Gegenstand dieser Arbeit soll die Bedeutung der Gesellschaft für das Wohlbefinden bzw. Selbstwertgefühl eines Individuums sein. Dabei soll im Rahmen unseres Seminars von komplexen Gesellschaften ausgegangen werden. Komplexe Gesellschaften, die oftmals
durch hierarchische Strukturen geprägt sind, sind nämlich unter anderem ein Grund dafür, dass die meisten ihrer Mitglieder unter einem geringen Selbstwertgefühl leiden. Ein meist durch Konkurrenz ausgelöster zu hoher Druck führt die Menschen in das
Bestreben, den sich ständig ändernden und steigenden Anforderungen gerecht werden zu müssen. Für diesen Zusammenhang wichtige Begriffe sollen im Folgenden näher erläutert und operationalisiert werden. Vor allem der Begriff des Selbstwertgefühls und
der des symbolischen Interaktionismus sollen im Mittelpunkt unserer Betrachtungen liegen. Dabei sollen auf mögliche Ursachen für ein mangelndes Selbstbewusstsein eingegangen werden und versucht werden Antworten auf Fragen zum Entstehungsprozess des Selbstwertgefühls zu finden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Selbstwertgefühl
Symbolischer Interaktionismus
Exkurs: Adlerperspektive
Sozialisation als Prozess der Identitätsbildung
Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Bedeutung der Gesellschaft für die Entwicklung des Selbstwertgefühls und der Identität eines Individuums. Dabei wird analysiert, wie soziale Interaktionen und die Internalisierung verschiedener Perspektiven zur Stabilität oder Instabilität des Selbstwerts beitragen.
- Der Einfluss komplexer Gesellschaftsstrukturen auf das Selbstwertgefühl.
- Die theoretischen Grundlagen des symbolischen Interaktionismus nach George Herbert Mead.
- Die Bedeutung von Eigen-, Fremd- und Adlerperspektive für die soziale Kompetenz.
- Sozialisation als lebenslanger Prozess der Identitätsbildung.
- Möglichkeiten zur bewussten Förderung von Selbstvertrauen durch Perspektivwechsel.
Auszug aus dem Buch
Exkurs: Die Adlerperspektive
An dieser Stelle möchte ich einen Exkurs machen und mich dabei auf Krüll und Schmid-Egger beziehen, die in ihrem Buch „Selbstsicher-jetzt!: So überzeugen Sie in jeder Situation“ Menschen mit geringem Selbstwertgefühl Tipps und Hinweise geben, wie sie wieder an Selbstvertrauen gewinnen können. Eine ihrer aufgeführten Übungen dient dazu sein Umfeld besser zu beobachten und das Verhalten der Menschen besser zu verstehen.
Der Ausgangspunkt, den sich die Autoren gewählt haben, ist der, dass es drei Perspektiven gibt, aus der jedes Individuum seine Umwelt bzw. die Welt wahrnehmen kann. Zum einen ist es die Eigen- bzw. Selbstperspektive, in der das Individuum alles nur aus der eigenen Position heraus betrachtet und alles dementsprechend interpretiert. Daneben gibt es die Fremdperspektive die von den Autoren als die „Sicht des Gegenübers“ bezeichnet wird. Hierzu empfehlen Krüll et al. ihren Lesern, in einer Gesprächssituation zu versuchen bewusst ihre Perspektive zu ändern und sich in den anderen hineinzuversetzen. Dabei können Fragen wie beispielsweise „Was nimmt dieser wohl wahr, wenn er sich mit Ihnen unterhält?“ helfen die Fremdperspektive einzunehmen. Nachdem man gelernt hat die Fremdperspektive einzunehmen, könne man sich selbst auch besser einschätzen und wüsste wie man sein eigenes Verhalten der Situation bzw. seinem Gegenüber besser anpassen bzw. ändern könnte, da die Fremdperspektive auch dazu dient seinen Interaktionspartner besser kennenzulernen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema und Erläuterung der Forschungsfrage hinsichtlich des Einflusses der Gesellschaft auf das individuelle Selbstwertgefühl.
Selbstwertgefühl: Definition des Begriffs und Untersuchung der Ursachen für ein geringes Selbstwertgefühl sowie dessen Entstehung im Kindesalter.
Symbolischer Interaktionismus: Darstellung der soziologischen Theorie nach Mead und Bedeutung der Kommunikation für die soziale Identitätsbildung.
Exkurs: Adlerperspektive: Vorstellung von praktischen Übungen zum Perspektivwechsel zur Steigerung des Selbstvertrauens.
Sozialisation als Prozess der Identitätsbildung: Erörterung der Sozialisation als lebenslangen Prozess der Persönlichkeitsentwicklung und Integration in gesellschaftliche Strukturen.
Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage über den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Einflüssen und der individuellen Identität.
Schlüsselwörter
Selbstwertgefühl, Identität, Sozialisation, Gesellschaft, symbolischer Interaktionismus, George Herbert Mead, Eigenperspektive, Fremdperspektive, Adlerperspektive, Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung, soziale Interaktion, Selbstbewusstsein, Identitätsbildung, soziale Einordnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Strukturen, sozialen Interaktionen und der Entwicklung des individuellen Selbstwertgefühls.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind der symbolische Interaktionismus, der Prozess der Sozialisation, die Identitätsbildung sowie die praktische Anwendung von Perspektivwechseln zur Selbstwertstärkung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit die Gesellschaft und soziale Beziehungen die Wahrnehmung des eigenen Selbst prägen und welche Rolle diese Einflüsse für das Wohlbefinden spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die soziologische Perspektive des symbolischen Interaktionismus nach George Herbert Mead.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung des Selbstwertgefühls, die Erläuterung soziologischer Interaktionstheorien und einen Exkurs über methodische Ansätze zur Selbstvertrauenssteigerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Selbstwertgefühl, Identität, Sozialisation, symbolischer Interaktionismus und Perspektivwechsel.
Was genau ist die „Adlerperspektive“?
Die Adlerperspektive ist ein methodisches Konzept, bei dem man eine Situation distanziert von oben betrachtet, um das Verhalten beider Gesprächspartner neutral beurteilen zu können.
Warum ist der „signifikante Andere“ bei Mead so wichtig?
Für Mead ist der „signifikante Andere“ eine Person mit emotionaler Bindung, deren Rollen und Einstellungen maßgeblich zur Entwicklung der Identität des Kindes beitragen.
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- Belgüzar Nasuhbeyoglu (Author), 2012, Welche Bedeutung hat die Gesellschaft für die Entwicklung des Selbstwertgefühls und der Identität eines Individuums?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190021