Bericht Unterrichtspraktikum Deutsch

Unterrichtsreihe E.T.A. Hoffmann: "Der Sandmann" im Grundkurs Deutsch


Praktikumsbericht (Schule), 2011

41 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rahmenbedingungen: Die Rheingau-Oberschule und deren Deutschunterricht

3. Unterrichtseinheit: Der Sandmann von E. T. A. Hoffmann
3.1 Tabellarische Übersicht über die gesamte Unterrichtsreihe
3.2 Sachanalyse
3.3 Methodisch-Didaktische Analyse

4. Darstellung der ersten Unterrichtsstunde: Was ist ein Trauma?
4.1 Rahmenbedingungen
4.2 Sachanalyse
4.3 Didaktisch-Methodische Analyse
4.4 Unterrichtsziele
4.5 Unterrichtsverlaufsplan
4.6. Reflexion

5. Darstellung der dritten Unterrichtsstunde: Rätselhafte Clara
5.1 Rahmenbedingungen
5.2 Sachanalyse
5.3 Didaktisch-Methodische Analyse
5.4 Unterrichtsziele
5.5 Unterrichtsverlaufsplan
5.6. Reflexion

6. Gesamtreflexion

7. Schluss

8. Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Für das Unterrichtspraktikum im Fach Deutsch möchte ich in der ersten Woche in allen Klassenstufen und bei so vielen verschiedenen Lehrern[1] hospitieren wie möglich, um verschiedene Lerngruppen sowie Lehrertypen und vor allem diverse Unterrichtsmethoden kennen zu lernen. Ab der zweiten Woche werde ich hinsichtlich der Hospitationsstunden differenzieren. Zum Einen nach meinen Interessen bei den behandelten Fachthemen und zum Anderen nach meiner persönlichen Einschätzung bezüglich der Unterrichtsqualität der verschiedenen Lehrern. Die eigene Unterrichtsreihe möchte ich nach Möglichkeit in der Sekundarstufe II durchführen, da ich bereits in meinem ersten Fachpraktikum in Biologie in der 5. und 7. Klasse unterrichtet habe und ich meine Erfahrungen als Lehrperson gerne auf höhere Jahrgangsstufen ausweiten möchte. Der methodische Schwerpunkt soll hierbei auf der Arbeit in Partner- und Gruppenarbeit liegen, da ich denke, dass diese Sozialformen nicht nur fachliche sondern auch soziale Kompetenzen schulen, welche für Schüler aller Jahrgänge wichtig sind. Desweiteren werde ich versuchen eine konsequente Haltung gegenüber den Schülern einzuhalten. Insbesondere in der Oberstufe könnte es unter Umständen dazu kommen, dass mich die Schüler aufgrund meines Alters nicht als Lehrkraft akzeptieren und ich dies nur durch Verbindlichkeit ausgleichen kann. In Sicht auf die Teilunterrichtsstunden bin ich offen was die Jahrgangsstufe und die thematischen Schwerpunkte angeht. Jedoch möchte ich hier gerne in mehr als einer Klasse unterrichten, so dass ich Schüler verschiedener Altersstufen mit ihren entsprechenden Anforderungen an mich und meinen Unterricht kennen lernen kann. Allerdings werde ich mich hierbei, aber auch bei der eigenen Unterrichtsreihe, an die Forderungen der Lehrkräfte halten, um so auch eine optimale Unterstützung zu erhalten.

2. Rahmenbedingungen: Die Rheingau-Oberschule und deren Deutschunterricht

Das Praktikum findet an einer Berliner Oberschule statt. Das Gymnasium mit musikalischem Schwerpunkt umfasst XXXSchüler mit XX Lehrern und X Referendaren. Das vielfältige Angebot an außerunterrichtlichen Aktivitäten orientiert sich an den Interessen der Schüler und besteht aus Musik-und Sport-Arbeitsgemeinschaften sowie Mediation, Literatur, Technik, Kunst und jährlich stattfindende Musik-und Theaterabende, sportlichen Veranstaltungen und Wettbewerben. Der Fachbereich Deutsch besteht aus XX Lehrern inklusive der kommissarischen Fachbereichsleiterin Frau S., die während des Praktikums auch meine Mentorin ist. Markant für den Fachbereich ist der fächerübergreifende- und verbindende Unterricht. Desweiteren steht den Schüler eine Lektürenbibliothek mit circa 400 verschiedenen Titeln im jeweiligen Klassensatz zur Verfügung.[2]

