Einleitung
Die Gedächtnisforschung ist ein sehr interessantes und aktuelles Thema, daher ist das Ziel meiner Arbeit, einen Überblick über die zurzeit gültigen Theorien der Informationsverarbeitung (Informationsaufnahme, Weiterleitung und Speicherung) von Sinneseindrücken zu geben. Ich habe mich bereits in der Schule, im Rahmen des Biologieunterrichtes, mit dem Thema beschäftigt. Somit bot sich durch eine Arbeit zu diesem Thema die Möglichkeit, bestehendes Wissen zu erweitern und neue Kenntnisse zu erlangen.
Im ersten Kapitel wird sowohl der Begriff des Lernens, als auch der Begriff des Gedächtnisses kurz erläutert, um die untrennbare Beziehung zwischen Lernen und Gedächtnis hervorzuheben. Im zweiten Kapitel werde ich die Gedächtnisspeicher, die in Ultrakurzzeit-, Kurzzeit- und Langzeitgedächtisspeicher unterteilt sind, erklären. Diese Einteilung ist eine von vielen Möglichkeiten. Ich habe mich für diese entschieden, da es meiner Meinung nach die Geläufigste ist. Das dritte Kapitel handelt von der Informationsweiterleitung über Synapsen und Neuronen. Dieses Kapitel ist bewusst so ausführlich, da es eine der wichtigsten Grundlagen für Lernen und Gedächtnis beschreibt. Das vierte Kapitel erklärt die Funktion des Gehirns, bei der Übertragung und Speicherung von Sinneseindrücken. Im fünften Kapitel erläutere ich die Gründe der Informationsselektion und befasse mich mit drei Theorien der Gedächtnisspeicherung. Da bisher keine dieser Theorien wissenschaftlich nachgewiesen wurden, folgt eine persönliche Schlussfolgerung.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.) Der Zusammenhang von Lernen und Gedächtnis
1.1 Das Lernen
1.1.1 Lernen in der Psychologie
1.1.2 Lernen in der Pädagogik
1.2 Das Gedächtnis
2.) Die Speichertypen
2.1 Das Ultrakurzzeitgedächtnis
2.2 Das Kurzzeitgedächtnis
2.3 Das Langzeitgedächtnis
3.) Neuronale Informationsübertragung
3.1 Das Nervensystem
3.2 Neuronen
3.3 Das Aktionspotential
3.4 Die Synapse
3.4.1 Übertragung von Signalen an chemische Synapsen
3.4.2 Summation an erregenden und hemmenden Synapsen
3.4.3 Weitere Aufgaben der Synapse
4.) Das menschliche Gehirn
4.1 Gedächtnisspezifische Funktionen des Gehirns
4.2 Das Limbische System
5.) Gedächtnisspeicherung
5.1 Informationsreduktion
5.2 Theorien der Gedächtnisspeicherung
5.2.1 Speicherung in Gehirnzellen
5.2.2 Elektrophysiologische Kodierung des Kurzzeitgedächtnisses und strukturell-biochemische Kodierung des Langzeitgedächtnisses
5.2.3 Langzeitpotenzierung (LTP)
5.2.4 Persönliche Schlussfolgerung
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die aktuell gültigen Theorien der menschlichen Informationsverarbeitung zu geben. Dabei werden die Prozesse der Informationsaufnahme, Weiterleitung und Speicherung von Sinneseindrücken analysiert, um die komplexen Zusammenhänge zwischen Lernen und Gedächtnis auf biologischer und psychologischer Ebene verständlich zu machen.
- Grundlagen des Lernens und des Gedächtnisses
- Differenzierung der Gedächtnisspeicher (Ultrakurz-, Kurz- und Langzeitgedächtnis)
- Mechanismen der neuronalen Informationsübertragung via Synapsen
- Strukturelle Funktionen des Gehirns bei der Speicherung
- Wissenschaftliche Theorien zur biologischen Gedächtnisspeicherung
Auszug aus dem Buch
3.3 Das Aktionspotential
Ein Aktionspotential ist ein elektrischer Nervenimpuls, der Sinnesinformationen entlang der Membran (Zellwand) eines Neurons fortleitet. Im Ruhezustand hat die Membran eines menschlichen Neurons in der Regel eine Spannung von -70 Millivolt, da das Innere der Zelle negativer geladen ist, als das Äußere. Hintergrund hierfür ist die unterschiedliche Verteilung von Natrium und Kalium Ionen. Innerhalb der Zelle gibt es mehr Kalium als Natrium Ionen und außerhalb ist es umgekehrt. Das Membranpotential wird durch die unterschiedliche Leitfähigkeit der Membran für Natrium und Kalium Ionen und durch die Natrium-Kalium-Pumpe, die Natrium aus der Zelle heraus und Kalium in die Zelle hinein pumpt, aufrechterhalten.
