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Die Frühphase des FDGB

Título: Die Frühphase des FDGB

Trabajo , 2010 , 28 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Bachelor of Arts Julia Erdmann (Autor)

Sociología - Trabajo, Educación, Organización
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Der 17. Juni 1953, der Tag des Juni-Aufstandes der Arbeiter in der DDR, ist bis heute ein Datum, um das sich viele Legenden ranken. Die Adenauerregierung der BRD erklärte dieses Datum schon am 4. August 1953 zum gesetzlichen Feiertag, zum „Tag der deutschen Einheit“, als „Festtag nationaler Selbstfindung“ (Eckelmann 1990, S. 20). Die SED-Regierung der DDR hingegen machte für die Geschehnisse dieses Tages den „Staatsfeind“ (ebd.) ver-antwortlich, der einen „faschistischen Putsch“ (ebd.) durchführen wollte. Dieser Vorgabe folgte man auch in der offiziellen Darstellung der Ereignisse in der „Geschichte des FDGB“: „Die Feinde des Sozialismus im Innern der DDR nutzen Unzufriedenheit und Mißstimmung [sic!] von Werktätigen für einen konterrevolutionären Putschversuch aus; sie erhalten operative Anleitung durch in Westberlin und in der BRD stationierte imperialistische Geheimdienste und Agentenzentralen“ (Deutschland 1985, S. 83). Die SED propagierte eine von außen ange-zettelte Verschwörungstheorie. Doch die Realität und die Hintergründe dieses Aufstandes sahen anders aus, denn letztendlich war dieser Aufstand der Arbeiter der DDR der erste und letzte Versuch, bis zur Wende 1989, einen gesellschaftlichen und politischen Umbruch in der DDR herbeizuführen.
Welche Entwicklung der „Freie Deutschen Gewerkschaftsbund“, kurz FDGB, bis zu diesem Arbeiteraufstand 1953 durchlaufen hatte und warum er, anders als von einer Gewerkschaft aus heutiger Sicht erwartet, eben gerade nicht mit an diesem Aufstand beteiligt war, soll in dieser Arbeit dargelegt werden. Dazu soll die Rolle der Gewerkschaften im Aufbau des Sozialismus in der sowjetisch besetzten Zone und in der späteren DDR genauer beleuchtet werden. Grundlegend für diese Arbeit ist dabei die These, dass der ursprüngliche Gründungsgedanke des FDGB, nämlich ein weltanschaulich pluralistischer Gewerkschaftszusammenschluss zu sein, bis 1953 zunehmend verloren gegangen war und das sich der FDGB schließlich als staatstragende Massenorganisation und als enger Erfüllungsgehilfe der Partei, ganz nach dem Gewerkschaftsgedanken Lenins, konstituierte. Es hat sich also im Sozialismus ein ganz anderer Gewerkschaftstypus herausgebildet der hier genauer dargestellt werden soll.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Gedanken

2. Gewerkschaften und der Marxismus-Leninismus

3. Die Entstehung und frühe Entwicklung der Einheitsgewerkschaft FDGB

3.1 Historische Ausgangslage und Gewerkschaftsgründung

3.2 Kurzer Exkurs: Der demokratische Zentralismus - das Ordnungsprinzip der DDR

3.3 Stalinisierung des FDGB

3.4 Die Beseitigung der Betriebsräte

3.5 Der FDGB in den Anfängen der DDR

4. Abschließende Gedanken

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) von seiner Gründung in der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zum Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich der FDGB von einer ursprünglich pluralistischen Gewerkschaftsorganisation zu einer staatstragenden Massenorganisation und einem Erfüllungsgehilfen der SED entwickeln konnte.

  • Gewerkschaftsverständnis im Marxismus-Leninismus
  • Struktureller Wandel und Stalinisierung des FDGB
  • Die Rolle des demokratischen Zentralismus als Ordnungsprinzip
  • Beseitigung innerbetrieblicher Interessenvertretungen (Betriebsräte)
  • Der FDGB während des Juni-Aufstandes 1953

Auszug aus dem Buch

3.4 Die Beseitigung der Betriebsräte

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges war die Lebenslage der Mehrheit der Bevölkerung katastrophal. Viele lebten am Rande des Existenzminimums und kämpften mit „Hamsterfahrten aufs Land“ oder durch Schwarzmarktaktivitäten um ihr Überleben. Insbesondere die älteren männlichen Facharbeiter übernahmen in dieser Situation in den Betrieben die „Zepter“ und sorgten so für die Ingangsetzung der Produktion durch die Mobilisierung der Belegschaften. Sie waren es auch, die die ersten „Betriebsräte“ formierten. Ihr Hauptaufgabenfeld war zunächst die Entnazifizierung der Betriebe und ihrer Leitungen. Sie kurbelten weiten teils die Produktion an, indem sie zusammen mit den Belegschaften für Rohstoffe, Werkzeuge und Kapital sorgten. Zudem hatten sie maßgeblichen Anteil am Ausbau der betrieblichen Mitbestimmung der Belegschaften. Legitimiert wurden die Betriebsräte im Nachhinein mit der Verabschiedung des Betriebsrätegesetz, dem sogenannten Kontrollgesetzt Nr. 22, des Alliierten Kontrollrates im April 1946. Aufgabe der Betriebsräte war es laut diesem Gesetz, mit den Unternehmern über die Anwendung der Tarifverträge sowie von Arbeitsschutz- und Arbeitsordnungen zu verhandeln und Vorschläge zur Produktionsverbesserung sowie zum Ausbau der Sozialeinrichtungen zu machen.

