Paarberatung für Männer 2011

Parteiliche Beratung aus einer radikal konstruktivistischen Perspektive zur Bewältigung von partnerschaftlichen Beziehungsproblemen


Bachelorarbeit, 2011

50 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

GLIEDERUNG

1 Einleitung und aktueller Stand von Partnerschaften
1.1 Begründung der Thematik zur Beratung von Männern
1.2 Herausforderung Mann-Sein
1.3 Gegenstand dieser Ausarbeitung

2 Definitionen
2.1 Beratungsverfahren im Bereich der Sozialen Arbeit
2.2 Paarberatung
2.3 Radikaler Konstruktivismus
2.4 Partnerschaftliche Beziehungskonflikte

3 Partnerschaftliche Beziehungskonflikte zwischen Frauen & Männern
3.1 Gründe für Konflikte
3.2 Konfliktbehafteter Beziehungsverlauf
3.3 Bewältigungsansätze für Paarkonflikte

4 Paarberatung im Verfahrensfeld der Sozialen Arbeit
4.1 Umsetzung der allgemeinen Paar- & Familien-Beratung
4.2 Männer in der Systemischen Paar- & Familien-Beratung
4.3 Darstellende Rolle als Mann
4.4 Intervenieren des Sozialarbeiters
4.5 Aufgaben der Männerarbeit im Bezug auf die Wünsche des Mannes

5 Parteiliche Paarberatung bei Männern
5.1 Emanzipation von destruktiver Rivalität & fremdbestimmter Männlichkeit
5.2 Herausforderungen für den Mann
5.3 Positiv- & Negativaspekte der Männerberatung
5.4 Männer & deren Defizite

6 Hemmende Auslösefaktoren in der Männlichkeitsentwicklung
6.1 Vaterdeprivation
6.2 Vatersehnsucht & Relevanz zur Entwicklung des Jungen
6.3 Fehlen des Vaters bis zur Pubertät
6.4 Ohne Vater ab der Pubertät
6.5 Abwesenheit des Vaters

7 Blickwinkel des Radikalen Konstruktivismus auf die Beratung von Männern
7.1 Konstruierte Realität und der Blinde Fleck
7.2 Kritikbegegnung zur Unterscheidung von Wirklichkeit & Realität
7.3 Reflektierte Denkerziehung & Leistung des Gehirns 36
7.4 Aspektwechsel zur Wortbedeutung 37

8 Zusammenfassung

9 Fazit & Forschungsbedarf

10 Quellennachweis

11 Internetquellen

12 Weitere Quellen

13 Abbildungsverzeichnis

Diese Arbeit ist nicht geschlechtsspezifisch verfasst, ich verwende ausschließlich die männliche Form, um eine gewohnt einfachere Leseart zu erreichen. In Verwendung der männlichen Form sind jedoch unter Umständen alle Geschlechter gemeint. Maßgebend betrifft mein Thema jedoch “Beratung für Männer“ in seinem Kern. Jene Beratung, von Männern, für Männer ergibt sich aus dem Fokus der Männlichkeitsidentifikation, welcher impliziert von Männern beeinflusst zu sein. Ich gehe davon aus, dass Männer unter Frauen lebend nur reflektieren können, dass sie selbst nicht weiblich sind. Ohne männliche Beeinflussung, wie z. B. durch einen männlichen Berater, Coach, Lehrer, Trainer, Vater, Freund oder Feind würden sie jedoch keine ausreichende Identifikation als Mann erlangen können als mit männlicher Beeinflussung.

