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Die Entwicklung der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung im Laufe der Geschichte und der heutige Stand

Title: Die Entwicklung der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung im Laufe der Geschichte und der heutige Stand

Term Paper , 2012 , 37 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Torsten Scholz (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Diese Hausarbeit entstand in Rahmen des Seminars „Teilhabe am Arbeitsleben bei Behinderung“ bei Herrn ... Thema des Seminars waren die Schwierigkeiten, mit denen Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung bei der Teilhabe am Arbeitsleben konfrontiert werden. Dieses Seminar hat mich sehr interessiert, traf es doch genau mein Hauptinteresse während des Studiums der Sozialen Arbeit, da ich selbst meinen Zivildienst und mein BPS I-Praktikum im Rahmen des Studiums in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) gemacht habe, einer Einrichtung, die gezielt dafür vorgesehen ist, Menschen mit Behinderung über die Teilhabe am Arbeitsmarkt Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Ich habe dabei also selbst in der Praxis gesehen, wie solche Einrichtungen funktionieren und wie sich in der Praxis trotz guter Ansätze immer noch gewaltige Schwierigkeiten ergeben, Menschen mit Behinderung Teilhabe zu ermöglichen. Dies ist mein Ausgangsinteresse und deshalb habe ich mich dazu entschlossen, mich in meiner Hausarbeit mit der geschichtlichen Entwicklung der Integration von Menschen insbesondere mit geistiger Behinderung in das Arbeitsleben unter besonderer Betrachtung der Werkstätten für behinderte Menschen auseinanderzusetzen – von den Anfängen der Beschäftigung behinderter Menschen in Arbeitsumfeldern über die Anfänge der Werkstätten bis hin zur heutigen Situation. Den Fokus möchte ich dabei so weit wie möglich auf die Klienten-Gruppe der Menschen mit geistiger Behinderung leben, da diese noch einmal auf komplett andere (und in der Regel größere) Schwierigkeiten bei der gesellschaftlichen und somit auch beruflichen Integration stoßen als Menschen mit körperlicher Behinderung und auch nach wie vor die Hauptzielgruppe der Werkstätten sind . Diese Hausarbeit soll deshalb der geschichtlichen Entwicklung des Umgangs mit geistig behinderten Menschen nachgehen und den aktuellen Stand der Entwicklung aufzeigen, unter der Fragestellung: Wie wurde mit Menschen mit Behinderung im Laufe der Geschichte umgegangen, wie wurden diese Menschen früher in die Arbeitswelt integriert und wie ist der Entwicklungsstand der Beschäftigung von Menschen mit geistiger Behinderung heute?
Es soll also in erster Linie ein geschichtlicher Abriss werden, der den allgemeinen Umgang mit Menschen mit Behinderung reflektiert und dabei auch so weit wie möglich die Versuche der Integration in die Berufswelt darzustellen versucht und darauf aufbauen den heutigen Stand zeigt.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Arbeit – ein Definitionsversuch

2. Die geschichtliche Entwicklung der gesellschaftlichen Teilhabe und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung

2.1 Die Anfänge vom Altertum bis zum Mittelalter

2.2 Vom Mittelalter bis zum 19.Jahrhundert

2.3 Die Entwicklung im 19. und frühen 20. Jahrhundert bis zum Dritten Reich

2.4 Die Entwicklung zur Zeit des Dritten Reiches bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs

2.5 Die Entwicklung nach 1945 bis zu Beginn der 60er Jahre

3. Die Geschichte der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)

3.1 Die Gründung der ersten Werkstätten

3.2 Die heutige Situation der Werkstätten

3.2.1 Grundsätzliches

3.2.2 Aufbau

3.3 Kritik am Werkstatt-System

3.3.1 Prinzipielle Kritik

3.3.2 Finanzielle Kritik

3.3.3 Kritik im Zusammenhang mit der UN-Behindertenrechtskonvention

4. Fazit

5. Quellen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung der beruflichen Teilhabe von Menschen mit (insbesondere geistiger) Behinderung in Deutschland, analysiert die Rolle von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) als zentrales Instrument der Beschäftigung und beleuchtet aktuelle Kritikpunkte sowie Zukunftsperspektiven im Kontext der UN-Behindertenrechtskonvention.

  • Historischer Wandel des Arbeitsbegriffs und der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Behinderung
  • Die Entwicklung und Institutionalisierung von Sondereinrichtungen und Werkstätten
  • Strukturelle, finanzielle und rechtliche Aspekte des heutigen Werkstatt-Systems
  • Herausforderungen der Inklusion und Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Entwicklung im 19. und frühen 20. Jahrhundert bis zum Dritten Reich

In diesem Kapitel möchte ich die Geschichte des Umganges mit behinderten Menschen ab dem 19. Jahrhundert beschreiben, insbesondere die ersten ernsthafteren und institutionalisierten Versuche, sie in die Arbeitswelt zu integrieren.

