Spezielle Probleme im Jugendalter - Psychische Störungen


Referat (Ausarbeitung), 2007

13 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Definition
2.2. Ursachen
2.3. Altersspezifische Manifestation psychischer Störungen
2.4. ausgewählte Beispiele
2.4.1. Angststörungen
2.4.2. Suizidalität
2.4.3. depressive Störungen
2.4.4. Dissozialität

3. Schluss

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Referatsverschriftlichung wurde angefertigt für das Seminar „Entwicklung, Sozialisation und Gesundheit im Schulalter“. Es behandelt das Thema „Spezielle Probleme im Jugendalter: Psychische Störungen“.

Den Ablauf des mündlichen Referates habe ich beibehalten. Somit erfolgt zunächst eine kleine Hinleitung zum Thema, gefolgt von einer Definition psychischer Störungen. Dann gebe ich einen Überblick über die Ursachen und die „altersspezifische Manifestation“ psychischer Störungen. Im Weiteren werde ich Angststörungen, Suizidalität, depressive Störungen und Dissozialität als ausgewählte psychische Störungen näher erklären, bevor ich eine Zusammenfassung im Schlussteil gebe.

Meine verwendete Literatur sind zwei Werke von Hans-Christoph Steinhausen, namentlich „Seelische Störungen im Kindes- und Jugendalter“[1] (2004) und „Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen“[2] (2006), und einige wenige Internetseiten[3].

2. Hauptteil

Bereits im Kindes- und Jugendalter sind psychische Störungen häufig und können die betroffenen Heranwachsenden in ihrer weiteren Entwicklung und Sozialisation sehr stark beeinträchtigen. Oft werden frühe Beschwerden chronisch oder stellen einen wesentlichen Risikofaktor für die Ausprägung von psychischen Störungen im Erwachsenenalter dar. Es gibt viele Probleme im Jugendalter, insbesondere sind zu nennen: Verstöße gegen gesellschaftliche Regeln (dissoziales und delinquentes Verhalten wie zum Beispiel Eigentumsdelikte, Schuleschwänzen usw.), Drogenmissbrauch, schwere Depressivität und Suizidalität, Essstörungen (insbesondere Anorexia Nervosa) und Angststörungen.[4][5]

Doch worin liegen die Ursachen für die psychischen Störungen und wie kann man sie erkennen?

2.1. Definition

Viele Definitionen über seelische Störungen existieren. Die meisten von diesen laufen auf zwei zentrale Merkmale hinaus: Normabweichung und Beeinträchtigung. Hier ,zum Beispiel, eine Definition von Prof. Dr. Dr. Hans-Christoph Steinhausen aus dem Zentrum für Kinder- und Jugendpsychatrie Zürich:

Eine seelische Störung liegt vor, wenn das Verhalten und/oder das Erleben des Kindes und Jugendlichen bei Berücksichtigung seines Altersstandes

1. nicht normal ist (z.B. hinsichtlich Alter, Geschlecht, Erwartungen der Gesellschaft, Art und Ausmaß der Störungen) und/oder
2. zu einer Beeinträchtigung führt (z.B. durch persönliche Leiden, soziale Einengung, Behinderung der Entwicklung, Auswirkung auf Dritte).[6]

Auch in dieser Definition finden wir die beiden Merkmale wieder und sie werden mit stichwortartigen Hinweisen in den Klammer begründet.

2.2. Ursachen

Ursachen, die zur Entwicklung der einzelnen seelischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen beitragen können, sind nicht immer gleich und es ist nicht immer nur eine. Sie stehen in Wechselwirkung zueinander. Bedeutsam sind:

a) biologische Bedingungen (wie Erblichkeit, angeborene Ausstattung und körperliche Faktoren)
b) psychosoziale Faktoren (wie die Person des Kindes, Familie, Schule und Gleichaltrige)
c) soziokulturelle Faktoren (wie die soziale Schicht und äußere Lebensbedingungen)
d) Lebensereignisse und situative Risikofaktoren (wie aktuelle Umstände).

Bei den biologischen Faktoren gibt es zunächst als Bedingung den erblichen Faktor. Dies können bestimmte Formen geistiger Behinderung (z.B. Down-Syndrom) oder andere Störungen mit erblichen Anteilen (z.B. Schizophrenien) sein. Weiterhin spielen konstitutionelle, also angeborene Elemente eine Rolle. Hierbei ist das Geschlecht (Jungen sind empfänglicher für Krankheiten) und das Temperament (z.B. Verhaltensstil) zu beachten. Auch körperliche Faktoren wie z.B. Schädigungen oder Funktionsstörungen des Gehirns und körperliche Erkrankungen erhöhen das Risiko für seelische Störungen.

Psychosoziale Faktoren betreffen zum einen die Person des Kindes, z.B. seine Erfahrungen und Auseinandersetzung mit Belastungen, und zum anderen die Familie. Hier spielt das Versagen im Erziehungsverhalten eine wichtige Rolle. Einmischung, Überfürsorglichkeit oder Vernachlässigung können zu seelischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen führen. In der Schule sind das Ausmaß an Lob und Unterstützung und das Vorbildverhalten des Lehrers ausschlaggebend sowie die Übertragung von Verantwortlichkeit auf den Schüler und die Betonung von Leistung. Gleichaltrige beeinflussen den Kleidungsstil, Vorlieben und Hobbys, Werthaltungen und Einstellungen. Dies kann zu dissozialen Aktivitäten führen.

