Auszug aus der Sachanalyse:
E. T. A. Hoffmanns 1816 erschienene Erzählsammlung 'Nachtstücke: Herausgegeben von dem Verfasser der Fantasiestücke in Callots Manier' enthielt unter anderem eines seiner bis heute bekanntesten Werke 'Der Sandmann'. Das Prosastück zählt ebenfalls zu den bekanntesten Texten der (Spät)Romantik und beinhaltet viele Motive, die für die Epoche kennzeichnend sind. Begriffe wie fantastisch, unheimlich, gespenstisch, abgründig und in der Seele verborgen beschreiben das Werk zutreffend und könnten auch noch weiter geführt werden.
Der Wechsel zwischen realistischen Tatsachen und wahnhaften Vorstellungen und Phantasien erfolgen im fließenden Wechsel und lassen einen eindeutigen und vollständigen Zugang zur Erzählung für den Leser nur schwer bzw. gar nicht zu. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass selbst die von Hoffmann gestalteten Figuren ambivalent sind. So etwa Clara, die zum Einen als empfindsame, verständige und Nathanael liebende Frau und zum Anderen als „kalt“ und „prosaisch“ dargestellt und beschrieben wird.
Zentral sind in der, der Schauer- bzw. Schwarzen Romantik zugehörigen Erzählung vor allem das Augen- und das Automatenmotiv. So glaubt Nathanael, dass Coppelius ihn wie einen Automaten behandelt, da dieser ihm Arme und Beine „[ab]schrob“ und wahllos wieder einsetzte. Desweiteren verhält sich Clara, zumindest Nathanaels Meinung nach, ihm gegenüber wie ein Automat und sie wird als ein solcher von ihm, in einem unbeherrschten Moment auch so beschimpft: „Du lebloses, verdammtes Automat!“. In der extremsten Form begegnet man diesem Motiv bei der Figur Olimpia, die selbst ein (fast) perfekt hergestellter Automat ist. Sie zieht Nathanael in den Bann und lässt ihn alle Lebendigkeit um sich herum vergessen. Einzige Ausnahme von der Perfektion einer Maschine bildet ihre Sprachlosigkeit (abgesehen von dem einzigen Laut, den sie hervorbringt: „Ach.“ ) und die leeren, leblosen Augen, die kontrastierend zum Augenmotiv dastehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rahmenbedingungen: Die Rheingau-Oberschule und deren Deutschunterricht
3. Unterrichtseinheit: Der Sandmann von E. T. A. Hoffmann
3.1 Tabellarische Übersicht über die gesamte Unterrichtsreihe
3.2 Sachanalyse
3.3 Methodisch-Didaktische Analyse
4. Darstellung der ersten Unterrichtsstunde: Was ist ein Trauma?
4.1 Rahmenbedingungen
4.2 Sachanalyse
4.3 Didaktisch-Methodische Analyse
4.4 Unterrichtsziele
4.5 Unterrichtsverlaufsplan
4.6 Reflexion
5. Darstellung der dritten Unterrichtsstunde: Rätselhafte Clara
5.1 Rahmenbedingungen
5.2 Sachanalyse
5.3 Didaktisch-Methodische Analyse
5.4 Unterrichtsziele
5.5 Unterrichtsverlaufsplan
5.6 Reflexion
6. Gesamtreflexion
7. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert ein Schulpraktikum im Fach Deutsch und entwirft eine Unterrichtsreihe zur Erzählung „Der Sandmann“ von E. T. A. Hoffmann für einen Grundkurs der Sekundarstufe II. Das primäre Ziel besteht darin, durch eine fachdidaktisch fundierte Planung und Analyse der Unterrichtsstunden, insbesondere zum Thema „Trauma“ und der Analyse der Figur „Clara“, die Kompetenzen der Schüler im Bereich der Textinterpretation und epochenbezogenen Literaturanalyse zu fördern.
- Methodische Gestaltung von Literaturunterricht in der Oberstufe
- Analyse literarischer Motive (z. B. Automatenmotiv, Augenmotiv)
- Verknüpfung von Psychologie (Traumabegriff) und Literaturwissenschaft
- Intermediale Betrachtung (Verhältnis Literatur, Kunst und Musik in der Romantik)
- Reflexion der eigenen Lehrerrolle und schulpraktischer Erfahrungen
Auszug aus dem Buch
3.2 Sachanalyse
E. T. A. Hoffmanns 1816 erschienene Erzählsammlung Nachtstücke: Herausgegeben von dem Verfasser der Fantiestücke in Callots Manier enthielt unter anderem eines seiner bis heute bekanntesten Werke Der Sandmann. Das Prosastück zählt ebenfalls zu den bekanntesten Texten der (Spät)Romantik und beinhaltet viele Motive, die für die Epoche kennzeichnend sind. Begriffe wie fantastisch, unheimlich, gespenstisch, abgründig und in der Seele verborgen beschreiben das Werk zutreffend und könnten auch noch weiter geführt werden.
Der Wechsel zwischen realistischen Tatsachen und wahnhaften Vorstellungen und Phantasien erfolgen im fließenden Wechsel und lassen einen eindeutigen und vollständigen Zugang zur Erzählung für den Leser nur schwer bzw. gar nicht zu. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass selbst die von Hoffmann gestalteten Figuren ambivalent sind. So etwa Clara, die zum Einen als empfindsame, verständige und Nathanael liebende Frau und zum Anderen als „kalt“ und „prosaisch“ dargestellt und beschrieben wird.
