Nachqualifizierung im Zeichen der Modularisierung


Hausarbeit, 2011
13 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmung Nachqualifizierung
2.1 Zielgruppe der Nachqualifizierung

3 Modularisierung
3.1 Ausbildungsbausteine nach Severing und Euler

4 Chancen und Risiken der Modularisierung
4.1 Chancen
4.2 Risiken

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Monographien

Zeitschriftenartikel

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Modell 2 – Integration von bausteinbezogenen Prüfungen (Zimmer/Dehnbostel 2009, S. 91) .

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Mit zunehmender Technisierung steigen die Anforderungen für Arbeitnehmer weswegen immer mehr spezialisierte und fachlich ausgebildete Kräfte benötigt werden. Aber auch generell sieht sich Deutschland vor neue Herausforderungen gestellt. Dem vorherrschenden Fachkräftemangel aufgrund des demographischen Wandels muss entgegengesteuert werden. Daher müssen ungenutzte Potenziale d.h. hier speziell an- und ungelernte Arbeiter genutzt werden. Diese Potenziale können durch die Ermöglichung von Chancen wie der der Nachqualifizierung genutzt werden. Im Zeichen der Modularisierungsdebatte kommt der Nachqualifizierung hier besondere Aufmerksamkeit zu, da diese einen modularen Aufbau verfolgt. Es ist auch dringend notwendig einen großen Teil der An- und Ungelernten mit Berufsabschlüssen zu qualifizieren. Einerseits ist dies für die An- und Ungelernten selbst überaus wichtig, aber auch wirtschaftlich und gesellschaftlich von großem Interesse. Mit einem anerkannten Berufsabschluss steigen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und der Standort Deutschland kann mit seinen hohen Qualitätsstandards, für die ausgebildete Fachkräfte zwingend benötigt werden, weiter Bestand haben. Auf Grundlage dieses Konflikts ergibt sich folgende zentrale Fragestellung: „Welche Bedeutung hat die Modularisierung für die Nachqualifizierung?“. Diese Frage wird, bevor sie endgültig im Fazit beantwortet werden kann durch die nachstehende Kapitelbeschreibung bearbeitet.

Dazu wird in Kapitel 2 geklärt, was unter dem Begriff der Nachqualifizierung überhaupt zu verstehen ist. An welche Zielgruppe sich die Nachqualifizierung richtet, wird im darauf folgenden Unterkapitel 2.1 erläutert. Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Modularisierung. Hierzu wird ein Modell von Euler und Severing vorgestellt, welches als Modularisierung in Form von Ausbildungssteinen tituliert werden kann. Das letzte thematische Kapitel betrachtet die Chancen und Risiken, die sich durch eine modularisierte Nachqualifizierung ergeben. Abgeschlossen wird diese Hausarbeit durch ein Fazit.

2 Begriffsbestimmung Nachqualifizierung

Damit ersichtlich wird, was unter dem Begriff der Nachqualifizierung zu verstehen ist, folgt eine kurze Annäherung an den Terminus. Laut Bundesinstitut für Bildung ist folgende Definition für den Begriff der Nachqualifizierung zu verwenden „Berufliche Nachqualifizierung bietet An- und Ungelernten das geeignete Instrumentarium für das Erreichen formaler Qualifizierungen bis hin zu einem Berufsabschluss. Qualifizierung und Beschäftigung werden dabei kombiniert. Der modulare Aufbau ermöglicht differenzierte und individualisierte Qualifizierungswege.“ [1] In Unterkapitel 2.1 wird näher thematisiert welche Zielgruppe der Nachqualifizierung angehört, weswegen die Zielgruppe zunächst außen vor gelassen wird. Es gilt festzuhalten, dass die Nachqualifizierung sozusagen ein Hilfsmittel bzw. das Rüstzeug zur Nachqualifikation ist. Mithilfe der Nachqualifizierung sollen die An- und Ungelernten formale Qualifizierungen erreichen und im Regelfall somit einen anerkannten Berufsabschluss erlangen. Besonders wichtig ist hierbei die Kombination und enge Verbindung von Lernen und Arbeit. Theorieunterricht des Bildungsträgers und Praxisanteile im Betrieb wechseln sich ab und stellen dadurch eine hohe Qualität der Nachqualifizierung sicher. Weiterhin zeichnet sich die Nachqualifizierung durch einen modularen Aufbau aus. Darunter ist zu verstehen, dass Schritt für Schritt die nötigen Qualifikationen erworben werden. Ferner können die Module speziell für die Tätigkeitsfelder im Betrieb zugeschnitten werden, was eine hohe Flexibilität der Modularisierung garantiert. Welche weiteren Vorteile die Modularisierung für die Nachqualifizierung hat, wird im späteren Verlauf dieser Hausarbeit dargestellt (vgl. Krings 2002, S. 14).

