In der Arbeit wird erläutert, welche Bedeutung der Mythos in Religion, Bibel und christlichem Glauben hat. Es wird versucht, den Platz des Mythos innerhalb der Theologie zu eruieren. Nach einer Begriffsbestimmung folgen Definitions-Angebote. Verschiedene Arten der Mythen und ihre Funktionen werden ebenfalls aufgezeigt. Der Zusammenhagt von Mythos und Religion wird aufgezeigt. Hierbei stellt sich insbesonders die Frage, ob es innerhalb der Heiligen Schrft - sowie im Alten als auch im Neuen Testament - mythologisches Sprechen gibt. Wie sind Mythen im christlichem Glauben verortet und sind mythologische Strukturien in der Theologie notwendig?
Inhaltsverzeichnis
1. Die Aktualität des Mythos
1.1 Der Mythos: Gegenstand vieler Wissenschaften
1.2 Begriffsbestimmung
1.3 Definitionsversuche
1.4 Arten von Mythen
2. Die Bedeutung des Mythos in Religion, Bibel und christlichem Glauben
2.1 Mythos und Religion
2.2 Mythologisches Sprechen in der Bibel
2.3 Mythologie und christlicher Glaube
3. Die Notwendigkeit mythologischer Strukturen in der Theologie
3.1 Verhältnis von Mythos und christlicher Religion
3.2 Mythologische Strukturen im christlichen Glauben
3.3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Funktion des Mythosbegriffs innerhalb der Theologie. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und inwiefern mythologische Strukturen im christlichen Glauben verortet sind, wie diese in der Bibel in Erscheinung treten und warum die Theologie auf diese Erzählformen angewiesen bleibt.
- Begriffsbestimmung des Mythos in Philosophie und Religionswissenschaft
- Untersuchung von Mythenarten und deren funktionalen Ebenen
- Analyse des mythologischen Charakters biblischer Erzählungen
- Verhältnisbestimmung zwischen christlichem Glauben und mythologischem Denken
- Notwendigkeit mythologischer Ausdrucksformen zur Vermittlung religiöser Inhalte
Auszug aus dem Buch
1.1 Der Mythos: Gegenstand vieler Wissenschaften
Da der Mythos Gegenstand vieler Wissenschaften ist, setzt man sich u.a. auch in der Philosophie und in der Theologie mit ihm auseinander. Dabei ist diesen beiden wissenschaftlichen Disziplinen gemeinsam, dass sie den Mythos als „sinnstiftendes Prinzip und in diesem Sinn als symbolische Form von Kultur“ ansehen. Während die Philosophen Cassirer und Kolakowski sich vor dem Hintergrund dieses Zugangs mit der Frage nach der Aktualität bzw. der Gegenwärtigkeit des Mythos beschäftigen und Mythen in Begriffen der Wissenschaft sowie auch in politischen Ideologien nachweisen konnten, negiert Malinowski sowohl den symbolischen als auch den ätiologischen Charakter des lebendigen Mythos. Für ihn funktioniert Mythologie nicht als wissenschaftliches Erklärungsmuster, sondern er sieht in ihr eine soziale Funktion.
In der Theologie sind einige Vertreter der Ansicht, dass der Mythos als einzig mögliche Redeweise über Gott beibehalten werden müsse. Der evangelische Theologe Bultmann jedoch forderte die sog. „Entmythologisierung“ des Neuen Testaments im Sinne der hermeneutischen Bemühung, die in mythischer Sprache tradierte Verkündigung in der Bibel auf ihren Wirklichkeitsgehalt hin zu untersuchen.
Ohne auf o.g. philosophische und theologische Positionen genauer einzugehen, macht dieser punktuelle Aufriss einiger Problemfelder deutlich, wie essentiell die Beschäftigung mit Umgang und Verstehensweise des Mythos für die Auseinandersetzung mit Erklärungs- und Deutungsmustern im wissenschaftlichen und im profanen Bereich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Aktualität des Mythos: Dieses Kapitel führt in die wissenschaftliche Debatte ein und zeigt auf, dass der Mythos trotz postmoderner Rationalität weiterhin ein zentrales kulturelles Phänomen bleibt, das durch verschiedene Definitionsversuche und Mythenarten präzisiert wird.
2. Die Bedeutung des Mythos in Religion, Bibel und christlichem Glauben: Hier wird die enge Verschränkung von Mythos und Religion untersucht und die Frage erörtert, wie mythologische Erzählmuster die biblische Urkunde und den christlichen Glauben beeinflussen.
3. Die Notwendigkeit mythologischer Strukturen in der Theologie: Das Schlusskapitel argumentiert für die Unverzichtbarkeit mythologischer Denk- und Sprachformen in der christlichen Theologie, um die Tiefe religiöser Offenbarung für den Menschen zugänglich zu machen.
Schlüsselwörter
Mythos, Theologie, Religion, Bibel, Entmythologisierung, Symbol, Hermeneutik, Offenbarung, Erinnerungsorte, Glauben, Urgeschichte, Existenz, Orientierung, Erzählform, Wirklichkeitswahrnehmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle, Funktion und Notwendigkeit des Mythos innerhalb der christlichen Theologie sowie dessen Präsenz in biblischen Erzählungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst die philosophische und religionswissenschaftliche Definition von Mythen, deren Abgrenzung zur christlichen Offenbarung und deren Bedeutung für die menschliche Wirklichkeitswahrnehmung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Platz des Mythos in der Theologie zu bestimmen und aufzuzeigen, warum biblische Verkündigung auf mythische Strukturen nicht verzichten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen hermeneutisch-theologischen Ansatz, der durch eine literaturbasierte Analyse philosophischer und theologischer Positionen (u.a. Bultmann, Cassirer, Müller) fundiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Untersuchung mythologischer Elemente in der Bibel sowie die systematische Reflexion über das Verhältnis von christlichem Glauben und Mythenbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mythos, Entmythologisierung, Offenbarung, christlicher Glaube, Hermeneutik und biblische Urgeschichte beschreiben.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen biblischer Heilgeschichte und allgemeinem Mythos?
Sie betont, dass die christliche Heilgeschichte zwar mythologische Strukturen zur Veranschaulichung nutzt, jedoch auf einer historisch-konkreten Begegnung mit Jesus Christus basiert, was sie vom zeitlosen Charakter rein polytheistischer Mythen abhebt.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der "Entmythologisierung"?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass ein radikales Entmythologisieren unmöglich ist, da der Glaube auf bildhafte und symbolische Sprache angewiesen ist, um die Tiefendimension religiöser Erfahrung zu kommunizieren.
- Citation du texte
- Maria Elisabeth Reif (Auteur), 2010, Der Mythos in der Theologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189048