1. EINLEITUNG UND AKTUELLER STAND VON PARTNERSCHAFTEN

1.1 Begründung der Thematik zur Beratung von Männern

Mein Vorhaben ist es, im Rahmen dieser Arbeit zu prüfen, ob unter Sichtweise des Radikalen Konstruktivismus, ausschließlich eine Beratung für Männer denkbar ist. Ist es möglich ausschließlich den Mann, welcher sich in einer Partnerschaft mit Beziehungsproblemen befindet, zu beraten? Diese Fragestellung möchte ich bearbeiten aufgrund vom Bestehen von Beziehungsproblemen bei Paaren, einer hohen Scheidungsrate (Grafik 1) in Deutschland und meiner Vermutung, dass Probleme mit einer Frau in Beziehungen höchstens die Endsequenz einer Problemabfolge sind, aber in Ihrem Ursprung nichts mit der Bindung zu dieser Frau zu tun haben und somit auch nicht die Begegnung mit einer Frau zur Lösung führt. Die emotionale Begegnung mit einer Frau könnte allerdings zur Prüfung der eigenen charakterlichen Stabilität dienlich sein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Grafik: Anteil der Ehescheidungen (Quelle: www.destatis.de)

Die Relevanz meines Themas begründet sich aus dem Ungleichgewicht der Beratungsvielfalt für Männer gegenüber der allgemeinen geschlechterspezifischen Beratung, sowie dem gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema in Politik, Wirtschaft, Medien und der allgemeinen Öffentlichkeit. Die Fachliteraturlandschaft bietet weitestgehend lösungsorientierte Beratung für den Bereich der Frauen an und beschäftigt sich vornehmlich mit dem Feld der Beratungsstellen für Frauen, Gewalt von Männern gegenüber Frauen, Schwangerschaftsberatung für Frauen, Frauenaufklärung und vielen weiteren Themen. Beratungsstellen für Frauen sind leicht zugänglich und gesellschaftlich anerkannt. Im Beratungssektor für Männer existieren nur wenige, meist voneinander unabhängige Einrichtungen und von einer umfangreichen gesellschaftlichen Akzeptanz ist noch nicht auszugehen. (vgl.: Ottomeyer in: Krall 2005, S.27)

„Familiensoziologische und bevölkerungswissenschaftliche Analysen von Heirats- und Fertilitätsentscheidungen haben sich bislang fast ausschließlich auf die Frage nach den Determinanten der Eheschließung und des Geburtenverhaltens von Frauen bezogen“.

(Zitat: Hank 2005, S.7)

Die Begründung für diese Aussage zieht sich aus der Übergewichtung „theoretischer Modelle“ einer partnerschaftlichen Teilung der Arbeit. Des Mannes Aufgabe besteht darin die Ernährerrolle zu erfüllen und die Frau die Aufgabe der Familie bewältigen.

Zudem wirkt der biologische Tatbestand, dass Frauen die Kinder austragen, entbinden und stillen. Diese Tatsache erfuhr „in der psychologischen und soziologischen Forschung“ ungleichmäßige Gewichtung gegenüber der Erforschung der Belange von Männern. (ebd.)

Zudem besteht mein aktuelles persönliches Interesse aufgrund meiner Arbeit im Jungenhaus mit delinquenten Jugendlichen. Ich erlebte, wie diese im konstruieren ihrer Männlichkeitsidentifikation irritiert, medial fehlgeleitet oder ohne Vorbilder waren. Zumeist fehlte in ihrer Entwicklung gänzlich eine väterliche Bezugsperson. Diesem Thema möchte ich mich deshalb auf wissenschaftlicher Ebene nähern.

