Die Rolle des Clowns in der Elementardidaktik


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2012

9 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Der Clown in der Zirkuspädagogik

2. Die Wirkung der Rolle des Clowns auf die Entwicklung von Kindern
2.1 Kinder beobachten Clowns
2.2 Kinder werden zu Clowns

3. Möglichkeiten der konkreten didaktischen Umsetzung

1. Der Clown in der Zirkuspädagogik

Die Zirkuspädagogik ist mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der Elementardidaktik. Hierbei werden vor allem die Bereiche der Akrobatik und Jonglage abgedeckt. Motorik, soziales Lernen und Emotionalität werden durch Bewegung, Gruppendynamik und persönliche Erfolge sowie Scheitern geschult.

Die Rolle des Clowns in der Zirkuspädagogik und Elementardidaktik ist dagegen noch relativ unbedeutend. Die meisten Kinder kennen Clowns nur aus ihren Zirkusbesuchen oder von Festen. Doch der Clown ist viel mehr als ein lustiger Unterhalter: Er ist Akrobat, Pantomime, Zauberer und kann auch durch sein Scheitern sowie durch seine Sicht und seinen Umgang mit der Welt wichtige Lernprozesse anleiten.

Clowns sind Artisten deren Kunst es ist, Menschen zum Erstaunen, Nachdenken und auch zum Lachen zu bringen. Dabei kann er für sich spielen, aber auch das Publikum mit einbeziehen. Die Typen und Spielweisen der Clowns richten sich vor allem nach äußeren Besonderheiten des jeweiligen Darstellers und fungieren als eine Art "Spiegel" der menschlichen Existenz, indem sie Alltagsszenen kabarettistisch und komödiantisch darstellen und so menschliche Schwächen und Leidenschaften unter die Lupe zu nehmen.

2. Die Wirkung der Rolle des Clowns auf die Entwicklung von Kindern

Der Clown kann auf unterschiedlichste Arten in die pädagogische Arbeit mit Kindern im Elementarbereich eingebracht werden. Die klarste Unterscheidung kann hierbei dabei gemacht werden, ob Kinder Clowns beobachten oder selbst zu diesen werden. Beide Möglichkeiten möchte ich betreffend ihrer Auswirkung auf die Entwicklung von Kindern im folgenden näher erläutern.

2.1 Kinder beobachten Clowns

Der Clown weckt in Alt und Jung die Lust, die Dinge auf den Kopf zu stellen oder einmal die Perspektive zu wechseln und berührt mit wenigen Mitteln das Wesentliche der menschlichen Sehnsüchte, Hoffnungen und Zweifel.

So wird für Kinder und Erwachsene eine Welt kreiert, in der nichts unmöglich und alles erlaubt ist. Die Regeln der Welt sind Außerkraft gesetzt und die Fantasie kann ihren Lauf nehmen. So werden Kinder motiviert, die Probleme, Sorgen und Richtlinien hinter sich zu lassen und sich in eine Dimension zu begeben, in der sie sich aktiv oder passiv ausleben können. Aber sie lernen auch, das Leben nicht so ernst zu nehmen und auch die Erwachsenen in ihren Ansichten und Verhaltensweisen zu hinterfragen.

Für behinderte und anderweitig benachteiligte Kinder ist der Abstand zum Erwachsenen unüberwindbar groß. Da auch der Clown wie das Kind immer wieder Probleme mit seiner Umwelt hat, fühlt es sich mit ihm verbündet. Der Clown ist letztendlich nichts anderes als ein etwas zu groß geratenes Kind. Sein Handeln wird vom Gefühl, und nicht vom Verstand diktiert. Er setzt der logischen, vernünftigen und sachlichen Erwachsenenwelt eine unbekümmerte Unlogik und Wundergläubigkeit entgegen. So hat der Clown durch seine gleichbehandelnde Art nicht nur eine integrierende Funktion, sondern das durch ihn verursachte Lachen stärkt die (kindlichen) Immunkräfte und kann zur Entladung des Zorns über das eigene Leiden werden.

Viele Kinder sind zudem nicht in der Lage, angemessen mit ihren Gefühlen wie Wut, Trauer, Verzweiflung und Angst umzugehen. Durch den Clown lernen sie, dass es in Ordnung ist, Gefühle zu zeigen und wie man sie in etwas Schönes verwandeln kann, wenn man sich z.B. nach einem wütenden Streit wieder verträgt.

Eines der wichtigsten Spielprinzipien des typischen Clowns ist sein Optimismus und seine Lebensfreude. Er nimmt sich Herausforderungen an und wirft sich voller Neugier in jede Situation. Dieses Wesen ist dem des Kindes sehr ähnlich und kann den Zuschauer dazu bringen, ebenfalls diese Haltung anzunehmen. So können z.B. ängstliche und zurückhaltende Kinder den Spaß und die Begierde, das Leben kennen zu lernen übernehmen und wichtige Lernprozesse eingehen. Zudem wird so den Kindern gezeigt, dass man sich nur auf Situationen einlassen muss – egal, wie sie ausgehen. Der Clown freut sich über jede Kleinigkeit und überwindet jedes Scheitern. Er zeigt, dass der Versuch an sich der Schlüssel ist und Rückschläge und Schwächen einfach überwunden werden können, indem man aufsteht und es noch einmal versucht.

Zudem werden durch die Geschichten der Clowns auch schon für die Kleinsten wichtige physikalische Erkenntnisse vermittelt. Rutscht der Clown z.B. auf einer Bananenschale aus, so lernt das Kind zum Einen, dass Bananenschalen rutschig sein können, zum Anderen aber auch etwas über die Erdanziehungskraft. Streiten sich zwei Clowns um einen Ball können die Kinder wichtige Problemlösungsmöglichkeiten lernen. Durch die übertriebenen Darstellungen und die gradlinigen Handlungen wird das kindliche Denken angesprochen und die Situationen verständlicher und besser aufnehmbar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Die Rolle des Clowns in der Elementardidaktik
Autor
Jahr
2012
Seiten
9
Katalognummer
V189390
ISBN (eBook)
9783656136866
ISBN (Buch)
9783656138341
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Autorin stellt die Rolle des Clowns in der Elementardidaktik dar. Hierbei wird seine Wirkung auf die kindliche Entwicklung beleuchtet und Hinweise zur Arbeit mit der Rolle des Clowns in der Arbeit mit Kindern gegeben.
Schlagworte
Kind, Kinder, Clown, Clowns, Elementardidaktik, Zirkus, Zirkuspädagogik, Akrobatik, Entwicklung, Lachen, Kita, Kindergarten, Kitas
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Jenny Friedrich (Autor), 2012, Die Rolle des Clowns in der Elementardidaktik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189390

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