Medienerziehung im Kindesalter und die Bedeutung der neuen Medienwelt des Baby TV für Kleinkinder


Seminararbeit, 2011

25 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Medienerziehung
2.1 Definitionen
2.1.1. Medienpädagogik
2.1.2. Medienerziehung
2.2 Verständnis von Erziehung
2.3 Der „richtige“ Umgang mit Medien
2.4 Zielkategorien der Medienpädagogik
2.4.1. Bewahren
2.4.2. Informieren
2.4.3. Sensibilisieren
2.4.4. Aktivieren
2.4.5. Emanzipieren
2.4.6. Funktionalisieren
2.4.7. Medienkompetenz als primäre Zielstellung

3 Die neue Medienwelt des Baby TV
3.1 Hintergründe
3.1.1. Grundidee des Baby TV
3.1.2. Entstehung
3.2 Medienkonsum von Kleinkindern
3.3 Programmanalyse
3.4 Kritische Studie „Baby Einstein“
3.4.1. Das Problem des Erkennens
3.4.2. Das Problem der Modalität
3.4.3. Das Problem der Repräsentation
3.4.4. Das Problem der Sprache
3.4.5. Das Problem des abstrakten Denkens
3.4.6. Ernstzunehmende Kritik

4 Auswirkungen von Fernsehen auf Babys und Kleinkinder

5 Konsequenzen für Eltern

6 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Noch nie hatten Kinder so leicht Zugang zu elektronischen Medien wie in der heutigen Zeit und noch nie verbrachten sie damit so viel freie Zeit. Sogar im Leben von Kleinkindern spielen Medien bereits eine wichtige Rolle und sind ein fester Bestandteil des organisierten Familienalltags. Das Fernsehen steht bei den Nutzungsdauern an erster Stelle und ist ein wichtiger Sozialisationsfaktor (Röbe 2008, S. 3). Um negative Medienwirkungen im Kleinkindalter so gering wie möglich zu halten, ist die Erziehung zum „richtigen“ Umgang mit Medien eine zentrale Aufgabe für eine zeitgemäße Erziehung.

Im Mittelpunkt des ersten Teils dieser Arbeit stehen daher die theoretischen Grundlagen der Medienerziehung. Es soll aufgezeigt werden, welche unterschiedlichen Ziele Medienerziehung verfolgen kann, was den „richtigen“ Umgang mit Medien ausmacht sowie welche Fähigkeiten ein medienkompetentes Kind auszeichnen.

Der zweite Teil dieser Arbeit umfasst eine Analyse der neuen Medienwelt des Baby TV. Auf diese noch relativ neue, aber vielfach umstrittene Thematik stoßen Eltern, die auf der Suche nach möglicherweise geeigneten Sendungen für Kleinkinder sind. Im Zusammenhang einer Auseinandersetzung mit dem Thema der Medienerziehung, welches der erste Teil der Arbeit vorstellt, stellen sich Eltern nämlich unweigerlich auch die Frage, ob sie ihr Kleinkind bereits Fernsehen lassen wollen. Dann stoßen sie auf Baby TV, dessen Programme speziell für Kleinkinder zwischen dem 0. und 3. Lebensjahr konzipiert wurden. Seit Dezember 2005 ist der Sender Baby TV für 1,1 Millionen Haushalte im Kabelnetz Baden-Württembergs frei empfangbar. Baby TV will tagsüber Kinder zu Aktivitäten motivieren und nachts soll es mit ruhiger Musik und Farbflächen den Schlaf der Kinder fördern. Speziell wird suggeriert, dass Baby TV die Entwicklung der Kleinkinder fördert.

Im zweiten Teil dieser Arbeit soll nun ein Überblick über die Thematik des Baby TV gegeben werden. Zunächst werden die Hintergründe, wie zum Beispiel die Entstehung des Baby TV, beleuchtet. Es werden auch Datenangaben für den Bildschirmmedienkonsum bei ganz kleinen Kindern in Deutschland gegeben. Anschließend soll das Programm etwas genauer analysiert werden, indem auf spezielle Inhalte der Sendungen eingegangen wird.

Anhand eines konkreten Beispiels der DVD „Baby Einstein“ sollen spezielle Probleme aufgezeigt werden, die durch diese Art von Medienerfahrungen im frühen Kindesalter entstehen.

Die vorliegende Arbeit wird sich außerdem mit den Auswirkungen von Fernsehen auf Babys und Kleinkinder befassen und diese mithilfe der Darstellung von aktuellen Forschungsergebnissen beleuchten.

