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Die tahaddi-Verse im Rahmen der „außergefechtsetzenden“ Rhetorik der l'gaz-Theorie

Literaturwissenschaftliche Annäherung an eine muslimisch‐koranische Rhetorik im Kontext der l'gaz-Theorien in genere und den tahaddi-Versen in concreto

Titre: Die tahaddi-Verse im Rahmen der „außergefechtsetzenden“ Rhetorik der l'gaz-Theorie

Dossier / Travail de Séminaire , 2011 , 33 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Emanuel Lonz (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Die vorliegende Arbeit mit dem Titel "Die taḥaddī-Verse im Rahmen der „außergefechtsetzenden Rhetorik“ der iʿǧāz-Theorie. Literaturwissenschaftliche Annäherung an eine muslimisch-koranische Rhetorik im Kontext der iʿgāz-Theorien in genere und den taḥaddī-Versen in concreto’ beschäftigt sich vorrangig mit zwei Themenkomplexen.
Zum einen setzt sie sich theoretisch mit der Begriffsgeschichte und einer Darstellung historischer Literaturtheorien zur Thematik des iʿğāz auseinander, erläutert wichtige Begrifflichkeiten in der Entstehung des iʿğāz und erhebt den Anspruch eines möglichst reflektierten Umgangs mit den Originaltexten der erarbeiteten Theorien.
Zum anderen verfolgt sie praktisch die Spuren einer koranischen Rhetorik anhand einiger ausgewählter Polemikpassagen, zeigt auf, wo für eine über tausend Jahre alte Kultur des literarischen Herausforderns die Unnachahmlichkeit in koranischen Texten liegt und beschäftigt sich mit der Interpretationsproblematik der Polemikpassagen.
Natürlich ist eine solche Arbeit mit Problemen verbunden. Aus wissenschaftlicher Sicht stellt eines der Probleme wohl das richtige Verhältnis zwischen Wiedergabe von Originaltext und Übersetzung dar. Um hier ein möglichst zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen, wurden bei Koranzitaten immer zwei Übersetzungen herangezogen.
Sowohl Parets, die sich sehr genau an die Wortfolge und den Ausdruck im Arabischen hält, als auch Bobzins Übersetzung, der philologisch exakt arbeitet und trotzdem eine poetisch anspruchsvolle, deutschsprachige Übersetzung liefert, genießen in der Wissenschaft hohes Ansehen. Und trotzdem ergibt sich für uns die Problematik, dass jeder Übersetzung, sei sie auch noch so unbefangen erarbeitet worden, eine Interpretation innewohnt. Gerade bei Übersetzungen aus dem Arabischen mit seinen vielen Wortbedeutungen, ist eine Interpretation während des Übersetzungsvorgangs nie auszuschließen. Daher wird natürlich auch auf Übersetzungsproblematiken in der Arbeit hingewiesen.
Auch wenn sich populäre Islamwissenschaftler heutiger Zeit, zu nennen wären hier beispielsweise Angelika Neuwirth, Navid Kermani oder Josef van Ess, der Problematik des iʿğāz al-qurʿān angenommen haben, so ist trotzdem keine der Wichtigkeit der Thematik für den Islam adäquate Behandlung festzustellen. Auch die Geschichte der arabischen Literatur bleibt durch westliche Literatur- und Islamwissenschaftler weithin unberührt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das islamische Dogma des iʿğāz