Zudem waren die Betriebsräte laut diesem Gesetz verpflichtet, ihre Aufgaben in Kooperation mit den bestehenden Gewerkschaften auszuführen. Hatten sich die ersten Betriebsräte 1945 noch eher spontan gegründet und waren nur zum Teil durch reguläre Wahlen bestimmt worden, wurden ab Juli 1946 erste allgemeine Betriebsratswahlen durchgeführt, an denen sich durchschnittlich 85 Prozent der Belegschaft, in den insgesamt 44.000 Betrieben in denen diese Wahlen durchgeführt wurden, beteiligten. Diese hohe Wahlbeteiligung lässt darauf schließen, dass die Betriebsräte von den Belegschaften als Vertretungsorgan akzeptiert wurden. Dabei waren fast 55 Prozent der Betriebsräte Mitglied der SED und ca. 43 Prozent waren parteilos.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Gedanken: Einführung in die Thematik des Juni-Aufstandes 1953 und Darstellung der These, dass der FDGB seinen ursprünglichen Gründungsgedanken verlor und zur staatstragenden Organisation wurde.

2. Gewerkschaften und der Marxismus-Leninismus: Analyse des ideologischen Gewerkschaftsverständnisses, das den FDGB prägte und sich grundlegend von westlichen gewerkschaftlichen Theorien unterschied.

3. Die Entstehung und frühe Entwicklung der Einheitsgewerkschaft FDGB: Darstellung der historischen Gründungsumstände und des Prozesses der gewerkschaftlichen Formierung unter sowjetischem Einfluss.

3.1 Historische Ausgangslage und Gewerkschaftsgründung: Beschreibung der Gründung des FDGB als Einheitsgewerkschaft unter den Bedingungen der Besatzungszonen nach 1945.

3.2 Kurzer Exkurs: Der demokratische Zentralismus - das Ordnungsprinzip der DDR: Erklärung des leninistischen Ordnungsprinzips, das die Struktur von Partei und Gewerkschaft in der DDR maßgeblich bestimmte.

3.3 Stalinisierung des FDGB: Untersuchung des Prozesses, in dem der FDGB unter den Einfluss der SED geriet und als Instrument der Parteipolitik umgeformt wurde.

3.4 Die Beseitigung der Betriebsräte: Beschreibung des Machtverlusts und der schließlichen Auflösung der unabhängigen Betriebsräte zugunsten der gewerkschaftlichen Einheitsstruktur.

3.5 Der FDGB in den Anfängen der DDR: Darstellung der Rolle des FDGB bei der Umsetzung von Wirtschafts- und Planvorgaben sowie der Reaktion auf den Arbeiteraufstand 1953.

4. Abschließende Gedanken: Fazit über den Charakter des FDGB als Organisation neuen Typs, die ihre ursprüngliche Aufgabe der Interessenvertretung zugunsten staatlicher Ziele aufgab.

Schlüsselwörter

FDGB, SED, DDR, Gewerkschaft, Marxismus-Leninismus, demokratischer Zentralismus, Betriebsräte, Arbeiteraufstand 1953, Planwirtschaft, Stalinisierung, Einheitsgewerkschaft, Industriegewerkschaften, Arbeitsleistung, Sozialismus, Massenorganisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Wandlung des FDGB in der DDR und untersucht, warum sich die Gewerkschaft von einer pluralistischen Organisation zu einem Instrument der SED entwickelte.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen das marxistisch-leninistische Gewerkschaftsverständnis, das System des demokratischen Zentralismus, die Stalinisierung der gewerkschaftlichen Strukturen und die Rolle des FDGB beim Arbeiteraufstand 1953.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum der FDGB seinen Gründungsgedanken einer unabhängigen Interessenvertretung verlor und zum Erfüllungsgehilfen der Partei wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die sich auf die Auswertung von Literatur, Dokumenten und historischen Ereignissen stützt, um die organisatorische Entwicklung des FDGB nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die ideologischen Hintergründe, die Gründungsphase des FDGB, die Einführung des demokratischen Zentralismus, die Stalinisierung, die Verdrängung der Betriebsräte sowie das Verhalten der Gewerkschaftsspitze während des Juni-Aufstandes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind FDGB, SED, demokratischer Zentralismus, Betriebsräte, Stalinisierung und Arbeiteraufstand 1953.

Warum wurden die Betriebsräte nach 1945 in der SBZ aufgelöst?

Sie wurden aufgelöst, weil sie als eigenständige Vertretungsorgane der Belegschaften den Plänen der SED und dem Prinzip des demokratischen Zentralismus im Wege standen und eine unerwünschte innerbetriebliche Konkurrenz darstellten.

Wie reagierte der FDGB auf den 17. Juni 1953?

Der FDGB war von den Streiks überrascht und nicht beteiligt; erst im Nachhinein thematisierte die Gewerkschaft ihre Versäumnisse und erkannte an, dass sie die Interessen der Mitglieder vernachlässigt hatte, ohne dabei jedoch ihre politische Unterordnung unter die SED aufzugeben.

Final del extracto de 28 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Frühphase des FDGB
Universidad
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Soziologie)
Curso
Hauptseminar: Gewerkschaften im internationalen Vergleich
Calificación
1,3
Autor
Bachelor of Arts Julia Erdmann (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
28
No. de catálogo
V189662
ISBN (Ebook)
9783656139669
ISBN (Libro)
9783656139911
Idioma
Alemán
Etiqueta
FDGB Gewerkschaft DDR industrielle Beziehungen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Bachelor of Arts Julia Erdmann (Autor), 2010, Die Frühphase des FDGB , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189662
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