In dieser Studie wird nach den Ursachen für das Vorkommen und die Gewaltsamkeit gesellschaftsinterner und -externer Herausforderungen bzw. innenpolitischer und internationaler Konflikte gesucht. Als abhängige Variablen werden Terrorismus, Protest, internationale Krisen und die Gewaltsamkeit dieser Konfliktmanifestationen analysiert. Als unabhängige Variablen werden machtpolitische Faktoren (Fehlen konsensualer Macht und Zwangsmacht) und politisch-institutionelle Faktoren in Betracht gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Annahmen und Deduktionen
2.1 Theorie der Herausforderung politischer Systeme
2.2 Ursachen der Herausforderung politischer Systeme
2.2.1 Machtpolitische Ursachen
2.2.1.1 Soziopolitische und internationale Polarisierung als Konkretisierung fehlender konsensualer Macht
2.2.1.1.1 Faktor der Entstehung systemherausfordernder Bewegungen
2.2.1.1.2 Faktor der Gewalteskalation politischer Herausforderungen
2.2.1.1.3 Hemmnisfaktor von Kompromisslösungen
2.2.1.2 Fehlen von Zwangsmacht
2.2.1.2.1 Inkonsistenz hoheitlichen Zwangs
2.2.1.2.2 Gesellschaftsexterne Unterstützung systemherausfordernder Bewegungen
2.2.1.2.3 Externe Abschreckungsinkompetenz
2.2.2 Politisch-institutionelle Ursachen
2.2.2.1 Institutionalisierung von Protestkanälen
2.2.2.1.1 Expressive Funktion von Protestkanälen
2.2.2.1.2 Instrumentelle Funktion von Protestkanälen
2.2.2.1.3 Fehlen von Außenpolitik mäßigenden Demokratiestrukturen
2.2.2.2 Fehlende Institutionalisierung der internationalen Beziehungen
2.2.2.2.1 Pazifizierende Funktion internationaler Institutionen
2.2.2.2.2 Fallbeispiel: Das internationale Regime des Management interkultureller Beziehungen
3. Variablen und Analysen
3.1 Abhängige Variablen
3.1.1 Häufigkeit terroristischer Aktionen
3.1.2 Protestmobilisierung ethnischer Gruppen
3.1.3 Häufigkeit der Opfer terroristischer Aktionen
3.1.4 Rebellionstendenz ethnischen Protests
3.1.5 Häufigkeit internationaler Krisen
3.1.6 Gewaltsamkeit internationaler Krisen
3.2 Unabhängige Variablen und Determinanten
3.2.1 Repressivität hoheitlichen Zwangs
3.2.2 Mittelmäßigkeit der Repressivität hoheitlichen Zwangs
3.2.3 Intensität gesellschaftsinterner Herausforderungen
3.2.4 Internationale Zwangsmachtdifferenz
3.2.5 Mittelmäßigkeit der Zwangsmachtdifferenz
3.2.6 Demokratischer Konstitutionalismus
3.2.7 Mittelmäßigkeit des demokratischen Konstitutionalismus
3.2.8 Ausmaß interdemokratischer Wechselwirkungen
3.2.9 Ethnopolitische Variablen
3.2.10 Maße internationaler Polarisierung
3.2.11 Kulturelle Bruchlinie
3.2.12 Gewalthistorie
3.2.13 Kollabiertes politisches System
3.2.14 Internationale Landgrenze
3.2.15 Periodeneffekte
4. Forschungsergebnisse
5. Anhang
5.1 Systemherausfordernde Gewaltbewegungen
5.2 Terrorismus
5.3 Ethnischer Protest
5.4 Gewaltsamkeit des Terrorismus
5.5 Gewaltsamkeit ethnischen Protests
5.6 Gesellschaftsexterne Herausforderungen
5.7 Gewaltsamkeit gesellschaftsexterner Herausforderungen
5.8 Hoheitliche Repressivität
5.9 Zwangsmachtdifferenz
5.10 Demokratischer Konstitutionalismus
5.11 Interdemokratische Wechselwirkungen
5.12 Ethnopolitische Variablen
5.13 Determinanten des Terrorismus
5.14 Determinanten ethnischen Protests
5.15 Determinanten der Gewaltsamkeit des Terrorismus
5.16 Determinanten der Gewaltsamkeit ethnischen Protests
5.17 Determinanten gesellschaftsexterner Herausforderungen
5.18 Determinanten der Gewaltsamkeit internat. H‘forderungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit identifiziert und erklärt die Ursachen für das Vorkommen sowie die Gewaltsamkeit von gesellschaftsinternen und -externen Herausforderungen politischer Systeme. Unter Verwendung einer genuin politikwissenschaftlichen Theorie, die auf politischen Kausalmechanismen basiert, analysiert der Autor sowohl machtpolitische und politisch-institutionelle Ursachen als auch die Bedeutung bestehender Herausforderungen als Ursache für weitere Eskalationen im Zeitraum von 1978 bis 2008.