Während der Hospitationsstunden konnte ich unterschiedliche Lehrertypen und Unterrichtsqualitäten beobachten. So gab es etwa eine Doppelstunde, in der die Schüler fast durchweg abwechselnd einen Teil eines Romans vorgelesen haben und diese Abschnitte, zumindest in der Doppelstunde, nicht ausgewertet wurden. Weiterhin konnte ich eine Unterrichtsstunde in einer Klasse 7 mit dem Thema Grammatik beobachten, in der die Lehrerin selbst fachlich unsicher war.

Auf der anderen Seite habe ich viele Hospitationsstunden bei einem Deutschlehrer verbracht, der ein hohes Repertoire an Unterrichtsmethoden und Sozialformen einsetzte, die eine hohe Lernmotivation seitens der Schüler hervorrief. Dazu trug auch eine hohe Anzahl an Phasenwechsel bei.

3. Unterrichtseinheit: Der Sandmann von E. T. A. Hoffmann

3.1 Tabellarische Übersicht über die gesamte Unterrichtsreihe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten [3]

3.2 Sachanalyse

E. T. A. Hoffmanns 1816 erschienene Erzählsammlung Nachtstü>Der Wechsel zwischen realistischen Tatsachen und wahnhaften Vorstellungen und Phantasien erfolgen im fließenden Wechsel und lassen einen eindeutigen und vollständigen Zugang zur Erzählung für den Leser nur schwer bzw. gar nicht zu. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass selbst die von Hoffmann gestalteten Figuren ambivalent sind. So etwa Clara, die zum Einen als empfindsame, verständige und Nathanael liebende Frau und zum Anderen als „kalt" und „prosaisch"[4] dargestellt und beschrieben wird.

Zentral sind in der, der Schauer- bzw. Schwarzen Romantik zugehörigen Erzählung vor allem das Augen- und das Automatenmotiv.[5] So glaubt Nathanael, dass Coppelius ihn wie einen Automaten behandelt, da dieser ihm Arme und Beine „[ab]schrob"[6] und wahllos wieder einsetzte.[7] Desweiteren verhält sich Clara, zumindest Nathanaels Meinung nach, ihm gegenüber wie ein Automat und sie wird als ein solcher von ihm, in einem unbeherrschten Moment auch so beschimpft: „Du lebloses, verdammtes Automat!".[8] In der extremsten Form begegnet man diesem Motiv bei der Figur Olimpia, die selbst ein (fast) perfekt hergestellter Automat ist. Sie zieht Nathanael in den Bann und lässt ihn alle Lebendigkeit um sich herum vergessen. Einzige Ausnahme von der Perfektion einer Maschine bildet ihre Sprachlosigkeit (abgesehen von dem einzigen Laut, den sie hervorbringt: „Ach."[9] ) und die leeren, leblosen Augen, die kontrastierend zum Augenmotiv dastehen.

3.3 Methodisch-Didaktische Analyse Rahmenlehrplanbezug

Thematisch ist E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann im dritten Kurshalbjahr und somit in das Oberthema „Literatur und Sprache im 19. / 20. Jahrhundert" einzuordnen. Eine weitere Differenzierung ordnet das Thema der „Literatur im Kontext anderer Künste und Medien:

Wechselwirkungen zwischen Bildender Kunst, Musik und Literatur am Beispiel der Romantik" zu.[10] Zudem ist das Epikwerk verbindliche Lektüre für das Zentralabitur 2011/12.[11] „Durch fachübergreifendes Lernen werden Inhalte und Themenfelder in größerem Kontext erfasst, außerfachliche Bezüge hergestellt und gesellschaftlich relevante Aufgaben verdeutlicht."[12] Dieses, vom Rahmenlehrplan geforderte, fachübergreifende Lernen findet zum Teil in der ersten Unterrichtsstunde statt. Das Thema „Trauma" ist zwar ein, in literarischen Werken oft wiederzufindendes Element, hat seinen Ursprung jedoch in der Psychologie (s. Kapitel: „4.2 Sachanalyse").

