Einleitung
Im Betriebsalltag spielt die Krankheit des Arbeitnehmers eine große Rolle, denn etwa 80% der gesamten Fehlzeiten von Arbeitnehmern führen auf eine Krankheit zurück. Fehlzeiten sind Zeiten, in denen die Arbeitnehmer ihren Verpflichtungen gegenüber dem Betrieb nicht nachkommen können. Darunter fallen Krankheit, Unfälle, Kuren, Mutterschaften und persönliche Gründe. Fehlzeiten gehören im Betrieb zu den Ausfallzeiten, denn der Arbeitnehmer steht dem Betrieb nicht zur Verfügung und kann somit nicht die vertraglich vereinbarten Leistungen erbringen.
Ausfallzeiten ist der Oberbegriff, der alle Zeiten umfasst, an denen der Arbeitnehmer dem Unternehmen nicht zur Verfügung steht. Ausfallzeiten sind zum Beispiel auch Urlaub, Mutterschutz und Weiterbildung. In diesen Bereichen kann der Arbeitgeber nicht viel einwirken.
Fehlzeiten, die durch Krankheit und oft auch durch mangelnde Motivation der Mitarbeiter entstehen, sind jedoch beeinflussbare Faktoren.
Fehlzeiten kann man unter anderem unterscheiden nach Branche, Geschlecht, Nationalität, Angestellten und gewerblichen Arbeitnehmern etc.
Die Fehlzeitenquote bei gewerblichen Arbeitnehmern ist wesentlich höher, als bei den Angestellten.1
Wichtige Einflussfaktoren auf die Fehlzeiten sind unter anderem die Qualifikation, der Arbeitsinhalt und die Entwicklungsmöglichkeit. Qualifizierte Mitarbeiter empfinden ihre Arbeit oft als persönliche Bereicherung. Sie fehlen deshalb weniger als unqualifizierte Arbeitnehmer, denn denen fehlt noch dazu die Entwicklungsmöglichkeit. Angestellte haben eine bessere berufliche Entwicklungsmöglichkeit als gewerbliche Arbeitnehmer und deshalb auch meist eine größere Motivation.
Obwohl die Fehlzeiten in der BRD in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind, sei es wegen der Senkung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, oder wegen dem Arbeitsplatzproblem in der BRD, steht die BRD im internationalen Vergleich beim Thema Fehlzeiten immer noch auf einem der hinteren Plätze zusammen mit den Skandinaviern. Die vorderen Plätze belegen Japan und die USA, wo das Problem Fehlzeiten nicht so stark ins Gewicht schlägt wie in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffe
2.1 Krankheit
2.2 Keine Krankheit
2.3 Arbeitsunfähigkeit
2.3.1 Rechtsfolgen der Arbeitsunfähigkeit
2.3.2 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
2.4 Missbrauch
3 Fehlzeiten und deren Folgen
4 Einflussfaktoren auf die Fehlzeiten
5 Vorgehensweisen zur Reduzierung von Fehlzeiten
5.1 Statistisches Erfassen
5.2 Analyse der Arbeitsbedingungen
5.3 Maßnahmen ableiten
5.3.1 Die Führung
5.3.2 Rückkehrgespräche
5.3.2.1 Das Motivationsgespräch
5.3.2.2 Das Hinweisgespräch
5.3.2.3 Das Maßnahmengespräch
5.3.2.4 Das Fehlzeitengespräch
5.3.3 Information und Beteiligung
5.3.4 Optimaler Arbeitsplatz
5.3.5 Soziales Umfeld im Betrieb
6 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik von Fehlzeiten bei Arbeitnehmern, analysiert deren Ursachen sowie betriebswirtschaftliche Folgen und leitet konkrete Managementstrategien zur nachhaltigen Reduzierung dieser Ausfallzeiten ab.
- Definition und rechtliche Abgrenzung von Krankheit und Arbeitsunfähigkeit
- Analyse der ökonomischen Auswirkungen von Fehlzeiten für den Betrieb
- Identifikation gesellschaftlicher, individueller und betrieblicher Einflussfaktoren
- Implementierung wirksamer Instrumente zur Fehlzeitenreduzierung durch Führungskräfte
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss von einem Arzt ausgestellt werden. Der Inhalt der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – die in aller Regel ein Formblatt ist (gelber Schein) – muss gemäß §3 EntgeltfortzahlungsG den Namen des Mitarbeiters, der erkrankt ist, den Beginn und die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit enthalten.