2.1 Begriffserläuterung und Geschichte der iʿğāz-Theorie

2.2 Arabische Literaturtheorien zum islamischen Dogma des iʿğāz

2.2.1 ar-Rummānīs Literaturtheorie zu fawāṣil, taḍmīn und taṣrīf al-maʿānī

2.2.2 al-Ḥaṭṭābīs Literaturtheorie zu talāʿum

2.2.3 al-Bāqillānīs umfangreiche Literaturtheorie zu naẓm

2.2.4 Al-Ġurǧānīs Literaturtheorie zu naẓm und Maʿnā

3. Die „außergefechtsetzende Rhetorik“ der taḥaddī-Verse im Rahmen der Polemikpassagen

3.1 Die qālū-qul-Formen der Polemikpassagen

3.2 Die Polemikparteien

3.3 Zwei Deutungsansätze zu den Polemikpassagen

3.4 Inszenierung oder Authentizität?

3.4.1 Die frühmekkanische Sure 52/34

3.4.2 Die mittelmekkanische Sure 17/88

3.4.3. Die spätmekkanischen Suren 11/13, 10/38 und die medinische Sure 2/23

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rhetorik der sogenannten taḥaddī-Verse (Herausforderungs-Verse) im Koran. Ziel ist es, die Entwicklung der rhetorischen Argumentationsstruktur von einer rhetorischen Herausforderung hin zur Inszenierung der Unnachahmlichkeit (iʿğāz) des Korans als Beweis für die Prophetie Mohammeds im Kontext der inner- und außerislamischen Literaturtheorien und Polemiken nachzuzeichnen.

  • Historische Entwicklung der iʿğāz-Theorie
  • Analyse der Literaturtheorien bedeutender Gelehrter (ar-Rummānī, al-Ḥaṭṭābī, al-Bāqillānī, Al-Ġurǧānī)
  • Untersuchung der rhetorischen qālū-qul-Struktur in Polemikpassagen
  • Deutung der Polemik als Mittel zur Identitätsstiftung
  • Chronologische Analyse der taḥaddī-Verse über die mekkanische bis zur medinischen Periode

Auszug aus dem Buch

2.1 Begriffserläuterung und Geschichte der iʿğāz-Theorie

Der Begriff iʿğāz, der sich erst im späten neunten Jahrhundert als terminus technicus etablierte, allerdings schon zu Beginn des Jahrhunderts verwendet wurde, meint in erster Linie eine stilistische Unnachahmlichkeit des Korantextes, wie sie schon von al-Ǧāḥiẓ zu Beginn des neunten Jahrhunderts in seinem Werk ḥuğaǧu ’l-nubūwa (arab. Beweise der Prophetie) wissenschaftlich begründet und entwickelt wurde.

Das Wort iʿğāz bildet den Infinitiv des Kausativstammes von ʿaǧaza, was eine Übersetzung durch „unfähig machen“ nahe legt. Hier fällt besonders der aktivische Charakter auf – demnach würde eine korrekte Übersetzung der Begrifflichkeit iʿğāz al-qurʾān die Translation „das Unfähigmachen der Koran“ darstellen.

al-Ǧāḥiẓ berichtet vom „Wundercharakter der Koran“ mit den Worten: Jedem Propheten wurde ein Zeichen gegeben, die Wahrheit seiner Botschaft beweist: Gott sandte Mose zu einer Zeit, in der die Pharaonen an die Allmacht der Zauberei glaubten, sein Zeichen war daher die Verwandlung des Stabes in eine Schlange. Er sandte Jesus in einer Epoche, in der die Heilkunst in höchstem Ansehen stand, Jesus musste deshalb die Kunst der Ärzte übertreffen – mit der Auferweckung von Toten. Zu Muhammads Zeit konnte man mit so augenfälligen Wundern nicht mehr beeindrucken, er trat vor eine Hörerschaft, bei denen Redekunst den höchsten Rang behauptete, sein Zeichen war deshalb ein sprachliches: das rhetorische Wunder der Koran.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der rhetorischen Unnachahmlichkeit des Korans ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Herausforderungen der Übersetzung und Interpretation arabischer Quellentexte.

2. Das islamische Dogma des iʿğāz: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung und Definition des iʿğāz-Begriffs und stellt die einflussreichen literaturtheoretischen Ansätze von Gelehrten wie ar-Rummānī, al-Ḥaṭṭābī, al-Bāqillānī und Al-Ġurǧānī dar.

3. Die „außergefechtsetzende Rhetorik“ der taḥaddī-Verse im Rahmen der Polemikpassagen: Dieses Hauptkapitel analysiert die Struktur der koranischen Herausforderungs-Verse, untersucht die polemische Form der Auseinandersetzung mit Gegnern Mohammeds und betrachtet chronologisch ausgewählte Surenbeispiele.