Durch diese Arbeit sollen die Themen „Medienerziehung“ und „Fernsehen in früher Kindheit“ miteinander verbunden werden, sodass ersichtlich wird, welche auf das Fernsehen bezogene Form der Medienerziehung nicht sinnvoll erscheint.

2 Medienerziehung

2.1 Definitionen

2.1.1. Medienpädagogik

Die Medienpädagogik ist eine wissenschaftlich fundierte Teildisziplin der Pädagogik. Sie befasst sich primär mit der Bedeutung der Medien im Erziehungs- und Bildungsbereich. Medienpädagogik umfasst alle Fragen der pädagogischen Bedeutung von Medien in den Nutzungsbereichen Bildung, Beruf und Freizeit. Sie greift dort ein, wo Medien als Mittel der Information, Beeinflussung, Unterhaltung und Unterrichtung Relevanz für die Sozialisation des Menschen erlangen. Die Medienpädagogik untersucht Inhalte und Funktionen der Medien, ihre Nutzungsformen sowie ihre individuellen und gesellschaftlichen Auswirkungen (Toman 2010, S. 3).

In ihrer Entfaltung hängt Medienpädagogik weitgehend vom Stellenwert ab, den ihr die gesellschaftsbestimmenden Kräfte zuweisen, als wissenschaftliche Disziplin ist sie an technische Entwicklungen gebunden (Toman 2010, S. 3).

2.1.2. Medienerziehung

Die Medienerziehung, als angewandte Medienpädagogik, bietet Heranwachsenden Anregungen und Hilfestellungen für einen selbständigen Umgang mit der Medienwelt sowie bei der Einübung in eine reflektierte Mediennutzung (Toman 2010, S. 1).

Das Ziel des pädagogischen Handelns in der Medienerziehung ist vor allem die Anleitung zur richtigen – und damit ist gemeint kritisch-reflexiven – Nutzung der Medien. Im engeren Sinn lassen sich dabei zwei Perspektiven unterscheiden: die Erziehung zur reflektierten Mediennutzung und die Erziehung durch die Medien selbst (Toman 2008, S. 19).

Die Aufgabe, die sich die Medienerziehung heute stellt, ist die Vermittlung von Medienkompetenz, die Verarbeitung emotionaler Medienwirkung und medienvermittelnder Informationen sowie Medienanalyse und Medienkritik. Ebenso zählen die sinnvolle Nutzung vorhandener Medienangebote und die Erfahrung alternativer Handlungsmöglichkeiten zum Medienkonsum zum Arbeitsbereich der Medienerziehung (Toman 2008, S. 19).

2.2 Verständnis von Erziehung

Bereits die Kindheit ist heute von der technischen Entwicklung nachhaltig geprägt und Mediennutzung ist ein wesentlicher Bestandteil im Alltag von Kindern. Sie haben leichten Zugang zu elektronischen Medien und verbringen damit sehr viel freie Zeit. Das Fernsehen steht bei den Nutzungsdauern unangefochten an erster Stelle, mit deutlichem Abstand zu Computer und Spielkonsole (Eirich 2010, S. 1).

Parallel zur technischen Entwicklung und den damit einhergehenden Veränderungen der Lebenswelt wird den Kindern ein hohes Maß an Autonomie und Eigenverantwortung abverlangt. Ein Beispiel dafür ist, dass Kinder häufig schon früh einen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer haben dürfen und den Umgang damit eigenverantwortlich bestimmen können.

Mit der Nutzung von Medien gehen aber mögliche Folgen einher. Ida Pöttinger (1997) machte eine Aufstellung, die wegen ihrer Allgemeinheit als typisch für die befürchteten Folgen von Medienkonsum schlechthin gelten kann. Dabei werden als mögliche Gefahren immer wieder genannt: der Ersatz realer Kommunikationspartner durch mediale oder virtuelle, soziale Isolation, Realitätsverlust, die Gewöhnung an Nebenbei-Berieselung, die Förderung der Gewaltbereitschaft und die Übernahme von Rollenklischees (Eirich 2010, S. 9).

