Der evolutionäre Entwicklungsprozess des Marketings in den vergangenen fünf Jahrzehnten hat eine Vielzahl an unterschiedlichen Bezugsebenen des Marketing-Mixes in den Fokus von Wissenschaftlern, Marketing- und Werbefachleuten gerückt. Neben dem Aufbau von langfristigen Beziehungen zum Endkunden (Beziehungsorientierung) und der Betrachtung der Effizienz von Marketinginstrumenten (Effizienzorientierung) hat sich vor dem Hintergrund von Marktsättigungstendenzen ebenfalls die Zusammenarbeit mit den Handelsstufen im indirekten Vertrieb (Verkaufsorientierung) als ein weiterer wichtiger Bestandteil zur Steigerung und Stabilisierung von Absatzzahlen etabliert.
Die weiterhin zunehmende Dominanz von Absatzmittlern, wie z.B. Groß- und Einzelhändlern, macht für die Hersteller neben endkundenorientierten Marketingmaßnahmen auch ein professionelles vertikales Marketing mit Ausrichtung auf die Vertriebspartner, das sog. Trade-Marketing, erforderlich.
Der Absatz des Herstellersortiments an den Handel ist in hohem Maße mitentscheidend über die Erreichung von Umsatz- und Absatzzielen der Hersteller. Vielfältige Instrumente aus dem Marketing-Mix können im Rahmen des handelsgerichteten Trade-Marketing eingesetzt werden und dabei helfen die Zielvorgaben im mehrstufigen Vertrieb zu realisieren. Diese Seminararbeit betrachtet das kommunikationspolitische Instrument der Verkaufsförderung im Allgemeinen und die Anwendung in Richtung des Handels im Besonderen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Die besondere Bedeutung der Handelsorientierung im Marketing
1.2 Die Zielsetzung des Referates
2 Theoretische Betrachtung des Begriffes Verkaufsförderung
2.1 Die Elemente der Verkaufsförderung
2.2 Die Eingliederung von Verkaufsförderung in den Marketing-Mix
2.3 Die kommunikationspolitische Bedeutung der Verkaufsförderung
2.4 Typisierung von Erscheinungsformen der Verkaufsförderung
2.5 Strategische Entscheidungsgrundlagen für eine Handels-Promotion
2.6 Ziele der Verkaufsförderung für den Handel
2.6.1 Ziele der Verkaufsförderung als Instrument der Kommunikationspolitik
2.6.2 Ziele der Verkaufsförderung im weiteren Sinn
2.6.3 Ziele der Verkaufsförderung für den Handel im engeren Sinn
3 Verkaufsförderung für den Handel in der Praxis
3.1 Maßnahmen und Beispiele
3.1.1 Beratungsmaßnahmen
3.1.2 Entlastungsmaßnahmen
3.1.3 Ausstattungsmaßnahmen
3.1.4 Schulungsmaßnahmen
3.1.5 Sondermaßnahmen
3.2 Gestaltung von Promotion-Aktionen für den Handel
3.3 Erfolgsbestimmung und Profitabilitätsprobleme
3.4 Konflikte zwischen Hersteller und Handel
3.5 Trends in der handelsgerichteten Verkaufsförderung
4. Fazit und kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Verkaufsförderung als kommunikationspolitisches Instrument im Rahmen der Hersteller-Handels-Beziehung. Ziel ist es, Formen der handelsorientierten Verkaufsförderung theoretisch einzuordnen, praxisnahe Maßnahmen zu beleuchten und Strategien zur Bewältigung von Konflikten zwischen Herstellern und dem Handel aufzuzeigen.
- Grundlagen und theoretische Einordnung der Verkaufsförderung im Marketing-Mix
- Typisierung der Erscheinungsformen von Handels-Promotionen
- Kategorisierung praxisorientierter Maßnahmen wie Beratungs-, Entlastungs- und Ausstattungsmaßnahmen
- Analyse von Zielkonflikten, Erfolgskontrolle und Rentabilitätsproblemen
- Strategische Trends wie das Category Management zur Verbesserung der Zusammenarbeit
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Beratungsmaßnahmen
Zu den beratenden Aktivitäten der Absatzförderung zählen die Bereitstellung von Merchandisern und Spezialberatern. Beide Arten der Beratung finden maßgeblich beim Vertriebspartner vor Ort Anwendung. Da Beratungsmaßnahmen sehr kostenintensiv für die Hersteller sind, werden sie äußerst selektiv und nur bei wichtigen Handelspartnern bzw. in der eigenen Verkaufsorganisation eingesetzt.
