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Warum gilt Pachomius als Begründer des Koinobitentums und worin begründet sich der Erfolg der neuen Lebensweise?

Title: Warum gilt Pachomius als Begründer des Koinobitentums und worin begründet sich der Erfolg der neuen Lebensweise?

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Luise Apelt (Author)

World History - Early and Ancient History
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Einleitung:

Die vorliegende Arbeit soll sich mit der Person des Pachomius, seinen Klöstern und seiner Regel näher beschäftigen. Dabei soll die Ausprägung des koinobitischen Lebensideals im Vordergrund stehen. Wie kam es überhaupt zu dieser Lebensweise der Mönche? Was war das auslösende Moment für diese neue Weise, die Nachfolge Christi zu verwirklichen? Auch die Eremiten lebten nicht gänzlich allein, sondern hatten meist eine Gruppe von Jüngern um sich geschart. Wo lag nun die Erweiterung dieser Gemeinde bei Pachomius, so dass sich eine neue Lebensart entwickeln konnte? Die im Mittelalter und auch noch heute populärer war und ist, als der anachoretische Weg.
Für die Beantwortung dieser Fragen wurde, neben der Vita des Pachomius und seiner Regel, vor allem die sehr ausführliche Arbeit von Heinrich Bacht „Das Vermächtnis des Ursprungs II, Pachomius- Der Mann und sein Werk“1 zu Rate gezogen. Ihm ist auch die Übersetzung der Regel vom Lateinischen ins Deutsche zu verdanken, welche sich in dem oben genannten Werk befindet. Des Weiteren war der Aufsatz von Josef Weismayer in seinem Buch „Mönchsväter und Ordensgründer. Männer und Frauen in der Nachfolge Jesu“2 von Bedeutung. Noch zu erwähnen sei zudem das Werk von Andreas Merkt „Das frühe christliche Mönchtum. Quellen und Dokumente von den Anfängen bis Benedikt“3 sowie der Artikel von Heinrich Lutherbach über Mönchsregeln im Werk „monachus factus est. Die Mönchwerdung im frühen Mittelalter“4.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenlage und Forschungsstand

3. Ägypten zu Zeiten des Pachomius

4. Die Lebensgeschichte des Pachomius

4.1. Von der Kindheit bis zur christlichen Taufe

4.2. Leben als Eremit

4.3. Gründung des Klosters

4.4. Von der Erweiterung des Ordens bis zum Tod des Pachomius

5. Die Entwicklung des Ordens nach Pachomius

6. Die Regel

6.1. Versionen

6.2. Inhalt

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Person des Pachomius sowie die Entstehung und den Erfolg des koinobitischen Lebensideals in Ägypten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie es zur Entwicklung dieser gemeinschaftlichen Lebensweise kam, welches auslösende Moment die Nachfolge Christi in dieser Form ermöglichte und warum diese Lebensform so erfolgreich wurde.

  • Person und Lebensweg des Pachomius
  • Sozio-kulturelle Hintergründe des 4. Jahrhunderts in Ägypten
  • Strukturen und Entwicklung des pachomianischen Ordens
  • Bedeutung der Regel des Pachomius für das Koinobitentum
  • Vergleich zwischen Anachoretentum und koinobitischer Gemeinschaft

Auszug aus dem Buch

4.1. Von der Kindheit bis zur christlichen Taufe

Der Name Pachomius (p-ahom) bedeutet Königsfalke und kommt zu jener Zeit häufig in Ägypten vor. Seine Eltern waren nicht christliche Bauern aus Oberägypten, genauer aus Esneh (griechisch: Latopolis). Die Stadt lag am linken Nilufer, etwa 20 Kilometer südlich von Theben. Das Geburtsjahr des Pachomius ist bis heute umstritten. Die Historiker schwanken zwischen den Jahren 280 und 292/94, je nachdem welcher Vita man Glauben schenken mag. Die griechische (G1) und die koptische Vita (BO) verweisen beide auf den Feldzug des Licinius gegen Maximus Daja, welcher im Jahre 312/313 stattfand und für welchen Pachomius im Alter von 20 Jahren rekrutiert wurde. Demnach fiele das Geburtsdatum auf das Jahr 292.

