„Publizistische Sorgfalt“ - Ausgestaltung durch den Pressekodex und Relevanz für das Recht


Seminararbeit, 2011

37 Seiten, Note: 16,00 Punkte


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

LITERATURVERZEICHNIS

I. Einleitung
1. Verfassungsrechtliche Grundlagen der Sorgfaltspflicht
a) Rechte und Privilegien der Presse im Hinblick auf Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG
b) Grenzen der Pressefreiheit
c) Die publizistische Sorgfalt - verfassungsrechtlich geboten?
2. Rechtsquellen der journalistischen Sorgfalt und Einordnung des Pressekodex

II. Ausgestaltung der publizistischen Sorgfalt durch den Pressekodex
1. Die Pflicht zur Prüfung auf Wahrheit und Richtigkeit
a) Recherche
b) Veröffentlichung
c) Richtigstellung und Dokumentierung
2. Vollständigkeit von Recherche, Darstellung, Archivierung
3. Gelegenheit zur Stellungnahme
a) Ableitung aus Ziffer 8 Pressekodex, RL 8.1 Abs
b) Ableitung aus Ziffer 2 S. 1 Pressekodex
4. Das Gebot der Sachlichkeit
a) Unabhängigkeit von außerpublizistischen Interessen
b) Redaktionelle Sachlichkeit
5. Zitattreue
6. Die Pflicht zur Güterabwägung

III. Rechtliche Relevanz der Sorgfaltsvorschriften des Pressekodex
1. Rechtsverbindlichkeit der Publizistischen Grundsätze
a) Rechtsnormqualität
b) Rechtliche Bindung der Mitglieder des Trägervereins
2. Der Pressekodex als Grundlage bei der Rechtsauslegung
a) Pauschale Heranziehung des Pressekodex
b) Berücksichtigung als Auslegungshilfe
3. Der berufsethische Sorgfaltsmaßstab im Verhältnis zu rechtlichen Vorgaben
4. Einfluss der Standesregeln auf die Rechtsfolgen eines Sorgfaltsverstoßes

IV. Fazit

LITERATURVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

I. Einleitung

„Seid ihr immer noch nicht tot?“ - so lautete die Überschrift der BILD-Zeitung für ihre mehrseitige Berichterstattung über den Amokläufer von Winnenden[1], der am 11. März 2009 insgesamt 15 Menschen tötete und sich anschließend selbst erschoss[2]. Das sei­tengroße Aufmacherbild des Beitrags zeigte eine Fotomontage des Täters in Kampfanzug, heroischer Pose und mit gezogener Waf- fe.[3] In einem anderen Artikel wurden unter dem Titel „Diese jun­gen Leben hat er ausgelöscht“ die vollen Vor- und Nachnamen mehrerer Opfer veröffentlicht.[4] Im Rahmen der Amokberichters­tattung von Winnenden geriet die „Medienmeute“ in scharfe Kri­tik.[5] So warnte etwa der Bundespräsident am Jahrestag der Tragö­die, intensive Berichterstattung, die den Täter in den Mittelpunkt stellt, könne ein Anlass zur nächsten Tat sein.[6] Beim Deutschen Presserat gingen als Reaktion auf die Amok-Berichte 79 Be­schwerden ein, in 47 Fällen wurde ein Beschwerdeverfahren ein­geleitet.[7] Wegen Verstößen gegen die Persönlichkeitsrechte[8] und gegen das Verbot der unangemessen sensationellen Darstellung[9] sprach der Presserat am Ende zwei öffentliche und eine nicht­öffentliche Rüge[10], sowie fünf Missbilligungen und fünf Hinweise aus.[11] 19 Beschwerden wurden dagegen für unbegründet befun­den, vorwiegend gerechtfertigt durch das hohe öffentliche Interes- se, das sich aus den besonderen Begleitumständen der Tat ergab.[12]

Das geschilderte Beispiel zeigt, dass sich die journalistische Tä­tigkeit stets im Spannungsfeld befindet zwischen den schutzwür­digen Rechten Dritter und der Befriedigung des öffentlichen In­formationsinteresses. Wann die Grenze des Vertretbaren -sei es unter ethischen oder auch rechtlichen Gesichtspunkten- über­schritten wird, kann mitunter schwer zu ermitteln sein. Es verlangt daher nach einem Maßstab, an dem sich journalistisch einwand­freies Verhalten festmachen lässt. Dieser Maßstab findet sich in den Regelungen über die publizistische Sorgfalt. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Ausgestaltung der Sorgfaltsanforde­rungen im standesethischen Pressekodex[13] und ihrer rechtlichen Bedeutung.