Diese denkbaren Wirkungen von Mediennutzung sind allerdings nicht so zu verstehen, dass sie einfach von selbst, ohne Zutun des Kindes, entstünden. Das Bild vom Kind hat sich in den Erziehungswissenschaften dementsprechend gewandelt. Dichanz (2000) zitiert Dieter Baacke mit den Worten: „Kinder werden heute als Akteure aufgefasst, die eigene Handlungskompetenzen besitzen, die nicht notwendig defizitär zu denen der Erwachsenen sein müssen“ (S. 118). Dieser Auffassung nach ist das Kind solchen Einflüssen, die an ihm Veränderungen hervorrufen, nicht hilflos und passiv ausgesetzt. Stattdessen kann das Kind aus dem Informationsangebot in seiner Lebenswelt aktiv auswählen, es kann seine Aufmerksamkeit den Dingen zuwenden, die für es von Bedeutung sind, und außerdem diese Informationen in Abhängigkeit von dem, was es in kognitiver, emotionaler und sozialer Hinsicht schon gelernt hat, verarbeiten (Eirich 2010, S. 9). Dabei wird das Neue in das bereits Gewusste und Gelernte integriert.

Erziehungsmaßnahmen der Eltern werden vom Kind nicht isoliert wahrgenommen. Das bedeutet, dass sie in ihrer Wirkung deshalb nicht unabhängig vom Erziehungsstil - z.B. Wärme und Geborgenheit oder Strenge und emotionale Kälte (Schneewind und Herrmann, 1980) -, vom Selbstwertgefühl des Kindes, von der Qualität seiner sozialen Beziehungen zu Gleichaltrigen, vom äußeren Rahmen der Maßnahme (z.B. ein konzentriertes Gespräch unter vier Augen oder bei laufendem Fernseher) usw. sind (Eirich 2010, S. 9). Das beobachtbare Verhalten eines Kindes lässt sich also genauso wenig monokausal auf einzelne Erziehungshandlungen zurückführen wie etwa auf Medieneinflüsse.

Fthenakis (2000) geht über das Konzept vom Kind als Akteur noch einen Schritt hinaus, indem er aus der Perspektive des sozialen Konstruktivismus erklärt, dass das Kind von Anfang an Mitgestalter von Wissen, Kultur und eigener Identität ist:

„Das Kind ist reich an Potential, stark, machtvoll und kompetent. Lernen findet hier nicht isoliert im Kopf des Kindes statt, sondern wird als eine kooperative und kommunikative Aktivität begriffen, entlang welcher Kinder Wissen konstruieren, der Welt Bedeutung zuschreiben und zwar zusammen mit Erwachsenen und anderen Kindern“ (S. 4).

„Erziehung“ heißt demnach nicht, das Kind gegen seinen Willen in eine bestimmte Richtung zu „ziehen“, zu „erziehen“, sondern bedeutet vielmehr, dass sich Kind und Erziehungsperson darauf verständigen, welche Richtung sie gemeinsam einschlagen.

So hat sich in den Erziehungswissenschaften das Bild vom Kind gewandelt vom primär hilfs- und schutzbedürftigen Noch-nicht-Erwachsenen zum im sozialen Kontext agierenden Ko-Konstrukteur von Welt und Identität (Eirich 2010, S. 10).

2.3 Der „richtige“ Umgang mit Medien

Wichtig bei allem Bemühen um das „richtige“ Medienverhalten ist die Erkenntnis, dass Medienerziehung nicht isoliert erfolgt, sondern eingebettet ist in das Erziehungsgeschehen als Ganzes.

Dennoch kann man zwischen beabsichtigter und latenter oder inzidenteller Erziehung unterscheiden (Eirich 2010, S. 11). Das Vorbildsein, welches eine unvermeidliche und besonders wirksame „Erziehungsmaßnahme“ darstellt, zählt z.B. häufig zu der unbeabsichtigten Erziehung.

Was genau ist nun unter dem „richtigen“ Umgang mit Medien zu verstehen?

Husén (1980) hebt am Erziehungsprozess drei zentrale Merkmale hervor:

„a) die Formulierung von Zielvorstellungen; b) die Darbietung von Lernmöglichkeiten; c) die Bewertung, Kontrolle und Interpretation der Lernergebnisse, welche unter den Begriff der ‚Beurteilung’ (Evaluation) zusammengefasst werden“ (S. 509).

„Richtig“ handelt ein Kind demnach dann, wenn sein Tun den Zielen entspricht, die die erziehende Person festgelegt hat. Zum „richtig“ handelnden Kind gehört folglich auch ein verantwortungsbewusster Erzieher.

Betrachtet man das Kind als einen Ko-Konstrukteur seiner selbst und seiner Welt, dann ist es an der Zielformulierung mitbeteiligt und trägt für deren Internalisierung und das Aufsuchen von Lernmöglichkeiten Mitverantwortung (Eirich 2010, S. 11).