Die geschichtlichen Anfänge der Beschäftigung behinderter Menschen in arbeitsähnlichen Verhältnissen gehen zurück in das 19. Jahrhundert, als es erstmals Arbeitsmöglichkeiten für diesen Personenkreis in Form von „punktuelle[n], meist personengebundene[n] Angeboten[n]“ (Stadler 1998, zit. nach Fischer/Hegger/Laubenstein (Hrsg.) 2011) in den sogenannten Tollhäusern oder im Rahmen der sogenannten Krüppelfürsorge gab (Stadler, wie zuvor). Um zu verstehen, wie es dazu kann, werde ich zunächst versuchen, die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung der damaligen Zeit nachzuvollziehen.

In der Zeit des 19. Jahrhunderts änderte sich für die Gesellschaft allgemein und somit auch für den Umgang mit behinderten Menschen einiges. Zum einen führte die industrielle Revolution und ihre Auswirkung auf die Menschen in der Form, dass aus Bauern und Handwerkern zunehmend angestellte Industrie-Arbeiter wurden, dazu, dass Arbeit noch stärker in den Lebensmittelpunkt der Menschen geriet und sich zugleich die Gesellschaft völlig neu formierte – zum einen gab es für das Bürgertum neue Aufstiegschancen, zum anderen gab es jedoch eine immer größer werdende, arme Arbeiterschicht, die zunehmend verelendete und infolge von ungesunden Arbeitsbedingungen, Unfallschäden und Mangelerkrankungen immer öfter auch geistige und körperliche Schäden davon trug – diese Menschen wurden zu Invaliden (vgl. Welti 2005: 195 ff.). Somit stieg die Zahl der Menschen mit Behinderung an, und die Fürsorge für diese Menschen wurde zu einem größer werdenden sozialen Problem, das das Problem der Menschen mit Behinderung auch erstmals stärker in den Blickpunkt der Gesellschaft rückte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation des Autors, begründet durch eigene Praxiserfahrungen, und definiert den Fokus der Hausarbeit auf die historische Integration von Menschen mit geistiger Behinderung in das Arbeitsleben.

1. Arbeit – ein Definitionsversuch: Dieses Kapitel klärt den Begriff der Arbeit aus betriebswirtschaftlicher und soziologischer Sicht und beleuchtet die Bedeutung von Erwerbstätigkeit für die gesellschaftliche Teilhabe und Identitätsbildung.

2. Die geschichtliche Entwicklung der gesellschaftlichen Teilhabe und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung: Dieses Kapitel bietet einen historischen Überblick von der Antike bis zur Nachkriegszeit, wobei der Fokus auf dem Wandel des Menschenbildes und der Entwicklung erster Aussonderungs- und Beschäftigungsformen liegt.

2.1 Die Anfänge vom Altertum bis zum Mittelalter: Dieses Unterkapitel beschreibt das Leben behinderter Menschen in den frühen Hochkulturen, das von Ambivalenzen zwischen Diskriminierung und ersten Ansätzen von Fürsorge geprägt war.

2.2 Vom Mittelalter bis zum 19.Jahrhundert: Dieses Unterkapitel analysiert das von religiösen Vorstellungen und Dämonisierung geprägte Bild behinderter Menschen, das erst mit der Aufklärung und dem Beginn der Industrialisierung einen langsamen Wandel erfuhr.

2.3 Die Entwicklung im 19. und frühen 20. Jahrhundert bis zum Dritten Reich: Dieses Unterkapitel befasst sich mit der Entstehung erster institutioneller Arbeitsmöglichkeiten in Anstalten und der Bedrohung durch sozialdarwinistische Ideologien.

2.4 Die Entwicklung zur Zeit des Dritten Reiches bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs: Dieses Unterkapitel dokumentiert die menschenverachtende NS-Ideologie, die Zwangsstilisation und die systematische Ermordung behinderter Menschen im Rahmen der „Aktion T4“.

2.5 Die Entwicklung nach 1945 bis zu Beginn der 60er Jahre: Dieses Unterkapitel beleuchtet die langsame Nachkriegsentwicklung, die geprägt war vom Fortbestehen alter Strukturen, aber auch durch den wachsenden Einsatz betroffener Eltern für neue Hilfsangebote.

3. Die Geschichte der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM): Dieses Kapitel widmet sich der Entwicklung der Werkstätten von privaten Initiativen Ende der 50er Jahre hin zu gesetzlich verankerten Einrichtungen.

3.1 Die Gründung der ersten Werkstätten: Dieses Unterkapitel beschreibt die Anfänge der Werkstätten als Sondereinrichtungen und die erste rechtliche Etablierung durch das Bundessozialhilfegesetz.

