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Akzeptierende Drogenarbeit

Praktische Handlungsziele und handlungstheoretische Grundlagen niedrigschwelliger Angebote akzeptierender Drogenarbeit

Título: Akzeptierende Drogenarbeit

Tesis (Bachelor) , 2009 , 67 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Marie-Luise Hess (Autor)

Trabajo social
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Inhalt der vorliegenden Bachlor-Abschlussarbeit ist der praktische Ansatz akzeptierender
Drogenarbeit, der anhand seiner Prinzipien, Ziele und Methoden, verknüpft mit theoretischen
Ausführungen ausgewählter sozialwissenschaftlicher Theorien und Methoden sowie ethischen
Perspektiven in seiner Aktualität und Wichtigkeit dargestellt wird.
Ziel der Arbeit ist es, einer oftmals vermeintlich angenommenen Willkür akzeptierender Drogenarbeit
entgegenzutreten, indem die fundierten theoretischen und praktischen Überlegungen
dieses Ansatzes abgebildet werden. Gleichzeitig wird die Theorie auf ihre Praxistauglichkeit
getestet, indem ausgewählte Angebote akzeptierender Drogenarbeit betrachtet werden. Eine
kritische Analyse der einzelnen Aspekte akzeptierender Drogenarbeit, insbesondere im Hinblick
auf deren Realisierung in der aktuellen abstinenzorientierten drogenpolitischen Situation
in Deutschland, ergibt ein realistisches Bild des Ansatzes.
Zu Beginn stelle ich durch die detaillierte Betrachtung ausgewählter illegaler Substanzen deren
Wirkungen, Folgen und Umgangsregeln dar. Dies bildet die Grundlage der darauf folgenden
medizinischen und sozialwissenschaftlichen Betrachtungen von Konsum und Abhängigkeit,
die daraufhin in die Skizzierung der Menschenbilder, die den Ansätzen ‘akzeptierend’
und ‘abstinenzorientiert’ zu Grunde liegen, mündet. Das zweite Kapitel umfasst die Darstellung
der aktuellen drogenpolitischen Lage in Deutschland im direkten Vergleich zur akzeptierenden
Drogenarbeit. Diese betrachte ich detailliert in ihrer Entstehung, der praktischen und
theoretischen Entwicklung sowie deren aktuellen Schwerpunkte. Im dritten Kapitel erläutere
ich die handlungstheoretischen Grundlagen des Ansatzes: das hermeneutische Paradigma, die
lebensweltorientierte Soziale Arbeit, die Verantwortungsethik und die Methode des Empowerment.
Zentraler Aspekt ist dabei die Autonomie des/der Konsumenten/in zum verantwortlichen
Handeln und die Aufgabe der Sozialen Arbeit, diese dazu zu befähigen. Abschließend
verdeutliche ich die bisherigen Ausführungen in der Darstellung ausgewählter praktischer
Angebote.
Zentrale Ergebnisse der Arbeit sind die Widerlegung der Willkürlichkeit akzeptierender Drogenarbeit,
die trotz der Zieloffenheit des Hilfeprozesses nicht stattfindet sowie die Erkenntnis,
dass absolute akzeptierende Drogenarbeit in der aktuellen gesellschaftspolitischen Situation in
Deutschland nicht möglich ist, ohne sich auch im Graubereich der Legalität zu bewegen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konsum und Abhängigkeit

