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Die Ausbürgerung Wolf Biermanns und die daraus resultierenden Folgen für die Kulturszene der DDR

Titre: Die Ausbürgerung Wolf Biermanns und die daraus resultierenden Folgen für die Kulturszene der DDR

Dossier / Travail de Séminaire , 2010 , 15 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Luise Apelt (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - Après-guerre, La Guerre froide
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Einleitung:

Kulturpolitik hatte in der DDR einen hohen Stellenwert. Dies wird allein dadurch deutlich, wenn man unter dem Wort „Kultur“ im „Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie“ nachschlägt: „Der SED-Staat lenkt den Prozess der Kulturellen Entwicklung planmäßig als Teil der Gestaltung der sozialistischen Gesellschaft.“1 Somit scheint vorstellbar unter welcher staatlichen Kontrolle die Kulturschaffenden in der DDR standen. Groß war das Mistrauen der Partei gegenüber jeder ideologischen Abweichung und Konflikte zwischen Künstlern, die ihre künstlerische Freiheit einforderten, und der SED, welche auf absolute „Linientreue“ bestand, waren vorprogrammiert.2
In der vorliegenden Arbeit soll näher auf die Geschichte des Liedermachers und Dichters Wolf Biermann, dem wegen kritischer Äußerungen 1976 die Staatsbürgerschaft der DDR aberkannt wurde, eingegangen werden. Ziel ist es, die Umstände die zu seiner Ausweisung führten, zu betrachten sowie die Auswirkungen auf die Kunst- und Kulturszene der DDR näher zu beleuchten. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns führte in beiden deutschen Staaten zu Protesten und Kritik gegen das Regime der DDR, in Ausmaßen die der DDR- Regierung seit dem Bürgeraufstand 1953 nicht mehr bekannt waren.3 Aber warum schlug die Vertreibung eines Einzelnen so große Wellen? Da Biermann nicht der erste Querdenker war den folgendes Schicksal ereilt hatte, dachte niemand, vor allem nicht die Regierung selbst, an eine Protestwelle dieses Formates. Nicht nur die Ausbürgerung selbst, sondern auch der Umgang mit Biermanns Kollegen und Freunden, selbst bekannte Persönlichkeiten der DDR-Literaturbewegung, und ihrem Protestbrief soll thematisiert werden, da diese Geschehnisse einen Wendepunkt innerhalb der Kulturszene der DDR auslösten.
Die außerordentliche Dimension der beschriebenen Vorgange als Zäsur, deren Bedeutung weit über die Literaturgeschichte hinausreicht, ist mittlerweile von den meisten geschichtlichen Darstellungen bemerkt, aber kaum hinzureichend untersucht worden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wolf Biermanns – sein Leben vor der Ausweisung

3. Die Ausbürgerung und ihre Folgen

3.1.Reaktionen in der BRD

3.2.Reaktionen in der DDR

3.2.1.Die Berliner Erklärung

3.2.2.Der Umgang der SED mit dem Protest

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Hintergründe der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann im Jahr 1976 durch die DDR-Führung sowie die massiven gesellschaftlichen und kulturellen Auswirkungen dieser Entscheidung, die einen Wendepunkt in der DDR-Kulturszene markierte.

  • Biografie und künstlerisches Schaffen von Wolf Biermann vor 1976
  • Staatliche Repressionsmechanismen des SED-Regimes gegenüber kritischen Künstlern
  • Reaktionen und Proteste in der Bundesrepublik Deutschland
  • Die "Berliner Erklärung" als Ausdruck der Solidarität innerhalb der DDR-Kulturszene
  • Langfristige Folgen der Ausbürgerung für die DDR-Oppositionsbewegung

Auszug aus dem Buch

3. Die Ausbürgerung und ihre Folgen

Wie wir heute wissen, war die Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR von langer Hand geplant. Bereits 1973 hatte die Staatssicherheit das Ziel gefasst, ihm die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Dies war allerdings laut § 13 Staatsbürgerschaftsgesetz nur möglich, wenn er während eines Aufenthaltes im nichtsozialistischen Ausland in grober Weise die staatsbürgerlichen Pflichten verletzt. Da man Kenntnis über den schlechten Gesundheitszustand seiner Großmutter hatte, hoffte man, dass Biermann bald eine Reise in dringenden Familienangelegenheiten nach Hamburg beantragen würde. Der Plan ging auf. 1974 trat Biermann die Reise zu seiner todkranken Großmutter an und konnte aber nach wenigen Tagen die DDR wieder betreten. Wahrscheinlich hatte das Politbüro entschieden, dass der Anlass der Reise nicht passend für eine Ausbürgerung gewesen sei. Ein anderer Grund könnte gewesen sein, dass man im Rahmen der Gespräche in der KSZE (Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) kein Aufsehen erregen wollte.

