Im Text geht es um das Streit-Schlichter-Programm Peer-Mediation. Dabei geht es darum, dass Probleme der Schüler untereinander zusammen mit einem Schlichter, der ebenfalls ein Schüler ist, besprochen werden, um Lösungen zu finden. Hierbei wird nicht der Konflikt an sich zentralisiert, sondern die Art und Weise, wie diese gelöst werden. Da Konflikte auch Lernchancen bieten, sollen die Betroffenen ohne die Intervention von Autoritätspersonen mit Gleichaltrigen über ihr (Fehl-)Verhalten sprechen und ihren Umgang miteinander verbessern.
Die Hausarbeit ist untergliedert in einen Theorie- und einen Praxisteil. Im ersteren gehe ich auf den Gewaltbegriff ein und kläre Ursachen und Formen von Aggressionen und schulischer Gewalt. Daraus ergibt sich ein Exkurs zur allgemeinen Gewaltprävention und -intervention; ein Thema, welches im darauffolgenden Kapitel durch das Mediationsprogramm näher betrachtet werden soll. Im Praxisteil berichte ich über die Ergebnisse von Interviews mit den jeweiligen Verantwortlichen für das Mediationsprogramm an zwei Schulen in Dresden. Letztendlich soll nach der Lektüre dieser Hausarbeit ein Bild darüber entstehen, wie wichtig diese Art von Programmen für die Gewaltreduzierung und -vorbeugung an Schulen ist.
Inhaltsverzeichnis
I. Theorie
1. Gewalt
1.1. Begriffsklärung
1.2. Ursachen von Gewalt im schulischen Alltag
1.3. Gewaltformen im schulischen Alltag
1.4. Täter-Opfer-Typologie
2. Gewaltprävention
2.1. Typen der Gewaltprävention
2.2. Interne Einflüsse auf das Gewaltverhalten
3. Mediation
3.1. Begriffsklärung
3.2. Konzept
3.3. Die MediatorInnen
3.4. Die Ausbildung zum Mediator
3.5. Phasen
3.6. Probleme
II. Praxis
1. Berichte
1.1. 128. Mittelschule
1.2. 121. Mittelschule
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das Konzept der Peer-Mediation als Methode der Gewaltprävention an Schulen, um deren pädagogischen Mehrwert und praktische Umsetzbarkeit zu bewerten.
- Theoretische Fundierung des Gewaltbegriffs und Ursachen schulischer Gewalt
- Differenzierung von Ansätzen der Gewaltprävention und -intervention
- Konzeptualisierung und methodischer Ablauf der Mediation
- Praxisbeispiele der Implementierung an Dresdner Schulen
Auszug aus dem Buch
3.5. Die Phasen der Mediation
Die Vorphase umfasst alle Aktivitäten und Überlegungen vor der Mediation. Das sind die Kontaktaufnahme, die Motivierung der Konfliktparteien für die Mediation, Konfliktberatung, Planung sowie die praktische Vorbereitung des Mediationsgesprächs. In dieser Phase wird auch die Frage geklärt, ob eine Mediation überhaupt sinnvoll ist oder eine andere Form der Konfliktlösung angebrachter wäre. (Faller, 130)
Eine günstige Ausgangssituation bietet sich natürlich, wenn sich beide Konfliktparteien mit ihrem Problem an den Mediator wenden. Häufig ist es jedoch der Fall, dass nur eine Partei an den Mediator herantritt. In dem Fall schließt sich eine Überzeugung der anderen Partei an, an der Mediation teilzunehmen. Sehr oft wird den Mediatoren auch ein Hinweis von Dritten gegeben, die den Streit beobachtet haben. (Faller, 131)
In der Vorphase versuchen die Mediatoren das Vertrauen der beiden Konfliktparteien zur eigenen Person aufzubauen und ihnen die Ernsthaftigkeit der Mediation klarzumachen. Aufgabe des Mediators ist es, ein möglichst positives Verhältnis zu allen Konfliktparteien zu entwickeln, d.h. die Streitenden sollen den Mediator als neutral, aber auch als freundlich und mitfühlend erleben. Der Mediator gibt in dieser Phase Informationen über die Mediation und über den Ablauf des Mediationsgesprächs. Er/sie stellt sich als einen im Streit neutralen Mediator vor, der