Der demographische Wandel wird in den Medien oft als „die Mär der unproduktiven Alten“ dargestellt, Unternehmen fürchten die „Vergreisung der Belegschaft“ Deutschlands Bevölkerung wird zur „Prothesengesellschaft“. Tatsache ist, dass die Bevölkerung Deutschlands immer älter und weniger wird und daraus Herausforderungen für Politik und Wirtschaftsgeschehen. Ab 1. Mai 2011 werden die Türen für Osteuropäer aus Ländern, die 2004 der EU beigetreten sind, offen stehen. Polen, Tschechen, Slowaken, Slowenen, Ungarn und Balten können dann nach Deutschland kommen, ohne lange Wartezeiten, in denen früher geprüft wurde, ob dieser Arbeit nicht ein deutscher Erwerbstätige zur Verfügung stehe. Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf den Mangel an jungen und vor allem qualifizierten Fachkräften, der uns in Deutschland bevorsteht. Leider kommt diese Maßnahme etwas zu spät. Die qualifizierten und hochqualifizierten Arbeitskräfte haben schon andere Länder nach der EU-Osterweiterung 2004 umworben und für sich gewonnen. Diese gesetzliche Maßnahme reiht sich ein zur debattierten „Frauenquote“ und Regelung der Rente ab 67. Auf politischer Ebene wird reagiert, jedoch scheint die Wirtschaft etwas zu zögern. So unterscheidet sich die Aussage von 2000: „Gegenwärtig wird das Problem des demographischen Wandels in den Betrieben unzureichend wahrgenommen.“ nicht sonderlich von der 2007: „Die Bedeutung demographischer Veränderungen für das eigene Unternehmen ist noch gar nicht erkannt worden“ . Kurzum müssen die Probleme hinsichtlich der älter und weniger werdenden Erwerbstätigen erkannt werden, und die Chancen die die älteren Konsumenten auf dem Absatzmarkt bieten genutzt werden, um positiv gegen den demographischen Wandel zu steuern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Aktualität des Themas
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2 Der demographische Wandel
2.1 Begriffserklärung
2.2 Der demographische Wandel in Deutschland
3 Bedeutung des demographischen Wandels für Unternehmen
3.1 Personalmanagement
3.1.1 Anzahl der Erwerbstätigen
3.1.2 Alter der Erwerbstätigen
3.2 Neue Absatzmärkte
3.3 Fallbeispiel an der BMW Group
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des demographischen Wandels auf deutsche Unternehmen, wobei der Fokus auf den Herausforderungen im Personalmanagement sowie den Chancen durch neue Absatzmärkte bei der älter werdenden Bevölkerung liegt.
- Demographische Entwicklung und Altersstruktur in Deutschland
- Quantitative Auswirkungen auf das Personalmanagement
- Qualitative Aspekte und das Potenzial älterer Arbeitnehmer
- Silver Market: Chancen für Unternehmen im Absatzmarkt
- Strategische Ansätze am Beispiel der BMW Group
Auszug aus dem Buch
3.3 Fallbeispiel an der BMW Group
Stefan Krause erläutert in „Demographischer Wandel als Herausforderung für Unternehmensführung, Produkte und Märkte am Beispiel der BMW Group“ wie die BMW Group auf die Auswirkungen des demographischen Wandels reagiert. Gründe weshalb sie es tut, sind profitabler Wachstum und Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit. Personalpolitisch reagieren sie wie folgt auf die Auswirkungen des demographischen Wandels: Junge und qualifizierte Nachwuchskräfte, insbesondere Ingenieure, machen einen Großteil der Belegschaft aus (60% sind Hochschulabsolventen). Das Unternehmen ist für junge Leute sehr attraktiv, diese versucht das Unternehmen an sich zu binden. Vergleichsweise hat die BMW Group eine junge Belegschaft, dies wird sich aber in den nächsten 30 Jahren auch ändern. Das Unternehmen ist weiterhin davon überzeugt, dass ältere Arbeitnehmer genauso Leistungsfähig sind wie die jüngeren. Bei der BMW Group sind daher 20% der Erwerbstätigen über 55 Jahre. Um die Arbeitskraft optimal zu nutzen arbeiten junge und alte so oft wie möglich in Teams. Des Weiteren gibt es Angebote zu Gesundheitspräventionen, lebenslanger Qualifizierung und bedarfsorientierte Austrittsmodelle.