In der Einleitung werden zunächst die verfassungsrechtlichen Grundlagen beleuchtet, die die Bestimmung eines Sorgfaltsmaßs­tabes erforderlich machen (I., 1.). Dem folgt ein kurzer Überblick über den Rechtsquellenkatalog der publizistischen Sorgfalt, in den die Vorschriften des Pressekodex einzuordnen sind (I., 2.). Der Hauptteil beschäftigt sich mit den Sorgfaltsplichten im Einzelnen, die am Maßstab des Pressekodex auszuarbeiten sind, (II.) und klärt deren rechtliche Relevanz (III.). In diesem Zusammenhang wird auf mögliche rechtliche Wirkungen des Pressekodex einge­gangen (III. 1., 2.), sowie auf die Bedeutung des Pressekodex im Verhältnis zu rechtlichen Sorgfaltsvorgaben (III. 3.). Ob die Pub­lizistischen Grundsätze die Rechtsfolgen eines Sorgfaltsverstoßes beeinflussen, wird ebenfalls von Interesse sein (III. 4). Ein ab­schließendes Fazit (IV.) trägt dann die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und bewertet vor diesem Hintergrund den standesethi­schen Sorgfaltsmaßstab in seiner Gesamtheit.

1. Verfassungsrechtliche Grundlagen der Sorgfaltspflicht

Bevor im Einzelnen auf die Sorgfaltspflichten einzugehen ist, wie sie im Pressekodex konkret ausgestaltet sind, sollen zunächst die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen der publizistischen Sorgfalt abgesteckt werden.

a) Rechte und Privilegien der Presse im Hinblick auf Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG

Obgleich die Pressefreiheit des Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG in erster Linie als Abwehrrecht des Bürgers gegenüber dem Staat ver­standen wird[14], kommt ihr nach der Rechtsprechung des Bundes­verfassungsgerichts[15] auch ein objektiv-rechtlicher Gehalt zu[16]. Der Grundrechtsschutz soll sich demnach auf das Institut „Freie Presse“, also die Freiheit des Pressewesens in seiner Gesam­theit[17], erstrecken. Das BVerfG sieht diesen Bestandsschutz als verfassungsrechtlichen Reflex der herausragenden Bedeutung der Presse für eine freiheitliche Demokratie an.[18] Sie fungiere in­sofern als Bindeglied zwischen dem Bürger und den von ihm gewählten Volksvertretern und schaffe damit erst die Grundlage für die Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte.[19] Daher wird der Presse durch das BVerfG[20], wie auch die Landespressegeset­ze[21], die Wahrnehmung einer „öffentlichen Aufgabe“ zuge­schrieben.

In diesem Zusammenhang erklärt sich die besondere Reichweite der ihr zugestanden Rechte. Der Presse wird nämlich „in gewis­ser Hinsicht eine bevorzugte Stellung“ eingeräumt.[22] So erstreckt sich etwa der sachliche Schutzbereich der Pressefreiheit auf die gesamten Pressetätigkeiten, von der Informationsbeschaffung bis zum Vertrieb, sowie auf alle Presse-Erzeugnisse, unabhängig von ihrem inhaltlichen Gehalt.[23] Subjektiv werden alle im Pres­sewesen Tätigen in Ausübung ihrer Funktion erfasst.[24 Neben ih­rer klassischen Funktion als Abwehrrecht gegen Eingriffe des Staates, entfaltet die Pressefreiheit auch eine mittelbare Drittwir- kung gegenüber nichtstaatlichen Machtgruppen.[25] Zur Sicherung ihrer grundrechtlichen Freiheiten werden der Presse außerdem einige wichtige Schutzrechte zugestanden, wie etwa das Verbot des Standeszwangs (§ 1 Abs. 4 LPG) oder das Gebot der zulas­sungsfreien Berufsausübung (§ 2 LPG). Im Strafrecht genießt sie insbesondere das Privileg eines besonderen Rechtfertigungs­grundes - der Wahrnehmung berechtigter Interessen (§ 193 StGB).

