Diese wissenschaftliche Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage ob und in welcher Form Schule als Ort politischer Bildung Rechtsextremismusprävention leisten kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ansatzpunkte für schulische Rechtsextremisprävention
3. Dimensionen politischer Bildung an Schulen
4. Schulische Rechtsextremismusprävention in der Praxis
4.1 Inhaltiche Schwerpunkte
4.1.1 Gewaltprävention
4.1.2 Historisch-politische Bildung
4.1.3 Interkulturelle Bildung
5. Strukturelle Defizite und Kritik
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den politischen Bildungsauftrag der Institution Schule und deren Rolle sowie Verantwortung bei der Prävention von Rechtsextremismus. Dabei wird analysiert, inwiefern Schule durch demokratische Strukturen und pädagogische Konzepte rechtsextremen Tendenzen entgegenwirken kann und mit welchen strukturellen sowie inhaltlichen Herausforderungen sie dabei konfrontiert ist.
- Der politische Bildungsauftrag der Schule und demokratische Sozialisation
- Dimensionen und Methoden der schulischen Präventionsarbeit
- Kritische Analyse der Schwerpunkte Gewaltprävention, historisch-politische Bildung und interkulturelle Bildung
- Strukturelle Defizite in der schulpädagogischen Praxis
- Notwendigkeit einer langfristigen und fächerübergreifenden Strategie
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Gewaltprävention
Mittlerweile bietet das Thema Gewaltprävention ein breites Spektrum an Angeboten, auch in der Schule. Bei Gewaltprävention geht es nicht nur um die Auseinandersetzung mit Konflikten und deren Reflexion. Es geht auch um die Förderung von Empathie, differenzierter Selbst- und Fremdwahrnehmung und Prozessen der Selbsterfahrung (vgl. Haubek, 2009, S. 50-51).
Im Zusammenhang mit Rechtsextremismus ist oftmals von Gewalt die Rede. In präventiven Konzepten geht es aber nicht nur um die schlichte Verhinderung von Gewalttaten, sondern im Rahmen des politischen Bildungsauftrages auch um die Stärkung von Zivilcourage und des sozialen Miteinanders. Neben außerschulisch verbreiteten Konzepten (z.B. Anti-Aggressionstrainings) steht hier die Schaffung eines pro-sozialen Schulklimas als wesentlicher Grundpfeiler zur Gewaltprävention im Vordergrund.
Ein zentrales Problem ist hierbei jedoch, dass die Institution Schule dazu neigt erst dann von Gewaltprävention zu reden, wenn es bereits zu gewalttätigen Ausschreitungen kam. Zudem besteht die Gefahr, dass der inhaltliche Zusammenhang zu rechtsextremer Ideologie und der politischen Bildung als Hauptziel verloren geht. Gewaltsame Auswüchse sind oftmals nur ein kleiner Teilbereich der Problematik Rechtsextremismus. Aber auch ohne den Zusammenhang zu rechtsextremen Gedankengut spricht Gewalt im Schulalltag für Missstände im sozialen Gefüge der Schule, die es auch mit politischer Bildung aufzugreifen gilt. Schule darf sich nicht in Projekten gegen das Symptom verlieren, ohne die Ursache zu verändern (vgl. Elverich, 2011, S. 55 und vgl. Schramm, 1995, S. 137-145).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Einfluss des Schullebens auf die Entwicklung rechtsextremer Tendenzen und formuliert den Bildungsauftrag der Schule im Kontext politischer Sozialisation.
2. Ansatzpunkte für schulische Rechtsextremisprävention: Dieses Kapitel erläutert die Verpflichtung der Schule zur Vermittlung demokratischer Werte und zur Förderung der Partizipation als Grundlage für die Präventionsarbeit.
3. Dimensionen politischer Bildung an Schulen: Hier werden die verschiedenen Ebenen der schulischen Bildungsarbeit, wie Fachunterricht und demokratische Schulkultur, und deren Herausforderungen dargestellt.
4. Schulische Rechtsextremismusprävention in der Praxis: Es wird die Differenzierung zwischen Prävention und Intervention sowie der Umgang mit verschiedenen Zielgruppen in der Schule thematisiert.
4.1 Inhaltiche Schwerpunkte: Dieses Kapitel führt in die drei Hauptsäulen der Prävention ein: Gewaltprävention, historisch-politische Bildung und interkulturelle Bildung.
4.1.1 Gewaltprävention: Die kritische Reflexion des Gewaltbegriffs und der Grenzen rein reaktiver oder symptombezogener Gewaltpräventionsstrategien im schulischen Kontext.
4.1.2 Historisch-politische Bildung: Analyse des Stellenwerts der Vergangenheitsbewältigung (Nationalsozialismus) und deren begrenzte Wirksamkeit bei der Prävention aktueller rechtsextremer Einstellungen.
4.1.3 Interkulturelle Bildung: Untersuchung des Konzepts der interkulturellen Bildung als fächerübergreifendes Prinzip zur Minderung von Fremdenfeindlichkeit und Vorurteilen.
5. Strukturelle Defizite und Kritik: Diskussion der mangelnden Nachhaltigkeit von Projektcharakteren und fehlenden Kooperationen sowie der strukturellen Unterfinanzierung schulischer Präventionsarbeit.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der schulischen Präventionsmöglichkeiten und Appell an die Notwendigkeit langfristiger, finanziell abgesicherter Konzepte.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Schule, politische Bildung, Prävention, Demokratiefähigkeit, Gewaltprävention, historisch-politische Bildung, interkulturelle Bildung, Schulkultur, Sozialisation, Partizipation, Extremismus, Menschenrechte, Diskriminierung, politische Teilhabe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, welchen Beitrag die Schule als Institution zur Prävention von Rechtsextremismus leisten kann und mit welchen bildungspolitischen Aufgaben sie dabei konfrontiert ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern gehören die schulische Demokratieerziehung, der Umgang mit Gewalt im Schulalltag sowie die historisch-politische und interkulturelle Bildung.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, inwieweit die Schule trotz struktureller Probleme als effektiver Ort für politische Bildung und Rechtsextremismus-Prävention fungieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender Expertisen, pädagogischer Konzepte und bildungswissenschaftlicher Studien zum Thema Rechtsextremismus und Schulentwicklung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Ansätze, die praktischen Schwerpunkte der Prävention sowie die strukturellen Defizite und Kritikpunkte an der schulischen Umsetzung detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Demokratiefähigkeit, Prävention, Partizipation, Schulkultur, Rassismus und politische Sozialisation.
Warum reicht die reine Gewaltprävention oft nicht aus?
Der Autor argumentiert, dass Gewaltprävention sich häufig nur auf Symptome konzentriert, während die tieferliegenden rechtsextremen Ideologien und politischen Hintergründe unberücksichtigt bleiben.
Inwiefern ist die historisch-politische Bildung problematisch?
Obwohl sie den stärksten Pfeiler bildet, kritisiert der Autor, dass Schülern oft der Transfer vom historischen Nationalsozialismus zur heutigen Xenophobie schwerfällt, wenn kein direkter Lebensweltbezug hergestellt wird.
Was ist das Hauptproblem bei der Projektarbeit in Schulen?
Das Hauptproblem ist die mangelnde Kontinuität; viele Maßnahmen sind als punktuelle Projekte ohne langfristige Verankerung im Lehrplan angelegt, was deren nachhaltige Wirkung schwächt.
- Citation du texte
- Britt Fender (Auteur), 2012, Kann die Schule als Ort politischer Bildung Rechtsextremismus-Prävention leisten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188811