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Inszenierung von Weiblichkeit in ausgewählten Kurzgeschichten von Edgar Allan Poes 'Tales of the Grotesque and Arabesque'

Título: Inszenierung von Weiblichkeit in ausgewählten Kurzgeschichten von Edgar Allan Poes 'Tales of the Grotesque and Arabesque'

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2008 , 72 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Benjamin Türksoy (Autor)

Filología inglesa - Literatura
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Ein sich auffallend oft wiederholendes Thema bei Edgar Allan Poe sind sterbende Frauen. Frauen werden in Poes Kurzgeschichten meist plötzlich von einer mysteriösen und unheilbaren Krankheit befallen, durchleben dann eine Phase des Leidens und sterben am Ende der Kurzgeschichte. Übrig bleibt ein völlig verwirrter bis wahnsinniger männlicher Erzähler, der sich mit übernatürlichen Ereignissen wie der Wiederauferstehung nach dem Tod oder der Reinkarnation der Frau mit einer anderen Person konfrontiert sieht.
Das Bild der toten Frau beschäftigt seit mehreren Generationen Literaturwissenschaftler. Viele haben in der Vergangenheit versucht, einen Zusammenhang zwischen der Biografie Edgar Allan Poes und den mysteriösen Todesfällen in seinen Kurzgeschichten zu ziehen. Poes leibliche Mutter, Poes sieben Jahre jüngere Cousine und Ehefrau Virginia Clemm und seine Pflegemutter Frances Allan starben alle in einem relativ jungen Alter an der damals noch unheilbaren Krankheit Tuberkulose. Besonders der Tod von Poes leiblicher Mutter gibt vielen Literaturwissenschaftlern Anlass dazu, Poes Gedichte und Kurzgeschichten psychoanalytisch zu interpretieren und die Basis der Interpretation in Poes Vergangenheit zu suchen. Sie betrachten die sterbende Frau und deren Verlust als Vergangenheitsbewältigung des Erzählers der Kurzgeschichte und setzen den Erzähler mit Poe gleich. Es ist eine Art der Trauer, eine Rückkehr in die Vergangenheit, so als ob Poe versuchte, die Dinge wieder gut zu machen.
In manchen Fällen erscheint diese Lesart sinnvoll, gerade in den Fällen der später geschriebenen Gedichte wie The Raven oder Annabel Lee. Für einige Kurzgeschichten in Tales of the Grotesque and Arabesque, halte ich diese Lesart nicht für sinnvoll. Die Kurzgeschichten Berenice, Morella, Ligeia und The Fall of the House of Usher handeln zwar von sterbenden Frauen, sollten dennoch nicht als Vergangenheitsbewältigung des Autors verstanden werden, weil der Erzähler in diesen Kurzgeschichten nicht mit einem naiven, schwachen und zärtlichen weiblichen Geschlecht konfrontiert wird, sondern mit einem starken, intellektuellen weiblichen Geschlecht.
Wenn die Kurzgeschichten nicht von Frauen handeln, die stellvertretend für die Trauer um den Verlust von Poes leiblicher Mutter stehen, dann stellt sich die Frage, wofür diese Frauen stehen, was sie symbolisieren oder auf welches Problem Poe mit dieser Thematik hinweisen wollte.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext: Zeitalter der Reformbewegung

2.1 Die American Renaissance

2.2 Die Situation der Frau im 19. Jahrhundert in den USA

2.3 Das Ideal einer Frau: True Womanhood

2.3.1 Erste Tugend: Piety

2.3.2 Zweite Tugend: Purity

2.3.3 Dritte Tugend: Submissiveness

2.3.4 Vierte Tugend: Domesticity

2.3.5 Gesamtbild einer True Woman

3. Literatur als Gegenkultur: Der Geist der Erneuerung

3.1 Transzendentalismus

3.2 Poe und die Schauerromantik

3.3 Poes literaturtheoretische Aufsätze

3.3.1 The Philosophy of Composition

3.3.2 The Poetic Principle

4. Inhalt und Analyse der Kurzgeschichten

4.1 Erzählsituation

4.2 Berenice

4.3 Morella

4.4 Ligeia

4.5 The Fall of the House of Usher

4.6 Gemeinsamkeiten der Erzähler

5. Inszenierung von Weiblichkeit

5.1 Gemeinsamkeiten

5.2 Berenice

5.3 Morella

5.4 Ligeia

5.5 Madeline Usher

5.6 Zentrales Motiv

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, herauszuarbeiten, dass Edgar Allan Poe in seinen Kurzgeschichten der Tales of the Grotesque and Arabesque eine kritische, feministisch angehauchte Haltung einnimmt. Dabei soll untersucht werden, wie der Autor durch die Inszenierung weiblicher Figuren und deren Instrumentalisierung durch die männlichen Ich-Erzähler die soziale Unterdrückung von Frauen in der patriarchalischen Gesellschaft der USA des 19. Jahrhunderts thematisiert und satirisch hinterfragt.

  • Historische Kontextualisierung des 19. Jahrhunderts (American Renaissance, True Womanhood).
  • Die literarische Positionierung von Poe als Gegenentwurf zum Transzendentalismus.
  • Analyse der Erzählstruktur und der unzuverlässigen männlichen Ich-Erzähler.
  • Untersuchung der "Inszenierung von Weiblichkeit" in ausgewählten Kurzgeschichten (Berenice, Morella, Ligeia, The Fall of the House of Usher).
  • Die Rolle von Isolation und körperlichem Verfall als Metaphern gesellschaftlicher Zwänge.

Auszug aus dem Buch

4.4 Ligeia

Die Kurzgeschichte Ligeia wurde erstmals im September 1838 in einer Ausgabe der Zeitschrift des Baltimore American Museum veröffentlicht.

