In der nachfolgenden Ausarbeitung mit dem Titel „Die Wolkenkratzer kommen – Eine kleine Geschichte zur Entstehung, Funktion und Nutzung unter Berücksichtigung eines Deutsch-Amerikanischen Vergleichs“ soll ein kompakter Überblick über die Anfänge der Hochhaus-begeisterung und die geschichtliche Entwicklung des Hochhausbaus geschaffen werden. Da sich die Anfänge und die ersten konkreten Umsetzungen des modernen Hochhauses oder Wolkenkratzers in Amerika, genauer in Manhattan im Bundesstaat New York vollzogen haben, beschränken sich meine Ausführungen auf die amerikanische Geschichte des Hochhausbaus. Besonderes Augenmerk soll diesbezüglich auf die notwendigen Innovationen, wie zum Beispiel die Erfindung des Fahrstuhls durch Elisha Grave Otis oder die Entwicklung des Stahlskelettbaus, gelegt werden, ohne die das mittlerweile schier unendlich fortlaufende „Übereinanderstapeln“ von Stockwerken nicht möglich geworden wäre.
Im weiteren Verlauf der Arbeit sollen die wirtschaftlichen Aspekte des Hochhausbaus beleuchtet werden. Hierzu werden Vor- und Nachteile von Hochhäusern unter Beachtung von Bau und Nutzung, vor allem aber auch unter dem Gesichtspunkt des Stadtbildes, herausgearbeitet werden, die letztendlich zu einer gerechtfertigten Antwort auf die Frage „warum Wolkenkratzer?“ führen soll.
Im letzten Teil meiner Ausführungen soll die Frage im Mittelpunkt ste-hen, warum sich die Entwicklung in deutschen Städten nicht nach der „modernen Skyline Ausbildung“ richtete und warum nur Frankfurt „amerikanisch“ wurde. In diesem Zusammenhang spielen architektonische und politische Faktoren eine übergeordnete Rolle.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Begriff und Geschichte
III. Wirtschaftlichkeit von Hochhäusern
IV. Hochhäuser in Deutschland? Entwicklung und Einstellung
V. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung, die funktionale Bedeutung und die wirtschaftlichen Aspekte von Hochhäusern. Dabei wird insbesondere der Kontrast zwischen der amerikanischen Hochhausentwicklung und der städtebaulichen Zurückhaltung in deutschen Städten analysiert, um die architektonischen und gesellschaftlichen Faktoren dieser unterschiedlichen Herangehensweisen zu beleuchten.
- Grundlagen der Hochhausdefinition und historische Entwicklung
- Technische Meilensteine wie die Fahrstuhl-Erfindung und der Stahlskelettbau
- Wirtschaftliche Triebkräfte und der gesellschaftliche Nutzen von Hochhäusern
- Soziale und ökologische Schattenseiten der vertikalen Bauweise
- Vergleich der städtebaulichen Entwicklung in den USA und Deutschland
Auszug aus dem Buch
Begriff und Geschichte
Zunächst stellt man sich doch die Frage nach einer genormten Definition für ein Hochhaus. Als Hochhaus bezeichnet man ein Gebäude, „in dem der Fußboden eines zum dauernden Aufenthalt von Menschen dienenden Raumes mehr als 22 m über dem Gelände liegt.“ Das Interessante an dieser Definition ist die Tatsache, dass rein rechtlich gesehen lediglich die Höhe eines Gebäudes festlegt, ob es sich bei diesem um ein Hochhaus handelt oder nicht. Andere Faktoren wie Baumaterialien, Baukosten und bautechnische Gestaltung werden für die rechtliche Definition nicht berücksichtigt. Allerdings lassen sich auf der sozialen Ebene mehrere Kriterien festschreiben, durch die sich ein Hochhaus kennzeichnet und somit von anderen Wohnformen unterscheidet. Die 3 wichtigsten Merkmale seien hier kurz erläutert:
1. Die in keiner anderen Wohnform erreichte Wohnparteienzahl an einem Aufgang,
2. die vornehmlich vertikale Anordnung der Wohneinheiten und
3. die innerhäusliche Verkehrserschließung durch einen oder mehrere Aufzüge.
