Veränderungen vorschulischer Betreuungsformen und deren Einfluss auf die Einrichtungen freiberuflicher nichtärztlicher Heilmittelerbringer am Beispiel einer logopädischen Praxis


Hausarbeit, 2011

32 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Aufbau und Ziele der Arbeit

2 Soziale Sicherung in Deutschland – Ein Überblick

3 Die freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer im deutschen Gesundheitswesen als ein Teil des Gesundheitssystems
3.1 Aufgaben der freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer
3.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.3 Die Finanzierung nichtärztlicher Heilmittel
3.4 Die Position der freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer im deutschen Gesundheitswesen
3.5 Organisationsstruktur und Ablaufprozesse der Einrichtungen freiberuflicher nichtärztlicher Heilmittelerbringer am Beispiel einer logopädischen Praxis

4 Die Kindertagesbetreuung als ein Teil des Sozialsystems
4.1 Kinderkrippen
4.1.1 Kindergärten
4.1.2 Tagespflege
4.1.3 Familienzentrum
4.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
4.3 Finanzierung der Kindertagesbetreuung

5 Wandel in der Kindertagesbetreuung

6 Folge des Wandels in der Kindertagesbetreuung - Veränderte Rahmenbedingungen der freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer

7 Kooperation – eine Möglichkeit zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer?

8 Fazit

9 Ausblick

Literaturnachweis

Rechtsquellen

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Säulen des Sozialen Sicherungssystems

Abb. 2: Das Dreiecksverhältnis im deutschen Gesundheitswesen

Abb. 3: Finanzierung und Bereitstellung von Kindertageseinrichtungen (Jaich 2001)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Veränderungen vorschulischer Betreuungsformen und deren Einfluss auf die Einrichtungen freiberuflicher nichtärztlicher Heilmittelerbringer am Beispiel einer logopädischen Praxis

1 Aufbau und Ziele der Arbeit

Wachsende Mobilität, Zunahme der erwerbstätigen Frauen bei gleichzeitig abnehmenden Unterstützungsstrukturen der traditionellen Großfamilie, die stärkere Betonung des vorschulischen Bildungsauftrages (vgl. Stöbe-Blossey 2010: 9-10) und nicht zu vergessen, die Umsetzung des Artikels 24 der UN-Konventionen über die Rechte der Menschen mit Behinderung auf ein inklusives Bildungssystem, haben dafür gesorgt, dass sich die Kindertagesbetreuung in einem umfangreichen Wandel befindet. Die Veränderungen der Strukturen und Organisationsformen sowie der pädagogischen Arbeit in der Kindertagesbetreuung führen zu veränderten Rahmenbedingungen der freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer, deren Patientenstamm, je nach Spezialisierung, zu rund 60% aus Vorschulkindern besteht (vgl. Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen 2011). Aufgrund dieser veränderten Rahmenbedingungen kommt es in den Einrichtungen der Freiberufler u. a. zu gestörten Ablaufprozessen sowie zu inneren Konflikten der Praxisinhaber und Mitarbeiter zwischen Sachzwang und Fachkompetenz.

In dieser Arbeit soll, am Beispiel einer logopädischen Praxis und der Kindertagesbetreuung, die enge Verbindung zwischen dem Gesundheitssystem und dem Sozialsystem herausgearbeitet und die Notwendigkeit der systemübergreifenden Betrachtungsweise zur Auftragserfüllung verdeutlicht werden. Hierzu sollen zunächst die Veränderungen der Kindertagesbetreuung konkretisiert und die dadurch veränderten Rahmenbedingungen der freiberuflichen Heilmittelerbringer dargestellt werden. Geprüft werden soll, ob eine Kooperation zwischen den Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und den freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringern eine anzustrebende Strategie ist, die systemübergreifend zu einer guten „Versorgung“ der gemeinsamen Patienten/Klienten und letztendlich auch zur Sicherung der Freiberufler am Gesundheitsmarkt beiträgt.

Die Managementrelevanz dieser Arbeit ergibt sich durch Änderung der Geschäftslogik und einen tiefgreifenden, die gesamte Einrichtung betreffenden Veränderungsprozess der systemischen Organisationsstruktur (vgl. Baum 2009: 21).

In einem ersten Punkt werden Stellung, Rahmenbedingungen, Finanzierung sowie die Organisationsstrukturen und Ablaufprozesse der Einrichtungen freiberuflicher nichtärztlicher Heilmittelerbringer im deutschen Gesundheitswesen beschrieben.

Anschließend wird der Begriff Kindertagesbetreuung näher erläutert, Kindertagesbetreuungseinrichtungen in Deutschland und deren Finanzierungsquellen vorgestellt.