In der Kurzgeschichte geht es um die Beziehung zwischen einem namenlosen Ich-Erzähler und seiner schönen und intelligenten Ehefrau Ligeia. Nachdem der Erzähler Ligeia das Gedicht The Conqueror Worm vorträgt, stirbt sie an einer nicht identifizierbaren Krankheit. Bevor sie stirbt, sagt sie, dass eine starke Willenskraft stärker sei als der Tod und deshalb über das Leben hinausgehe. Nach Ligeias Tod heiratet der Erzähler Lady Rowena. Auch Lady Rowena erkrankt und stirbt kurz darauf. Während der nun zerstreut und geistesabwesend wirkende Erzähler bei Lady Rowenas Leiche verweilt, erwacht Lady Rowenas Körper wieder zum Leben. Es stellt sich jedoch heraus, dass nicht Lady Rowena vom Tod zurückkehrt, sondern Ligeia, die erste Ehefrau des Erzählers.

In der Kurzgeschichte Ligeia kombiniert Edgar Allan Poe drei Themen, die in seiner Literatur – in den Kurzgeschichten sowie in seiner Prosa – an zahlreichen Stellen wiederholt auftreten: Eine außerordentlich schöne, aber mysteriöse Frau stirbt, ein hinterbliebener, leidtragender Ich-Erzähler, der am Rande des Wahnsinns wandelt, und die verstorbene Geliebte, die durch ihren starken Lebenswillen eine derartige Kraft entwickelt, dass sie in der Lage ist, den Tod zu überwinden und ins Leben zurückzukehren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema sterbender Frauen bei Poe und die Ablehnung der rein psychoanalytischen Interpretation als bloße Vergangenheitsbewältigung.

2. Historischer Kontext: Zeitalter der Reformbewegung: Darstellung der US-amerikanischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert, geprägt durch die "American Renaissance" und das Weiblichkeitsideal der "True Womanhood".

3. Literatur als Gegenkultur: Der Geist der Erneuerung: Analyse von Poes Rolle als kritischer Außenseiter gegenüber den Transzendentalisten und Erläuterung seiner ästhetischen Theorien.

4. Inhalt und Analyse der Kurzgeschichten: Untersuchung der Erzählperspektive und detaillierte Inhaltsangaben der ausgewählten Werke sowie deren Einordnung in Poes Œuvre.

5. Inszenierung von Weiblichkeit: Synthese der Analyseergebnisse, die aufzeigt, wie Poe weibliche Figuren als Symbole und Identitätsmodelle instrumentalisiert.

6. Schluss: Fazit, das Poes kritische Haltung gegenüber patriarchaler Unterdrückung bestätigt und das Scheitern der männlichen Erzähler an der weiblichen Identität betont.

Schlüsselwörter

Edgar Allan Poe, Weiblichkeit, True Womanhood, Schauerromantik, Patriarchat, Gender-Studien, Ligeia, Berenice, Morella, Isolation, Ästhetik, Literaturanalyse, Feminismus, Todesmotiv, Ich-Erzähler

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Edgar Allan Poe in ausgewählten Kurzgeschichten das Ideal der Weiblichkeit einsetzt, um kritische soziale Zustände im Amerika des 19. Jahrhunderts zu hinterfragen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Mittelpunkt stehen die Rolle der Frau (True Womanhood), die literarische Ästhetik Poes im Kontrast zum Transzendentalismus sowie die Analyse von Machtverhältnissen zwischen den männlichen Ich-Erzählern und den weiblichen Figuren.

Was ist die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, inwieweit Poe weibliche Figuren instrumentalisiert, um auf die Unterdrückung der Frau in der patriarchalischen Gesellschaft seiner Zeit aufmerksam zu machen.

Welche Methode wird angewandt?

Es erfolgt eine textanalytische Untersuchung unter Einbeziehung des historischen Kontextes sowie literaturtheoretischer und feministischer Perspektiven.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Auseinandersetzung mit Poes Ästhetik und eine detaillierte Analyse der Kurzgeschichten Berenice, Morella, Ligeia und The Fall of the House of Usher.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem True Womanhood, Schauerromantik, instrumentalisierte Weiblichkeit, Wahnsinn und die männliche Ich-Erzähler-Perspektive.

Warum ist das "True Woman"-Ideal für die Arbeit so wichtig?

Es dient als Referenzpunkt, um zu zeigen, wie Poe dieses Ideal in seinen Kurzgeschichten bewusst bricht oder durch das Verhalten seiner Erzähler als unterdrückerisch entlarvt.

Welche Rolle spielt der Wahnsinn der Erzähler?

Der Wahnsinn ermöglicht es den Erzählern, Tabuthemen anzusprechen und die Kontrolle über die weiblichen Figuren zu versuchen, wodurch Poe zugleich die Fragilität der männlichen Dominanz darstellt.

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Detalles

Título
Inszenierung von Weiblichkeit in ausgewählten Kurzgeschichten von Edgar Allan Poes 'Tales of the Grotesque and Arabesque'
Universidad
University of Hamburg  (Anglistik und Amerikanistik)
Calificación
1
Autor
Benjamin Türksoy (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
72
No. de catálogo
V189703
ISBN (Ebook)
9783656140313
ISBN (Libro)
9783656140504
Idioma
Alemán
Etiqueta
Poe Transzendentalismus American Renaissance Weiblichkeit im 19. Jahrhundert Romantik Horror
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Benjamin Türksoy (Autor), 2008, Inszenierung von Weiblichkeit in ausgewählten Kurzgeschichten von Edgar Allan Poes 'Tales of the Grotesque and Arabesque', Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189703
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