Bei den soziokulturellen Faktoren wirkt die soziale Schicht mit ein. Aggressivität und dissoziale Störungen treten gehäuft in der Unterschicht auf. Hier gibt es zumeist eine niedrigere Intelligenz und schlechte Schulbildung, und es kommt nur zu verspäteter oder gar keiner Hilfe bei Störungen. Auch belastende Lebensumstände wie familiäre Disharmonie und schlechte wirtschaftliche Verhältnisse sind zu nennen. Im Bereich der Ökologie wurde festgestellt, dass Verhaltensauffälligkeiten in den Städten größer sind als auf dem Land. Hier kommt es zu einer Häufung und Kette von bereits genannten Risikofaktoren. Einwanderer kämpfen mit der Veränderung sozialer Gewohnheiten und Bedingungen. Sie stehen oft im Konflikt zwischen zwei Kulturen, haben Verständigungsprobleme und leben mit sozialer Ausgrenzung. Dies ist der Faktor der fremden Kulturen, welcher immer wichtiger wird, da mehr und mehr Menschen aus dem Ausland stammen.

Als letztes sind die Bedingung der aktuellen Umstände und Merkmale der Situation zu nennen. Verlust einer wichtigen Bezugsperson, der Tod eines geliebten Haustiers, das Versagen in der Schule oder die Beendigung einer Freundschaft können Ursachen für psychische Störungen sein.

2.3. Altersspezifische Manifestation psychischer Störungen

Die Vielfältigkeit der psychischen Störungen des Kindes- und Jugendalters lässt sich laut Steinhausen in Abhängigkeit vom Alter bei der Manifestation und dem Verlaufstypus schwerpunktmäßig in fünf Gruppen teilen:

Bei der ersten Gruppe der kindheitsspezifischen und vornehmlich remittierenden Störungen gibt es für die Betroffenen eine gute Chance, die Störung aufgrund normaler Reifungs- und Entwicklungsprozesse in Verbindung mit einfachen Interventionen in kürzerer Zeit zu überwinden. Beispiele für diese Gruppe sind Sprachentwicklungsstörungen (Artikulationsstörungen), Ausscheidungsstörungen (Enuresis, Enkopresis) und kindheitsspezifische Phobien und Angststörungen (Trennungsangst).

Die zweite Gruppe sind die früh beginnenden und vornehmlich persistierenden Entwicklungsstörungen. Dies sind längerfristige Beeinträchtigungen und die betroffenen Menschen benötigen in der Kindheit sowie als Erwachsene psychosoziale Hilfe. Spezifische Lernstörungen (Dyslexie, Dyskalkulie), (schwergradige) expressive und rezeptive Sprachstörungen sowie geistige Behinderungen gehören zu dieser Gruppe.

Bei den Störungen mit spezifischem Beginn in Kindheit und Jugend als dritte Gruppe kommt es zu Remissionen oder Chronifizierungen. Hierzu gehören u.a. Störungen des Sozialverhaltens (früh beginnende Form, adoleszentär begrenzte Form), Tic- und Essstörungen.

Weiterhin gibt es die Gruppe der Störungen mit Beginn in der Jugend (Kindheit) und Kontinuität in das Erwachsenenalter (z.B. Schizophrenien, Angststörungen (generalisierte Angststörung, Agrophobie und Panikattacken) und als fünfte die Gruppe der altersunspezifischen Manifestationen psychischer Störungen. Hier erfolgen Reaktionen auf belastende Lebensereignisse und Traumatisierungen. Beispiele sind u.a. akute und posttraumatische Belastungsstörungen und Anpassungsstörungen.

[...]


[1] Steinhausen, H.-C. (2004): Seelische Störungen im Kindes- und Jugendalter: erkennen und verstehen. 2., überarb. und erw. Aufl., Stuttgart: Klett-Cotta

[2] Steinhausen, H.-C. (2006): Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen: Lehrbuch der Kinder- und Jugendpsychatrie und -psychotherapie; mit 159 Tabellen sowie 65 aktuellen Original-Fragebögen und Skalen. 6., neu bearb. und erw. Aufl., München [u.a.]: Elsevier, Urban & Fischer

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Suizidalit%C3%A4t 13.2.2007

http://www.dgbs.de/suizidalitaet.php 13.2.2007

http://de.wikipedia.org/wiki/Mutismus 13.2.2007

[4] Die folgenden Informationen sind aus den beiden literarischen Werken von Steinhausen entnommen. Besonders markante Stellen, wie z.B. Tabellen, sowie die Quellen aus dem Internet, sind mit Seitenangabe versehen.

[5] Entnommen aus Ihrem Seminar vom 16.1.2007

[6] Steinhausen, H.-C. (2004): Seelische Störungen im Kindes- und Jugendalter (Seite 13)

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Details

Titel
Spezielle Probleme im Jugendalter - Psychische Störungen
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V189296
ISBN (eBook)
9783656134800
ISBN (Buch)
9783656134916
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
spezielle, probleme, jugendalter, psychische, störungen
Arbeit zitieren
Julia Diedrich (Autor), 2007, Spezielle Probleme im Jugendalter - Psychische Störungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189296

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