Im vergangenen Coaching Seminar wurden die Grundlagen von Coaching vermittelt. Ziel dieser Arbeit sollte einerseits die Aufbereitung der theoretischen Grundlagen, welche benötigt werden um Coaching anzuwenden, als auch ein konkretes Fallbeispiel zu dokumentieren, in dem man selbst als Coach vermittelt.
Die theoretischen Grundlagen, welche sehr umfangreich sind, finden sich in Kapitel 2. In diesem Punkt werden nicht sämtliche Grundlagen aufgelistet, sondern nur ein Auszug aus der Literatur wiedergegeben, welche auch in dem anschließenden Fallbeispiel verwendet wurden.
Die Ausgangssituation stellt sich folgendermaßen dar: Meine Bekannte, Ursula, arbeitet seit einem Jahr in einem Kindergarten. Vor kurzen hat sich folgende Situation ereignet, ihre damalige Chefin ist aus persönlichen Gründen als Leiterin des Kindergartens zurückgetreten und arbeitet nun ebenfalls als Kindergarten Pädagogin. Eine Kollegin hat die Leitung des Kindergartens übernommen und damit ihre zu betreuende Kindergarten Gruppe der ehemaligen Leiterin übergeben. Dies stellt jedoch nur eine provisorische Zwischenlösung dar, bis eine neue geeignete Kindergarten Pädagogin gefunden ist. Für meine Bekannte Ursula hat sich seit diesem Ereignis folgende Möglichkeit ergeben. Aufgrund ihrer bereits mehrfach bewiesenen Kompetenz und anderer positiver Eigenschaften, wie zum Beispiel einer hohen Belastbarkeit, wurde ihr die Stelle als stellvertretende Kindergarten Leiterin angeboten. Dies wurde jedoch nur ihr und nicht ihren Kollegen kommuniziert, was sie jetzt in eine schwierige Situation stellt. Der Umgang mit dieser neuen ungewohnten Situation und auch eine geeignete Entscheidung stellen gravierende Probleme für Ursula dar.
Unter Kapitel 4, der Schlussfolgerung werden sämtliche Erkenntnisse aus der Übung zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Was ist Coaching?
Definition Coaching
Ist Coaching Psychotherapie?
Ist Coaching Beratung?
Ist Coaching Training?
Ist Coaching Mentoring?
2.2 Grundannahmen
2.3 Werkzeuge
2.4 Coaching Fallen
3 Das Beratungsgespräch
4 Schlussfolgerungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit der Anwendung von Coaching-Methoden in einem praktischen Umfeld. Ziel ist es, einerseits die theoretischen Grundlagen des Coachings aufzuarbeiten und andererseits ein konkretes Beratungsgespräch zur Entscheidungsfindung zu dokumentieren, um die Wirksamkeit der Instrumente in einem realen Fallbeispiel zu veranschaulichen.
- Theoretische Abgrenzung von Coaching zu anderen Beratungsformen
- Systemische Grundannahmen und deren Bedeutung für Führungskräfte
- Methodische Werkzeuge des Coachings, insbesondere Fragetechniken und aktives Zuhören
- Vermeidung klassischer Coaching-Fallen in der Praxis
- Durchführung und Reflexion eines Beratungsgesprächs zur beruflichen Entscheidungsfindung
Auszug aus dem Buch
2.2 Grundannahmen
Coaching baut auf einer Reihe von Grundannahmen auf. Diese Annahmen sind stark vom systemischen Ansatz geprägt, welcher ein Grundverfahren eines psychotherapeutischen Verfahrens darstellt. Dabei wird die Beziehung zwischen Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Im Folgenden sind gewissen Elemente ausgewählt die auch für nicht therapeutische Verfahren verwendet werden können (Haberleitner et al. 2007, S.32).
Jeder Mensch ist ein einzigartiges Individuum
Dieser Grundannahme wird in der Berufswelt oft nicht nachgekommen. Führungskräfte verstehen nicht die Individualität ihrer Mitarbeiter und möchten diese in vorgegebene Schemen pressen. Dabei gehen die besonderen Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter verloren. Zudem erscheint es auch wichtig, dass sich Führungskräfte selbst kennen lernen und sich ihrer individuellen Eigenschaften und ihrer Einzigartigkeit bewusst werden. Selbstreflexion und Feedback sind geeignete Wege dafür. Denn erst wenn man sich selbst seiner Eigenschaften bewusst ist, kann man seine eigenen Entwicklungspotentiale besser steuern und selbst an sich arbeiten beginnen (Haberleitner et al. 2007, S.32).