die Möglichkeit besitzt, das Gespräch jederzeit zu unterbrechen und auch Einzelgespräche mit den einzelnen Parteien zu führen. Der Mediator erklärt das Ziel der Schlichtung, nämlich eine schriftliche Übereinkunft über eine von allen Parteien akzeptierte Lösung des Konflikts zu treffen. Weiterhin wird in diese Vorphase eine Vereinbarung über den Beginn des Mediationsgesprächs mit allen Beteiligten getroffen. Die Vorphase dient als Vorbereitung des eigentlichen Mediationsgesprächs, oft zeigt sich aber, dass in dieser Phase bereits schon viele kleine Streits beigelegt wurden konnten. (Faller, 130)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gewalt: Dieses Kapitel definiert den Gewaltbegriff, erörtert Ursachen im schulischen Alltag, beleuchtet verschiedene Gewaltformen und stellt eine Typologie von Tätern und Opfern auf.
2. Gewaltprävention: Hier werden grundlegende Definitionen von Prävention und Intervention erläutert sowie die verschiedenen Typen der Gewaltprävention und schulinternen Einflussfaktoren dargelegt.
3. Mediation: Dieser Abschnitt beschreibt das Mediationskonzept, die Rolle der Mediatoren, Ausbildungsinhalte, den strukturierten Phasenverlauf sowie potenzielle Probleme bei der Anwendung.
1. Berichte: Im Praxisteil werden die Ergebnisse von Interviews an zwei Dresdner Mittelschulen präsentiert, um die praktische Umsetzung und Erfolge von Mediationsprogrammen zu evaluieren.
Schlüsselwörter
Mediation, Peer-Mediation, Gewaltprävention, Gewaltintervention, Schulklima, Streitschlichtung, Konfliktlösung, Schule, Täter-Opfer-Typologie, Sozialverhalten, Pädagogik, Gewaltformen, Schülermediatoren, Kommunikation, Konfliktmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Wirksamkeit und das pädagogische Potenzial von Mediation als Programm zur Gewaltprävention und -intervention an deutschen Schulen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Analyse von Gewaltursachen sowie der konkreten methodischen Umsetzung von Peer-Mediation in der schulischen Praxis.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit fokussiert auf die Frage, inwieweit das Programm der Mediation pädagogisch wertvoll ist und wie es zur Verbesserung des Schulklimas beitragen kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Neben einer literaturgestützten Theoriebildung umfasst die Methodik eine empirische Komponente in Form von Experteninterviews mit Verantwortlichen an Dresdner Schulen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil über Gewalt und Präventionsansätze sowie einen Praxisteil mit Berichten zur Implementierung von Mediatorenprogrammen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Zentrale Begriffe sind Peer-Mediation, Gewaltprävention, Streitschlichtung, Konfliktlösung und schulisches Lernklima.
Welche Rolle spielen Schüler als Mediatoren?
Schüler fungieren als neutrale Vermittler, die durch spezielle Ausbildung befähigt werden, Konflikte zwischen Gleichaltrigen durch strukturierte Gespräche nachhaltig zu lösen.
Wie bewerten die untersuchten Schulen den Erfolg von Mediation?
Die Schulen berichten von einer Verbesserung des Schulklimas, merken jedoch an, dass die Akzeptanz bei der Lehrerschaft oft passiv ist und die Implementierung Zeit benötigt.
Was passiert, wenn Mediationsvereinbarungen nicht eingehalten werden?
In den meisten Fällen werden die getroffenen Abmachungen befolgt; bei Scheitern können jedoch jederzeit klassische Disziplinarmaßnahmen ergriffen werden.
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- M.A. Sandra Mattick (Autor), 2004, Mediation in der Schule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189492