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Unterschiede im Einfluss der gesellschaftlichen Lebensbedingungen auf die Sozialisation in der Familie in der BRD und DDR von 1960 - 1989

Titel: Unterschiede im Einfluss der gesellschaftlichen Lebensbedingungen auf die Sozialisation in der Familie in der BRD und DDR von 1960 - 1989

Diplomarbeit , 1998 , 147 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sylvia Woldt (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dem feierlichen Akt des 40.Jahrestages der Staatsgründung der DDR am 7.10.1989 wurde gleichzeitig dem
sozialistischen Experiment in Deutschland friedlich ein
Ende bereitet.
Seitdem prallen zwei unterschiedlich sozialisierte
Menschenmassen aus einer verlorenen Diktatur und der
bestehenden demokratischen Gesellschaft aufeinander.
Meinungsumfragen belegen, wie stark sich Ost- und Westdeutsche in ihrer Befindlichkeit unterscheiden und wie
gegensätzlich sie Geschichte und Gegenwart der jeweils
anderen Seite einschätzen.
„Vierzig Jahre Zweistaatlichkeit haben jedoch
differentielle politische, kulturelle und lebensweltliche
Erfahrungsräume konstituiert und die kulturellen und
mentalen Verschiedenheiten der Ost- und Westdeutschen,
trotz fortbestehender Gemeinsamkeiten, zunehmend
vertieft“(Schneider,1994,S.12).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Sozialisation ?

1.1. Sozialisation als Persönlichkeits-und Identitätsentwicklung

1.2. Was ist Familie und welchen Stellenwert nimmt sie in der Sozialisation ein?

1.3. Familienforschung in der BRD und DDR

1.3.1. Familienforschung in der BRD

2. Wesentliche politische, ökonomische und soziokulturelle Systemmerkmale in der BRD und DDR von 1960-1989 im Vergleich

2.1. Politik und Ökonomie der Bundesrepublik

2.1.1. Das Bildungswesen in der BRD

2.2. Die Diktatur der SED in der DDR

2.2.1. Die zentralistischen Bildungsziele in der DDR

2.3. Familienleitbilder und Familienpolitik in beiden deutschen Staaten

2.3.1. Familienleitbilder

2.3.2. Das zentrale Familienleitbild und Erziehungsziel in der DDR

2.3.2.1. Familienpolitische Maßnahmen und das Ziel des neuen Geschlechterverhältnisses in der DDR

2.3.3. Das bürgerliche Familienleitbild in der BRD

2.3.3.1. Familienpolitische Leitlinien und Maßnahmen in der BRD

2.4. Aspekte der identitätsstiftenden Funktion der Berufstätigkeit in beiden deutschen Staaten

2.4.1. Der zentrale Stellenwert der Arbeit in der DDR

2.4.2. Die Arbeitsmarktbedingungen in der BRD

2.5. Wohnungspolitik-und situation

3. Die außerfamilialen Beziehungsstrukturen in beiden deutschen Staaten

3.1. Der Umfang der staatlichen Krippenerziehung in der DDR

3.2. Der Einfluß der erzieherischen Funktion der Schule auf die Familie in der DDR

3.3. Die Bedeutung der außerfamilialen Erziehung in der BRD

3.4. Der Einfluß der außerfamilialen Freizeitgestaltung in der BRD

3.5. Die organisierte außerfamiliale Freizeitgestaltung in der DDR

4. Familiäre Lebensführung in der BRD und DDR von 1960-1989 im Vergleich

4.1. Formen privater Lebensführung in der DDR und BRD

4.1.2. Formen privater Lebensführung in der BRD

4.2. Alltagshandeln- und beziehungen in der Familie in der Familie in der BRD und DDR

4.2.1. Familienalltag,Freizeitgestaltung und Massenmedien in der DDR

4.2.2. Familienalltag,Freizeitgestaltung und Massenmedien in der BRD

4.3. Die Eltern-Kind -Beziehung in BRD und DDR

4.3.1. Die Mutter-Kind-Beziehung in der DDR

4.3.2. Die Eltern-Kind-Beziehung in der DDR

4.3.3. Der Wandel von Erziehungskonzepten in der BRD

4.4. Die Paarbeziehung in der DDR

4.4.1. Aspekte der Paarbeziehung in der BRD

4.5. Der Wandel von der Einstellung zur Ehe, Familie und Sexualität in der DDR

4.5.1. Die Einstellungen zu Ehe, Familie und Sexualität in der BRD

5. Herausbildung von Identitäten

5.1. Identitätsbildung in der DDR

5.2. Identitätsbildung in der BRD

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss unterschiedlicher gesellschaftlicher Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR zwischen 1960 und 1989 auf die Primärsozialisation innerhalb der Familie sowie die resultierende Identitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen.

  • Vergleich der politischen und ökonomischen Systeme sowie deren Auswirkungen auf Familienleitbilder.
  • Analyse der familialen Sozialisationsleistung im Spannungsfeld zwischen privatem Alltag und staatlicher Einflussnahme.
  • Untersuchung außerfamilialer Sozialisationsinstanzen wie Krippen, Schule und organisierter Freizeit.
  • Betrachtung von Identitätsbildungsprozessen unter Berücksichtigung von Geschlechterrollen und Erziehungskonzepten.
  • Reflexion über den Wandel von Einstellungen zu Ehe, Familie und Sexualität.