Das Strategiepapier der Staatssicherheit hatte für den Fall das Biermann nicht in den Westen reiste als Alternative vorgeschlagen, den Künstler wegen staatsfeindlicher Hetze (§ 106 StGB) und wegen Angriffe gegen die Sowjetunion (§ 108 StGB) festzunehmen. Danach hätte man ihm eine zehn bis fünfzehnjährige Haftstrafe oder als Alternative die Übersiedlung in den Westen angeboten. Da man annahm, dass Biermann die Ausreise ablehnen würde, sah das Papier vor, ihn in diesem Fall gegen seinen Willen auszuweisen. Allerdings fürchtete man die Folgen dieses Vorgehens und hoffte weiter auf eine günstige Gelegenheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den hohen Stellenwert der Kulturpolitik im SED-Staat und stellt die Forschungsfrage nach den Gründen und Folgen der Ausbürgerung Wolf Biermanns für die DDR-Kulturszene.

2. Wolf Biermanns – sein Leben vor der Ausweisung: Dieses Kapitel zeichnet den biografischen Weg Biermanns von seinem sozialistischen Elternhaus über seine Übersiedlung in die DDR bis hin zum wachsenden Konflikt mit der Partei nach.

3. Die Ausbürgerung und ihre Folgen: Dieser Abschnitt analysiert die gezielte Planung der Ausbürgerung durch das MfS sowie die unmittelbaren, heftigen Reaktionen in Ost und West.

3.1.Reaktionen in der BRD: Hier werden die Solidaritätsbekundungen westdeutscher Künstler sowie die ambivalente Haltung der Politik gegenüber Biermanns Positionen thematisiert.

3.2.Reaktionen in der DDR: Das Kapitel beleuchtet die unerwartete Empörungswelle innerhalb der DDR-Bevölkerung nach dem Kölner Konzert.

3.2.1.Die Berliner Erklärung: Dieser Teil befasst sich mit dem offenen Protestschreiben namhafter DDR-Schriftsteller und Intellektueller gegen die Ausbürgerung.

3.2.2.Der Umgang der SED mit dem Protest: Hier werden die repressiven Maßnahmen der SED gegen die Unterzeichner des Protestbriefes sowie die darauf folgende Ausreisewelle von Künstlern beschrieben.

4. Zusammenfassung: Das Fazit resümiert, dass die Ausbürgerung die Integrationskraft der SED nachhaltig schwächte und als symbolischer Anfang vom Ende der DDR zu werten ist.

Schlüsselwörter

Wolf Biermann, DDR, SED, Ausbürgerung, Kulturpolitik, Berliner Erklärung, Schriftsteller, Repression, Opposition, Staatsbürgerschaft, Widerstand, DDR-Kulturszene, Sozialismus, Kritik, Politbüro

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Geschichte des Liedermachers Wolf Biermann und die politische Zäsur, die seine Ausbürgerung aus der DDR im Jahr 1976 innerhalb der dortigen Kulturszene auslöste.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Machtstrukturen der DDR-Kulturpolitik, die Konflikte zwischen Künstlern und der SED-Führung sowie die Reaktionen auf die Ausbürgerung im In- und Ausland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Umstände der Ausweisung zu beleuchten und deren weitreichende Konsequenzen für das geistige und politische Klima in der DDR zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse zeitgenössischer Berichte, Dokumente und fachwissenschaftlicher Publikationen über den Fall Biermann.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die Biografie des Künstlers, die strategische Planung der Ausbürgerung durch die Staatssicherheit sowie die unterschiedlichen Reaktionen der Kulturschaffenden im Osten und Westen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie DDR-Opposition, SED-Repression, literarischer Protest, kulturelle Freiheit und Systemkritik geprägt.

Warum war die "Berliner Erklärung" eine solche Sensation für das SED-Regime?

Da viele Unterzeichner selbst SED-Mitglieder waren und zur kulturellen Elite gehörten, stellte ihr öffentlicher Protest einen beispiellosen Vertrauensbruch und eine Herausforderung für das Politbüro dar.

Welche unmittelbaren Konsequenzen hatte der Protest für die Beteiligten?

Die SED antwortete mit einer Palette an Repressionen, darunter Berufsverbote, Parteiausschlüsse, Verhaftungen und die erzwungene Ausreise vieler bedeutender Schriftsteller in den Westen.

Führte die Ausbürgerung zum sofortigen Zusammenbruch der Kulturszene?

Nein, aber sie löste eine schleichende Entfremdung der intellektuellen Elite vom Staat aus, die in der Folge zur Migration vieler Künstler und zur Verlagerung künstlerischer Aktivitäten in den Schutzraum der Kirche führte.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Bedeutung des Falls Biermann?

Die Autorin folgert in Anlehnung an Wittkowski, dass mit der Ausbürgerung und dem darauffolgenden Protest der Anfang vom Ende der DDR begann, da der Staat einen zentralen Teil seiner Identität verlor.

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Résumé des informations

Titre
Die Ausbürgerung Wolf Biermanns und die daraus resultierenden Folgen für die Kulturszene der DDR
Université
Technical University of Berlin  (Institut für Geschichte)
Cours
Widerstand und Repression in der DDR
Note
2,0
Auteur
Luise Apelt (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
15
N° de catalogue
V189172
ISBN (ebook)
9783656131137
ISBN (Livre)
9783656132370
Langue
allemand
mots-clé
Biedermann DDR Liedermacher Widerstand
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Luise Apelt (Auteur), 2010, Die Ausbürgerung Wolf Biermanns und die daraus resultierenden Folgen für die Kulturszene der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189172
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Extrait de  15  pages
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