b) Grenzen der Pressefreiheit

Mit der gesellschaftlichen Bedeutung der Presse und ihren erwei­terten Rechten, geht allerdings auch ein erhöhtes Gefährdungs­potential einher. Denn der Einfluss der Medien auf die öffentli­che Meinungsbildung, kann für den, der Objekt einer Erörterung in der Presse ist, massive Beeinträchtigungen seiner Lebensum­stände bedeuten. Grenzen der Pressefreiheit bilden daher die schutzwürdigen Rechte Dritter, allem voran die Persönlichkeits­rechte aus Art. 1 Abs. 1, 2 Abs. 1 GG. Durch sie hat der Einzelne das Recht einen privaten Lebensbereich zu begründen und Dritte hiervon auszuschließen.[26] Er kann selbst entscheiden, wie er sich Dritten oder der Öffentlichkeit gegenüber darstellen möchte.[27] Geschützt sind unter anderem das Recht am eigenen Bild und am gesprochenen Wort, das Recht auf informationelle Selbstbe­stimmung, sowie der Schutz vor Indiskretionen und Unwahrhei­ten.[28] Darauf wird auch in Art. 5 Abs. 2 GG Rücksicht genom­men, wonach die Kommunikationsfreiheiten ihre Schranken un­ter anderem in dem Recht der persönlichen Ehre, als Bestandteil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts [29], finden.

c) Die publizistische Sorgfalt - verfassungsrechtlich geboten?

Es stellt sich nachfolgend die Frage, welchen Bezug die Presse­ie Frage, welchen Bezug die Presse­freiheit bzw. ihre verfassungsrechtlichen Grenzen zur publizisti­schen Sorgfalt aufweisen. Teilweise wird hier die Ansicht vertre- ten, die publizistischen Sorgfaltspflichten ließen sich bereits un- mittelbar aus Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG begründen.[30] Grundlage sol­cher Überlegungen könnte sein, dass die Pressefreiheit nur die wahrheitsgemäße Berichterstattung schützt[31], der besondere Rechtsschutz des § 193 StGB der Presse aber auch bei unwahren Berichten zugebilligt wird, soweit sich um eine wahrheitsgetreue Darstellung bemüht wurde.[32] Obwohl die unwahre Tatsachen­behauptung also nicht dem Schutz des Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG un­terliegt, ist ein verfassungsrechtlicher Toleranzbereich auszuma­chen, der bei der Wahrung der publizistischen Sorgfalt von einer rechtlichen Sanktionierung befreit[33]. Aufgrund dieses Toleranz­bereichs bereits von einer „Begründung“ der Sorgfaltspflichten in Art. 5 Abs. 1 S. 2 zu sprechen, wäre im Ergebnis zwar zu weit gegriffen. Dennoch weist die journalistische Sorgfalt insoweit eine beachtliche grundrechtliche Relevanz auf. Dies bestätigen auch die folgenden Erwägungen: Der ausgedehnte Schutz der Pressetätigkeit resultiert (zumindest auch) aus ihrer Aufgabe, das öffentliche Informationsinteresse zu befriedigen. Da ein solches Interesse nur an einer möglichst wahrheitsgetreuen Berichterstat­tung besteht[34], dem Rezipienten eine Überprüfung durch eigene Wahrnehmung jedoch kaum möglich ist[35], muss dem Berichten­den insofern eine erhöhte Verantwortung zukommen. Auch scheint es unangemessen, der Presse im Rahmen ihrer gesell­schaftlichen Funktion besondere Schutzrechte einzuräumen, oh­ne einen Maßstab festzulegen, anhand dessen sich ermitteln lässt, wann ihr Verhalten den Boden des öffentlichen Informationsauf­trags verlässt. Eine über den gesetzgeberischen Willen hinausge­hende, ausufernde Anwendung der Sonderrechte wäre in diesem Fall kaum zu vermeiden. Mit Blick auf ihre öffentliche Aufgabe und die besondere Reichweite ihrer Freiheiten, sind der Presse daher gewisse Verhaltensregeln vorzugeben. Auch wenn Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG die Sorgfaltspflichten demnach nicht bereits selbst begründet, prägt er doch im Wesentlichen die Anforderun­gen an das journalistische Verhalten.