Grundsätzlich lassen sich 2 Arten von Hochhäusern unterscheiden. Auf der einen Seite steht das zentral-erschlossene Hochhaus, meist ein Vierspänner auf einem quadratischen Grundriss errichtet, welches sich durch seine Kompaktheit und turmartige Gestalt definiert. Auf der anderen Seite steht das längsseitig-erschlossene Hochhaus, welches sich zumeist als langgestreckter Baukörper darstellt. Der zentrale Unterschied beruht hauptsächlich auf dem soziologischen Aspekt der auf einer Etage wohnenden Parteien.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des amerikanischen Hochhausbaus ein und stellt die Forschungsfrage zur unterschiedlichen städtebaulichen Rezeption in Deutschland.
II. Begriff und Geschichte: Dieses Kapitel definiert das Hochhaus sowohl rechtlich als auch soziologisch und zeichnet die technische Evolution vom Fahrstuhl bis zum Stahlskelettbau nach.
III. Wirtschaftlichkeit von Hochhäusern: Hier wird der ökonomische Nutzen der vertikalen Verdichtung gegen soziale und ökologische Aspekte wie Verschattung und Windbeeinflussung abgewogen.
IV. Hochhäuser in Deutschland? Entwicklung und Einstellung: Dieses Kapitel untersucht, warum das "Hochhausfieber" in Deutschland auf Widerstände stieß und welche politischen sowie architektonischen Faktoren diesen Prozess beeinflussten.
V. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnis zusammen, dass der Hochhausbau in den USA stark innovationsgetrieben war, während in Deutschland eine kritische Distanz zur "amerikanischen" Skyline vorherrschte.
Schlüsselwörter
Hochhaus, Wolkenkratzer, Stadtentwicklung, Stahlskelettbau, Architekturtheorie, Skyline, Wirtschaftsgeschichte, Urbanisierung, Funktionalismus, Stadtbild, Hochhausbau, Elisha Grave Otis, Siedlungswesen, Vertikale Verdichtung, Frankfurter Skyline
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, Funktion und Nutzung von Hochhäusern sowie deren unterschiedlicher Akzeptanz im deutsch-amerikanischen Vergleich.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Hochhaustechnik, die wirtschaftliche Rentabilität vertikaler Bauten und die soziologischen sowie städtebaulichen Auswirkungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Beweggründe für den Hochhausboom in den USA zu analysieren und zu erklären, warum deutsche Städte eine abweichende Entwicklung nahmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender soziologischer und architekturhistorischer Untersuchungen, um einen systematischen Überblick zu erstellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden technische Innovationen (Fahrstuhl, Stahlskelett), die ökonomische Logik hinter dem Hochhausbau und die "Schattenseiten" wie Windbelastung oder Lichtmangel erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Hochhaus, Wolkenkratzer, Architekturtheorie, Stahlskelettbau, Urbanisierung und Stadtentwicklung.
Warum spielt die Erfindung des Fahrstuhls eine so große Rolle?
Ohne die Erfindung der Sicherheitsbremse durch Otis wäre die vertikale Erschließung und damit der wirtschaftliche Betrieb von Hochhäusern mit mehr als sechs Stockwerken technisch und sicherheitstechnisch nicht realisierbar gewesen.
Was sind die "Schattenseiten" von Hochhäusern laut der Analyse?
Zu den negativen Aspekten zählen neben der ästhetischen Störung des Stadtbildes vor allem klimatische Auswirkungen wie Fallwinde sowie die Verschattung der Umgebung.
Warum wurde laut Text nur Frankfurt in Deutschland "amerikanisch"?
In Frankfurt übten wirtschaftsstarke Unternehmen bereits früh einen hohen Druck auf die Politik aus, was eine Ausnahme vom sonst in Deutschland kritisch betrachteten Hochhausbau begünstigte.
Wie unterscheidet sich die deutsche von der amerikanischen Auffassung?
Während in den USA das Hochhaus oft als Symbol für Kapitalismus und Effizienz galt, sah man in Deutschland eher ein städtebauliches Problem, bei dem der Erhalt historischer Sichtachsen eine übergeordnete Rolle spielte.
- Arbeit zitieren
- Christopher Stickdorn (Autor:in), 2012, Die Wolkenkratzer kommen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189702