Für Produkte und Märkte sieht die BMW Group in Zukunft positive Effekte. Das Unternehmen ist angesiedelt auf dem Premiummarkt, dieser spielt, gerade im Bereich Automobil, mehr bei den älteren Konsumenten eine Rolle. Da die Bevölkerung immer älter wird, könnte sich der der Premiummarkt bis 2050 auf 12 Mio. Kunden weltweit verdoppeln. Die Produkte werden nach dem Prinzip „Design for all“ gestaltet sein. Trotz alledem wird das Unternehmen auf die älteren Kunden eingehen und in Sachen Komfort, Bedienung, Funktionalität. Jedoch wird auch die BMW Group kein explizit „altersgerechtes“ Fahrzeug auf den Markt bringen. Das Unternehmen hat sich als Ziel gesetzt, mit einer immer älter werdenden Belegschaft hoch produktiv, innovativ und effizient sowie für lukrativ jüngere Arbeitnehmer zu bleiben. Die Entwicklung der Marken und Automobile soll zeitgerecht stattfinden und sich auch an die demographischen Anforderungen anpassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Themas im medialen und wirtschaftlichen Kontext und definiert das Ziel sowie den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2 Der demographische Wandel: Hier werden der Begriff der Demographie definiert und die demographischen Entwicklungen in Deutschland hinsichtlich Geburtenrate, Lebenserwartung und Wanderung analysiert.
3 Bedeutung des demographischen Wandels für Unternehmen: In diesem Kapitel werden die Auswirkungen auf das Personalmanagement sowie die Entstehung neuer Absatzmärkte (Silver Market) diskutiert und anhand der BMW Group praktisch veranschaulicht.
4 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Herausforderungen und Chancen zusammen und betont die Notwendigkeit einer proaktiven, ganzheitlichen Demographiepolitik in Unternehmen.
Schlüsselwörter
Demographischer Wandel, Personalmanagement, Erwerbstätigenzahl, Altersstruktur, Silver Market, Generation 50 Plus, Fachkräftemangel, Geburtenrate, Lebenserwartung, BMW Group, Produktivität, Demographiemanagement, Wettbewerbsfähigkeit, Altersgemischte Teams, Innovationsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie der demographische Wandel in Deutschland Unternehmen vor neue Herausforderungen stellt und welche Chancen sich daraus für Personalpolitik und Produktgestaltung ergeben.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der quantitativen Verknappung des Erwerbspersonenpotenzials, den qualitativen Veränderungen durch eine alternde Belegschaft und dem Potenzial der Generation 50 Plus als Konsumenten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Chancen und Herausforderungen des demographischen Wandels auf personalpolitischer und produktpolitischer Ebene aufzuzeigen und Strategien für eine erfolgreiche Anpassung zu skizzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Statistiken sowie einer Fallstudie der BMW Group zur Illustration der praktischen Umsetzung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung quantitativer Personalengpässe, der qualitativen Veränderung der Belegschaft, der Erschließung von Zielgruppen im Silver Market und der praktischen Anwendung in einem Fallbeispiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Demographischer Wandel, Personalmanagement, Altersstruktur, Silver Market, Fachkräftemangel und Wettbewerbsfähigkeit.
Warum wird die BMW Group als Fallbeispiel angeführt?
Die BMW Group dient als Beispiel für ein Unternehmen, das aktiv versucht, trotz alternder Belegschaft hoch produktiv zu bleiben, indem es auf altersgemischte Teams und lebenslange Qualifizierung setzt.
Welche Rolle spielt die „Defizittheorie“ in der Arbeit?
Die Arbeit setzt sich kritisch mit der „Defizittheorie“ auseinander, die fälschlicherweise eine abnehmende Leistungsfähigkeit im Alter annimmt, und plädiert stattdessen für eine stärkere Wertschätzung und Förderung älterer Arbeitnehmer.
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- Marlen Etzel (Autor), 2011, Der demographische Wandel - Herausforderungen für Unternehmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189860