2.1 Substanzgebundener Konsum illegaler Drogen

2.2 Drogenabhängigkeit - Krankheit oder selbstbestimmter Lebensstil!?

2.3 Konsument/innen als Inhaber/innen der Menschenwürde

3. Abstinenzorientierte Drogenpolitik vs. Akzeptierende Drogenarbeit!?

3.1 Abstinenzorientierte Drogenpolitik und Gesetzgebung in Deutschland

3.2. Akzeptierende Drogenarbeit

3.2.1 Die Anfänge des Ansatzes akzeptierender Drogenarbeit

3.2.2 Prinzipien, Ziele und Methoden akzeptierender Drogenarbeit

4. Handlungstheoretische Grundlagen und praktische Umsetzung akzeptierender Drogenarbeit

4.1 Hermeneutisches Paradigma und lebensweltorientierte Soziale Arbeit

4.2 Verantwortungsethik und die Bedeutung für akzeptierende Drogenarbeit

4.3 Befähigung von Drogenkonsument/innen durch Empowerment

4.4 Beispiele praktischer Umsetzung akzeptierender Drogenarbeit

4.4.1 Konsumräume

4.4.2 Drugchecking

4.4.3 Aufsuchende Arbeit

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den praktischen Ansatz der akzeptierenden Drogenarbeit, um der oftmals unterstellten Willkürlichkeit entgegenzuwirken. Durch die Verknüpfung von Prinzipien, Zielen und Methoden mit sozialwissenschaftlichen Theorien und ethischen Perspektiven wird die Notwendigkeit dieses Ansatzes in einer abstinenzorientierten Drogenpolitik kritisch analysiert und die Praxistauglichkeit anhand ausgewählter Angebote beleuchtet.

  • Grundlagen der akzeptierenden Drogenarbeit im Vergleich zur abstinenzorientierten Politik
  • Ethische Begründung der Drogenarbeit (Menschenwürde, Autonomie, Verantwortungsethik)
  • Sozialwissenschaftliche Theorien (Lebensweltorientierung, Hermeneutik, Empowerment)
  • Praxisnahe Analyse niedrigschwelliger Angebote wie Konsumräume, Drugchecking und aufsuchende Arbeit

Auszug aus dem Buch

4.4.1 Konsumräume

Bereits vor der rechtlichen Implementierung im §10a des BtMG (siehe Punkt 3) gab es Anfang der 90er Jahre erste Ansätze von Konsumräumen in Frankfurt am Main und in Hamburg. Auf internationaler Ebene entstanden die ersten Konsumräume in der Schweiz (seit 1986) und den Niederlanden (seit 1996). (vgl. akzept e.V. u.a., 2000, 5 / Michels, 2000, 6ff / Klee, ³2005, 364) Die Überführung der bisher nur geduldeten Institutionen in geltendes Recht erleichterte einerseits deren Ausbau und förderte die Entstehung neuer Konsumräume16, andererseits wurde ein umfassendes Regelwerk erstellt, an welchem sich die Träger der Konsumräume seitdem orientieren müssen. Auf Bundesebene wurden zehn Mindeststandards festgelegt, die alle Bundesländer bei Genehmigungsverfahren zu berücksichtigen haben, weitere Ausgestaltungen (z.B. Standortwahl, Öffnungszeiten, Zugangsvoraussetzungen und -beschränkungen) obliegen den Ländern. (vgl. Klee, ³2005, 364 / Schneider, 2004, 15f)

Die zehn Mindeststandards - festgeschrieben in §10a BtMG - lauten: (1) “Zweckdienliche sachliche Ausstattung der Räumlichkeiten, die als Drogenkonsumraum dienen sollen; (2) Gewährleistung einer sofort einsatzfähigen medizinischen Notfallversorgung; (3) medizinische Beratung und Hilfe zum Zwecke der Risikominderung beim Verbrauch der von Abhängigen mitgeführten Betäubungsmittel; (4) Vermittlung von weiterführenden und ausstiegsorientierten Angeboten der Beratung und Therapie; (5) Maßnahmen zur Verhinderung von Straftaten nach diesem Gesetz in Drogenkonsumräumen, abgesehen vom Besitz von Betäubungsmitteln nach §29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 zum Eigenverbrauch in geringer Menge;

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung benennt die Kritikpunkte an der akzeptierenden Drogenarbeit, insbesondere den Vorwurf der Unprofessionalität und Willkür, und setzt das Ziel, diesen durch eine wissenschaftliche Fundierung des Ansatzes zu begegnen.

2. Konsum und Abhängigkeit: Dieses Kapitel erörtert die medizinischen und sozialwissenschaftlichen Perspektiven auf Drogenkonsum, unterscheidet zwischen Konsum und Abhängigkeit und betont den Autonomieanspruch sowie die Menschenwürde der Konsument/innen.

3. Abstinenzorientierte Drogenpolitik vs. Akzeptierende Drogenarbeit!?: Hier wird die aktuelle deutsche Drogenpolitik kritisch der akzeptierenden Drogenarbeit gegenübergestellt, wobei insbesondere repressive Maßnahmen im öffentlichen Raum sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und deren Diskrepanz zur akzeptierenden Arbeit analysiert werden.