1.2 Herausforderung Mann-Sein

Auf dem Männer-Leben Kongress in Hannover waren unter anderem die Vortragenden Kongress Moderatoren wie z.B. Professor Dr. Jörg Sennheiser (Sennheiser electronic GmbH & Co KG und Förderer der Männer-Leben- Initiative), Björn Thorsten Leimbach (Heilpraktiker für Psychotherapie, Paar- und Sexualtherapeut) oder Joseph Hönerlage (Physiker, Ingenieur, Berater für Männerfragen). Auf diesem Kongress, unter der Schirmherrschaft der Niedersächsischen Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Integration, Aygül Özkan, war zu erfahren, dass viele Männer unter einer Orientierungslosigkeit bezüglich ihrer Identifikation als Mann leiden und sich oftmals in emotionaler Abhängigkeit gegenüber Frauen befinden. Die Fragestellung wer sie als Mann sind beschäftigt diese, mehr oder weniger bewusst, in ihrem alltäglichen Leben. Dennoch wird oftmals den bewährten Fähigkeiten wie Ehrgeiz, Disziplin, Pflichtbewusstsein und Aggression abgesagt. Zumeist in Verbindung mit der Ablehnung des eigenen Vaters oder einer väterlichen Figur. Die Herausforderung eines Mannes bestünde darin, zwischen der Erwartungshaltung der Umwelt und seiner jetzigen Persönlichkeit, sein eigenes selbstbestimmtes Charakterbild mit Zufriedenheit zu konstruieren und in der Praxis zu leben. In der Kopfzeile des Programmheftes zum Männerkongress ist diesbezüglich ein Zitat von Goethe zu lesen:

„Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.“

(Zitat: Goethe in: Programmheft 2011, S.5)

1.3 Gegenstand dieser Ausarbeitung

Meine Forschungsfrage bezieht sich darauf in wie weit eine Beratung in der aktuellen Situation der Sozialen Arbeit nur auf den männlichen Teil einer heterosexuellen Partnerschaft möglich, beziehungsweise nötig ist. Erkenntnisleitend nutze ich den Zugang zum Radikalen Konstruktivismus, um mich dem Thema der männlichen Beratung bezüglich einer Hilfestellung zu nähern.

In meiner ausführenden Arbeit werde ich nicht speziell auf eine Altersgruppe von männlichen Personen eingehen und den Relevanzraum der sozialen Schichtung zudem ausklammern. Meine Entscheidung begründet sich auf die durchgängige gemeinsame Verbindung der Personen, dass sie allesamt männlichen Geschlechts sind.

Kritische Überlegungen und hergeleiteten Kritik, gegenüber dem Radikalen Konstruktivismus werden in dieser Arbeit weitestgehend unerwähnt bleiben, denn dieser Bereich stellt einen eigenen Wissenschaftsbereich mit umfassenden Theorien dar und würde den Rahmen dieser Arbeit überschreiten.

Aus einer radikal konstruktivistischen Perspektive kommt es bei der Darstellung und insbesondere bei der Veröffentlichung eines Problems in einer Beratungssituation ganz entscheidend darauf an, welche Wahrnehmung die jeweils beteiligten Personen auf die Situation haben. Es ist also davon auszugehen, dass in einer Beratungssituation, in der es um Probleme in einer heterosexuellen Partnerschaft geht, die Frau und der Mann jeweils sehr unterschiedliche Sichten, Wertungen, Deutungen, Attributionen bezüglich der thematisierten Probleme haben. Insofern erscheint es sinnvoll, die männliche Sicht mit ihren Prägungen und Einflüssen durch u.a. kultur- und zeitabhängige Männlichkeitsbilder und - normen genauer zu beleuchten.

2 DEFINITIONEN

2.1 Beratungsverfahren im Bereich der Sozialen Arbeit

Beratung im Feld der Sozialen Arbeit ist unter anderem werteorientiert, fachtheoretisch fundiert, besitzt eigenständig professionelle Prinzipien und ist Praxis orientiert. (vgl.: www.dbsh.de)

„Beratung durch die Soziale Arbeit hat ein eigenständiges Profil, das nicht von anderen Professionen übernommen werden kann. Im Kontext der „spezialisierten Beratung“ bedient sich die Profession zusätzlicher Verfahren, z. B. therapeutischer Verfahren. Diese werden ergänzend zum ganzheitlichen Bezug durch die Soziale Arbeit genutzt.“ (Zitat: www.dbsh.de)

2.2 Paarberatung

Es besteht keine einheitliche Definition für den Begriff der Paarberatung. Im Zusammenfügen der Definitionsversuche auf verschiedene Beratungsangebote für Paare im Internet lässt sich folgendes erfassen: Paarberatung ist eine Beratung in problematischen Situationen einer Beziehung. Diese wird von Sozialpädagogen, Psychologen, Sozialarbeitern und Seelsorgern durchgeführt und in Stellen der Kirche, Gemeinden, sozialen Verbänden und freiberuflichen Experten angeboten. Ziel ist es Verhaltensmuster, die einem zufriedenstellenden partnerschaftlichen Beziehungsleben entgegenarbeiten zu verändern. (vgl.: www.theratalk.de) In weiterführender Thematik dieser Arbeit wird das Thema der Systemischen Familientherapie angesprochen.

