IT Offshoring - Chancen und Risiken


Seminararbeit, 2011

19 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Darstellung des IT Offshoring
1.1 Begriffserklärung
1.2 Artenabgrenzung

2 Kritische Betrachtung
2.1 Chancen
2.2 Risiken

3 Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abk ürzungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

0 Einleitung

Der aktuelle Wirtschaftskreislauf ist geprägt durch sich fortwährend neu eröffnende Beschäftigungs- sowie Absatzmöglichkeiten aufgrund der Verbreitung von Softwareprodukten in allen gesell- schaftlichen und ökonomischen Bereichen und deren stetige Diversifizierung (vgl. [BC05], S. 34). Aus diesem Grund sind Firmen samt deren Organisation einem ständigen strukturellen und organisatorischem Wandel unterworfen, um die Aufrechterhaltung ihrer Wettbewerbschan- ce zu gewährleisten. Um einen größeren Unternehmenserfolg zu versprechen ist nicht selten ein Wechsel zwischen zentralen und dezentralen Strukturen zu beobachten (vgl. [End04], S. 546).

Diese offensichtlichen und häufig radikalen Änderungen sind meist nur von begrenzter Dauer und bedingt hohem Einfluss. Es existieren andere Merkmale, welche aufgrund ihrer Wichtigund Unverzichtbarkeit im Vordergrund stehen und zuerst erfüllt sein müssen. Gegenwärtig ist eine Organisation beispielsweise optimal auf die täglichen Aufgaben ausgerichtet, wenn sie flexibel, effizient sowie kundenorientiert ist. Zur Erreichung ist in einer zunehmend globalisierten und internationalisierten Welt die Nutzung kostengünstiger Ressourcen unabdingbar (vgl. [BS06], S. 13-14) (vgl. [NBKR08], S. 1).

Genau aus diesem Grund haben viele erfolgreiche Firmen zur Erfüllung jener Faktoren ein rigoroses Kostenmanagement, welches nicht selten zu Lasten des innerbetrieblichen IT Sektors geht. Besonders die durch Innovationen und starke Wachstumsdynamik geprägte IT, soll den Unternehmenserfolg und den Business Value steigern, um somit eine bessere Konkurrenzfähig- keit zu versprechen. Im Grunde ein Widerspruch in sich, allerdings scheint das vermeintlich neue Offshore-Outsourcing die Patentlösung zu sein (vgl. [BC05], S. 34) (vgl. [BS06], S. 7). Betrachtet man im Gegenzug andere Industriezweige fällt auf, dass eine globale Arbeitsteilung, welche ein Synonym für genanntes Offshore-Outsourcing darstellt, schon seit Jahrzehnten an der Tagesordnung ist.

Becker et. al. beleuchtet in seinem Buch ”IT-Offshoring-Potentiale,Risiken,Erfahrungsbe- richte“ auf Seite13 und14 die Auslandsvergabe von Aufträgen am Beispiel der Textilindustrie. Ein direkter Vergleich mit der IT und Softwareentwicklung, zwei grundverschiedener Bran- chen, scheint auf den ersten Blick gewagt und fern jeglicher Relevanz, allerdings findet der Au- tor dafür eine passende Begründung: ”DieITistheuteRohstoffderWissenschaft,desHandels und der Industrie. Als nicht-materieller Wert eignet sie sich besonders gut für eine geographisch beliebige Platzierung auf dieser Erdkugel.“ ([BS[06]], S.14 ).

Auch wenn dieses Zitat kritisch und mit Abstand betrachtet werden muss, zeichnet sich damit teilweise ab was Offshoring bedeutet und wie es den Unternehmen nützen kann.

Die eigentliche Frage und Problemstellung folgender Arbeit lautet vielmehr, was versteht man genau unter IT Offshoring, was für Formen existieren und in welcher Art und Weise können Unternehmen davon profitieren oder aber auch daran scheitern.

Der Aufbau der Seminararbeit orientiert sich an dem Prinzip der Deduktion, wobei zuerst allgemeine Erklärungen angeführt, diese dann vertieft und mit Beispielen und Folgen untermauert werden. In diesem Sinne befasst sich Kapitel 1.1 mit der Erklärung was IT-Offshoring im deutschen Sprachgebrauch bedeutet. Kapitel 1.2 erläutert existierende Formen und grenzt diese voneinander ab. Die kritische Betrachtung lässt sich in Kapitel 2 nachlesen, wobei dieses in Chancen und Risiken für das auslagernde Unternehmen unterteilt wird.

1 Darstellung des IT Offshoring

1.1 Begriffserkl ärung

IT Offshoring oder der Term des Offshore-Outsourcing ist eine spezielle Form des Outsourcing. Ben et al. definiert Outsourcing in seinem Artikel gendermaßen: ”OffshoringinderdeutschenITBranche“fol- ”Unter Outsourcing wird im Allgemeinen die Vergabeder Verantwortungvonur- sprünglich selbst wahrgenommenen Aufgaben an andere Dienstleistungsunternehmen verstan- den.“ ([BC[05]], S.35 ). Weitestgehend gleich wird der oben angeführte Term in der Deutsche Bank Research Studie von2004 definiert. Nach dieser versteht man darunter ”...,insbesondere das Auslagern von Infrastrukturen der Informationstechnologie (IT)“ ([Fra[04]], S.3 ). Des Wei- teren lässt sich noch eine Spezialisierung der Vertragsdauer auf5 -10 Jahre, wenn nicht sogar lebenslang, anführen. Somit ist Outsourcing eine per se langfristige Entscheidung (vgl. [Fra[04]], S.4 ) (vgl. [End[04]], S.548 ).

