Wer die romanischen Sprachen näher betrachtet, dem fällt auf, dass zahlreiche Ähnlichkeiten zwischen diesen bestehen. Doch wie ist das möglich?
Die gemeinsame Basis, den Ursprung dieser Sprachen, bildet das Latein. Kaum eine andere historische Sprache weist eine vergleichbare Kontinuität in ihrer Entwicklung auf und hat sich derart prägend auf die modernen Sprachen ausgewirkt.
Wenn wir heutzutage wissen wollen, wie beispielsweise im Lateinischen Verbformen konjugiert werden, so lehren uns Schulgrammatiken, wie dies funktioniert.
Aber wie kann etwas als richtig gelten in einer Sprache, die seit Jahrhunderten niemand mehr als Muttersprache erlernt?
Die beiden Autoren Cäsar und Cicero, mit ihrem individuellen Stil, werden hierbei als Grundlage für das klassische, geschriebene Latein angesehen.
Diese Einengung des Blickfeldes zeigt jedoch diverse Probleme auf. Vergleicht man einige romanische Sprachen miteinander, fallen zahlreiche Gemeinsamkeiten auf, die ganz und gar nicht mit dem klassischen Latein vereinbar sind. Aus diesem Grund müssen weitere Aspekte der lateinischen Sprache analysiert werden. Die gesprochene Sprache, die wissenschaftlich als Vulgärlatein bezeichnet wird, nimmt dabei eine besondere Stellung ein.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Charakterisierung und Definition des Vulgärlateins
- Quellen des Vulgärlateins
- Lateinische Autoren
- Zeugnisse lateinischer Grammatiker und Lexikographen
- Lateinische Inschriften, Papyri
- Christliche Texte
- Lateinische Glossare
- Lateinische Fachliteratur
- Frühmittelalterliche Geschichtsschreibung
- Frühmittelalterliche Gesetzessammlungen, Urkunden, Formulare
- Entlehnungen lateinischer Wörter in nichtromanische Sprachen
- Die romanischen Sprachen selbst
- Sprachliche Merkmale des Vulgärlateins
- Phonologie
- Morphologie
- Syntax
- Lexikologie
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text befasst sich mit der Erforschung des Vulgärlateins, der gesprochenen Variante des Latein, und seiner Bedeutung für die Entwicklung der romanischen Sprachen. Ziel ist es, den Begriff "Vulgärlatein" zu definieren und seine sprachlichen Merkmale zu untersuchen, um die Entstehung und Diversifizierung der romanischen Sprachen zu verstehen.
- Definition und Charakterisierung des Vulgärlateins
- Quellen des Vulgärlateins und ihre Bedeutung
- Sprachliche Merkmale des Vulgärlateins in Phonologie, Morphologie, Syntax und Lexikologie
- Unterschiedliche Ausprägungen des Vulgärlateins und seine Variabilität
- Der Einfluss des Vulgärlateins auf die Entwicklung der romanischen Sprachen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt den Leser in das Thema ein und stellt die Frage nach der Entstehung der Ähnlichkeiten zwischen den romanischen Sprachen. Sie erläutert die Bedeutung des Latein als gemeinsame Grundlage und beleuchtet die Herausforderungen, die sich aus der Erforschung der gesprochenen Sprache, dem Vulgärlatein, ergeben.
Kapitel 2 widmet sich der Charakterisierung und Definition des Vulgärlateins. Es diskutiert die verschiedenen Ansätze zur Definition und die Problematik des Begriffs "vulgär" im historischen Kontext. Die Bedeutung von soziokulturellen Faktoren wie Dialekt, Klassenzugehörigkeit und Stilebene für die Variabilität des Vulgärlateins wird ebenfalls beleuchtet. Die Chronologie des Wandels des Lateins wird ebenfalls berücksichtigt.
Kapitel 3 befasst sich mit den Quellen des Vulgärlateins. Es analysiert verschiedene Textformen, wie z.B. lateinische Autoren, Grammatiker und Lexikographen, Inschriften, Papyri, christliche Texte, Glossare, Fachliteratur, historische Dokumente und die romanischen Sprachen selbst, um die sprachliche Entwicklung des Vulgärlateins zu rekonstruieren.
Kapitel 4 konzentriert sich auf die sprachlichen Merkmale des Vulgärlateins. Es untersucht die phonologischen, morphologischen, syntaktischen und lexikalischen Besonderheiten, die das Vulgärlatein von der geschriebenen Form des Latein unterscheiden und somit die Grundlage für die Diversifizierung der romanischen Sprachen bilden.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter des Textes sind: Vulgärlatein, gesprochenes Latein, klassisches Latein, romanische Sprachen, Sprachgeschichte, Phonologie, Morphologie, Syntax, Lexikologie, Quellen, Varietät, Dialekte, Soziolinguistik.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Vulgärlatein?
Vulgärlatein bezeichnet die gesprochene Alltagssprache des römischen Volkes im Gegensatz zum klassischen, geschriebenen Latein von Autoren wie Cicero.
Wie hängen Vulgärlatein und romanische Sprachen zusammen?
Vulgärlatein ist die direkte Vorstufe und gemeinsame Basis, aus der sich Sprachen wie Italienisch, Französisch und Spanisch entwickelt haben.
Welche Quellen gibt es für das Vulgärlatein?
Wichtige Quellen sind Inschriften, Papyri, christliche Texte, Glossare, Fachliteratur und Zeugnisse antiker Grammatiker.
Was sind typische sprachliche Merkmale des Vulgärlateins?
Dazu gehören Vereinfachungen in der Phonologie (Aussprache), Morphologie (Wortbeugung) und eine Veränderung der Satzstruktur (Syntax).
War Vulgärlatein überall im Römischen Reich gleich?
Nein, es gab starke regionale Unterschiede und Dialekte, die durch soziokulturelle Faktoren und den Kontakt mit anderen Sprachen beeinflusst wurden.
Warum ist das klassische Latein nicht die Basis der romanischen Sprachen?
Das klassische Latein war eine künstlich fixierte Schriftsprache, während die lebendige, gesprochene Sprache (Vulgärlatein) den eigentlichen Sprachwandel vollzog.
- Quote paper
- Annika Helmecke (Author), 2010, Das Vulgärlatein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189768