Wenn ein Impuls ein Neuron erreicht, wird die Membran des Neurons depolarisiert. Das geschieht, weil intermediäre Proteine sich öffnen und Ionenkanäle bilden. Der eine ist durchlässig für Natrium, der andere für Kalium. Zuerst öffnen sich die Natriumionenkanäle und Natrium fließt in die Zelle. Dann schließen diese Kanäle und die Kaliumionenkanäle öffnen sich. Kaliumionen fließen aus der Zelle und repolarisieren die Membran. Da nach der Repolarisation die Kaliumionenkanäle nicht sofort schließen und immer mehr Kalium aus der Zelle fließt, wird die Membran hyperpolarisiert. Nun arbeiten die Natrium-Kalium-Pumpen um das Ruhepotential wieder herzustellen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt die Motivation zur Gedächtnisforschung dar und gibt einen Ausblick auf die behandelten Themen wie Lernbegriffe, Speichertypen, neuronale Übertragung und Speichertheorien.
1.) Der Zusammenhang von Lernen und Gedächtnis: Dieses Kapitel definiert Lernen und Gedächtnis aus psychologischer und pädagogischer Sicht und verdeutlicht deren untrennbare Beziehung.
2.) Die Speichertypen: Hier werden die drei Gedächtnisspeicher Ultrakurzzeit-, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis in ihrer Funktion und Wirkungsweise erläutert.
3.) Neuronale Informationsübertragung: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der Reizweiterleitung über Nervensystem, Neuronen, Aktionspotentiale sowie den chemischen Prozess an Synapsen.
4.) Das menschliche Gehirn: Die gedächtnisspezifischen Funktionen verschiedener Hirnareale, insbesondere des limbischen Systems, werden hier beschrieben.
5.) Gedächtnisspeicherung: Dieses Kapitel befasst sich mit der Notwendigkeit der Informationsreduktion und evaluiert drei unterschiedliche biologische Theorien zur Gedächtnisspeicherung.
Schlüsselwörter
Gedächtnisforschung, Lernen, Informationsverarbeitung, Ultrakurzzeitgedächtnis, Kurzzeitgedächtnis, Langzeitgedächtnis, Neuron, Aktionspotential, Synapse, Neurotransmitter, Gehirn, Limbisches System, Gedächtnisspeicherung, Langzeitpotenzierung, Gedächtnisfilter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die grundlegenden Theorien und biologischen Mechanismen, die der menschlichen Informationsverarbeitung, dem Lernen und dem Gedächtnis zugrunde liegen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Neurobiologie der Signalübertragung, der neuroanatomischen Struktur des Gehirns und verschiedenen wissenschaftlichen Modellen zur Speicherung von Informationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Informationsaufnahme, -weiterleitung und -speicherung im menschlichen Gedächtnis zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller biologischer und psychologischer Theorien zur Gedächtnisforschung sowie einer Zusammenstellung relevanter neurophysiologischer Experimente.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biologischen Grundlagen (Neuronen, Synapsen), die Speichersysteme des Gehirns sowie eine Diskussion über biologische Theorien der Gedächtnisspeicherung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Gedächtnisforschung, Synapse, Langzeitpotenzierung, Informationsreduktion, Gehirn, Lernen und Aktionspotential.
Warum ist die Informationsreduktion für das Gedächtnis notwendig?
Aufgrund der begrenzten Kapazität an Neuronen und Verknüpfungen im Gehirn ist eine Selektion notwendig, um redundante Informationen herauszufiltern und die Zuverlässigkeit der Verarbeitung zu erhöhen.
Welche Rolle spielen Amygdala und Hippocampus beim Gedächtnis?
Diese Strukturen fungieren als funktionelles Zentrum für Emotionen und Gedächtnis; die Amygdala dient dabei als „Gedächtnisfilter“, während der Hippocampus eng mit Lernvorgängen und der Langzeitpotenzierung verknüpft ist.
Was versteht man unter dem Begriff "Langzeitpotenzierung" (LTP)?
LTP bezeichnet eine funktionelle Verstärkung der Signalübertragung an Synapsen, die durch wiederholte Aktivierung (Aktionspotentiale) ausgelöst wird und als biologische Grundlage für Lernvorgänge gilt.
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- Mareike Duensing (Author), 2003, Das Gedächtnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18992