Darüber hinaus ist die publizistische Sorgfalt auch an dem all­gemeinen Persönlichkeitsrecht aus Art. 1 Abs. 1, 2 Abs. 1 GG auszurichten. Im Interesse einer umfangreichen und kritischen Berichterstattung greift der Journalist nämlich unweigerlich in fremde Rechte ein. Es entsteht so ein Spannungsverhältnis zwi­schen den Persönlichkeitsrechten des Einzelnen und den im Rahmen ihrer öffentlichen Funktion bestehenden Freiheiten der Presse. Jedoch entwickeln Presseveröffentlichungen, aufgrund der Möglichkeit des Mediums eine Vielzahl an Rezipienten zu erreichen, eine enorme Breitenwirkung, die der Betroffene nur schwer revidieren kann. Daher werden Kommunikationsregeln benötigt, die ein Mindestmaß an Schutz für die Individualrechte gewährleisten. Derjenige, der Gegenstand einer Erörterung und damit bereits in seinem Recht auf eigene Darstellung betroffen ist, soll zumindest insoweit geschützt werden, als bei diesem Eingriff ein Mindestmaß an Sorgfalt zu beachten ist. Pressespezi­fische Sorgfaltspflichten sind also auch „um des Ehrenschutzes willen“[36] gefordert.

2. Rechtsquellen der journalistischen Sorgfalt und Einordnung des Pressekodex

Die Sorge um ein, sowohl ethisch, als auch rechtlich einwand­freies journalistisches Verhalten erhält in den verschiedensten Vorschriftenkatalogen Einzug. So verlangen etwa die Landes­pressegesetze, der zivilrechtliche Verschuldensmaßstab des § 276 Abs. 2 BGB, oder auch die für den unternehmerischen Wettbewerb geltende Generalklausel des § 3 UWG bereits aus­drücklich die Wahrung der dort geforderten Sorgfalt. Zudem weist auch der Rechtfertigungsgrund der „Wahrnehmung berech­tigter Interessen“, der sowohl im Zivilrecht (§ 824 Abs. 2 BGB), als auch im Strafrecht (§ 193 StGB) gesetzlich vertreten ist, Be­zug zur publizistischen Sorgfalt auf. Denn der Journalist kann sich nur dann auf ein berechtigtes Interesse - in der Regel das öf­fentliche Informationsinteresse - berufen, wenn er die journalis- tische Sorgfaltspflicht beachtet hat.[37]

Neben diesen gesetzlichen Bestimmungen gehen vor allem die außerrechtlichen Vorschriften des Pressekodex und die zugehö­rigen Richtlinien auf die publizistische Sorgfalt ein. Es handelt sich insoweit um standeseigene Regelungen, die vom Deutschen Presserat als privatrechtlichem Verein entwickelt wurden, um die Berufsethik der Presse zu konkretisieren[38]. Sie richten sich an Verleger, Herausgeber und Journalisten[9] und werden in Be­schwerdeverfahren gegen Presse-Erzeugnisse vor dem Presserat als Prüfungsmaßstab zugrunde gelegt. Dass die Präambel des Pressekodex die Wahrung der verfassungskonformen Gesetze als eine berufsethische Pflicht bestimmt, bedeutet indes nicht die Bindung des Rates an die Rechtsauslegung der Gerichte.[40] Denn gem. § 11 Abs. 3 BeschwO[41] entscheidet der Presserat nach sei­ner freien Überzeugung. Die Frage nach der Rechtsverbindlich­keit des Kodex bleibt an dieser Stelle dahingestellt, da sie im Rahmen der rechtlichen Relevanz der standesethischen Sorg­faltsvorgaben erörtert werden soll.