Unter „Systemischer Familientherapie“ versteht man ein psychologisches Verfahren, welches hauptsächlich „gesprächs- und verhaltensorientiert“ ist.

Diese Therapie wird in Gestalt von „Beratung und Supervision“ angewandt. Die Problemausrichtung besteht in Hinsicht auf Fragen und Kennzeichen einer Rollendefinition und Rollenfestschreibung heraus. Die Perspektive einer Pathologie in der Beratung besteht nicht. (vgl.: www.psychotherapie-netzwerk.de)

2.3 Radikaler Konstruktivismus

Der Radikale Konstruktivismus ist Teil der Erkenntnistheorie des Wissens. Seine Kernaussage lautet:

„…dass eine Wahrnehmung niemals ein Abbild der Realität liefert, sondern immer eine Konstruktion aus Sinnesreizen und Gedächtnisleistung eines Individuums ist. Deshalb ist Objektivität im Sinne einer Übereinstimmung von wahrgenommenem (konstruiertem) Bild und Realität unmöglich. Ausnahmslos jede Wahrnehmung ist subjektiv.“

(Zitat: von Glasersfeld zit. in: Gumin 1997, S.29)

Hier begründet sich die radikale Sicht des „Radikalen Konstruktivismus“, welcher von Ernst von Glasersfeld fundiert wurde. (vgl.: ebd.)

2.4 Partnerschaftliche Beziehungskonflikte

Eine Beziehungsproblematik besteht grundlegend dann, wenn die Kommunikationsverläufe destruktiv sind. Weiterführend ist eine Beziehung konfliktbelastet, wenn mehr Negativität als Positivität erlebt wird, eine schnelle Konfliktbereitschaft besteht und Streitigkeiten lange andauern.

(vgl.: Bodenmann 2005, S.27)

3 PARTNERSCHAFTLICHE BEZIEHUNGSKONFLIKTE ZWISCHEN FRAUEN UND MÄNNERN

3.1 Gründe für Konflikte

Die Konflikte rühren oftmals daher, dass für den Mann im Spannungsfeld zwischen weiter geführten Traditionen und dem Wandel im Sozialgesellschaftlichen Leben, Irritation besteht.

Hierbei steht der Mann oftmals einer in ihrer gesellschaftlich emanzipierteren Rolle als Frau gegenüber.

Frauen besitzen oftmals höhere „Verbale Überlegenheit“ in Konfliktsituationen, als der Mann aufweisen kann. Auf dieses Übergewicht reagiert der Mann meist mit Rückzug. (vgl.: ebd)

„Männer koppeln Konfliktsituationen mit einer starken negativen Erregung, wodurch sie auch künftig bedrohlich und angstbesetzt werden. Aus diesem Grund meiden sie später potentielle Konfliktsituationen und neigen zu Rückzug“ (Zitat: Bodenmann 2005, S.81)

Diese destruktive Kreisbewegung welche durch erschwerende Zustände ausgelöst wird resultiert dahin, dass die Bedürfnisse des Anderen nicht mehr ausreichend wahrgenommen werden können. Die generelle Wertung des Agierens wird weiterführend negativ eingeordnet. Diese Belastung führt weiter zu Vorwürfen und persönlichen Abwertungen im Miteinander.