2.4 Zielkategorien der Medienpädagogik

Neben der oben beschriebenen formalen Bestimmung des „richtigen“ Medienumgangs ist auch eine inhaltliche Beschreibung erforderlich. Dabei stellt sich aber auch die Frage, welche pädagogischen Leitlinien der Vermittlung einschlägiger Fähigkeiten und Fertigkeiten zugrunde liegen. Sie geht der Klärung spezifischer Medienumgangs-Kompetenzen theoretisch voraus (Eirich 2010, S. 12).

Hüther und Schorb (1997) stellen geschichtlich gewachsene und teilweise diskrepante Zielkategorien vor, aus denen sich unterschiedlich Medienpädagogiken mit je eigenen Schwerpunkten ableiten. Sie werden im Folgenden kurz vorgestellt.

Zu keiner Zeit hat es jedoch eine „einzig gültige Medienpädagogik“ gegeben (Hüther und Schorb 1997, S. 246).

2.4.1. Bewahren

Das Bewahren ist die historisch älteste Zielkategorie von Medienpädagogik. Da Medien diesem Ansatz nach grundsätzlich als Bedrohung der Jugend aufgefasst werden, muss sie davor geschützt bzw. bewahrt werden. Die Medienpädagogik besitzt demnach einen präventiven Charakter und setzt Gebote und Verbote ein.

Daran ist jedoch problematisch, dass die Betrachtung medialer Gewalt symptomorientiert und isoliert erfolgt, das heißt, sie wird nicht in Bezug zu realen Gewalterfahrungen gesetzt. Außerdem kann das Verbotene bei den Kindern an Attraktivität gewinnen (Eirich 2010, S. 12).

2.4.2. Informieren

Die Zielkategorie des Informierens über Medien ist Grundlage jeder Medienpädagogik, denn auf der Vermittlung von Kenntnissen über Medien baut jede medienpädagogische Arbeit auf. Entscheidende Unterschiede bestehen darin, ob und wie mit Medienwissen weitergearbeitet wird. Mediennutzer, die über Medien aufgeklärt sind, verstehen und hinterfragen sie und handhaben sie zum eigenen Nutzen (Toman 2008, S. 10).

2.4.3. Sensibilisieren

Das Bestreben dieser Zielkategorie ist die Immunisierung der Mediennutzer durch Information und Aufklärung gegen mögliche Mediengefahren und Manipulationen. Der Nutzer lernt durch eigene Analyse, Interessen der Kommunikatoren zu entschlüsseln.

Dieser reflexive, medien- und gesellschaftskritische Bereich der Medienpädagogik versucht, Medien als Herrschafts- und Machtinstrumente zu entschleiern (Toman 2008, S. 10).

2.4.4. Aktivieren

Die neue medienpädagogische Zielkategorie des Aktivierens entstand in den 1970er Jahren mit den handlungstheoretischen Ansätzen in den Sozial- und Erziehungswissenschaften auf der einen und neuen technischen Geräten wie tragbaren Videorekordern auf der anderen Seite. Dabei geht es um den Einfluss, den Konsumenten auf Medien nehmen können. Daher beabsichtigt dieser Aspekt der Medienpädagogik, das Verhältnis zwischen Produzent und Konsument prinzipiell als umkehrbar zu gestalten (Toman 2008, S. 10). Letztlich geht es auch um die Stärkung der gesellschaftlichen Partizipation (Eirich 2010, S. 12).

Als aktive Medienarbeit findet diese Zielkategorie heute ansatzweise Eingang in schulische Lehrpläne.

2.4.5. Emanzipieren

Diese Zielkategorie ist eng mit der des Aktivierens verbunden. Medienpädagogik bedeutet in diesem Zusammenhang Kompetenzvermittlung. Sie versucht, durch Vermittlung von Kommunikations- und Handlungskompetenzen, den überwiegend passiven und stummen Mediennutzer aus seiner Sprachlosigkeit und aufgedrängten Konsumhaltung zu befreien (Toman 2008, S. 11). Er soll befähigt werden, seine eigenen Standpunkte und Bedürfnisse öffentlichkeitswirksam, d.h. mit Hilfe von Medien, darzustellen und auf diese Weise seine private, berufliche und politische Umwelt mitzugestalten (Eirich 2010, S. 12).