4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen literaturtheoretischen Entwicklungen und die rhetorische Funktion der Polemik und taḥaddī-Verse zusammen, um die Bedeutung des iʿğāz-Dogmas für das Selbstverständnis des Islam zu resümieren.

Schlüsselwörter

iʿğāz, Koran, Rhetorik, taḥaddī-Verse, Literaturtheorie, Polemik, Unnachahmlichkeit, al-Ǧāḥiẓ, naẓm, qālū-qul, Islam, Prophetie, Arabische Literatur, Exegese, Offenbarungsrede

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literaturwissenschaftlichen Analyse der sogenannten taḥaddī-Verse im Koran, welche die rhetorische Unnachahmlichkeit des Korantextes thematisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der iʿğāz-Theorie, die Analyse historischer arabischer Literaturtheorien und die Untersuchung der rhetorischen Struktur koranischer Polemikpassagen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Argumentationsstruktur der taḥaddī-Verse von der mekkanischen bis zur medinischen Zeit entwickelt hat und wie diese Rhetorik als Beweis der Prophetie Mohammeds fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die philologische Untersuchungen von Koranzitaten mit einer historischen Einordnung der Literaturtheorien verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Theorien zur Unnachahmlichkeit des Korans (iʿğāz) von zentralen Gelehrten vorgestellt und anschließend die polemischen Strukturen der Herausforderungs-Verse anhand spezifischer Suren analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem iʿğāz, Koran, Rhetorik, taḥaddī-Verse, Polemik, Unnachahmlichkeit und Literaturtheorie.

Wer sind die im Text behandelten bedeutenden Literaturtheoretiker?

Der Autor konzentriert sich auf die Theorien von ar-Rummānī, al-Ḥaṭṭābī, al-Bāqillānī und Al-Ġurǧānī, da diese die wichtigsten Beiträge zur systematischen Erforschung des iʿğāz geleistet haben.

Welche Funktion haben die qālū-qul-Formen in der koranischen Polemik?

Diese Formen dienen als literarisches Mittel, um Dialoge zwischen dem Propheten und seinen Gegnern zu inszenieren und somit die Polemik als rhetorisches Werkzeug zur Identitätsstiftung der muslimischen Gemeinschaft zu nutzen.

Wie unterscheidet sich die medinische Sure 2/23 von den früheren mekkanischen Versen?

In der medinischen Sure 2/23 erreicht die Debatte ihren Höhepunkt durch eine offene Auseinandersetzung und einen expliziten Hinweis auf die Unnachahmlichkeit des Korans, wobei das Scheitern der Gegner mit der Androhung jenseitiger Konsequenzen verknüpft wird.

Was bedeutet der Begriff „Unnachahmlichkeit“ im Kontext der iʿğāz-Theorie?

Es bezeichnet die Überzeugung, dass der Korantext aufgrund seiner stilistischen und rhetorischen Perfektion ein Wunder darstellt, das von keinem Menschen oder Geistwesen reproduziert werden kann, was als Beweis für die göttliche Offenbarung und die Prophetie Mohammeds dient.

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Résumé des informations

Titre
Die tahaddi-Verse im Rahmen der „außergefechtsetzenden“ Rhetorik der l'gaz-Theorie
Sous-titre
Literaturwissenschaftliche Annäherung an eine muslimisch‐koranische Rhetorik im Kontext der l'gaz-Theorien in genere und den tahaddi-Versen in concreto
Université
University of Tubingen  (Neuphilologische Fakultät)
Cours
Textverständnis als interkulturelle Herausforderung der Gegenwart. Literaturwissenschaftliche Annäherungen an den Koran
Note
1,0
Auteur
Emanuel Lonz (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
33
N° de catalogue
V189800
ISBN (ebook)
9783656142447
ISBN (Livre)
9783656143840
Langue
allemand
mots-clé
rahmen rhetorik literaturwissenschaftliche annäherung kontext
Sécurité des produits
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Citation du texte
Emanuel Lonz (Auteur), 2011, Die tahaddi-Verse im Rahmen der „außergefechtsetzenden“ Rhetorik der l'gaz-Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189800
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Extrait de  33  pages
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