Der Kompetenzbereich „Literatur und Sprache in historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen" wird dahingehend geschult, dass die Schüler ihr Wissen über die Epoche der Romantik festigen. Dies wird in der 4. Unterrichtsstunde auf die Epoche der Aufklärung ausgeweitet. Hierbei wird ein fundiertes Wissen über die Merkmale der Aufklärung und des in dieser Epoche vorherrschenden Rationalitäts- und Vernunftbegriffs vorausgesetzt, der in der Qualifikationsphase 2 behandelt wurde.[13]

Gegenwartsbezug

Das Werk Der Sandmann kann als zeitlos gelten. Mehrere Ballettinszenierungen, Opern und Verfilmungen beweisen dies. Bereits 1870 entstand das Ballett „Coppelia" von Leo Delibes. Elf Jahre später wurde die Oper „Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach uraufgeführt. Beide Inszenierungen orientieren sich an Hoffmanns epischem Werk. Darauf aufbauend entstanden in den vergangenen 100 Jahren zahlreiche Verfilmungen des literarischen Stoffes. Der zuletzt produzierte Film stammt von Eckardt Schmidt aus dem Jahr 1993.[14] Es ist denkbar, dass weitere Verfilmungen folgen könnten. Dies liegt darin begründet, dass die Motive und Themen des Hoffmann'schen Werkes sowohl die zeitgenössischen als auch die gegenwärtigen Rezipienten beeindrucken. Das Grusel- und (Psycho)Horror-Genre spielt im privaten Leseprozess als auch bei der Filmrezeption junger Leser eine große Rolle. Denn dies, so Fiegehenn (2007), bedeutet eine „Loslösung vom engen, konventionsgeprägten Alltag, Ausflug und Ausbruch in fantastische Welten, das Ausleben von aggressiven Fantasien und die Verschmelzung mit Helden oder Opfern".[15]

Zukunftsbezug

Für die Schüler sind, aufgrund der zeitlichen Nähe zu den Abiturprüfungen, eine genaue Textkenntnis sowie Hintergrundwissen und ein Zugang zum Werk besonders wichtig. Von diesem, primär wichtigen Punkt abgesehen, liegt die zukünftige Bedeutung der Erzählung in dem Aufbau einer gewissen Ambiguitätstoleranz. Denn die mehrdeutigen Informationen, die durch die Multiperspektivität der Geschichte hervorgehen, schaffen beim Lesen Verwirrung. Die Ansichten und Handlungen Nathanaels geben in Hinsicht auf den Realitätsbegriff nicht immer Sinn. Bereits der erste Brief, der davon berichtet, dass dem Kind Nathanael die Gliedmaßen vertauscht wurden,[16] ruft Unglauben hervor. Um diese und weitere Widersprüchlichkeiten zu akzeptieren, muss eine Toleranz gegenüber schwer verständlichen und akzeptierbaren Informationen vorhanden sein, die während der Lektüre und Analyse der Erzählung gefördert wird.

Methodisches Vorgehen

Wie aus Tabelle 1 zu entnehmen ist, besteht die Unterrichtsreihe aus verschiedenen Sozial- und Methodenformen. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf einem Wechsel von Einzel- zu Partner- bzw. Gruppenarbeit, damit eine spürbare Abwechslung in der der Unterrichtsstunde vorherrscht und die Schüler somit angeregt werden durchgängig konzentriert mitzuarbeiten.

Tabelle 1: Übersicht über die verwendeten Methoden und Sozialformen in der Unterrichtsreihe E. T. A. Hoffmann: Der Sandmann

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Darstellung der ersten Unterrichtsstunde: Was ist ein Trauma?