II. Ausgestaltung der publizistischen Sorgfalt durch den Pressekodex

Wer in den Publizistischen Grundsätzen nach einer Erläuterung der redaktionellen Pflichten sucht, stößt unvermittelt auf die mit „Sorgfalt“ betitelte Ziffer 2 des Kodex. Als zentrale Vorschrift regelt sie die wichtigsten Aspekte beanstandungsloser Pressear­beit. Es wäre jedoch voreilig ihre Vorgaben für abschließend zu halten. Denn bei näherer Betrachtung weisen auch die anderen Ziffern Bezug zur Sorgfalt auf. Um ihren vollständigen Umfang zu erfassen, werden die Sorgfaltspflichten daher im Einzelnen auf ihre jeweilige Ausgestaltung im Kodex untersucht.

1. Die Pflicht zur Prüfung auf Wahrheit und Richtigkeit

Ohne wahrheitsgemäß und zuverlässig informiert zu sein, kann der Bürger nicht effektiv am demokratischen Willensbildungs­prozess mitwirken. Ebenso wenig kann der Eingriff eines Pres­seberichts in die Persönlichkeitsrechte Dritter gerechtfertigt sein, wenn ihm kein Bemühen um eine sachgemäße Darstellung zu­grunde liegt.[42] Aus diesem Grund nennt bereits Ziffer 1 des Pres­sekodex die Achtung vor der Wahrheit und die wahrhaftige Un­terrichtung der Öffentlichkeit als oberste Gebote der Presse. Zif­fer 1 stellt damit eine Art Generalklausel dar.[43] Während sie die wichtigsten Ziele des Pressekodex vorgibt, dienen die Vorgaben der übrigen Ziffern deren Erreichung.

a) Recherche

Das Wahrheitsgebot wird insbesondere durch die Ziffern 2 und 3 des Pressekodex konkretisiert.[44] Für den Bereich der Recherche schreibt so etwa Ziffer 2 S. 2 vor, Informationen vor ihrer Veröf­fentlichung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Die Formulierung „zu prüfen“ zeigt bereits, dass insofern nicht die Pflicht gemeint ist, aus­schließlich die „objektive“ Wahrheit zu berichten. Es handelt sich vielmehr um eine Prüfungspflicht, der genügt wird, wenn der Journalist sich nach bestem Können um die Ermittlung des „wahren“ Sachverhalts bemüht[45]. Zudem lässt der generalklause­lartige Wortlaut von Ziffer 2 S. 2 darauf schließen, dass der konkrete Umfang der Prüfpflicht von den Umständen des Einzel­falles abhängt. Grundsätzlich sollte allerdings beachtet werden:

[...]


[1] DPR, Jahrbuch 2010, S. 98f.; ders., Leitfaden zur Amokberichterstattung, S. 30f.; ders., Pressemitteilung v. 20.05.09 - Amoktäter, abrufbar unter: http://www.presserat.info/inhalt/dokumentation/pressemitteilungen/pm/article /ruege-fuer-heroische-pose-eines-amoktaeters.html_(Stand: 30.08.2011).

[2] Vgl. dazu ausführlich „Der Spiegel“, 12/2009, S. 30 ff., abrufbar unter: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-64628264.html_(Stand: 30.08.11).

[3] DPR, Leitfaden zur Amokberichterstattung, S. 30; Tillmanns in: DPR, Jahrbuch 2010, S. 23.

[4] DPR, Pressemitteilung v. 20.05.09 - Amoktäter (siehe Fn. 1).

[5] DPR, Leitfaden zur Amokberichterstattung, S. 2.

[6] DPR, Leitfaden zur Amokberichterstattung, S. 2.

[7] Tillmanns in: DPR, Jahrbuch 2010, S. 22.