Jeder Mensch nimmt die Welt anders war
Da jeder Mensch seine eigene Realität konstruiert und somit alles subjektiv wahrnimmt, gibt es keine objektive Wahrheit. Mit unseren Sinnen nehmen wir eingeschränkte Fakten war, da jeder Mensch unterschiedliche Filter zur Selektion der Fakten hat. Diese Filter hängen von den individuellen Erfahrungen und den persönlichen Präferenzen eines jeden ab und schützen den Menschen vor der Überforderung durch die Informationsflut. Durch Erfahrungen nehmen Menschen bestimmte Verhaltensmuster, Werte, Normen, Vorurteile etc. auf und haben die Chance durch Methoden wie der Selbstreflexion, diese für sich selbst anzupassen. Durch die Bewusstmachung gewisser Verhaltenszüge hat man die Möglichkeit sein gesamtes Verhalten sowie seine eigene Wahrnehmung zu verändern (Haberleitner et al. 2007, S.33ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die Beweggründe für die Arbeit und skizziert die Ausgangssituation eines Fallbeispiels zur Entscheidungsfindung im beruflichen Kontext.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die Definition von Coaching, Abgrenzungen zu anderen Beratungsfeldern sowie zentrale Grundannahmen und Werkzeuge für die Coaching-Praxis dargestellt.
2.1 Was ist Coaching?: Dieser Abschnitt klärt das Begriffsverständnis und differenziert Coaching von Psychotherapie, Training und Mentoring.
2.2 Grundannahmen: Das Kapitel beschreibt essenzielle systemische Prämissen, wie die Individualität des Menschen und die Subjektivität der Wahrnehmung.
2.3 Werkzeuge: Hier werden zentrale Coaching-Instrumente wie Fragetechniken, aktives Zuhören sowie Feedback-Methoden erörtert.
2.4 Coaching Fallen: Der Abschnitt behandelt typische Fehler im Coaching-Prozess und bietet Ansätze zu deren Vermeidung.
3 Das Beratungsgespräch: In diesem Kapitel wird ein tatsächliches Coaching-Gespräch in vier Phasen dokumentiert, das eine Bekannte des Autors bei einer beruflichen Entscheidung unterstützt.
4 Schlussfolgerungen: Das Kapitel resümiert die Erfahrungen aus dem Prozess und betont die Notwendigkeit professioneller Vorbildung für effektives Coaching.
Schlüsselwörter
Coaching, Führungskraft, Entscheidungsfindung, Systemischer Ansatz, Fragetechniken, Aktives Zuhören, Selbstreflexion, Feedback, Mitarbeiterführung, Berufliche Entwicklung, Coaching-Fallen, Beratungsprozess, Professionalität, Kommunikation, Coaching-Gespräch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der praktischen Anwendung von Coaching-Methoden durch eine Führungskraft und beleuchtet dabei sowohl die theoretischen Grundlagen als auch ein konkretes Fallbeispiel.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Kernpunkten zählen die theoretische Einordnung des Coachings, die Vermittlung systemischer Grundhaltungen, der Einsatz von Fragetechniken sowie die Analyse von Dynamiken in Beratungsgesprächen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, die theoretischen Voraussetzungen für Coaching darzulegen und die Anwendung dieser Prinzipien in einem simulierten Coaching-Gespräch zur Entscheidungsfindung bei einem Problem aus dem Freundeskreis zu dokumentieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche zur theoretischen Fundierung und eine qualitative Einzelfallanalyse (Fallstudie) zur praktischen Anwendung und Reflexion des Coaching-Prozesses.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Einführung (Definitionen, Grundannahmen, Werkzeuge, Coaching-Fallen) und die detaillierte Protokollierung eines Coaching-Gesprächs in verschiedenen Phasen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Coaching, Entscheidungsfindung, Führung, Fragetechniken, systemische Grundannahmen und berufliche Weiterentwicklung.
Welches spezifische Problem wird im Fallbeispiel gelöst?
Eine Bekannte des Autors steht vor der Entscheidung, eine befristete Stelle als stellvertretende Kindergartenleiterin anzunehmen, ist jedoch aufgrund ihrer kurzen Berufserfahrung und der damit verbundenen neuen Verantwortung unsicher.
Wie geht der Coach im Gespräch mit der Unsicherheit des Klienten um?
Durch gezielte Phasen wie die IST-Analyse, die Zielbildung (Wunderfrage) und die Ressourcenaktivierung hilft der Coach der Klientin, ihre Perspektive zu erweitern und ihre Entscheidung fundiert selbst zu treffen.
Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor?
Der Autor schlussfolgert, dass Coaching ein mächtiges Werkzeug zur Unterstützung und Produktivitätssteigerung ist, jedoch fundiertes Fachwissen erfordert, um neutral und professionell agieren zu können.
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- BSc. Stefan Leitner (Autor), 2009, Coaching Entscheidungsfindung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189932