2.1 Zielgruppe der Nachqualifizierung

An sich ist die Maßnahme der Nachqualifizierung für junge Erwachsende zwischen 20 und 29 Jahren, die keinen Ausbildungsabschluss erworben haben, entwickelt worden. Mittlerweile ist sie aber auch für Erwachsene über 30 Jahre relevant. Des Weiteren werden vermehrt Migranten, deren Berufs- oder Schulabschlüsse nicht anerkannt wurden, durch die Nachqualifizierung angesprochen. Vor allem richtet sich die berufliche Nachqualifizierung an diejenigen, die nicht mehr in ein Ausbildungsverhältnis in Form einer Erstausbildung integriert werden können. Daher soll dieser Teil der Zielgruppe in ein Ausbildungsverhältnis vermittelt werden. Auch Berufstätige ohne Berufsabschluss können durch die Nachqualifizierung angesprochen werden, um nachträglich eine anerkannte Ausbildung zu erreichen. Für Beschäftigte An- und Ungelernte ist die berufsbegleitende Nachqualifizierung gedacht, wenn sie beispielsweise einen neuen Arbeitsplatz suchen, der jedoch in Verbindung mit Qualifikationen steht, die noch nicht erworben wurden. Die Idee ist hierbei, neben der eigentlichen Tätigkeit berufsbegleitend einen Abschluss zu erlangen. Das Konzept der berufsbegleitenden Nachqualifizierung ist damit deutlich von dem der beruflichen Nachqualifizierung zu trennen. Ferner sollen Erwerbslose durch die Möglichkeit der beruflichen Nachqualifizierung erreicht werden, um ihnen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung bessere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Allerdings darf dieses Konzept nicht als Alternative zur beruflichen Erstausbildung gesehen werden. Vielmehr ist es eine zweite Chance für alle, die ihre Erstausbildung abgebrochen haben oder keine Möglichkeit zur Wahrnehmung einer beruflichen Erstausbildung hatten (vgl. Eckhardt 2002, S. 7 – 8).

Nachdem nun geklärt wurde was unter Nachqualifizierung zu verstehen ist und welche Zielgruppe dadurch tangiert wird, erfolgt in Kapitel 3 die Veranschaulichung einer Modularisierungsform anhand eines Modells. Die Nachqualifizierung ist eine modulhafte Maßnahme weswegen ein auf die Nachqualifizierung übertragbares Modell im Folgenden vorgestellt wird.

3 Modularisierung

Hier stellt sich die Frage, wie kann Modularisierung in der Praxis aussehen? Dazu wird ein Modell von Euler und Severing herangezogen, dass Modularisierung in Form von Ausbildungsbausteinen verdeutlicht und illustriert. Dieses Modell wird, obwohl es nicht speziell für die Nachqualifizierung entwickelt wurde, vorgestellt, weil es mit seinen Ausbildungsbausteinen und schrittweisem Aufbau anwendbar auf und für die Nachqualifizierung ist.

3.1 Ausbildungsbausteine nach Severing und Euler

Bevor die zweite Modellvariante von Severing und Euler vorgestellt wird, folgt eine kurze Erläuterung zum Modulbegriff, da die Ausbildungsbausteine eine Form der Modularisierung darstellen. Unter Modulen werden bei Krings einfach Bauteile und demnach Qualifikationseinheiten verstanden, deren Inhalt sich in jeweils abgegrenzte Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse widerspiegelt (vgl. Krings 2002, S. 15). Kloas versteht unter Modulen „einzeln zertifizierbare Qualifikationen, die immer Teil eines Ganzen, nämlich des Gesamtberufes bleiben“ (Zitiert in Steinhäuser 2003, S. 68 – 69). Die Facette des Ganzen ist sehr bedeutend und wesentlich für die Modularisierung, da sie sonst Gefahr laufen würde das eigentliche Ziel, den Berufsabschluss, zu verfehlen. Demgegenüber halten Euler und Severing fest, dass der Terminus Modul als zu allgemein und unbestimmt angesehen werden muss. Daher wird der Begriff der Ausbildungsbausteine verwendet, der nach ihnen wie folgt definiert ist „ Ausbildungsbausteine sind abgegrenzte und bundesweit standardisierte Einheiten innerhalb der curricularen Gesamtstruktur eines Ausbildungsberufsbilds. Sie können eigenständig zertifiziert und nach erfolgreicher Absolvierung als Ausbildungsteilleistung angerechnet werden“ (Zitiert in Euler/Severing 2006, S. 42). Ebenso wie bei den Modulen ist das Gesamtziel ein ganzheitlicher Abschluss, indem alle Bausteine, auch mit eventueller Unterbrechung und Neuaufnahme, durchlaufen werden. Erst mit der Absolvierung aller nötigen Bausteine wird eine ganzheitliche und qualifizierte Berufsausbildung begründet (vgl. Loebe/Severing 2008, S. 140).

Ausgangspunkt für die Entwicklung des Modells ist die Prämisse, dass Veränderungen im deutschen System der Berufsausbildung zwingend notwendig sind. Denn im sogenannten Übergangssystem befinden sich zurzeit rund 500.000 Jugendliche, die zwar an Berufsausbildungsvorbereitungsmaßnahmen partizipieren, jedoch überwiegend keinen Anschluss an eine Berufsausbildung erhalten. Oftmals sind die Vorbereitungsmaßnahmen für die eigentlich angestrebte Ausbildung und den Arbeitsmarkt nicht verwertbar. Dieser Umstand führt zu einem hohen Motivationsverlust bei den Betroffenen und belastet die Gesellschaft nicht nur finanziell. Daher gilt es die Vorbereitungsmaßnahmen so zu konzipieren, dass sie mit in die nachfolgende Ausbildung einfließen können. Mithilfe von Ausbildungsbausteinen soll eine verbesserte horizontale und vertikale Integration der Ausbildung ermöglicht werden, was gleichzeitig als Kernidee von Euler und Severing zu verstehen ist (vgl. Zimmer/Dehnbostel 2009, S. 87 – 89).

[...]


[1] http://www.good-practice.de/3342.php (zuletzt abgerufen am 03.05.2011)

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Nachqualifizierung im Zeichen der Modularisierung
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Autor
Jahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V188831
ISBN (eBook)
9783656125983
ISBN (Buch)
9783656126515
Dateigröße
1027 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachqualifizierung, Modularisierung
Arbeit zitieren
Lars Rosenbaum (Autor), 2011, Nachqualifizierung im Zeichen der Modularisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188831

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