4. Handlungstheoretische Grundlagen und praktische Umsetzung akzeptierender Drogenarbeit: Das Kapitel verknüpft theoretische Konzepte wie das hermeneutische Paradigma, lebensweltorientierte Soziale Arbeit, Verantwortungsethik und Empowerment mit der konkreten Umsetzung in niedrigschwelligen Angeboten.

5. Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, unterstreicht die fachliche Professionalität akzeptierender Drogenarbeit und fordert eine stärkere Besinnung auf die ethischen und ideologischen Wurzeln im Sinne der Parteilichkeit für Konsument/innen.

Schlüsselwörter

Akzeptierende Drogenarbeit, Schadensminimierung, Empowerment, Lebensweltorientierung, Menschenwürde, Autonomie, Konsumräume, Drugchecking, aufsuchende Arbeit, Verantwortungsethik, Drogenpolitik, Sucht, Abstinenz, Parteilichkeit, Sozialarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelor-Abschlussarbeit setzt sich mit dem fachlichen Konzept der akzeptierenden Drogenarbeit auseinander und belegt, dass es sich dabei um eine fundierte und professionelle Form der Sozialen Arbeit handelt, die entgegen gängiger Vorwürfe nicht willkürlich agiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen (ethisch und handlungstheoretisch), die rechtliche und politische Situation der Drogenhilfe in Deutschland sowie die konkrete praktische Ausgestaltung niedrigschwelliger Angebote.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Ansatz der akzeptierenden Drogenarbeit durch die Verknüpfung von Prinzipien, Zielen und Methoden mit sozialwissenschaftlichen Theorien zu legitimieren und der Annahme der Unprofessionalität entgegenzutreten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch fundierte Analyse, die sich auf aktuelle Fachliteratur, sozialwissenschaftliche Theorien (z.B. Lebensweltorientierung nach Thiersch, Hermeneutik) sowie ethische Konzepte (Verantwortungsethik) stützt, ergänzt durch eigene Erfahrungen der Verfasserin.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Abgrenzung zur abstinenzorientierten Drogenpolitik, die ethischen Implikationen (Menschenwürde, Autonomie), die theoretischen Handlungsmaximen (Empowerment, Verantwortungsethik) sowie die Umsetzung in Konsumräumen, Drugchecking-Projekten und der aufsuchenden Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Akzeptierende Drogenarbeit, Schadensminimierung, Empowerment, Menschenwürde, Autonomie, Konsumräume und Partizipation.

Inwieweit spielt die Drogenpolitik eine Rolle für die Praxis?

Die deutsche Drogenpolitik, die stark auf Repression und Abstinenz ausgerichtet ist, erschwert die Arbeit der akzeptierenden Drogenhilfe massiv, was häufig dazu führt, dass sich Einrichtungen im "Graubereich der Legalität" bewegen müssen.

Was sind die zentralen Ergebnisse der Arbeit?

Die Ergebnisse widerlegen den Vorwurf der Willkürlichkeit und zeigen auf, dass eine "absolute" akzeptierende Drogenarbeit in Deutschland aufgrund der aktuellen gesellschaftspolitischen Situation kaum möglich ist, ohne sich in rechtlichen Graubereichen zu bewegen.

Final del extracto de 67 páginas  - subir

Detalles

Título
Akzeptierende Drogenarbeit
Subtítulo
Praktische Handlungsziele und handlungstheoretische Grundlagen niedrigschwelliger Angebote akzeptierender Drogenarbeit
Universidad
Catholic University of Applied Sciences München
Calificación
1,0
Autor
Marie-Luise Hess (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
67
No. de catálogo
V188850
ISBN (Ebook)
9783656125853
ISBN (Libro)
9783656126041
Idioma
Alemán
Etiqueta
Akzeptierende Drogenarbeit Soziale Arbeit Menschenrechte parteilich Konsumräume niedrigschwellig ethische Handlungsweisen Drugchecking Aufsuchende Arbeit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marie-Luise Hess (Autor), 2009, Akzeptierende Drogenarbeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188850
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Extracto de  67  Páginas
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