Es folgt eine Gegenüberstellung der veränderten Organisationsformen und Strukturen der vergangenen und jüngeren Zeit.

In einem weiteren Abschnitt folgt die Auseinandersetzung mit den veränderten Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer.

Abschließend wird ein Ansatz der Kooperationsstrategie, als Möglichkeit zur strukturellen Überwindung des sektorisierten Versorgungssystems und zur Stabilisierung der nichtärztlichen Heilmittelerbringer am Sozial- und Gesundheitsmarkt, vorgestellt.

Zur Vereinfachung bzw. zur besseren Verständlichkeit wird in der vorliegenden Arbeit die maskuline Schreibweise gewählt.

2 Soziale Sicherung in Deutschland – Ein Überblick

Das System der Sozialen Sicherung umfasst alle Einrichtungen und Maßnahmen, deren Auftrag es ist, die Bundesbürger gegen Risiken wie:

- Verlust des Arbeitseinkommens durch Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit, Alter,
- Tod des Ernährers,
- unvorhersehbare Ausgaben bei Krankheit, Unfall, Mutterschaft oder Tod

zu schützen (vgl. Schroeter 2008: 8).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Säulen des Sozialen Sicherungssystems (eigene Darstellung in Anlehnung an Schroeter 2008: 10)

Die freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer sind in der 1.Säule der Sozialversicherungen, hier: Krankenversicherungen verortet, deren Leistungen aus Beiträgen finanziert werden. Sie sind dementsprechend Akteure im sogenannten Gesundheitssystem.

Die Einrichtungen der Kindertagesbetreuung sind in der 2. Sozialsicherungssäule,der Fürsorge, im Geltungsbereich der Kinder- und Jugendhilfe anzusiedeln. Sie sind dem Sozialsystem zuzuordnen und werden überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert. Die Finanzierung unterliegt dem Nachrangprinzip, d. h., dass Versicherungsleistungenund/oder Leistungen der Vorsorge vorrangig zum Einsatz kommen und auf die Höhe der Fürsorgeleistung Einfluss haben (vgl. Schroeter 2008: 9).

3 Die freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer im deutschen Gesundheitswesen als einTeil des Gesundheitssystems

Akteure im deutschen Gesundheitswesen, die als nichtärztliche Heilmittelerbringer bezeichnet werden, sind laut dem Gesundheitsbericht für Deutschland von 1998 Angehörige der Berufsgruppen:

- Ergotherapeuten
- Hebammen
- Heilpraktiker
- Physiotherapeuten
- Psychotherapeuten
- Sprachtherapeuten (Logopäden, Atem-, Sprech- und Stimmlehrer)
- Musiktherapeuten
- Diätassistenten
- Masseure (med. Bademeister)
- Medizinischer Fußpfleger
- Heileurythmisten

Aufgrund der Thematik der vorliegenden Arbeit,beziehen sich die Erörterungen vornehmlich auf die Praxen der Ergotherapeuten und Logopäden, dazum einen in diesen EinrichtungenVorschulkinder betreut werden und zum anderen sich dort die Organisations- und Ablaufprozesse ähneln.

Nach Abschluss der Berufsausbildung können die ergotherapeutischen und logopädischen Fachkräfte einen Antrag auf Kassenzulassung bei den gesetzlichen Krankenversicherungen stellen. Die Voraussetzungen zum Betreiben einer freiberuflichen nichtärztlichen Einrichtung sind in den Zulassungsbestimmungen der Spitzenverbände der Krankenkassen geregelt (vgl. AOK Bremen 2009). Es handelt sich hierbei stets um eine persönliche und raumbezogene Erlaubnis zur Abgabe von Heilmitteln. Liegt eine Kassenzulassung vor, werden die Therapeuten, auf ärztliche Verordnung hin, in ihren Einrichtungen tätig (vgl. Lohmeier 2010: 7). Nur auf Anordnung (Hausbesuch) des überweisenden Arztes ist eine Behandlung des Patienten an einem anderen Ort gestattet (vgl.AOK Bremen 2009). Seit in Kraft treten der Heilmittel-Richtlinie 01.07.2011, ist esallerdings möglich, bei Verzicht des Therapeuten auf Kilometergeld und der Hausbesuchspauschale, Menschen mit Behinderungen in den Einrichtungen zu behandeln auch wenn kein Hausbesuch verordnet wurde (vgl. AOK Gesundheitspartner-Bundesverband 2011).

In den Praxen der genannten Heilmittelerbringer ist es durchaus üblich Mitarbeiter zu beschäftigen. Gegenüber den Krankenkassen ist der Einrichtungsbetreiber verpflichtet, Rechenschaft über die Qualifikationender therapeutischen Arbeitnehmer abzulegen (vgl. Lohmeier 2010: 7).