4.1 Rahmenbedingungen

Der Kursraum ist sehr klein und mit einem Beamer inklusive Leinwand, einem Whiteboard[17], einem Computer, einem Overhead-Projektor sowie einem Fernseher und DVD-Player mit Lautsprecherboxen ausgestattet. Die Tische sind U-förmig angeordnet, wobei drei einzelne Tische aufgrund des Platzmangels im Innenraum stehen.

Die 16 Mädchen und 4 Jungen des Grundkurses Deutsch befinden sich in der Qualifikationsstufe 3 und werden von ihrer Kursleiterin in drei Unterrichtsstunden pro Woche seit Beginn des Schuljahres zum Thema „Romantik" unterrichtet, sodass davon ausgegangen werden kann, dass ein Basiswissen zu der Epoche, seinen Autoren, Motiven etc. vorhanden ist. Die Schüler erhalten aufgrund organisatorischer Verzögerungen die Lektüre erst nach der ersten Unterrichtsstunde, sodass in der ersten Stunde weder mit der Lektüre gearbeitet noch auf deren Inhalt zurückgegriffen werden kann. Sie soll als lockerer Einstieg in das Gesamtthema dienen und zusätzlich mit einem aktuellen Lebensbezug ausgestattet sein. Dieser ist das Thema „Trauma".

4.2 Sachanalyse

Nach Wöller und Kruse (2004) wird

[u]nter einem psychischem Trauma [...] ein intensives Bedrohungserlebnis verstanden, dessen Qualität deutlich außerhalb des typischen menschlichen Erlebens liegt und dessen Intensität die durchschnittlich verfügbaren psychischen Verarbeitungsgrenzen überschreitet.

Als Folge dieses Erlebnisses entstehen psychische oder körperliche Störungen oder Krankheiten. Allerdings verwendet man den Begriff Trauma erst dann, wenn die Person auf die Situation mit deutlichen Stressbeschwerden reagiert und/oder sich eine psychische Störung oder körperliche Krankheit entwickelt hat. Erst anhand der Reaktionen kann man sagen, ob eine gemachte Lebenserfahrung "traumatisch" und damit ein Trauma für die Person war.[18] Ein traumatisches Erlebnis kann unterschiedlich therapiert werden. Mögliche Behandlungen sind die Verhaltenstherapie, die psychodynamische Psychotherapie und die medikamentöse Therapie, Entspannungstechniken und Expositionstechniken. Die psychodynamische Psychotherapie ergründet in erster Linie die persönlichen Werte eines Menschen und stellt fest, wie das Verhalten und Erleben während des Traumas diese beeinträchtigt haben. Die medikamentöse Therapie versucht hingegen mit Beruhigungsmitteln oder Antidepressiva die Auswirkungen des Traumas zu mindern.[19]

4.3 Didaktisch-Methodische Analyse

Die Unterrichtsstunde gliedert sich in Einstieg, Erarbeitung, Auswertung und Sicherung. An die Erarbeitung schließt eine alternative Erarbeitung, an die Auswertung ein Zeitpuffer sowie an die Sicherung eine alternative Sicherung an.

Der Einstieg erfolgt im Plenum in Form eines Brainstormings zur Klärung des Begriffs „Trauma". Diese Form ermöglicht den Schülern sich frei und intuitiv zu äußern. Die Äußerungen werden so kurz wie möglich an der Tafel festgehalten, damit die Schüler auch im weiteren Verlauf der Stunde mit der selbst hergestellten Definition arbeiten können. Obwohl die Stichworte der Schüler als Definition zum Begriff „Trauma" dienen sollen, so erhalten sie dennoch eine schriftliche Definition aus einem Fachbuch. Diese kann bei Unsicherheiten im weiteren Verlauf der Unterrichtsstunde als zusätzlicher, verbindlicher Ausgangspunkt dienen.