Der Merchandiser berät unter anderem zu den Themen Sortiment und Lagerdisposition. Darüber hinaus betreibt er die Regalpflege bei den gelisteten Produkten. Der Nähe der Merchandiser zum Handel und zu den Endkunden ermöglicht die konkrete Feststellung von Gründen die zu Absatzschwankungen führen.
Die Tätigkeit des Spezialberaters geht über die Bereiche des Merchandisers hinaus. Er unterstützt vorrangig klein- und mittelständische Handelsunternehmen in betriebswirtschaftlichen Fragen (Buchhaltung, Absatzplanung etc.) und bei der Warenpräsentation im Verkaufsraum.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Notwendigkeit des vertikalen Marketings ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Bedeutung der Verkaufsförderung für den Handel zu untersuchen.
2 Theoretische Betrachtung des Begriffes Verkaufsförderung: Hier werden die Grundlagen der Verkaufsförderung, ihre Einordnung in den Marketing-Mix sowie die strategischen Push- und Pull-Ansätze erörtert.
3 Verkaufsförderung für den Handel in der Praxis: Dieses Kapitel stellt konkrete Maßnahmen vor, diskutiert die Gestaltung von Aktionen, die Problematik der Erfolgskontrolle, Konfliktpotenziale zwischen Hersteller und Handel sowie aktuelle Trends wie das Category Management.
4. Fazit und kritische Würdigung: Das Schlusskapitel resümiert, dass Verkaufsförderung ein komplementäres Instrument bleibt, dessen Erfolg einen kooperativen, am Handel orientierten Ansatz erfordert.
Schlüsselwörter
Verkaufsförderung, Handel, Trade-Marketing, Marketing-Mix, Handels-Promotion, Push-Strategie, Pull-Strategie, Merchandising, Category Management, Absatzförderung, Hersteller-Handels-Beziehung, Kommunikationspolitik, POS-Promotion, Vertriebspartner, Rentabilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle und Ausgestaltung der Verkaufsförderung als Instrument des Marketings, das gezielt auf den Handel ausgerichtet ist, um den Absatz von Produkten zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit beleuchtet theoretische Konzepte der Verkaufsförderung, verschiedene Erscheinungsformen, praktische Instrumente, organisatorische Herausforderungen sowie Strategien zur Konfliktbewältigung zwischen Herstellern und Händlern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Erscheinungsformen der Verkaufsförderung für Absatzmittler von anderen Formen abzugrenzen, deren praktische Umsetzung zu analysieren und Handlungsempfehlungen zur effizienten Gestaltung unter Berücksichtigung der Handelsinteressen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-konzeptionelle Seminararbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der systematischer Einordnung bestehender Marketing-Konzepte basiert.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung praxisrelevanter Kategorien von Verkaufsförderungsmaßnahmen (z.B. Beratung, Ausstattung, Schulung) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Erfolgsbestimmung, Konfliktmanagement und Zukunftstrends.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Verkaufsförderung, Handel, Trade-Marketing, Push- und Pull-Strategie sowie das Category Management als kooperativer Ansatz.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Push- und Pull-Strategie für den Hersteller so wichtig?
Die Wahl der Strategie entscheidet darüber, ob der Hersteller den Fokus auf den Handel legt (Push-Strategie, um Verkaufsdruck zu erzeugen) oder direkt den Endkunden anspricht (Pull-Strategie), was für die Abstimmung des Marketing-Mixes und die Budgetplanung maßgeblich ist.
Welche Rolle spielt das "Category Management" im Kontext der Verkaufsförderung?
Category Management stellt einen modernen, kooperativen Managementansatz dar, bei dem Industrie und Handel gemeinsam Warenbereiche optimieren, um langfristiges Vertrauen zu bilden und eine "Win-Win-Situation" zu schaffen, was über reine, oft kurzfristige Verkaufsförderungsaktionen hinausgeht.
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- Bachelor in Business Administration Daniel Beye (Autor), 2011, Verkaufsförderung für den Handel, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190323