2.4.6. Funktionalisieren

Mit dem Aufkommen computergestützter Unterweisung in den 1960er Jahren wurden Lernende zu Medienkonsumenten funktionalisiert, um bei ihnen Bewusstseins- oder Verhaltensänderungen zu erzielen. Der systematische Einsatz von Medien bewirkt nämlich genau solche Veränderungen im Sinn des Kommunikators (Toman 2008, S. 11).

Diese Zielsetzung einer Funktionalisierung zeigt sich offensichtlich im Bereich der Werbung oder der politischen Propaganda.

2.4.7. Medienkompetenz als primäre Zielstellung

In allen medienpädagogischen Zielkategorien wird der kompetente Umgang des Nutzers mit den Medien angestrebt, daher gilt auch die Medienkompetenz als oberstes Ziel der Medienerziehung (Eirich 2010, S. 14).

Unter Medienkompetenz lässt sich das sachgerechte, selbstbestimmte, kreative und verantwortliche Handeln mit Medien verstehen. Insbesondere sollen die Mediennutzer dazu befähigt werden, sich in der Medienwelt zurechtzufinden, die durch Medien vermittelten Informationen, Erfahrungen und Handlungsmuster kritisch einzuordnen und sich innerhalb einer von Medien bestimmten Welt selbstbewusst, eigenverantwortlich und produktiv zu verhalten (Eirich 2010, S. 15).

Medienkompetenz umfasst drei Teilkompetenzen, nämlich die Wahrnehmungs-, Nutzungs- und Handlungskompetenz (Vgl. Pöttinger 1997, S. 85).

In der Medienerziehung im frühen Kindesalter können nicht sofort alle Lernziele vermittelt werden, die diese Kompetenzen beinhalten. Doch kann frühzeitig mit der Erziehung zum „richtigen“ Umgang mit Medien begonnen werden und dementsprechend versucht werden, dem Kind folgende Fähigkeiten zu vermitteln:

1. Wahrnehmungskompetenz

Das Kind sollte mediale Produkte hinsichtlich ihrer ästhetischen Formen erkennen und deuten können (Strukturierungsfähigkeit).

Es sollte komplexe Zusammenhänge wie Handlungsabläufe und Medienformen verstehen und interpretieren können (Interpretationsfähigkeit).

Das Kind sollte Realität und Fiktionalität von Personen und Situationen unterscheiden können (Differenzierungsfähigkeit) (Pöttinger 1997, S. 85).

2. Nutzungskompetenz

Ein Kind sollte sich vor zu starken Medieneindrücken schützen und seine Stimmung mithilfe von Medien bewusst beeinflussen können (Rezeptionssteuerungsfähigkeit).

Es sollte sich bedürfnis- und interessengemäß eine Entscheidung zwischen Medien und Medienprodukten treffen können (Auswahlfähigkeit).

Es sollte sich über Medien austauschen können und starke emotionale Eindrücke im Spiel verarbeiten können (Kommunikationsfähigkeit)

3. Handlungskompetenz

Das Kind sollte wissen, wie Medien hergestellt, gesendet und verbreitet werden (Produktionsfähigkeit).

Es sollte Medien kritisieren und selbst gestalten können (Gestaltungsfähigkeit).

Das Kind sollte Medien als interessengebundene und individuelle Ausdrucksform betrachten und benutzen könne (Veröffentlichkeitsfähigkeit) (Pöttinger 1997, S. 85).

In dieser von Pöttinger entwickelten Darstellung zeigt sich, was Medienkompetenz konkret bedeutet und welches die Aufgaben einer zeitgemäßen Medienerziehung sind.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Medienerziehung im Kindesalter und die Bedeutung der neuen Medienwelt des Baby TV für Kleinkinder
Hochschule
Theologische Hochschule Friedensau
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V189225
ISBN (eBook)
9783656133704
ISBN (Buch)
9783656133896
Dateigröße
541 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
"Das ist eine hervorragende Arbeit, sowohl im Stil - wissenschaftlich und doch verständlich und nachvollziehbar, klar gegliedert, gut belegt, als auch im Inhalt - kritisch reflektiert, mit Raum für „beide Seiten“ des Arguments." (Kommentar des Dozenten)
Schlagworte
Medienerziehung, Baby-TV, Kleinkind, Medienpädagogik
Arbeit zitieren
Sara Mix (Autor), 2011, Medienerziehung im Kindesalter und die Bedeutung der neuen Medienwelt des Baby TV für Kleinkinder , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189225

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