In meiner Hausarbeit möchte ich die Bedeutung des Bürgerjournalismus für den klassischen Journalismus am Beispiel der Weblogs darstellen. Dabei möchte ich die Merkmale und Besonderheiten von Weblogs näher erläutern. Es soll ein Fokus auf das Selbstverständnis und die Motivation der Akteure, auf die Konstruktionskriterien und auf die inhaltliche/thematische Struktur von Weblogs gelegt werden. Diese Eigenschaften werden auf den klassischen Journalismus bezogen werden, wodurch erkennbar werden soll, in welcher Beziehung Bürgerjournalismus und klassischer Journalismus zueinander stehen. Indikatoren für die Konkurrenz, Integration und Ergänzung zum klassischen Journalismus werden schließlich eine Grundlage dafür bieten wie das Verhältnis einzustufen ist, so dass ein abrundendes Resümee gezogen werden kann. Empirische Studien dienen als Basisgrundlage für die Argumentationsstruktur.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Weblogs
2.1 Definition
2.2 Charakteristika
2.3 Abgrenzung
3 Verhältnis von Weblogs zum klassischen Journalismus
3.1 Weblogs als Konkurrenten
3.1.1 Geringe Zugangsbarrieren
3.1.2 Inhalte
3.2 Weblogs als Ergänzung
3.2.1 Wechselseitige Dependenz
3.2.2 Weblogs als Recherchequelle
3.2.3 Weblogs als Resonanzraum
3.3 Integrationsstrategie am Beispiel von Bildblog
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Weblogs und dem klassischen Journalismus, um zu klären, inwieweit Weblogs als Form des Journalismus gelten können und ob sie diesen ersetzen oder ergänzen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Abgrenzung von Weblogs, ihrer Konkurrenzfähigkeit sowie ihrem Potenzial zur Integration in professionelle journalistische Angebote.
- Definition und Systematisierung von Weblogs
- Analyse des Konkurrenzverhältnisses durch geringe Zugangsbarrieren und Inhalte
- Untersuchung der Komplementaritätsfunktion (Recherche und Kritik)
- Integrationsstrategien am Praxisbeispiel "Bildblog"
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Geringe Zugangsbarrieren
Vorerst lässt sich eine banale Konkurrenzbeziehung auf ökonomischer Ebene beobachten. Im Vergleich zu traditionellen journalistischen Angeboten tendieren die Kosten für die Kommunikationsform des Weblogs sowohl auf materieller als auch auf ideeller Ebene gegen Null. Wer über durchschnittliche Internetkompetenz verfügt, kann auch Weblogs betreiben, weil die entsprechenden Provider Angebote und Software eine kommunikative Infrastruktur bereitstellen. (Vgl. Bucher/Büffel 2005: 114) Da Blogs außerdem frei von den hierarchischen und wirtschaftlichen Erfordernissen des Verlagsbetriebs sind und im Großen und Ganzen keine kommerziellen Interessen verfolgen, bieten sie den obligatorischen Freiraum, um kreativ zu schreiben und die Möglichkeit eines leichten Zugangs (vgl. Deutscher Fachjournalistenverband 2007: 2). Darüber hinaus offerieren Blogs auch eine „kostenlose Basis für Recherche“ (Alphonso/Pahl 2004: 33).
Die Popularität von Weblogs wird oftmals auch aufgrund ihrer leichten Bedienbarkeit beschrieben. Mit marginalen oder gar keinen Programmierkenntnissen können Texte und andere multimediale Inhalte im Internet publiziert werden: „Im Kern sind Blogs nur eine Technik, deren Erfolg darauf beruht, dass sie die Einstiegshürden für das Publizieren im Netz absenkt. Sie sind einfach zu bedienen, praktisch kostenlos, und jeder Nutzer kann ohne Vorkenntnisse alles veröffentlichen.“ (ebd.: 19, Hervorheb. d. Verf.)
Aufgrund der simplen Handhabung und der geringen Kosten für Produktion und Distribution offerieren Weblogs Kommunikatoren, die nicht originär aus der Medienbranche stammen, die Chance, an der öffentlichen Kommunikation zu partizipieren und Themen zu liefern beziehungsweise diese zu kommentieren (vgl. Deutscher Fachjournalistenverband 2007: 1). Weblogs ermöglichen damit einem viel breiteren Publikum den Zugang zu einem publizistischen Medium. Sie dehnen damit die gesellschaftliche Öffentlichkeit aus und lassen marginalisierte Personen und Randgruppen zu Wort kommen. (Vgl. Trierer Medienblog 2009)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Aufstieg des Bürgerjournalismus und formuliert die zentrale Fragestellung hinsichtlich des Verhältnisses von Weblogs zum professionellen Journalismus.
2 Weblogs: Dieses Kapitel widmet sich der Definition, den Charakteristika und der theoretischen Abgrenzung von Weblogs als neues journalistisches Format.
3 Verhältnis von Weblogs zum klassischen Journalismus: Hier werden die Rollen von Weblogs als Konkurrenten und Ergänzung analysiert sowie Integrationsstrategien wie das Beispiel "Bildblog" aufgezeigt.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass Weblogs primär als Ergänzung zum klassischen Journalismus zu begreifen sind, da ihnen die systemische Komplexitätsreduktion professioneller Medien fehlt.
Schlüsselwörter
Weblogs, Journalismus, Bürgerjournalismus, Blogosphäre, Online-Medien, Medienkonkurrenz, Komplementarität, Gatewatching, Bildblog, Medienkritik, Partizipation, Publizistik, Internet, Information, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen dem modernen Format der Weblogs und dem etablierten, professionellen Journalismus.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Definition von Weblogs, deren Konkurrenzpotenzial durch niedrige Markteintrittsbarrieren sowie die Möglichkeiten ihrer Integration in klassische Medienangebote.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu klären, ob Weblogs als direkte Konkurrenten oder als sinnvolle Ergänzung des journalistischen Systems einzustufen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur sowie die Analyse empirischer Befunde aus verschiedenen Studien zum Thema Weblogs und Journalismus.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Abgrenzung von Weblogs sowie die Untersuchung der Dimensionen Konkurrenz (Zugangsbarrieren, Inhalte) und Ergänzung (Recherchequelle, Resonanzraum).
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Weblogs, Bürgerjournalismus, Komplementarität, Gatewatching und Medienkritik.
Warum wird der Bildblog als besonderes Beispiel hervorgehoben?
Der Bildblog wird als Pionier der Integrationsstrategie in Deutschland genannt, der durch die Nutzung von Leserexpertise und Kritik zur Qualitätssicherung des Muttermediums beiträgt.
Inwiefern beeinflussen Weblogs die journalistische Arbeit?
Weblogs fungieren als Recherchequelle für Journalisten und dienen durch "Watch-Blogs" als Feedback-Instanz, was zur Transparenz und Optimierung journalistischer Qualität beitragen kann.
- Citation du texte
- Juliane Rietzsch (Auteur), 2010, Weblogs und Journalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189796