Weitergehend zu klären ist, was genau unter Offshoring zu verstehen ist. Offshoring ist eine Sonderform des Outsourcing, also die Verlagerung an andere rechtlich unabhängige Firmen, wobei hier besonders von ausländischen Firmen gesprochen wird (vgl. [BC[05]], S.34 ) (vgl. [End[04]], S.546 ).

Gemäß Boes und Schwemmle existiert keine eindeutige wissenschaftliche Definition, vielmehr umfasst der Begriff eher eine Sammlung von verschiedenen Tätigkeitsbereichen, sowie die Variation verschiedener Verwendungsweisen. In den1970 er - und80 er Jahren beschrieb Offshoring meist die Weitergabe von einfachen Datenerfassungsdiensten der Vereinigten Staaten von Amerika an karibische Inseln. Mit der Zeit weitete sich dieses Prinzip auf verschiedene Länder aus und gewann an Komplexität (vgl. [BS[05]], S.9 ).

Der Gedanke hinter Offshoring ist nicht vollkommen neu, sondern wurde schon seit vielen Jahren in anderen Branchen wie Nahrungsmittel-, Bekleidungs- sowie Maschinenbauindustrie verwendet. Referenzbeispiele und Anschauungsunterricht solcher erfolgreichen Auslagerungen existieren in großer Zahl, zu suchen in oben genannten Branchen, welche dies schon seit vielen Jahren praktizieren (vgl. [BS[06]], S.13 ). Gewisse Vorsicht ist allerdings geboten, wenn man von der weiter oben genannten Definition insofern abweicht, dass Entwicklungskapazitäten an eige- ne Tochterunternehmen oder Joint Ventures, unter Beteiligung ortsansässiger IT-Unternehmen, ausgelagert werden, auch wenn diese im nahen oder fernen Ausland liegen. Sollte diese Form der Auslagerung bzw. Umlagerung stattfinden, spricht man von internem Offshoring als Spezi- alfall, da es keine Vergabe an Dritte im eigentlichen Sinne ist (vgl. [BS[05]], S.10 ).

1.2 Artenabgrenzung

Nicht ganz ersichtlich wurde bisher, ob sich oben genannte Begriffe noch unterteilen oder ab- grenzen lassen und ob möglicherweise verschiedene Terminologien existieren. Grundsätzlich lässt sich IT Offshoring in die zwei Unterkategorien, Nearshore und Farshore (teilweise auch nur Offshore), unterscheiden. Nearshore bedeuted, dass die vergebende Firma Anbieter, Standorte sowie Ressourcen im Ausland, allerdings auf dem gleichen Kontinent lie- gend, nutzt. Die Terminologie des Farshoring bzw. Offshoring umfasst, dass sich Anbieter auf einem anderen Kontinent befinden (vgl. [NBKR08], S. 4) (vgl. [BS06], S. 15). Folgende Abbildungen aus zwei verschiedenen Deutsche Bank Research Studien von 2004 und 2005 zeigen genauere Verlagerungstendenzen Deutschlands sowie der USA. Aus der Stu- die des Jahres 2004 wird ersichtlich, dass Indien für die USA ebenso wie für Europa an er- ster Stelle steht, wenn es um die Auslagerung interner IT Ressourcen geht. Für amerikanische Unternehmen folgen darauf Niedriglohnländer wie China und die Philippinen, wohingegen in Zentraleuropa hauptsächlich in osteuropäische Länder ausgelagert wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Bevorzugte Offshoringstandorte ([Fra04], S. 8)

Einen kleinen Zukunftsausblick gibt der IT Offshoring Report von 2005, welcher ebenfalls von der DB Research angefertigt wurde. In diesem Zusammenhang kommt die Studie auf nahezu gleiche Werte, wobei Indien und Osteuropa ähnlich beliebt sind. Allerdings weisen die Zukunftstendenzen eher in Richtung Polen, Tschechien, der Slowakei sowie Ungarn. Nach dieser Umfrage planen Manager eher mit Osteuropa als mit Asien, wenn es um die zukünftige Auslagerung ihrer IT Ressourcen geht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Beliebteste Länder für Offshoring ([Sto05], S. 17)

Nachdem nun die geographischen Unterscheidungsmöglichkeiten geklärt wurden, fehlen noch jene inhaltlichen, also eine Unterteilung nach Art und Umfang der auszugliedernden Leistung. Eine solche Untergliederung kann in 3 große Sparten vorgenommen werden, das Utility Outsourcing, Application Management sowie Business Process Management.

Unter Utility Outsourcing versteht man die Auslagerung jeglicher Hard- und Software der Basisinfastruktur, wobei man hierbei im häufigsten Fall von Servern, Netzwerken und Help- desks spricht. Das Application Management wird verwendet, wenn die Betreuung über die In- fastruktur hinausgeht und ganz besonders auf Software Anwendungen übergreift. Typische in der Praxis ausgelagerte Teile sind meist Sicherheitslösungen, HR Services sowie ERP Syste- me. Die letzte inhaltliche Gliederung ist das Business Process Management, unter dem man die Auslagerung ganzer Businessprozesse versteht. Angewandt wird diese Form ganz besonders im Inkassowesen sowie im Kundensupport, welcher sich nicht selten als ganzer Teil im Ausland befindet. Des Weiteren finden sich häufig im entfernt gelegenen Ausland ausgelagerte CRM Systeme und die Logistik der jeweiligen Firma (vgl. [BS06], S. 15-16).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
IT Offshoring - Chancen und Risiken
Hochschule
Technische Universität Dresden
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V189345
ISBN (eBook)
9783656137092
ISBN (Buch)
9783656138693
Dateigröße
1389 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
IT Offshoring, Offshoring, Wirtschaftsinformatik, Chancen und Risiken
Arbeit zitieren
Sebastian Tischer (Autor), 2011, IT Offshoring - Chancen und Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189345

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