- Theorie der Herausforderung politischer Systeme
- Machtpolitische Ursachen und Zwangsmachtkonzepte
- Politisch-institutionelle Faktoren der Protestkanalisierung
- Statistische Analyse von Terrorismus, ethnischem Protest und internationalen Krisen
- Einfluss von Gewalthistorie und kollabierten politischen Systemen
Auszug aus dem Buch
2.1 Theorie der Herausforderung politischer Systeme
Theorien sind wissenschaftliche Aussagensysteme, die aus Axiomen, Propositionen und Definitionen bestehen (SCHNELL et al. 1995: 52). Während die als Axiome definierten Grundannahmen einer Theorie sich aus forschungsstrategischen und forschungspraktischen Gründen einer Falsifikation entziehen, sind die von den Axiomen abgeleiteten Propositionen theoretische Aussagen, die wissenschaftlicher Kritik zugänglich sind und sich nicht Versuchen einer Falsifikation entziehen können. Im Rahmen der hier vorliegenden Theorie politischer Herausforderungen angreifbar sind also lediglich die theoretischen Deduktionen und nicht das in den Axiomen sich wiederspiegelnde „Forschungsprogramm“ (LAKATOS 1974).
Nun erfolgt die Darstellung der wissenschaftlichen Aussagen, aus denen die Theorie politischer Herausforderungen besteht.
AXIOM 01: Handlungen potentieller oder tatsächlicher Herausforderer politischer Systeme erfüllen für diese die Funktion der Bedürfnisbefriedigung .
AXIOM 02: Die Bedürfnisbefriedigung potentieller oder tatsächlicher Herausforderer beinhaltet die Wahl von Handlungen, von denen die Handelnden glauben, dass sie ihre Bedürfnisse (ihren Nettonutzen) am besten befriedigen (maximieren). Bedürfnisbefriedigung im Rahmen von Handlungen erfolgt als Maximierung der Summe eines instrumentellen Erwartungsnutzens und eines expressiven Konsumnutzens.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Forschungsgegenstand und legt die systemtheoretische Grundlage zur Untersuchung gesellschaftsinterner und -externer Herausforderungen politischer Systeme dar.
2. Theoretische Annahmen und Deduktionen: Hier wird die theoretische Basis der Untersuchung entwickelt, indem Aussagesysteme zu den Ursachen politischer Herausforderungen hergeleitet und als Hypothesen formuliert werden.
3. Variablen und Analysen: In diesem Teil werden die theoretischen Konzepte operationalisiert und durch empirische Variablen für eine statistische Analyse im Beobachtungszeitraum 1978-2008 messbar gemacht.
4. Forschungsergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der empirischen Analyse und validiert die zuvor aufgestellten theoretischen Propositionen zur Dynamik politischer Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Politisches System, Herausforderung, Zwangsmacht, Konsensuale Macht, Polarisierung, Institutionen, Terrorismus, Ethnischer Protest, Gewaltsamkeit, Politische Stabilität, Konfliktmanagement, Machtprestige, Relative Deprivation, Sicherheitsdilemma, Demokratischer Konstitutionalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Ursachen und die Gewaltsamkeit von politischen Herausforderungen, die sich gegen bestehende politische Systeme richten, sowohl auf gesellschaftsinterner als auch auf internationaler Ebene.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf machtpolitischen Ursachen, der Rolle politischer Institutionen bei der Protestkanalisierung sowie den Bedingungen für die Entstehung und Eskalation von Gewalt.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Identifizierung der Ursachen für das Vorkommen und die Gewaltsamkeit von Herausforderungen politischer Systeme sowie die Entwicklung einer genuin politikwissenschaftlichen Theorie zur Erklärung dieser Prozesse.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt einen theoretischen Bezugsrahmen, der auf Axiomen und Propositionen basiert, und unterzieht die daraus abgeleiteten Hypothesen einer empirischen Analyse mittels statistischer Regressionsverfahren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Annahmen (Kapitel 2) und die Operationalisierung sowie anschließende statistische Analyse relevanter Variablen (Kapitel 3).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Politisches System, Zwangsmacht, Polarisierung, Terrorismus, Ethnischer Protest, Institutionen und Konfliktmanagement.
Welche Rolle spielt die "Regressive Responsivität" in der Theorie?
Die Theorie greift das Konzept der repressiven Responsivität auf, um zu erklären, wie staatliche Gewalt als Reaktion auf dissidentes Handeln zu einer weiteren Eskalation und Verschärfung der Gewaltspirale führen kann.
Wie beeinflussen internationale Institutionen die Konfliktbewältigung?
Internationale Institutionen wirken pazifizierend, indem sie den Austausch von Informationen erleichtern, die Einhaltung von Vereinbarungen durch die Erhöhung von Reputationskosten fördern und durch aktive Involvierung als Dritte Parteien das Sicherheitsdilemma mildern.
- Arbeit zitieren
- Christoph H. Maaß (Autor:in), 2012, Die gesellschaftsinterne und -externe Herausforderung politischer Systeme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189868