3.2 Die heutige Situation der Werkstätten: Dieses Unterkapitel analysiert die Rolle der WfbM als Wirtschafts- und Sozialfaktor sowie die Vielfalt der Werkstatt-Typen und Zielgruppen.

3.2.1 Grundsätzliches: Dieses Unterkapitel befasst sich mit der aktuellen Bedeutung der Werkstätten und den Gründen für den steigenden Bedarf an Plätzen.

3.2.2 Aufbau: Dieses Unterkapitel erklärt die Struktur des Werkstatt-Systems in drei Phasen: Eingangsverfahren, Berufsbildungsbereich und Arbeitsbereich.

3.3 Kritik am Werkstatt-System: Dieses Unterkapitel führt in die komplexe Kritik am aktuellen Werkstatt-Modell ein, das trotz historischer Erfolge als zunehmend überholt gilt.

3.3.1 Prinzipielle Kritik: Dieses Unterkapitel thematisiert das Problem der Sondereinrichtung und die mangelnde Integration auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

3.3.2 Finanzielle Kritik: Dieses Unterkapitel stellt die Sichtweise der Kostenträger dar, die das Werkstatt-System als zu starr und kostenintensiv bewerten.

3.3.3 Kritik im Zusammenhang mit der UN-Behindertenrechtskonvention: Dieses Unterkapitel beleuchtet die Forderung nach Inklusion und die Herausforderungen bei der Umsetzung der UN-Konvention in deutsches Recht.

4. Fazit: Das Fazit fasst die historischen Errungenschaften der Behindertenhilfe zusammen und benennt die Notwendigkeit, das System zugunsten von Inklusion und Wahlmöglichkeiten langfristig zu reformieren.

5. Quellen: Dieses Kapitel listet die für die Hausarbeit herangezogene Literatur und Quellen auf.

Schlüsselwörter

Behindertenhilfe, Werkstätten für behinderte Menschen, WfbM, Inklusion, Integration, Geschichte, UN-Behindertenrechtskonvention, Sozialdarwinismus, Arbeit, Eingliederungshilfe, Sondereinrichtung, Teilhabe, Beschäftigung, Berufsbildung, Menschen mit geistiger Behinderung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die geschichtliche Entwicklung und den aktuellen Stand der beruflichen Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM).

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Schwerpunkten zählen der historische Wandel des Arbeitsbegriffs, die Institutionalisierung der Behindertenhilfe, die gesetzlichen Rahmenbedingungen von Werkstätten sowie die aktuelle Debatte um Inklusion und UN-Konventionen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der Umgang mit behinderten Menschen historisch gewandelt hat, um daraus ein besseres Verständnis für die heutige Situation und die Reformbedürftigkeit des Werkstatt-Systems zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische und analytische Literaturarbeit, die existierende Forschungsergebnisse, Gesetze und Berichte zusammenführt, um die Entwicklung der Beschäftigungssituation zu reflektieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse von der Antike bis in die Nachkriegszeit, eine detaillierte Beschreibung der Werkstätten (Aufbau und Funktion) sowie eine Auseinandersetzung mit der aktuellen, vielschichtigen Kritik an diesem Modell.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Inklusion, Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), UN-Behindertenrechtskonvention, Teilhabe, soziale Integration und Behindertenhilfe.

Welche Bedeutung hatte das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses?

Dieses Gesetz von 1933 war ein zentrales Instrument der NS-Ideologie zur Selektion und Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung, was zu Zwangssterilisationen und später zur systematischen Ermordung führte.

Warum wird das aktuelle Werkstatt-System heute kritisiert?

Die Kritik richtet sich vor allem gegen den Status der Werkstätten als Sondereinrichtungen, die zwar Beschäftigung bieten, aber kaum den Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen und somit der Idee einer inklusiven Gesellschaft entgegenstehen.

Wie beeinflusst die UN-Behindertenrechtskonvention die deutsche Hilfslandschaft?

Die Konvention zementiert das Recht auf Teilhabe und Arbeit auf einem offenen Arbeitsmarkt, was den Druck erhöht, bestehende Sondereinrichtungen langfristig abzubauen und durch inklusive Angebote zu ersetzen.

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Details

Title
Die Entwicklung der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung im Laufe der Geschichte und der heutige Stand
Grade
2,3
Author
Torsten Scholz (Author)
Publication Year
2012
Pages
37
Catalog Number
V190012
ISBN (eBook)
9783656145318
ISBN (Book)
9783656145349
Language
German
Tags
entwicklung beschäftigung menschen laufe geschichte stand behinderung werkstätten inklusion geistige behinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torsten Scholz (Author), 2012, Die Entwicklung der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung im Laufe der Geschichte und der heutige Stand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190012
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