Die Ausstellung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist kostenlos. Darüber hinaus muss das Formblatt einen Vermerk enthalten, dass der gesetzlichen Krankenkasse eine Bescheinigung übersandt wird, mit der sie informiert wird über die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit und den Befund der Krankheit. Die Bescheinigung an die Krankenkasse wird vom Arzt unterschrieben und mit dem Datum der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit versehen.
Der Arbeitgeber hingegen erhält nur eine bestimmte Ausfertigung dieser Bescheinigung, ohne einen Hinweis des Befundes der Krankheit, da dieser Befund der Schweigepflicht des Arztes unterliegt. Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Tatsache der Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauer unverzüglich anzuzeigen. Wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage dauert, muss spätestens am nächsten Arbeitstag die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber vorliegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Themas Fehlzeiten im betrieblichen Alltag und grenzt verschiedene Ausfallarten voneinander ab.
2 Begriffe: Dieses Kapitel definiert die rechtlichen und medizinischen Grundlagen von Krankheit, Arbeitsunfähigkeit und Abgrenzungsfaktoren.
3 Fehlzeiten und deren Folgen: Hier werden die betriebswirtschaftlichen Kosten und negativen Auswirkungen von Fehlzeiten auf den Produktionsprozess und die Mitarbeitermoral dargestellt.
4 Einflussfaktoren auf die Fehlzeiten: Das Kapitel kategorisiert die Ursachen für Fehlzeiten in gesellschaftliche, individuelle und betriebliche Faktoren.
5 Vorgehensweisen zur Reduzierung von Fehlzeiten: Ein umfassender Leitfaden zur datengestützten Analyse und praktischen Umsetzung von Maßnahmen, insbesondere durch Führungskräfte.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass neben äußeren Faktoren vor allem ein aktives Führungsverhalten der wichtigste Hebel zur Senkung der Fehlzeiten ist.
Schlüsselwörter
Fehlzeiten, Arbeitsunfähigkeit, Lohnfortzahlung, Krankheit, Mitarbeiterführung, Rückkehrgespräche, Entgeltfortzahlungsgesetz, betriebliches Gesundheitsmanagement, Motivation, Arbeitszufriedenheit, Fehlzeitenquote, Betriebsklima, Produktivität, Personalmanagement, Fehlzeitengespräch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Problematik der Krankheit von Arbeitnehmern aus betriebswirtschaftlicher Sicht und untersucht, wie Betriebe die damit verbundenen Fehlzeiten reduzieren können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die rechtlichen Grundlagen der Arbeitsunfähigkeit, die wirtschaftlichen Folgen von Fehlzeiten, Einflussfaktoren auf das Krankheitsverhalten sowie spezifische Führungsinstrumente zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Maßnahmenpaket zu entwickeln, mit dem Vorgesetzte die Fehlzeitenquote in ihrem Bereich nachhaltig senken und eine stärkere Verbundenheit der Mitarbeiter zum Betrieb fördern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Zusammenstellung betriebswirtschaftlicher und arbeitsrechtlicher Konzepte, um ein prozessorientiertes Vorgehensmodell für Unternehmen abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Begrifflichkeiten, die Analyse von Fehlzeitenfolgen, die Untersuchung von Einflussfaktoren und detaillierte Handlungsanweisungen für Führungskräfte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind Fehlzeiten, Arbeitsunfähigkeit, Entgeltfortzahlung, Rückkehrgespräche und Mitarbeiterführung.
Warum sind Rückkehrgespräche laut dem Autor so wichtig?
Sie dienen als zentrales Führungsinstrument, um die Bindung an den Betrieb zu stärken, Motivation zu fördern und zu klären, ob es betriebliche Ursachen für das Fehlen gibt.
Wie unterscheidet der Autor zwischen verschiedenen Rückkehrgesprächen?
Der Autor differenziert zwischen Motivations-, Hinweis-, Maßnahmen- und Fehlzeitengesprächen, je nachdem, wie oft und in welchem zeitlichen Abstand ein Mitarbeiter bereits krankheitsbedingt ausgefallen ist.
- Quote paper
- Ingo Schwanzer (Author), 2002, Die Krankheit des Arbeitnehmers - Problemstellung und Lösungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19037