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Andreas Gryphius' Ode "Ruhe des Gemühtes" als literarischer Spiegel der Kontinuitäten und Friktionen bei der Adaption der antiken Stoa durch den frühneuzeitlichen Stoizismus

Título: Andreas Gryphius' Ode "Ruhe des Gemühtes" als literarischer Spiegel der Kontinuitäten und Friktionen bei der Adaption der antiken Stoa durch den frühneuzeitlichen Stoizismus

Trabajo , 2011 , 29 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Lukas Rieger (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Kern der vorliegenden Arbeit sind Analyse und Interpretation des Gedichtes „Ruhe des Gemühtes“ von Andreas Gryphius. Wie allgemein die Oden Gryphius‘ im Vergleich zu seinen Sonetten und Trauerspielen als Forschungsgegenstand unterrepräsentiert sind, so findet sich auch zum im Folgenden zu untersuchenden Gedicht kaum explizite Literatur. Methodisch geht die vorliegende Arbeit daher in weiten Teilen der Interpretation textimmanent vor.

Das zentrale Motiv des hier behandelten Werkes ist das Ideal des stoischen Weisen. Schon mit Aufruf dieses Motives ordnet sich das Gedicht in einen weitläufigen ideengeschichtlichen Kontext ein, der historisch betrachtet von der älteren Stoa der griechischen Antike über die mittlere und jüngere Stoa der römischen Antike bis in die frühe Neuzeit Mitteleuropas reicht.

Der Analyse des Gedichtes untergeordnetes Ziel dieser Arbeit ist es, einen Abriss der ideengeschichtlichen Entwicklung stoischer und stoizistischer Kerngedanken, sowohl ihrer Kontinuitäten wie ihrer
Friktionen, im Übergang von Antike zu früher Neuzeit zu geben. Obwohl die metaphysischen Grundlagen der antiken Stoa für das Verständnis der neostoizistischen Position nur eine untergeordnete Rolle spielen, findet eine kurze Darstellung derselben in der vorliegenden Arbeit dennoch ihren Platz. Diesen Platz findet sie deshalb, weil in der Analyse des Gedichtes nicht lediglich neostoizistische Positionen begegnen werden, sondern auch die implizite Thematisierung von Anknüpfungsschwierigkeiten und Brüchen zwischen den beiden zwar ver-
wandten und doch schon in ihrer Grundlegung verschiedenen Systemen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Stoa und Neostoizismus

1. Antike Grundlagen

a) Kosmologie

b) Ethik: das ‚gute‘ Leben und das Ideal des stoischen Weisen

2. Neostoizismus

a) Philosophische Grundlegung

b) Das Problem zweier konkurrierender Weltbilder

III. Gedichtanalyse

1. Formales

2. Inhaltliches

a) Strophe 1: Aufruf des Hauptmotivs und seiner Opposition

b) Strophe 2: Überwindung der Zeitlichkeit

c) Strophe 3: Blick zurück. Die Distanz zwischen hoher und niederer Sphäre

d) Strophe 4: Weisheit als Schlüssel zur Durchdringung des Alls

e) Strophe 5: Seinesgleichen Freundschaft als Raum des Stoikers zur Praktizierung von amicitia und caritas

f) Strophe 6 und Gesamtdeutung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Andreas Gryphius’ Gedicht „Ruhe des Gemühtes“ unter dem Aspekt der Auseinandersetzung zwischen dem antiken stoischen Ideal und den frühneuzeitlichen, christlich geprägten Vorstellungen. Es wird analysiert, inwieweit das Gedicht als kritischer Diskursbeitrag fungiert, der die metaphysischen Brüche und die Unmöglichkeit einer vollständigen Adaption der stoischen Selbsttransformation innerhalb eines christlichen Weltbildes aufzeigt.

  • Analyse und Interpretation des Gedichtes „Ruhe des Gemühtes“ von Andreas Gryphius
  • Ideengeschichtliche Untersuchung der stoischen und neostoizistischen Kerngedanken
  • Konfliktlinien zwischen antiker stoischer Metaphysik und christlichem Glauben
  • Die Rolle des Neostoizismus als „Philosophie der Krise“ im 17. Jahrhundert
  • Untersuchung der Positionierung des lyrischen Ichs gegenüber dem stoischen Weisen