(vgl.: Amelang 1995, S.108-111)

In dieser Belastungssituation ist es nicht die Wiederholung von Konflikten welche entscheidend für einen destruktiven Konflikt ist sondern, die Relevanz besteht in dem Umgang und der Klärung, um wieder eine positive Beziehungsqualität erreichen zu können.

Vollzieht sich keine Klärung ab einer gewissen Stufe so wird in der konfliktbelasteten Partnerschaft ausschließlich nur noch ungutes Agieren des gegenüber erwartet und positives oder sachliches verhalten kann als solches nicht mehr wahrgenommen werden. Weitere Gründe für das Entstehen von krisenhaften Situationen in Partnerschaftlichen Beziehungen sind eine übersteigerte Erwartungshaltung an den Partner, Missverständnisse bezüglich der Kommunikation, der Geschlechtsrollenkonflikte beider Partner, vereinnahmende Berufstätigkeit und der daraus resultierende Zeitmangel, die unterschiedliche Entwicklung der Partner, Untreue, emotionale Problemlagen oder finanzielle Schwierigkeiten. Eine multiple Problemkonstellation ist durchaus häufig welche eine Beziehung zum Scheitern bringen kann. (vgl.: Bodenmann 2005, S.79-81)

3.2 Konfliktbehafteter Beziehungsverlauf

Der Entstehungskreislauf der Krise entspringt aus einer Belastungssituation, in welcher die Partner überfordert sind. Diese Überforderung resultiert darin, dass auf die Bedürfnisse des Partners nicht mehr genügend eingegangen werden kann. Hierdurch verlagert sich die Interpretation des Verhalten des Anderen ins Negative. Daraus entstehen Vorwürfe und persönliche Abwertungen. Dieses Verhaltens- und Denkmuster forciert somit die Belastung für die beiden Partner.

Als Exemplarisches Beispiel um dieses differente Muster zwischen Frauen und Männern zu verdeutlichen wird in folgender Tabelle ein Konfliktablauf dargestellt. (ebd.)

Abbildung 2 Grafik: „Wie Konflikte zu Scheidung führen können.“ (Bodenmann 2005, S.82)

Dieses Muster stellt dar wie Frauen nach einer Eskalation erneut die Auseinandersetzung suchen um die Situation klären zu können. Der Mann reagiert jedoch oftmals, aufgrund von Negativbelastung bezüglich potentieller Konfliktsituation, mit ausweichendem Verhalten. Die weibliche Person treibt die Klärungsversuche voran und dies führt durch fortwährenden Rückzug des Mannes zur generellen Negativbewertung der jeweiligen gegenüber stehenden Person.

Die Erfahrungen und das Agieren sind beeinflusst durch die Konstruktionen und der Aktivität innerhalb der Paarbeziehung. Dieses Verhalten zueinander ist ein Interaktionär zirkulärer Prozess. Dies bedeutet, dass das Agieren von einer Person ein Verhalten bei dem Anderen Individuum hervorruft. Dieser Ablauf ist Ursache und Folge zugleich. Das Fundament für die Verschlechterung der Beziehung sind Störungen in der Kommunikation.

(vgl.: Amelang 1995, S.119)

Bezüglich dieser Abläufe ist es nicht entscheidend wie oft Kontroversen auftreten, sondern wie mit diesen umgegangen wird und maßgeblich positive Umstände die Beziehung ausmachen. Das Begegnen mit Auseinandersetzung ist bedeutsam und sollte beim entstehen thematisiertet werden. (ebd. S.80)

3.3 Bewältigungsansätze für Paarkonflikte

Eine der stärksten Beziehungsproblematiken gründet auf dem Faktor der unzureichenden Stressbewältigung. Inwieweit jeder Partner persönlich Strapazen bewältigen kann, ist für das Fortbestehen einer Partnerschaft entscheidend. Sind beide Parteien in der Lage, die individuellen Stressereignisse persönlich und selbstwirksam zu überwinden, wird die Beziehung weniger belastet sein und positive Lebensräume können erschaffen werden. (vgl.: Bodenmann 2005, S.103)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3, Grafik: „Mögliche Formen der Unterstützung.“ (Bodenmann 2005, S.110)

Die oben angeführte Tabelle zeigt auf welche Möglichkeiten es unter anderem gibt, um positiv auf das Gegenüber zu wirken und zu unterstützen. Zu unterscheiden sind hierbei die Dimensionen der rationalen konstruktiven Problembewältigung und der Akzeptanz und Auseinandersetzung mit der Emotionalen Lage. (ebd.)

