Heutzutage wird die Schule nur noch als Zwangemeinschaft angesehen. Immer weniger Freizeitmöglichkeiten werden den Jugendlichen in der Schule geboten und so kommt es, dass die Schüler nach der Schule jubelnd die Schule verlassen und am nächsten Morgen unmotiviert wieder den Klassenraum betreten.
Die Einführung von Ganztagsschulen soll jedoch dabei helfen, dass Jugendliche wieder gerne zur Schule gehen, sie sollen gerne dort Zeit verbringen und eher traurig sein, wenn die Schule geschlossen sein sollte. Ob sich schließlich das gegenwärtige Bild von der Schule als Zwangsgemeinschaft, durch die Einführung von Ganztagsschulen ändern lässt, werde ich in dieser Arbeit untersuchen.
Ich werde zuerst den Begriff der Ganztagsschule klären und verschiedene Definitionen darlegen. Des Weiteren werde ich den Unterschied zur Halbtagsschule verdeutlichen. Als Beispiel für eine Ganztagsschule dient mir die X-Schule, Y. Ich werde Bezug auf Meinungen verschiedener Experten nehmen, die sich zum Thema Ganztagsschulen äußern und ihre Meinungen vergleichen.
Schließlich werde ich selber Stellung zum Thema Ganztagsschule nehmen und meine persönliche Einstellung darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Thematische Textdarstellung
3.Reflexion
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Einführung von Ganztagsschulen dazu beitragen kann, das negative Bild der Schule als Zwangsgemeinschaft zu wandeln und die Lernmotivation von Jugendlichen nachhaltig zu steigern. Dabei werden theoretische Definitionen mit dem praktischen Beispiel einer spezifischen Ganztagsschule verknüpft, um das Potenzial für eine positivere Lernumgebung und individuelle Förderung zu bewerten.
- Grundlagen und Definitionen des Konzepts Ganztagsschule
- Abgrenzung zwischen Halbtagsschule und Ganztagsmodell
- Analyse der Expertenmeinungen zum schulischen Bildungsauftrag
- Fallbeispiel: Pädagogisches Konzept und Alltag an der X-Schule
- Diskussion über Chancengleichheit und individuelle Entfaltungsmöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
2.Thematische Textdarstellung
Zuerst möchte ich verschiedene Definitionen der Ganztagsschule darlegen. Die Kultusministerkonferenz definiert Ganztagsschulen als „Schulen, die an drei Tagen ein ganztägiges Programm und Mittagessen anbietet“1. Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus definiert den Begriff Ganztagsschule wie folgt: „Die Ganztagsschule ist ein freiwilliges schulisches Angebot der ganztägigen Förderung und Betreuung von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5 bis 10. Der Unterricht an Ganztagsschulen findet wie gewohnt überwiegend am Vormittag im Klassenverband statt. Diejenigen Schülerinnen und Schüler, deren Eltern dies wünschen, besuchen dann nach dem stundenplanmäßigen Unterricht die jeweiligen Ganztagsangebote“2.
Darüber hinaus wurde der Begriff „Ganztagsschule“, schon 1961 vom Institut für Pädagogik der UNESCO definiert. Demnach ist die „Ganztagsschule im Kern eine Halbtagsschule und ihr Nachmittagsangebot ist freiwillig. In einer geregelten Form gibt es Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Förderunterricht und Freizeitangebote“3. Diese Definition behält bis heute ihre Gültigkeit.
Die Ganztagsschule unterscheidet sich also im Vergleich zur Halbtagsschule dadurch, dass Schülerinnen und Schülern außerhalb des Unterrichts die Möglichkeit besitzen, ihre Freizeitaktivitäten auch innerhalb der Schule auszuleben. Dabei können Jugendliche individuell gefördert und betreut werden. Individualisierung und die Zusammenarbeit sind zwei der wichtigsten Faktoren der Ganztagsschule.
Des Weiteren bietet man den Jugendlichen Raum, Zeit und vor allem Gelassenheit zum Lernen. Genau an diesem Punkt setzt Jürgen Kluge (Chef von McKinsey in Deutschland) an. Er ist der festen Überzeugung, dass das „abgespeckte Angebot an Bildung, das wir heute an vielen Stellen haben…“(Treibhäuser der Zukunft, Reinhard Kahl, 2006, S. 87), der Grund dafür sei, dass Schule nicht als Investition in die Zukunft angesehen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Der Autor führt in das Problem der Schule als wahrgenommene Zwangsgemeinschaft ein und formuliert das Ziel, den Nutzen von Ganztagsschulen als Gegenentwurf zu untersuchen.
2.Thematische Textdarstellung: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Definitionen des Begriffs Ganztagsschule und präsentiert mit der X-Schule ein Praxisbeispiel, das durch pädagogische Konzepte wie den Marchtaler Plan überzeugt.
3.Reflexion: Der Autor reflektiert seine eigene Wandlung vom Skeptiker zum Befürworter und diskutiert die gesellschaftliche sowie pädagogische Relevanz des Ganztagsbetriebs.
Schlüsselwörter
Ganztagsschule, Halbtagsschule, Bildung, Erziehung, Lernumgebung, individuelle Förderung, Chancengleichheit, Marchtaler Plan, Zwangsgemeinschaft, Motivation, Sozialstrukturanalyse, Freizeitangebot, Schulkultur, Heterogenität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept der Ganztagsschule als alternative Schulform und untersucht, inwiefern diese das Bild der Schule als „Zwangsgemeinschaft“ positiv verändern kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind pädagogische Definitionen von Ganztagsschulen, der Vergleich zur klassischen Halbtagsschule sowie die Auswirkungen von Ganztagsangeboten auf die Lernmotivation und die individuelle Entfaltung der Schüler.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob Ganztagsschulen Jugendliche motivieren können, lieber zur Schule zu gehen und ob sie einen pädagogischen Mehrwert gegenüber traditionellen Schulstrukturen bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse in Kombination mit einer deskriptiven Darstellung und dem Fallbeispiel der X-Schule, um theoretische Konzepte mit der Praxis zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der begrifflichen Klärung, der Darstellung verschiedener Expertenmeinungen und der detaillierten Beschreibung der X-Schule inklusive ihres spezifischen pädagogischen Ansatzes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ganztagsschule, Bildungsgerechtigkeit, individuelle Förderung, Lernumgebung und Schulkultur.
Wie unterscheidet sich die X-Schule von einer regulären Schule?
Die X-Schule arbeitet nach dem Marchtaler Plan, verzichtet auf klassische Klassenarbeiten in der Grundschule und setzt stark auf vernetzten Unterricht sowie eine individuelle, ganzheitliche Förderung der Kinder.
Welches Fazit zieht der Autor zur Erziehungsverantwortung?
Der Autor sieht eine Gefahr darin, dass die Erziehungsverantwortung zunehmend in die Hände der Lehrer und der Schule übergeht, stellt jedoch fest, dass die erhöhte Motivation der Schüler den Aufwand rechtfertigt.
- Quote paper
- Michael Wünsch (Author), 2010, Die Ganztagsschule als Alternative. Wie Kinder wieder gern zur Schule gehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189655