler kennen diesen Ablauf und sind an ihn gewöhnt. Durch diese Vorgehensweise kann jedes Kind in seinem eigenen Tempo selbständig arbeiten.

Damit die Kinder genügend Zeit haben zu essen und sich trotzdem in der großen Pause austoben können, wird zehn Minuten vor Beginn der Pause der Unterricht beendet und gemeinsam gegessen. Man wünscht sich gemeinsam einen guten Appetit und Frau X. liest eine Geschichte vor.

Zum Schulschluss gibt es jeden Tag eine Verabschiedung mit dem Lied „Die Schule ist aus“. Je nachdem, wie viel Zeit noch ist, kommen die Schülerinnen und Schüler vorne im Kreis zusammen, oder bleiben an ihren Plätzen und räumen nebenher auf.

Neben den täglichen gibt es auch wöchentliche Rituale. So findet jeden Montag der „Erzählkreis“ statt, bei dem die Kinder von ihrem Wochenende oder den Ferien berichten können. Dienstags nach der großen Pause gibt es die sogenannte „Schülersprechstunde“, bei der die Schülerinnen und Schüler ihr Leid klagen können und man eine Lösung für das Problem sucht. Zum Abschluss der Woche werden jeden Freitag in der letzten Stunde „rote und grüne Karten“ verteilt. Jeder darf sagen, was er in der Woche gut oder schlecht fand und gibt dementsprechend die Karten aus.

3.2 Besonderheiten

3.2.1 Förderunterricht

Etwas, das nicht alle Schüler der Klasse betrifft, da es eine besondere Fördermaßnahme ist, ist der Sprachförderunterricht, der jeden Dienstag vor Schulbeginn stattfindet. Die Teilnehmerzahl beschränkt sich auf sechs. Hier lernen Kinder, die nicht so gut Deutsch können die Grundlagen, wie Artikel, Adverbien (z.B. gestern, morgen), Essen und Trinken benennen. Zu letzterem habe ich eine Unterrichtsstunde geplant, die sich mit den verschiedenen Geschmacksrichtungen und den Namen von Lebensmitteln befasst. Die Schüler besitzen ein Arbeitsheft, „Xa-Lando Training – Deutsch als Zweitsprache“, mit dem sie es gewohnt sind zu arbeiten. In meiner Stunde am 29.03. ging es dann darum, den bereits bekannten Lebensmitteln die passenden Artikel und die Geschmacksrichtungen wie ‚süß‘, ‚salzig‘ und ‚sauer‘ zuzuordnen. Ebenfalls sollten sie alle Lebensmittel benennen, die in ihrem Übungsheft auf einer Zeichnung abgebildet sind.

3.2.2 Musikunterricht

Musikstunden finden in der Klasse 1d relativ selten statt, da der Schwerpunkt, wie erwähnt, auf den Hauptfächern Mathematik und Deutsch steht. Die Musikstunde am 22.03. durfte ich gestalten. Die Klasse sollte das Frühlingslied ‚Singt ein Vogel‘ lernen. Dazu wurde das Lied zu Beginn der Stunde ein paar Mal gemeinsam gesungen. Anschließend zogen wir in den Musiksaal um und ich las eine passende Geschichte zum Lied vor. Die Schüler wurden dieser Geschichte entsprechend in Gruppen eingeteilt und erhielten diverse Musikinstrumente und bunte Tücher, mit denen sie die Geschichte und das Lied theatralisch und musikalisch unterstützen konnten. Die Klasse hatte sehr viel Freude an diesem szenischen Spiel.

3.2.3 Englischunterricht

Der Englischunterricht findet zwar in einer gewissen Regelmäßigkeit statt, dient aber mehr zur Einführung und soll den Kinder Spaß an der englischen Sprache vermitteln. Es wird keinen Wert auf das Schriftliche gelegt und Fehler werden nur bedingt korrigiert. Während des gesamten Praktikums war der Englischunterricht meine Aufgabe, was mir sehr gefiel, da die Klasse sehr viel Gefallen am Englischunterricht hat.

In meiner ersten gehaltenen Englisch-Stunde führte ich das Thema Essen ‚Food and Drink‘ ein. Dazu hingen bunte Bilder mit diversen Lebensmitteln an der Tafel, welche ich vorstellte und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern wiederholte. Passend zu dieser Einheit gibt es einen Chant im Englischheft ‚Playway to English‘, den wir gemeinsam sangen. In der nächsten Englisch-Stunde, nachdem also die Lebensmittel bekannt waren, las ich ‚The very hungry caterpillar‘, die englische Version von ‚Die kleine Raupe Nimmersatt‘ vor.

3.2.4 Einführung von Buchstabenverbindungen

Trotz der Tatsache, dass die meisten Buchstaben bereits bekannt sind, ist es wichtig die einzelnen Buchstabenverbindungen wie beispielsweise –Sch und –St gesondert und ausführlich einzuführen. Meine liebste Stunde, da sie die Kinder am meisten begeisterte, fand am 28.03. statt und beinhaltete die Verbindung –Sch, das ich mit dem Thema ‚Schaf‘ verknüpfte. Dazu brachte ich ein kleines Woll-Schäfchen und Schafswolle mit, die dann im Stuhlkreis herumgereicht wurden, sodass jedes Kind die Wolle fühlen und daran riechen konnte. Des Weiteren gab es eine kleine Geschichte und ein Lied über ein kleines Schäfchen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Praktikumsbericht mit didaktischer Studie - Blockpraktikum I an einer Grundschule
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
3,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
38
Katalognummer
V188762
ISBN (eBook)
9783656125716
ISBN (Buch)
9783656126898
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Praktikumsbericht mit didaktischer Studie im Fach Erziehungswissenschaften und 20 Unterrichtsskizzen.
Schlagworte
Prakitkumsbericht, Grundschule, Rituale
Arbeit zitieren
Luisa Viehe (Autor), 2011, Praktikumsbericht mit didaktischer Studie - Blockpraktikum I an einer Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188762

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