Die Eltern konnten Pachomius keine höhere Bildung zukommen lassen, allerdings konnte er lesen und schreiben. Die Tatsache, dass im elterlichen Betrieb Angestellte waren, macht deutlich, dass es sich die Eltern leisten konnten den Sohn zur Schule zu schicken.

Pachomius hatte zwei Geschwister, Maria und seinen älterer Bruder Johannes. Beiden wird man im Verlauf der Arbeit noch begegnen. Die Familie nahm wie die anderen Stadtbewohner regelmäßig an heidnischen Opferfeierlichkeiten teil. Die in den Viten (G1 und BO) berichteten wundersamen Vorgänge die das Kind dabei erlebte, gehören zum Stil der Hagiografie und sind somit wahrscheinlich nicht wahrheitsgetreu.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Person des Pachomius, seiner Klöster und seiner Regel unter besonderer Berücksichtigung des koinobitischen Ideals.

2. Quellenlage und Forschungsstand: Überblick über die Überlieferung von Viten, Briefen und der Regel des Pachomius sowie deren wissenschaftliche Einordnung.

3. Ägypten zu Zeiten des Pachomius: Analyse der sozio-kulturellen Rahmenbedingungen Ägyptens im 4. Jahrhundert und deren Einfluss auf die Entstehung des Mönchtums.

4. Die Lebensgeschichte des Pachomius: Darstellung des Werdegangs von Pachomius, von seiner Kindheit über das Leben als Eremit bis hin zur Gründung und Erweiterung seines Ordens.

5. Die Entwicklung des Ordens nach Pachomius: Betrachtung der Herausforderungen und Krisen innerhalb des Ordens nach dem Tod des Gründers.

6. Die Regel: Analyse der Bedeutung, der verschiedenen Versionen und der inhaltlichen Ausgestaltung der Regel des Pachomius.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Faktoren, die zum Erfolg des koinobitischen Lebensideals und des pachomianischen Modells führten.

Schlüsselwörter

Pachomius, Koinobitentum, Anachoretentum, Mönchtum, Ägypten, Vita, Regel, Gemeinschaft, Askese, Tabennisioten, Christentum, Ordensgründung, Spiritualität, Gehorsam.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Person des Pachomius und der Entstehung des koinobitischen Mönchtums im 4. Jahrhundert in Ägypten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die historische Lebensgeschichte des Pachomius, der Vergleich zwischen der einsiedlerischen (anachoretischen) und gemeinschaftlichen (koinobitischen) Lebensform sowie die Rolle der Regel als ordnendes Element.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, warum Pachomius als Begründer des Koinobitentums gilt und welche Faktoren den Erfolg dieser neuen Lebensweise gegenüber dem Anachoretentum begründeten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse der verfügbaren Viten und der Pachomiusregel sowie der Auswertung einschlägiger wissenschaftlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Hintergründe Ägyptens, die detaillierte Biografie des Pachomius, die Entwicklung der Ordensstrukturen und eine inhaltliche Analyse seiner Ordensregel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff des Koinobitentums sind Pachomius, Mönchtum, Askese und Ordensregel die prägenden Begriffe.

Welche Rolle spielten Traumvisionen im Leben des Pachomius?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass Traumvisionen in den Viten als göttliche Legitimation für sein Handeln und seine Berufung zur Gründung des Klosters dienen.

Warum lehnte Pachomius die Priesterweihe ab?

Er lehnte diese aus persönlicher Demut und aus Sorge ab, dass die für das koinobitische Ideal so wichtige Gleichheit und Uniformität innerhalb der Gemeinschaft durch kirchliche Würden verloren gehen könnte.

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Details

Title
Warum gilt Pachomius als Begründer des Koinobitentums und worin begründet sich der Erfolg der neuen Lebensweise?
College
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Course
Seminar: religiöse Bewegungen in der Spätantike und im Mittelalter
Grade
2,0
Author
Luise Apelt (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V189171
ISBN (eBook)
9783656131144
ISBN (Book)
9783656132431
Language
German
Tags
Pachomius Ursprünge des Koinobitentums Kloster Mönch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Luise Apelt (Author), 2010, Warum gilt Pachomius als Begründer des Koinobitentums und worin begründet sich der Erfolg der neuen Lebensweise? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189171
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