„Wer auf eine Kompetenzdefinition hofft, hofft vergeblich.“ (John Erpenbeck)
Der Begriff der Kompetenz begegnet uns in diesen Tagen in sämtlichen Bereichen
unseres Lebens. Sowohl im Beruf als auch im Alltag wird man mit Kompetenzen
und Entwicklungen konfrontiert. Erpenbecks These möchte ich zu widerlegen
versuchen, sowie dem Begriff Kompetenz ein Verständnis zu geben.
Die Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Thema der Kompetenz und deren
Entwicklung. Dabei sollen unter anderem folgende Fragen geklärt werden:
Was versteht man unter dem Begriff der Kompetenz? Welche Reichweite hat
dieser Begriff in den verschiedenen Lebensbereichen eines Individuums?
Inwieweit lässt sich der Begriff einer Definition unterziehen? Wie weitreichend ist
das Verständnis dafür und wo wird er eingesetzt bzw. warum wird der Begriff in
der heutigen Zeit so oft thematisiert?
Zunächst erfolgt eine begriffliche Abgrenzung von Kompetenz und Qualifikation.
Dabei muss auf wesentliche Unterschiede in der Begriffsdefinition und in deren
Anwendung eingegangen werden. Folgend soll der Begriff der Kompetenz näher
beleuchtet und das Verständnis von Kompetenz durch die Ausführung von
verschiedenen Konnotationen des Kompetenzbegriffs untermauert werden.
Abschließend erfolgt eine Untergliederung verschiedener Kompetenzarten, mit
dem Ziel die Bedeutung des Begriffs der Kompetenz zu verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kompetenz versus Qualifikation
3. Verständnis des Kompetenzbegriffs
3.1. Kompetenz im engeren Sinne
3.2. Konnotationen des Kompetenzbegriffs
3.3. Zentrale Kompetenzen
3.4. Fachübergreifende Kompetenzen
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein differenziertes Verständnis des Kompetenzbegriffs zu erarbeiten, diesen von dem Begriff der Qualifikation abzugrenzen und die verschiedenen Facetten der Kompetenzentwicklung im Berufs- und Lebensalltag aufzuzeigen.
- Abgrenzung der Begriffe Kompetenz und Qualifikation
- Analyse verschiedener fachwissenschaftlicher Konnotationen (soziologisch, psychologisch, betriebswirtschaftlich, pädagogisch)
- Unterscheidung zwischen zentralen und fachübergreifenden Kompetenzen
- Bedeutung der Kompetenzentwicklung für das Individuum und die Arbeitswelt
- Zusammenhang von Kompetenz und reflexiver Handlungsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
3.1. Kompetenz im engeren Sinne
Um ein Verständnis für den Begriff der Kompetenz und deren Reichweite zu erlangen, kann zunächst von einer allgemeinen Definition ausgegangen werden. Weinberg grenzt den Begriff dahingehend ab, dass darunter „alle Fähigkeiten, Wissensbestände und Denkmodelle verstanden werden, die ein Mensch in seinem Leben erwirbt und betätigt.“ Diese Begriffsbestimmung erscheint jedoch zu allumfassend und zu allgemein formuliert, so dass eine genauere Spezifikation des Begriffs unumgänglich scheint.
Kompetenz im engeren Sinne hat seine Wurzeln in der Organisation. Ursprünglich wurde der Begriff im Zusammenhang mit der Regelung der Zuständigkeiten für Ressorts und Abteilungen in Betrieben und im Staat verwendet. Dabei wurden bestimmte Entscheidungsbefugnisse auf den jeweiligen Leiter übertragen. Ein entscheidender Unterschied ist hierbei in der verliehenen Entscheidungsbefugnis und der persönlichen Entscheidungsfähigkeit zu sehen, wobei beide Parteien nicht kongruent sein müssen. Der Begriff der Kompetenz wird auf das berufliche Umfeld bezogen und spiegelt die Befähigung einzelner Personen bezogen auf berufsspezifische Sachverhalte wider. „Berufliche Kompetenz besitzt derjenige, der über die erforderlichen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten eines Berufes verfügt, Arbeitsaufgaben selbständig und flexibel lösen kann sowie fähig und bereit ist, dispositiv in seinem Berufsumfeld und innerhalb der Arbeitsorganisation mitzuwirken.“ Bunk bezieht den Kompetenzbegriff auf den verfügbaren Einsatz im Berufsfeld und definiert dabei Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die nötig sind, um die übertragenen Aufgaben angemessen zu erfüllen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition von Kompetenz und stellt die Forschungsfragen zur Reichweite und Bedeutung des Begriffs im heutigen Kontext vor.
2. Kompetenz versus Qualifikation: Dieses Kapitel arbeitet die wesentlichen Unterschiede zwischen Qualifikationen als anforderungsorientierte Fertigkeiten und Kompetenzen als subjektbezogene Befähigungen heraus.
3. Verständnis des Kompetenzbegriffs: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse des Kompetenzbegriffs, unterteilt in dessen organisationsbezogene Ursprünge, verschiedene fachliche Konnotationen sowie eine Systematik von zentralen und fachübergreifenden Kompetenzen.
4. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, in der die Bedeutung der Kompetenzentwicklung für die Selbstorganisationsfähigkeit und die Persönlichkeitsentwicklung im Berufs- und Privatleben unterstrichen wird.
Schlüsselwörter
Kompetenz, Qualifikation, Kompetenzentwicklung, Handlungsfähigkeit, Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Humankompetenz, Methodenkompetenz, Innovationskompetenz, Entscheidungskompetenz, Berufsbildung, Personalentwicklung, Subjektorientierung, Selbstorganisation, Wissen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Definition, Abgrenzung und Bedeutung des Begriffs der Kompetenz im Kontext der betrieblichen Weiterbildung und des menschlichen Handelns.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Differenzierung zwischen Kompetenz und Qualifikation, die unterschiedlichen wissenschaftlichen Blickwinkel auf Kompetenz sowie die verschiedenen Kategorien, wie Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für den Begriff Kompetenz zu entwickeln und die Relevanz der Kompetenzentwicklung für die individuelle Handlungsfähigkeit in Beruf und Alltag darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die durch eine Literaturanalyse fachwissenschaftlicher Ansätze aus Soziologie, Psychologie, Betriebswirtschaft und Pädagogik geprägt ist.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die begriffliche Abgrenzung von Qualifikation, die Darstellung verschiedener fachspezifischer Kompetenzkonnotationen sowie eine systematische Einteilung in zentrale und fachübergreifende Kompetenzbereiche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Kompetenz, Qualifikation, Handlungskompetenz, Personalentwicklung sowie die verschiedenen Kompetenzarten wie Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz.
Wie unterscheiden sich Kompetenz und Qualifikation?
Qualifikationen sind primär an spezifischen beruflichen Anforderungen und der Verwertbarkeit von Wissen orientiert, während Kompetenzen die persönliche Befähigung, Motivation und die Entwicklung des Subjekts in den Mittelpunkt stellen.
Warum ist die pädagogische Konnotation für die Arbeit wichtig?
Die pädagogische Perspektive ist entscheidend, da sie den Fokus auf die Bildung und Erziehung des Einzelnen legt und betont, dass emotionale Grundlagen und persönliches Handeln essenziell für die Entwicklung von Kompetenzen sind.
- Quote paper
- Eileen Schott (Author), 2003, Berufliche Kompetenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18889