3.1 Aufgaben der freiberuflichen nichtärztlichen Heilmittelerbringer

Der Informationsdienst für Physiotherapeuten (2010) beschreibt die Aufgaben der nichtärztlichen Heilmittelerbringer wie folgt:

Aufgabe der Ergotherapeuten ist es, durch ihre Behandlungen Menschen zu unterstützen, deren Handlungsfähigkeiten eingeschränkt oder von eingeschränkter Handlungsfähigkeit bedroht sind. Im Vordergrund steht die (Wieder-) Erlangung der motorischen, geistigen, psychischen und sozialen Selbstständigkeit.

Das Berufsbild der Logopäden beinhaltet die Behandlung von Menschen mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen. Im Vordergrund steht die Anbahnung oder Wiedererlangung der Kommunikationsfähigkeit. Im Bereich der Versorgung von Vorschulkindern ist diese medizinisch ausgerichtete Berufsgruppe der Logopäden abzugrenzen von der pädagogisch ausgerichteten Berufsgruppe der Sprachheillehrer, die in Sonderschuleinrichtungen tätig sind. Bei den Maßnahmen der Logopäden handelt es sich um eine Sprachtherapie während es sich bei den Angeboten der Sprachheillehrer um eine Sprachförderung handelt. Nähere Informationen zur Differenzierung zwischen Sprachtherapie und Sprachförderung, herausgegeben vom Deutschen Bundesverband für Logopädie e. V., befinden sich im Anhang.

3.2 Rechtliche Rahmenbedingungen

Das Sozialgesetzbuch (§92 SGB V)legt fest, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen und die Ärzte eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten gewährleisten müssen (dbl e. v. 2006). Die Heilmittel-Richtlinie, deren letzte überarbeitete Version zum 01.07.2011 in Kraft getreten ist, ist eine daraus entstandene Norm (vgl. Kassenärztliche Bundesvereinigung 2011). Diese Norm regelt fachlich und inhaltlich das Verordnungsverhalten der Ärzte. Ein wesentlicher Bestandteil der Heilmittel-Richtlinie ist der Heilmittelkatalog. Dieser beschreibt welche Heilmittel, in welchen Mengen, bei bestimmten Diagnosen, im Regelfall zu einer medizinisch angemessenen und wirtschaftlichen Versorgung führen (vgl. dbl e. v. 2006). Auf Grundlage der Heilmittel-Richtlinie und unter Berücksichtigung des Heilmittelkataloges, dürfen die zuständigen niedergelassenen Kassenärzte eine Verordnung über Ergotherapie und Logopädie ausstellen (vgl. Lohmeier 2010: 8). „ Mit diesem Rezept in den Händen, hat der Patient derzeit freie Behandlerwahl zwischen den zugelassenen Praxen auf dem Gesundheitsmarkt“ (Lohmeier 2010: 8).

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Veränderungen vorschulischer Betreuungsformen und deren Einfluss auf die Einrichtungen freiberuflicher nichtärztlicher Heilmittelerbringer am Beispiel einer logopädischen Praxis
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Veranstaltung
Gesundheits- und Sozialmanagement
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
32
Katalognummer
V190305
ISBN (eBook)
9783656150527
ISBN (Buch)
9783656150695
Dateigröße
678 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
"Es handelt sich um die Darstellung eines Problems, das sich aus dem gesellschaftl. Wandel der institutionellen Kinderbetreuung für die Organisation und Überlebensfähigkeit von logopädischen Praxen ergibt.Ausführliche Informationen über die relevante Rechtslage und die unterschiedlichen Organisations- und Finanzierungssysteme, über die Abhängigkeiten der Akteure und über politisch gewollte Paradigmen entgegenstehenden Regelungen dienen der Verständlichkeit der Konfliktdarstellung und von praktischen Lösungswegen in Form von alternativen Kooperationsmodellen" (Dr. phil. B. McManama M. A. 2011).
Schlagworte
Logopäden, freiberufliche Heilmittelerbringer, gesellschaftlicher Wandel, Veränderungen vorschulischer Betreuungsformen, Heilmittelrichtlinie, Kooperationen, Gesundheits- und Sozialmanagement, Soziale Sicherung, Inklusion
Arbeit zitieren
Logopädin, B. A. Gesundheits- und Sozialmanagement Karin Lohmeier (Autor), 2011, Veränderungen vorschulischer Betreuungsformen und deren Einfluss auf die Einrichtungen freiberuflicher nichtärztlicher Heilmittelerbringer am Beispiel einer logopädischen Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190305

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Veränderungen vorschulischer Betreuungsformen und deren Einfluss auf die Einrichtungen freiberuflicher nichtärztlicher Heilmittelerbringer am Beispiel einer logopädischen Praxis



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden