Die Sachwalterschaft ist eine Materie, die jeden Menschen früher oder später betreffen kann. Aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung ist sie ein Zukunftsthema und hat einen sehr starken Praxisbezug. Doch die Sachwalterschaft stand zunehmend in der Kritik, da Fälle des Missbrauchs der Sachwalterschaft publik wurden. Aus diesem Grund beschloss sich der österreichische Gesetzgeber, das bestehende Sachwalterrecht durch das Sachwalterrechts-Änderungsgesetz 2006 (SWRÄG 2006) zu ergänzen bzw. zu verändern.
Inhaltlich befasst sich diese Arbeit zu Beginn allgemein mit der Sachwalterschaft, um dem/der Leser/Leserin Verständnis und Wissen über dieses Thema zu geben und gehe dann konkret auf das SWRÄG 2006 und dessen Vor- und Nachteile für Betroffene und Angehörige ein. Sämtliche Informationen zu dieser Arbeit stammen aus schriftlichen und nachvollziehbaren Quellen.
Als konkrete Ergebnisse dieser Bachelorarbeit liegt ein allgemeiner Überblick über die Sachwalterschaft sowie eine inhaltliche Darstellung des SWRÄG 2006 vor. Da das SWRÄG 2006 erst wenige Jahre in Kraft ist, liegt aktuell nur begrenzt qualitativ hochwertige Literatur vor - diese Arbeit beinhaltet die besten Quellen zu diesem Thema und liefert für Sie als den/die Leser/in dieser Arbeit wertvolle Informationen in kompakter und verständlicher Form.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- 1.1 Problemstellung
- 1.2 Zielsetzung
- 1.3 Aufbau und Struktur
- DIE ENTMÜNDIGUNGSORDNUNG ALS VORLÄUFER ZUR SACHWALTERSCHAFT
- DIE SACHWALTERSCHAFT
- 3.1 Der Sinn einer Sachwalterschaft
- 3.2 Die aktuelle Situation der Sachwalterschaft in Österreich
- 3.3 Der derzeitige Weg zur Sachwalterschaft
- BERUFSPROFIL SACHWALTER/IN
- 4.1 Wer als Sachwalter/in eingesetzt werden kann
- 4.2 Aufgaben eines/einer Sachwalters/Sachwalterin
- DAS SACHWALTERRECHTS-ÄNDERUNGSGESETZ 2006
- 5.1 Allgemeines
- 5.2 Motive für die Änderung des bestehenden Sachwalterrechts
- 5.3 Die Entstehungsgeschichte des Sachwalterrechts-Änderungsgesetzes 2006
- 5.4 Ziele des Sachwalterrechts-Änderungsgesetzes 2006
- 5.5 Inhaltliche Betrachtung des Sachwalterrechts-Änderungsgesetzes 2006 mit den Vor- und Nachteilen für betroffene Personen und deren Angehörige
- Voraussetzungen für die Bestellung eines Sachwalters oder einer Sachwalterin
- Auswahl und Bestellung eines Sachwalters oder einer Sachwalterin
- Entschädigung, Entgelt und Aufwandersatz
- Haftung
- Änderung und Beendigung einer Sachwalterschaft
- Geschäftsfähigkeit des betroffenen Menschen
- Berücksichtigung des Willens und der Bedürfnisse der behinderten Person
- Personensorge
- Vorsorgevollmacht
- Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger
- Änderungen im Vereinssachwaltergesetz
- ZUSAMMENFASSUNG, FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den Einfluss des Sachwalterrechts-Änderungsgesetzes 2006 auf Betroffene und deren Angehörige. Ziel ist es, die Auswirkungen der Gesetzesänderung auf verschiedene Aspekte der Sachwalterschaft zu beleuchten, darunter die Auswahl und Bestellung von Sachwalter*innen, die Entgeltregelung sowie die Berücksichtigung des Willens und der Bedürfnisse der betroffenen Person.
- Entwicklung und Geschichte des Sachwalterrechts
- Ziele und Inhalte des Sachwalterrechts-Änderungsgesetzes 2006
- Auswirkungen der Gesetzesänderung auf Betroffene und deren Angehörige
- Veränderungen in der Rolle und den Aufgaben von Sachwalter*innen
- Kritikpunkte und Herausforderungen im Zusammenhang mit der Sachwalterschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Problemstellung, Zielsetzung und den Aufbau der Arbeit erläutert. Anschließend wird die Entmündigungsordnung als Vorläufer zur Sachwalterschaft beleuchtet. Im nächsten Kapitel werden die Sachwalterschaft, ihre Bedeutung und die aktuelle Situation in Österreich detailliert beschrieben. Das Berufsprofil von Sachwalter*innen wird im Anschluss vorgestellt. Kapitel 5 widmet sich dem Sachwalterrechts-Änderungsgesetz 2006, seinen Motiven, Zielen und Inhalten. Es analysiert die Auswirkungen der Gesetzesänderung auf verschiedene Aspekte der Sachwalterschaft und geht dabei auf die Vor- und Nachteile für Betroffene und deren Angehörige ein.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter dieser Arbeit sind Sachwalterschaft, Sachwalterrechts-Änderungsgesetz 2006, Betroffene, Angehörige, Willensbildung, Bedürfnisse, Selbstbestimmung, Geschäftsfähigkeit, Personensorge, Vorsorgevollmacht, Vertretungsbefugnis, Entmündigung, Entgeltregelung, Rechtsfähigkeit, und Schutzbedürftigkeit. Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Sachwalterrechts-Änderungsgesetzes 2006 auf diese zentralen Themenbereiche und befasst sich mit den Herausforderungen und Chancen, die sich aus der Gesetzesänderung für Betroffene und Angehörige ergeben.
Häufig gestellte Fragen
Was änderte das Sachwalterrechts-Änderungsgesetz 2006 (SWRÄG)?
Das SWRÄG 2006 zielte darauf ab, die Selbstbestimmung betroffener Personen zu stärken, Missbrauch zu verhindern und die Sachwalterschaft als "letztes Mittel" (Ultima Ratio) zu positionieren.
Was ist eine Vorsorgevollmacht?
Eine Vorsorgevollmacht ermöglicht es einer Person, bereits im Vorhinein festzulegen, wer im Falle eines Verlusts der Entscheidungsfähigkeit für sie handeln soll. Dadurch kann die Bestellung eines gerichtlichen Sachwalters oft vermieden werden.
Welche Aufgaben hat ein Sachwalter?
Ein Sachwalter vertritt die betroffene Person in genau definierten Bereichen, wie etwa der Vermögensverwaltung, der Personensorge oder bei Behördenwegen, wobei stets der Wille des Betroffenen bestmöglich berücksichtigt werden muss.
Was bedeutet "Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger"?
Durch das Gesetz von 2006 wurde es nächsten Angehörigen erleichtert, in Alltagsangelegenheiten für den Betroffenen zu entscheiden, ohne dass sofort ein langwieriges Sachwalterschaftsverfahren eingeleitet werden muss.
Warum wurde das alte Sachwalterrecht kritisiert?
Kritikpunkte waren vor allem die oft automatische "Entmündigung" in allen Lebensbereichen, mangelnde Kontrolle der Sachwalter und die zu seltene Prüfung, ob eine Sachwalterschaft noch notwendig ist.
- Citation du texte
- BA Bernhard Schaupp (Auteur), 2011, Der Einfluss des Sachwalterrechts-Änderungsgesetzes 2006 auf Betroffene und deren Angehörige, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190301