Auszug aus dem Buch

b) Das Problem zweier konurrierender Weltbilder

Obwohl wie oben festgehalten werden muss, das Problem, das zur Entwicklung dieser neostoizistischen Forderung führt, anders als bei den Denkern der Stoa pragmatischer Natur ist, und die ethische Komponente im Neostoizismus eine dominante Stellung einnimmt, wäre es verfehlt, zu behaupten, dass der Verfasser Lipsius nicht bemüht wäre, auch das metaphysische Fundament der Stoa zu adaptieren. Auch im Neostoizismus findet sich so etwa die Annahme von der Allgegenwärtigkeit des Schicksals. Das Schicksal, wie Lipsius es konzipiert, ist aber nicht jenes unabänderliche Verhängnis der Stoa:

„Aber das Natürliche Fatum nenne ich die Ordnung der natürlichen ursachen / welche (es sey denn das sie verhindert werden) durch ihre macht und nach irer Natur / allzeit etwas gewießes und gleichmeßiges ausrichten und zu wege bringen.“

Stellt man sich die Frage, weshalb der Versuch des Imports gerade des zentralen, ersten Elements der antiken Stoa in den Neostoizismus der frühen Neuzeit solche Schwierigkeiten zu verursachen scheint, stößt man schnell auf eine Antwort. Es ist nachvollziehbar, dass die Probleme, die bei bei diesem Versuch des Imports der stoischen Kosmologie ins Europa der frühen Neuzeit auftreten, daher rühren, dass die Kosmologie der Stoa und ihre Vorstellung eines dem Universum vorangestellten Kausalgesetzes, das sich auch jede Gottheit unterwirft, in Opposition zum christlichen Weltbild steht.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Vorstellung des Forschungsgegenstandes „Ruhe des Gemühtes“ und Einordnung in den ideengeschichtlichen Kontext des Stoizismus.

II. Stoa und Neostoizismus: Abriss der antiken stoischen Grundlagen und deren Transformation sowie Anpassung durch den Neostoizismus der frühen Neuzeit.

III. Gedichtanalyse: Detaillierte Untersuchung des Gedichts, beginnend bei formalen Aspekten bis hin zur strophischen Inhaltsdeutung und Synthese.

Schlüsselwörter

Andreas Gryphius, Ruhe des Gemühtes, Stoizismus, Neostoizismus, Justus Lipsius, Stoa, Metaphysik, Christentum, Constantia, Selbsterlösung, Lyrik, Barock, Gedichtanalyse, Weltbild, Affekte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Gedicht „Ruhe des Gemühtes“ von Andreas Gryphius im Spannungsfeld zwischen stoischer Philosophie und christlicher Weltanschauung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Transformation antiker stoischer Ideale in der frühen Neuzeit, die Rolle der Beständigkeit (Constantia) und die metaphysischen Konflikte bei der Adaption des Stoizismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Gedicht als kritische Reflexion über die (Un-)Möglichkeit fungiert, stoische Konzepte – wie die Selbsttransformation – in eine christlich geprägte Welt zu integrieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt eine vorwiegend textimmanente Interpretationsmethodik, die durch ideengeschichtliche Kontexualisierung ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur antiken und neostoizistischen Philosophie sowie eine detaillierte, strophenweise Analyse des Gedichts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stoizismus, Neostoizismus, Constantia, Metaphysik, Gryphius und christliche Heilslehre charakterisiert.

Welche Rolle spielt Justus Lipsius für die Argumentation?

Justus Lipsius dient als zentraler Vermittler des Neostoizismus, dessen Schriften die Grundlage für das Verständnis Gryphius’ stoischer Einflüsse bilden.

Wie bewertet der Autor die stoische „Selbsterlösung“ im Kontext des Gedichts?

Der Autor argumentiert, dass die „Selbsterlösung“ des antiken stoischen Weisen im Gedicht zwar als Ideal dargestellt, letztlich aber als christlich unvereinbar und praktisch unmöglich verworfen wird.

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Detalles

Título
Andreas Gryphius' Ode "Ruhe des Gemühtes" als literarischer Spiegel der Kontinuitäten und Friktionen bei der Adaption der antiken Stoa durch den frühneuzeitlichen Stoizismus
Universidad
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Curso
Hauptseminar "Lyrik in der Epoche des 'Barock'"
Calificación
1,0
Autor
Lukas Rieger (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
29
No. de catálogo
V189344
ISBN (Ebook)
9783656136255
ISBN (Libro)
9783656136576
Idioma
Alemán
Etiqueta
andreas gryphius ruhe gemühtes spiegel kontinuitäten friktionen adaption stoa stoizismus Neostoizismus frühe Neuzeit Gemüt Gedichtanalyse Interpretation Constantia Seneca
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lukas Rieger (Autor), 2011, Andreas Gryphius' Ode "Ruhe des Gemühtes" als literarischer Spiegel der Kontinuitäten und Friktionen bei der Adaption der antiken Stoa durch den frühneuzeitlichen Stoizismus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189344
Leer eBook
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