Zentral sind in der, der Schauer- bzw. Schwarzen Romantik zugehörigen Erzählung vor allem das Augen- und das Automatenmotiv. So glaubt Nathanael, dass Coppelius ihn wie einen Automaten behandelt, da dieser ihm Arme und Beine „[ab]schrob“ und wahllos wieder einsetzte. Desweiteren verhält sich Clara, zumindest Nathanaels Meinung nach, ihm gegenüber wie ein Automat und sie wird als ein solcher von ihm, in einem unbeherrschten Moment auch so beschimpft: „Du lebloses, verdammtes Automat!“ In der extremsten Form begegnet man diesem Motiv bei der Figur Olimpia, die selbst ein (fast) perfekt hergestellter Automat ist. Sie zieht Nathanael in den Bann und lässt ihn alle Lebendigkeit um sich herum vergessen. Einzige Ausnahme von der Perfektion einer Maschine bildet ihre Sprachlosigkeit (abgesehen von dem einzigen Laut, den sie hervorbringt: „Ach.“) und die leeren, leblosen Augen, die kontrastierend zum Augenmotiv dastehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt ihre Erwartungen an das Schulpraktikum dar und beschreibt ihre methodischen Schwerpunkte sowie die Motivation, ihr Handeln als Lehrperson zu reflektieren.
2. Rahmenbedingungen: Die Rheingau-Oberschule und deren Deutschunterricht: Dieses Kapitel skizziert das schulische Umfeld, die technische Ausstattung der Klassenräume sowie die Beobachtungen der Autorin während ihrer Hospitationsstunden bei verschiedenen Lehrkräften.
3. Unterrichtseinheit: Der Sandmann von E. T. A. Hoffmann: Hier wird der tabellarische Gesamtplan der Reihe vorgestellt, eine sachliche Analyse des Werks durchgeführt sowie die methodisch-didaktische Begründung für die Behandlung der Novelle im Kurs dargelegt.
4. Darstellung der ersten Unterrichtsstunde: Was ist ein Trauma?: Diese Sektion behandelt die Planung und Reflexion der ersten Stunde, in der der Begriff des Traumas als Grundlage für das Verständnis von Nathanaels Lebenswelt erarbeitet wird.
5. Darstellung der dritten Unterrichtsstunde: Rätselhafte Clara: Das Kapitel widmet sich der Analyse der Figur Clara als Vertreterin der Aufklärung, inklusive Sachanalyse, didaktischem Vorgehen und einer kritischen Reflexion des Unterrichtsverlaufs.
6. Gesamtreflexion: Die Autorin zieht eine Bilanz ihrer Erfahrungen während des fünfwöchigen Praktikums, bewertet die Lernmotivation der Schüler mittels einer Fragebogen-Evaluation und reflektiert ihre eigene professionelle Entwicklung.
7. Schluss: Abschließendes Fazit, in dem die Autorin den Nutzen des Praktikums für ihre bisherige universitäre Ausbildung hervorhebt und eine Empfehlung für eine stärkere Verzahnung von Studium und Praxis ausspricht.
Schlüsselwörter
E. T. A. Hoffmann, Der Sandmann, Literaturdidaktik, Schulpraktikum, Deutschunterricht, Romantik, Aufklärung, Traumabegriff, Automatenmotiv, Unterrichtsreflexion, Sekundarstufe II, Lehrerrolle, Unterrichtsplanung, Figurenkonstellation, Clara.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die Erfahrungen, Planungen und Reflexionen einer Lehramtsstudierenden während ihres Schulpraktikums im Fach Deutsch an einer Berliner Oberschule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die fachdidaktische Aufbereitung der Erzählung „Der Sandmann“, der Umgang mit literarischen Epochen (Romantik vs. Aufklärung) und die Reflexion von Unterrichtsmethoden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erprobung und kritische Evaluation von Unterrichtskonzepten, um literarische Texte für Lernende der Oberstufe zugänglich und interpretierbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus fachdidaktischer Literaturrecherche, tabellarischer Unterrichtsplanung und einer empirischen Auswertung mittels Fragebögen zur Evaluation der Schülerzufriedenheit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden konkrete Unterrichtsstunden zu „Der Sandmann“ detailliert geplant, dargestellt, durchgeführt und anschließend hinsichtlich ihres Erfolgs und möglicher Verbesserungspotenziale reflektiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind E. T. A. Hoffmann, Unterrichtsplanung, Traumabegriff, Automatenmotiv, Sekundarstufe II und professionelle Lehrerreflexion.
Warum wurde in der ersten Stunde das Thema „Trauma“ gewählt?
Das Thema dient als Schlüssel zum Verständnis der psychischen Verfassung des Protagonisten Nathanael, da sein kindliches Trauma das zentrale Element für sein späteres irrationales Handeln darstellt.
Wie bewerten die Schüler den Unterricht laut der Auswertung?
Die Evaluation zeigt ein überwiegend positives Feedback; besonders die Methodenvielfalt wird gelobt, während die Selbsteinschätzung des eigenen Arbeitsaufwands der Schüler variiert.
Welche Herausforderung ergab sich bei der Analyse der Figur Clara?
Die Herausforderung bestand darin, Clara als rationale Kontrastfigur zur „schwarzen Romantik“ zu begreifen, ohne sie einseitig als „leblose Puppe“ abzuwerten.
Welche Konsequenz zieht die Autorin aus dem Praktikum?
Sie betont die Notwendigkeit einer längeren und praxisnäheren Ausbildung, um besser auf die Anforderungen des Berufsalltags und auf die heterogenen Bedürfnisse von Lerngruppen vorbereitet zu sein.
- Arbeit zitieren
- Bianca Reinisch (Autor:in), 2011, Bericht Unterrichtspraktikum Deutsch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189434