[8] Vgl. Publizistische Grundsätze des Deutschen Presserats, Ziffer 8 und Richtline 8.1, i. d. F. v. 03.12.2008,

[9] Vgl. Publizistische Grundsätze de Deutschen Presserats, Ziffer 11.

[10] Rügenadressat war in allen Fällen die BILD-Zeitung.

[11] DPR, Pressemitteilung v. 20.05.09 - Amoktäter (siehe Fn. 1).

[12] DPR, Pressemitteilung v. 20.05.09 - Amoktäter (siehe Fn. 1); Tillmanns in: DPR, Jahrbuch 2010, S. 22f.

[13] Publizistische Grundsätze des Deutschen Presserats (siehe Fn. 8).

[14] Vgl. etwa BVerfGE 20, 165, 175f.; Löffler/Ricker, Kap. 6 Rn. 2.

[15] Im Folgenden bezeichnet mit BVerfG.

[16] BVerfGE 10, 118, 121; 20, 162, 174f.; 50, 234, 240; 80, 124, 133.

[17] Löffler/Ricker, Kap. 9 Rn. 6.

[18] BVerfGE 20, 162, 174f.;

[19] BVerfGE 20, 162, 176.

[20] BVerfGE 20, 162f.

[21] So z.B. § 3 LPG BW, LPrG M-V, LPG NRW; nicht dagegen im HPresseG.

[22] BVerfGE 20, 162, 176.

[23] BVerfGE 10, 118, 121; 20, 162, 176; 77, 346, 354; Herzog in:

Maunz/Dürig, Art. 5 Abs. 1, 2 Rn. 46f., 51.

[24] BVerfGE 20, 162, 163; Herzog in: Maunz/Dürig, Art. 5 Abs. 1, 2 Rn. 49f.;

[25] B BVerfGE 25, 256f.

[26] B Kunig in: v. Münch/Kunig, Art. 2 Rn. 32.

[27] B BVerfGE 54, 148, 155; Ricker NJW 1990, 2097, 2098;

[28] B Ausführlich: Burkhardt in:Wenzel, S. 143f.

[29] B BVerfGE 54, 208, 212; Pieroth/Schlink, Rn. 398; Schwetzler, S. 76f.

[30] Groß, Rn. 39; ders., JR 1995, 485, 486.

[31] BVerfGE 54, 208, 209; 85, 1, 17; Fechner, Kap. 8 Rn. 112.

[32] BGH NJW 1996, 1131, 1133; Vgl. auch BVerfGE 12, 113; Thieme, DÖV 1980, 149, 151.

[33] Rhode, S. 14f.

[34] BVerfGE 12, 113, 130.

[35] Müntinga, S. 21.

[36] BVerfGE 12, 113, 115.

[37] Fechner, Kap. 8 Rn. 116; Löffler/Ricker, Kap. 41 Rn. 10.

[38] Vgl. Präambel zum Pressekodex.

[39] Präambel zum Pressekodex.

[40] Heimann, S. 64.

[41] Beschwerdeordnung des Deutschen Presserats, i. d. F. v. 19.11.2008.

[42] Siehe Ausführungen unter I., 1., c), S. 4f.

[43] So auch Heimann, S. 67.

[44] DPR, Jahrbuch 1997, S. 411; Schwetzler, S. 274.

[45] Schippan, ZUM 1996, 398, 403; Heimann, S. 92.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
„Publizistische Sorgfalt“ - Ausgestaltung durch den Pressekodex und Relevanz für das Recht
Hochschule
Universität Passau
Veranstaltung
Medien - Recht und Ethik
Note
16,00 Punkte
Autor
Jahr
2011
Seiten
37
Katalognummer
V190278
ISBN (eBook)
9783656147640
ISBN (Buch)
9783656147992
Dateigröße
541 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
publizistische, sorgfalt, ausgestaltung, pressekodex, relevanz, recht, Diane, Hutter, Presserat
Arbeit zitieren
Diane Hutter (Autor:in), 2011, „Publizistische Sorgfalt“ - Ausgestaltung durch den Pressekodex und Relevanz für das Recht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190278

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