Diese Referatsverschriftlichung behandelt Rolf Schwendter und sein Werk „Theorie der Subkultur“, geschrieben 1970 und erstmals erschienen 1971. Als Grundlage benutzten wir die vierte Auflage mit einem neuen Nachwort, erschienen 1993 in der Europäischen Verlagsanstalt.
Unsere Aufgabenstellungen lauteten wie folgt:
- Geben Sie einen Überblick über die wesentlichsten Aussagen (Kernthesen, Kernbegriffe) des Theorieentwurfes.
- Welche Merkmale sind für die Jugendentwicklung innerhalb des Ansatzes maßgeblich?
- In welcher Form ist von jugendlicher/jugendkultureller Autonomie die Rede?
- Welchen Beitrag spielen primäre und sekundäre Sozialisationsinstanzen (Familie, Schule, peers) innerhalb des Theorieentwurfes?
- Problematisieren Sie die Grundannahmen des Entwurfes für die gegenwärtige Auseinandersetzung von Bildung und Erziehung.
Wir werden in der vorliegenden Arbeit auf diese Aufgabenstellungen eingehen und darüber hinaus für uns wichtige Informationen darlegen und kommentieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Über Rolf Schwendter
2.2. Definition Subkultur
2.3. Die Gesellschaftspyramide
2.4. Die subkulturelle Historie nach Rolf Schwendter
2.4.1. 1800 bis 1848
2.4.2. 1848 bis 1871
2.4.3. 1871 bis 1914
2.4.4. 1918 bis 1933
2.4.5. 1933 bis 1945
2.4.6. 1945 bis 1960
2.5. Der Begriff Norm am Beispiel der Hell´s Angels
2.6. Beispiele heutiger Subkulturen
2.7. Jugend in der Subkulturtheorie
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Rolf Schwendters Werk „Theorie der Subkultur“ auseinander, um dessen Kernaspekte für die pädagogische Praxis aufzuarbeiten, die gesellschaftliche Verortung von Subkulturen zu verstehen und deren Relevanz im Kontext der Jugendphase zu beleuchten.
- Biografische Einordnung und theoretische Grundlagen des Autors Rolf Schwendter.
- Analyse der Gesellschaftspyramide und die Differenzierung in progressive sowie regressive Subkulturen.
- Historische Betrachtung der Subkulturentwicklung vom 19. Jahrhundert bis in die Nachkriegszeit.
- Untersuchung von Normbegriffen und jugendkulturellen Identitätsbildungen an aktuellen Beispielen.
Auszug aus dem Buch
2.3. Die Gesellschaftspyramide
Es wurden viele Subkulturtheorien aufgestellt und auch veröffentlicht. Rolf Schwendter schrieb seine „Theorie der Subkultur“, in der er ,unter anderem, Subkulturen nach Typen einteilte und eine Gesellschaftspyramide in Anlehnung an ein Schichtenmodell von Kingsley Davis (Abb.1), US-amerikanischer Soziologe und Demograph (1908-1997)¹, entwickelte.
An der Spitze der sozialen Hierarchie steht nach Schwendter das Establishment, unter das er, wie er im Buch schreibt, die großen und mittleren Kapitaleigentümer, einschließlich jener Teile des Kleinbürgertums, die fest hinter diesen stehen, subsumiert, sowie die politischen und apolitischen Eliten eines Landes, die höheren Angestellten und Beamten im Staatsapparat, in den Konzernen, im Militärapparat, in den Medien etc., die leitenden Funktionäre der Verbände, und anderen Lobbies und die verselbständigten Arbeiteraristokratien.
Personen, die im Widerspruch zu dem Establishment stehen und ihm somit nicht angehören, schreibt Schwendter weiter, zählen zur kompakten Majorität. Unter diesem Begriff subsumiert er folgendes: das Proletariat (Arbeiter, Angestellte und durchschnittliche Beamte) plus das Lumpenproletariat (unterste Schicht, z.B. Bettler, Obdachlose, Prostituierte u.a.m.), sowie jene Teile des Kleinbürgertums, deren Proletarisierung weit fortgeschritten ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Seminar „DaSein – Jugendliche Lebenswelt und lebensweltliche Jugendliche“ ein und umreißt die Zielsetzung, Rolf Schwendters Werk „Theorie der Subkultur“ zu analysieren.
2. Hauptteil: Der Hauptteil bietet eine fundierte Übersicht über Schwendters Leben, seine Definition von Subkultur, die Theorie der Gesellschaftspyramide sowie eine detaillierte historische Einordnung der Subkulturentwicklung und aktuelle Beispiele.
3. Schluss: Das Schlusskapitel resümiert die intellektuelle Komplexität des Werkes, hinterfragt die methodischen Ansätze Schwendters und reflektiert die Anwendbarkeit seiner Theorien auf die aktuelle pädagogische Praxis.
Schlüsselwörter
Rolf Schwendter, Subkultur, Gesellschaftspyramide, progressive Subkulturen, regressive Subkulturen, Establishment, kompakte Majorität, Jugendkultur, Sozialisation, Norm, Theorie der Subkultur, Historie, Ideologie, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dient der Aufarbeitung und kritischen Auseinandersetzung mit dem theoretischen Werk „Theorie der Subkultur“ von Rolf Schwendter im Kontext eines erziehungswissenschaftlichen Seminars.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die soziale Schichtung innerhalb einer Gesellschaft (Gesellschaftspyramide), die Unterscheidung zwischen progressiven und regressiven Subkulturen sowie die Entwicklung jugendlicher Identitäten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Schwendters Theorien verständlich aufzubereiten, um die komplexen Zusammenhänge zwischen gesellschaftlicher Struktur, Subkulturbildung und der Lebenswelt Jugendlicher zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und theoretischen Reflexion des Primärwerkes von Rolf Schwendter, ergänzt durch Sekundärliteratur und aktuelle Internetquellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Skizze des Autors, die Definition von Subkultur, die Erläuterung des Schichtenmodells, eine historische Aufarbeitung der Subkulturen seit 1800 und die Analyse spezifischer Phänomene wie der Hell's Angels oder der Gothics.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind das „Establishment“ im Gegensatz zur „kompakten Majorität“, „progressive“ versus „regressive“ Subkulturen und die Rolle der Sozialisationsinstanzen für die Jugend.
Wie unterscheidet Schwendter zwischen progressiven und regressiven Subkulturen?
Progressive Subkulturen zielen auf eine Weiterentwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse und mehr Selbstbestimmung ab, während regressive Subkulturen den Wunsch hegen, vergangene gesellschaftliche Zustände wiederherzustellen.
Welche Rolle spielt der Begriff „Norm“ in der Arbeit?
Anhand der Hell's Angels wird verdeutlicht, dass jede Subkultur eigene, verbindliche Regeln und Normen benötigt, um den internen Zusammenhalt und die Gruppenidentität innerhalb der Gesellschaft aufrechtzuerhalten.
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- Julia Diedrich (Author), 2006, Rolf Schwendters "Theorie der Subkultur". Eine kritische Auseinandersetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189293