Zunehmende globale Verflechtungen führen zu einem immer engeren Zusammenwachsen
der heutigen Wirtschaften und deren Kulturen. Dennoch gibt es Gesellschaften,
die einen hohen Wert auf Traditionen legen, welche sich unmittelbar auf
das Geschäftsleben im Land auswirken. Hierzu gehören etwa die islamisch geprägten
Vereinigten Arabischen Emirate. Diesem Land ist es in den vergangenen Jahren
gelungen sich als bedeutende Wirtschaftsmacht auf dem Weltmarkt zu etablieren.
Für Deutschland gewinnt der traditionsbewusste Staat als Handelspartner immer
mehr an Bedeutung. Möchte man als Deutscher erfolgreich mit den Vereinigten Arabischen
Emiraten Verträge abschließen, so ist das Kennenlernen der Kultur unabdingbar.
Was aber zeichnet diese Kultur aus? Wo bestehen gravierende Unterschiede
zu westlich geprägten Ländern, wo liegen etwaige Gemeinsamkeiten? Und wie
stark wird die Geschäftskultur von den Traditionen des Volkes beeinflusst?
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Geografie
1.2 Historie
1.3 Sprache
1.4 Religion
2. Wirtschaftsstruktur in den Emiraten
2.1 Im- und Exporte
2.2 Wirtschaftswachstum – Chancen und Risiken
3. Gesundheitswesen
4. Bildung
5. Human Development Index
6. Bevölkerung
6.1 Arbeit
6.2 Arbeitsbedingungen
7. Politisches Geschehen
7.1 Innenpolitik
7.2 Außenpolitik
7.3 Die Beziehungen der VAE zu Deutschland
8. Recht
9. Die Rolle der Frau
9.1 Rechte der Frauen
9.2 Bildungsniveau
10. Die Kulturzwiebel
10.1 Grundannahmen
10.2 Werte und Normen
10.3 Rituale
10.4 Helden
10.5 Symbole
11. Kulturdimensionen nach E. Hall
11.1 Zeitorientierung
11.2 Raumorientierung
11.3 Kontextorientierung
11.4 Informationsgeschwindigkeit
12. Kulturdimensionen nach G. Hofstede
12.1 Machtdistanz
12.2 Unsicherheitsvermeidung
12.3 Kollektivismus
12.4 Maskulinität
12.5 Lang- und Kurzfristorientierung
13. Businesskultur und Geschäftsbeziehung
13.1 Begrüßung
13.2 Kennenlernen
13.3 Korrespondenzen
13.4 Kommunikationsarten und –inhalte
13.5 Netzwerke
13.6 Private Einladungen
13.7 Tischkultur
13.8 Gefälligkeiten
13.9 Dresscode
14. Meetings und Verhandlungen
14.1 Verhandlungsstil
14.2 Führungsstil
14.3 Teamverhalten
14.4 Tabus
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, deutschen Geschäftsleuten einen umfassenden Überblick über die kulturellen Wertvorstellungen und deren Auswirkungen auf das Geschäftsleben in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu vermitteln, um den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg vor Ort zu fördern.
- Länderanalyse der wirtschaftlichen, geografischen und sozio-politischen Rahmenbedingungen der VAE
- Kulturelle Analyse anhand der Modelle von Edward Hall und Geert Hofstede
- Praktischer Leitfaden zur Business-Etikette und für Geschäftsreisende
- Untersuchung des Einflusses von Traditionen und Religion auf das Geschäftsverhalten
Auszug aus dem Buch
1.2 Historie
Die Golfregion wurde aufgrund des reichen Perlenvorkommens im 16. Jahrhundert von den Portugiesen entdeckt. Auch andere europäische Länder begannen zu dieser Zeit am arabischen Golf Fuß zu fassen. Nach den Portugiesen folgten sowohl die Holländer, als auch später die britische Kolonialmacht, die sich Anfang des 19. Jahrhunderts als Schutzmacht etablieren konnte. Der Vertrag über den ewigen Frieden zu See wurde im Jahre 1835 konstatiert; das Verbot des Sklavenhandels wurde 1853 vereinbart. Das zunehmend enge Verhältnis zwischen Großbritannien und den Emiraten wurde durch den Vertrag von 1892 bestimmt, der dafür sorgte, dass ohne Zustimmung britischer Seite kein Territorium veräußert werden durfte oder Zusammenschlüsse mit anderen Staaten möglich waren. Die Gegenleistung der Briten bestand darin die Küste der Emirate vor denkbaren Angriffen zu schützen und die Seewege nach Indien zu sichern.
Im Jahre 1967 verkündete die britische Macht die „East of Suez“-Politik, bei der sie ihren Rückzug bis Ende 1971 östlich des Sueskanals konstatierte. Somit gelang es den Briten bis 1971 über die Emirate zu regieren. Die Herrscher der größten und einflussreichsten Emirate, Abu Dhabi und Dubai, einigten sich auf eine gemeinsame Verfassung und begründeten damit ihren Willen zu einer vereinigten Union. Mit dem Rückzug der Briten wurden die einzelnen Emirate in die Unabhängigkeit entlassen. Folglich schlossen sich am zweiten Dezember 1971 die zuvor eng kooperierenden Emirate zu einer Föderation zusammen. Zu diesem Zeitpunkt gehörten erst sechs Emirate der Föderation an. Im Februar 1972 erklärte Ras Al Khaimah seinen Beitritt. Heute werden die VAE durch sieben eigenständige Emirate repräsentiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel bietet einen grundlegenden Überblick über die geografischen, historischen, sprachlichen und religiösen Merkmale der Vereinigten Arabischen Emirate.