„Gelingt es den Partnern nicht, die Vorstellungen, Ansichten und Meinungen des Partners nachzuvollziehen, ihnen Verständnis und Wertschätzung entgegenzubringen, sie in die eigenen Argumentationen einzubeziehen und sich entsprechend anzupassen und zu Kompromissen bereit zu sein, ist dies ein Warnsignal für eine ungünstige Beziehungsentwicklung.“ (Zitat: Bodenmann 2005, S.30)

4 PAARBERATUNG IM VERFAHRENSFELD DER SOZIALEN ARBEIT

4.1 Umsetzung der allgemeinen Paar- und Familien-Beratung

Bei einer Großzahl von Lebenssituationen bedarf es der Fähigkeit, auf seine eigene Bedachtsamkeit und eigenen Scharfsinn zurück greifen zu können, um diese neuen Herausforderungen des Lebens bewältigen zu können. Immer wieder existiert eine Lösungsidee nicht oder nur unzureichend aufgrund von fehlenden Erfahrungen. Diese Unzulänglichkeit an gemachten, geradlinig ausführbaren Erkenntnissen und die daraus entstehende Mangelhaftigkeit die Charakteristik der neuen Situation sofort umgehend erfassen zu können, mündet beim Menschen in dem Verlangen nach Sondierung, gründlicher Erklärung und Strukturierung.

(vgl.: Watzlawick 2010, S.58)

Dieses Verlangen charakterisiert den Mittelpunkt der Beratung im Aufgabenfeld der Sozialen Arbeit. Diese Unterstützung geschieht unter der Maßgabe einer „professionellen Gestaltung“ und findet hier ihre Anwendung. Zu dieser Unterstützung gehören der „Berater“ und der oder die „Ratsuchende“. Hierzu ist in aktueller Sinnbedeutung des Wortes, das Klientel Auftraggeber, welcher einen Auftrag heranträgt. Weitergehend bestehen als äußere Umstände der Ort, der Faktor der Freiwilligkeit, eventueller Zwang, der Zeitraum, und der „Leidens- bzw. der Handlungsdruck“, des Hilfe Suchenden.

Die Bedarfe der Beratung entstehen grundlegend aus der Unzulänglichkeit heraus Entscheidungen treffen zu können oder nicht genügend Wissen inne zu haben für die eigene aktuelle Lebenssituation. Diese Perspektive bezieht sich immer auf den Hilfesuchenden. Die Arbeitsweise der Beratung offeriert die Übermittlung neuer Erkenntnisstände, Unterstützung in Vermittlung neuer „Handlungskompetenzen“ oder deren Reaktivierung. Auf dieser Basis bewegen sich die Kernpunkte der beratenen Arbeit. Das Verweisungswissen und die „Wissensvermittlung“ findet sich an Beispielen im Bereich der Sozial-, Rechts-, und Gesundheitsberatung.

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Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Paarberatung für Männer 2011
Untertitel
Parteiliche Beratung aus einer radikal konstruktivistischen Perspektive zur Bewältigung von partnerschaftlichen Beziehungsproblemen
Hochschule
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
50
Katalognummer
V189256
ISBN (eBook)
9783656134244
ISBN (Buch)
9783656134374
Dateigröße
5103 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
paarberatung, männer, parteiliche, beratung, perspektive, bewältigung, beziehungsproblemen
Arbeit zitieren
Andreas Krüger (Autor), 2011, Paarberatung für Männer 2011, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189256

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Titel: Paarberatung für Männer 2011



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