Der Phasenwechsel zur Erarbeitung erfolgt, indem die Schüler aus einem Beutel einen Gegenstand ziehen sollen. Dies ermöglicht einen deutlichen Schlussstrich unter die vorhergehende Phase und eine Spannungserzeugung auf die folgende. Während der Erarbeitung schreiben die Schüler in Einzelarbeit einen fiktiven Brief an den besten Freund. Dabei arbeiten sie alleine, um eine ruhige Atmosphäre zu schaffen und kreatives Schreiben zu ermöglichen. Der gezogene Gegenstand dient hierbei als Inspiration und Mittelpunkt der fiktiven Handlung. Sollten ein oder mehrere Schüler mit dem Gegenstand Probleme haben und beispielsweise keine Idee zu einem Trauma haben, kann ein weiterer Gegenstand genommen werden.

Alternativ könnte das Schreiben in Partnerarbeit erfolgen, jedoch erlaubt dies die Größe des Kursraumes nicht, da die Schüler von den Gesprächen ihrer Mitschüler gestört werden könnten. Wie schon oben genannt, soll das traumatische Erlebnis in der Briefform geschrieben werden. Dies dient als Wiederholung in Hinsicht auf die zu fördernde Textsortenkompetenz bezüglich der Textform Brief: Die Schülerverfügen „sicher und flexibel über verschiedene textsortenspezifische Schreibformen."[20] Außerdem knüpft diese Textsorte direkt an den Beginn von Hoffmanns Erzählung, bei dem Nathanael selbst über sein Trauma in einem, an seinen Freund Lothar gerichteten Brief berichtet. Alternativ könnte man das Trauma auch in der Ich-Form als erlebte Rede verfassen lassen. Dadurch würde in der folgenden Auswertungsphase während des Vortragens beim Zuhörer der Eindruck verstärkt werden, dass er sich mitten in der Erzählung befindet. Ich habe mich allerdings für die erste Variante entschieden, da der Bezug zu Nathanael und somit zur gesamten Thematik bestehen und herausstechen soll.

Die alternative Erarbeitung dient dem Fall, dass ein Schüler aufgrund eigener traumatischer Erlebnisse nicht selber eine Erzählung schreiben möchte. In diesem Fall kann der Schüler einen weiteren Gegenstand ziehen, falls der erste Gegenstand Assoziationen mit den eigenen Erlebnissen weckt, oder eine fertige Erzählung auf die entstehenden Gefühle hin untersuchen. Dies gewährleistet, dass der der Anteil echter Lernzeit[21] genauso hoch ist wie bei den Mitschülern. Gleichzeitig besteht die Option aufgrund der hospitierenden Kommilitonin, dass der jeweilige Schüler in deren Begleitung aus dem Raum genommen werden kann und die Möglichkeit hat, über sein Problem zu sprechen.

Der Phasenwechsel zur Auswertung erfolgt, indem die Schüler die Schreibarbeit niederlegen und sich einen Partner für die folgende Phase suchen. Aufgrund der Raumgröße und der Anordnung der Tische wird als Partner der Sitznachbar dienen. Alternativ könnte der Raum verlassen werden und die Schüler könnten im Gang Paare bilden. Da diese Möglichkeit sehr zeitaufwendig ist und der Gang akustisch sich nicht dafür eignet, zehn Schüler gleichzeitig vorlesen zu lassen, habe ich michgegen diese Alternative entschieden. Der Austausch findet jeweils zu zweit statt, da dies, im Gegensatz zur Arbeit in einer Gruppe, ermöglicht, dass der Vorleser besser auf seinen Zuhörereingehen kann und der Hörer sich intensiver auf die Erzählung einlässt. Sollte während der Auswertungsphase bereits absehbar sein, dass die zeitliche Phasierung zu großzügig bemessen wurde, kann als Zeitpuffer der Partner gewechselt werden. Dies wird durch die U-förmige Tischanordnung unterstützt, da jeder Schüler den weiteren Sitznachbarn als neuen Partner nehmen kann und somit nicht viel Zeit verloren geht. Diese Möglichkeit bereichert die Eindrücke undentstandenen Gefühle der Zuhörer, die für die Sicherung hilfreich sein werden.