2. Wirtschaftsstruktur in den Emiraten: Hier werden die ökonomischen Besonderheiten, insbesondere die Abhängigkeit vom Erdöl, die Handelsbeziehungen sowie Chancen und Risiken für Investoren beleuchtet.
3. Gesundheitswesen: Das Kapitel beschreibt den hohen Standard der medizinischen Versorgung und geht auf präventive Herausforderungen wie Diabetes ein.
4. Bildung: Es wird die zentrale Bedeutung des Bildungssektors für die emiratische Regierung sowie die aktuelle Situation an Schulen und Universitäten erörtert.
5. Human Development Index: In diesem Teil wird die ökonomische und soziale Entwicklung der VAE anhand des HDI im internationalen Vergleich eingeordnet.
6. Bevölkerung: Dieses Kapitel analysiert die demografische Struktur, den hohen Anteil an Gastarbeitern sowie die daraus resultierenden sozialen Aspekte.
7. Politisches Geschehen: Es wird der politische Aufbau der VAE, die Rolle des Präsidenten und der Herrscherfamilien sowie die strategische Partnerschaft mit Deutschland analysiert.
8. Recht: Hier werden die Grundlagen des zivilen und islamischen Rechts (Scharia) sowie deren Einfluss auf die bürgerlichen Freiheiten dargestellt.
9. Die Rolle der Frau: Dieses Kapitel untersucht die Stellung der emiratischen Frau in Gesellschaft und Beruf, unter Berücksichtigung traditioneller und moderner Einflüsse.
10. Die Kulturzwiebel: Die verschiedenen Schichten der Kultur – von Grundannahmen bis hin zu Symbolen – werden hier theoretisch fundiert analysiert.
11. Kulturdimensionen nach E. Hall: Die Analyse konzentriert sich auf Zeit-, Raum- und Kontextorientierung im direkten Vergleich zwischen der deutschen und emiratischen Kultur.
12. Kulturdimensionen nach G. Hofstede: Basierend auf Hofstedes Forschung werden Dimensionen wie Machtdistanz und Unsicherheitsvermeidung für den arabischen Raum interpretiert.
13. Businesskultur und Geschäftsbeziehung: Dieses Kapitel fungiert als Leitfaden für die interkulturelle Etikette, von der Begrüßung bis zum korrekten Dresscode.
14. Meetings und Verhandlungen: Der abschließende Teil vermittelt praktisches Wissen über den Ablauf von geschäftlichen Besprechungen, Verhandlungsstile und essenzielle Tabuthemen.
Schlüsselwörter
Vereinigte Arabische Emirate, VAE, Interkulturelles Management, Geschäftsbeziehungen, Business-Etikette, Islam, Kulturdimensionen, Hofstede, Hall, Handelsbeziehungen, Wirtschaftswachstum, Kommunikation, Verhandlungsstil, Tradition, Moderne.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die kulturellen Besonderheiten der Vereinigten Arabischen Emirate und deren Auswirkungen auf das Geschäftsleben, um deutschen Unternehmen als Leitfaden für eine erfolgreiche Kooperation zu dienen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen eine Länderanalyse (Geografie, Wirtschaft, Politik), eine interkulturelle Theorieanalyse sowie spezifische Empfehlungen zur Business-Etikette und Verhandlungsführung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, deutschen Geschäftsleuten die kulturellen Wertvorstellungen der VAE näherzubringen, um Missverständnisse zu vermeiden und den wirtschaftlichen Erfolg durch interkulturelle Kompetenz langfristig zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse kultureller Modelle (nach E. Hall und G. Hofstede) in Kombination mit einer Länderanalyse, um die Unterschiede zur deutschen Geschäftskultur aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt theoretische Konzepte zur Kultur, die politische und wirtschaftliche Lage der Emirate sowie konkrete Aspekte der Business-Etikette wie Begrüßungsformen, Tischkultur und Verhandlungstaktiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Interkulturelles Management, Business-Etikette, VAE, Handelsbeziehungen und Verhandlungsstil charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Zeitauffassung in den VAE von der in Deutschland?
Während Deutschland eine monochrone, lineare Zeitauffassung mit Fokus auf Pünktlichkeit vertritt, pflegen die VAE eine polychrone Zeitauffassung, bei der Beziehungen Vorrang vor strikten Zeitplänen haben.
Warum ist das Thema "Ehrlichkeit und Gesicht wahren" im Geschäftskontext wichtig?
In der Kultur der VAE ist das Wahren des Gesichts essenziell; direkte Kritik wird als unhöflich empfunden, weshalb Feedback indirekt und diplomatisch kommuniziert werden muss.
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- LL. B. Maria Patricio (Author), 2011, Interkulturelles Management am Beispiel der Vereinigten Arabischen Emirate, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189894