Der Phasenwechsel zur Sicherung erfolgt, indem die Schüler sich aus der Partnerarbeit lösen und ihre Aufmerksamkeit wieder nach vorne richten. In dieser Phase werden im Plenum die entstandenen Eindrücke ausgetauscht, die geweckten Gefühle in Worte gefasst und an der Tafelfestgehalten. Die Sicherung erfolgt erneut im Plenum, da dadurch ein besserer Austausch der entstandenen Empfindungen ermöglicht werden soll. Die Begriffe werden von den Schülern an der Tafelgesammelt, sodass am Ende ein Gesamtbild der Gefühlswelt eines Traumas sichtbar wird. Über dieses soll das Interesse geweckt und damit ein Bezug zu dem traumatischen Erlebnis von Nathananel hergestellt werden. Eine Überleitung zu diesem erfolgt, indem darauf verwiesen wird, dass Nathanaels ein Kindheitstrauma hat, welches jedoch nicht therapiert wurde und ihn sein Leben langverfolgt.

[...]


[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird das maskuline Genus für beide Geschlechter verwendet, meint aber die männliche und weibliche Form gleichermaßen.

[2] Website der Schule: hier anonymisiert

[3] Die hellgrau unterlegten Zeilen sind die, in diesem Bericht vorgestellten Unterrichtsstunden. Sämtliche Arbeitsmaterialien für diese befinden sich im Anhang.

[4] Hoffmann (2004): DerSandmann. S. 26.

[5] Auf das Augenmotiv wird an dieser Stelle nicht eingegangen, da es kein Bestandteil der Unterrichtsreihe ist.

[6] „schrob" = sprachlich veraltete Form von „schraubte".

[7] Hoffmann (2004): DerSandmann. S. 12.

[8] Ebd. S. 28.

[9] Ebd. U.a.. S. 36.

[10] Rahmenlehrplan Berlin, Deutsch. S. 22.

[11] Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung (2010): Fachbrief Nr. 17. Deutsch. S. 7. Zu finden

auf: URL: http://www.bjsinfo.verwalt-berlin.de/index.aspx?id=130-Stand: 17.10.2011.

[12] Rahmenlehrplan Berlin, Deutsch. S. 7.

[13] Ebd. S. 18.

[14] Scheffer(2010): Interpretation Deutsch. E. T. A. Hoffmann: DerSandmann. S. 104.

[15] Fiegehenn (2007): E. T. A. Hoffmanns Erzählung Der Sandmann. Die Faszination des Abgründigen. S. 5.

[16] Hoffmann (2004): Der Sandmann. S. 12.

[17] Im Folgenden werden die Wörter Whiteboard und Tafel synonym verwendet.

[18] URL: http://www.trauma-informations-zentrum.de/faq.htmtttrauma - Stand: 03.09.2011

[19] URL: http://www.traumatherapie.org - Stand: 06.09.2011

[20] Rahmenlehrplan Deutsch, S. 10.

[21] Vgl. mit: Meyer (2004): Was ist guter Unterricht? S. 39-46.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten

Details

Titel
Bericht Unterrichtspraktikum Deutsch
Untertitel
Unterrichtsreihe E.T.A. Hoffmann: "Der Sandmann" im Grundkurs Deutsch
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Deutsche Philologie)
Veranstaltung
Fachbezogenes Unterrichten - Schulpraktische Studien
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
41
Katalognummer
V189434
ISBN (eBook)
9783656146339
ISBN (Buch)
9783656146667
Dateigröße
675 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Anmerkung der Dozentin: Reflexion: sehr klar und analytisch, angemessene Handlungsalternativen
Schlagworte
Sandmann, Hoffmann, E.T.A. Hoffmann, Grundkurs Deutsch, Qualifikationsphase, Deutschunterricht, Romantik, Reflexion, Unterrichtspraktikum
Arbeit zitieren
Bianca Reinisch (Autor), 2011, Bericht Unterrichtspraktikum Deutsch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189434

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