Auszug aus dem Buch

1. Was ist Sozialisation?

Der Begriff der Sozialisation ist ca. Ende des 19.Jh. in die Soziologie eingeführt worden. Man versteht unter Sozialisation (bei überwiegender Einigkeit der Wissenschaftler zu diesem Begriff) den Prozeß der Entstehung und Entwicklung zur sozial handlungsfähigen Persönlichkeit, der sich in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt vollzieht, die zu einem bestimmten Zeitpunkt der historischen Entwicklung einer Gesellschaft existiert (Hurrelmann,1995,S.14).

Es bedarf langwieriger und komplizierter Einflüsse, um aus einem Neugeborenen, der sich in einem biologisch frühen Reifestadium schon auf der Welt befindet und allein auf sich gestellt nicht lebensfähig ist, eine erwachsene menschliche handlungsfähige Persönlichkeit werden zu lassen.

Was ist unter einer handlungsfähigen Persönlichkeit zu verstehen?

Die Handlungskompetenz wird als ein aufeinander gerichtetes und bezogenes, bewußtes, geplantes und beabsichtigtes Handeln (interaktive Handlungen) und als an einem gemeinsamen sprachlichen Verständigungsmuster orientiertes Handeln, bei dem ein aufeinander bezogener Austausch von Informationen und Sinngehalten stattfindet, (kommunikatives Handeln) gekennzeichnet.

Die Handlungskompetenz ist ein Zustand der individuellen Verfügbarkeit von Fertigkeiten und Fähigkeiten zur Auseinandersetzung mit der inneren und äußeren Realität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was ist Sozialisation ?: Definition und theoretische Grundlagen des Sozialisationsbegriffs sowie dessen Bedeutung für die Persönlichkeits- und Identitätsentwicklung.

2. Wesentliche politische, ökonomische und soziokulturelle Systemmerkmale in der BRD und DDR von 1960-1989 im Vergleich: Gegenüberstellung der unterschiedlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Bildungssysteme und familienpolitischen Leitbilder in beiden deutschen Staaten.

3. Die außerfamilialen Beziehungsstrukturen in beiden deutschen Staaten: Untersuchung der Bedeutung und des Einflusses von Krippen, Schule und organisierter Freizeit auf die Sozialisation von Kindern und Jugendlichen.

4. Familiäre Lebensführung in der BRD und DDR von 1960-1989 im Vergleich: Vergleich der privaten Lebensführung, Eltern-Kind-Beziehungen und der Einstellungen zu Ehe und Sexualität in Ost- und Westdeutschland.

5. Herausbildung von Identitäten: Zusammenfassende Analyse der Identitätsbildungsprozesse und der langfristigen Auswirkungen der unterschiedlichen Sozialisationserfahrungen.

Schlüsselwörter

Sozialisation, DDR, BRD, Familie, Identitätsbildung, Erziehung, Familienpolitik, Sozialisationsbedingungen, Persönlichkeitsentwicklung, Systemvergleich, 1960-1989, Handlungskompetenz, Familienleitbilder, Alltag, Sozialistisches Erziehungsziel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die verschiedenen gesellschaftlichen Bedingungen in der DDR und der BRD im Zeitraum von 1960 bis 1989 die Sozialisation innerhalb der Familie sowie die Entwicklung der Identität von Kindern und Jugendlichen beeinflusst haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Vergleich der politischen und ökonomischen Systeme, der Analyse staatlicher vs. privater Erziehungskonzepte, der Rolle der Frau im Berufs- und Familienleben sowie dem Wandel gesellschaftlicher Normen und Werte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu belegen, ob und wie sich die grundverschiedenen Gesellschaftsstrukturen (Diktatur/Zentralismus vs. Demokratie/Pluralismus) auf die Primärsozialisation und die Persönlichkeitsentwicklung in der Familie ausgewirkt haben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literatur- und Forschungsanalyse, die auf empirischen Studien, Familien-Surveys, soziologischen Theorien und biographischen Daten sowie den eigenen beruflichen Erfahrungen der Autorin als Familienhelferin basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Systemmerkmale (Politik/Ökonomie), die Bedeutung außerfamilialer Sozialisationsinstanzen (Krippe/Schule/Freizeit) und einen detaillierten Vergleich der familialen Lebensführung, inklusive der Eltern-Kind-Beziehung und Partnerrollen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Sozialisation, DDR, BRD, Identitätsbildung, Familie, Erziehung, Systemvergleich und Familienpolitik sind die prägenden Begriffe dieser Untersuchung.

Wie unterschied sich die familiäre Erziehung in der DDR von der in der BRD?

In der DDR war die Erziehung stärker staatlich durch "sozialistische Erziehungsziele" und die Einbindung in Kollektive geprägt, während in der BRD individuelle Freiheit, Selbstbestimmung und eine eher private Erziehung im Vordergrund standen.

Welche Rolle spielte die Berufstätigkeit der Frau für die Sozialisation?

Die hohe Erwerbsbeteiligung von Frauen in der DDR führte zu einer stärkeren staatlichen Betreuung (Krippen), während in der BRD das Modell des männlichen Ernährers und die längere häusliche Betreuung durch die Mutter über längere Zeit dominierte.

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Details

Titel
Unterschiede im Einfluss der gesellschaftlichen Lebensbedingungen auf die Sozialisation in der Familie in der BRD und DDR von 1960 - 1989
Hochschule
Technische Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Sylvia Woldt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1998
Seiten
147
Katalognummer
V190404
ISBN (eBook)
9783656167082
ISBN (Buch)
9783656167334
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterschiede einfluss lebensbedingungen sozialisation familie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sylvia Woldt (Autor:in), 1998, Unterschiede im Einfluss der gesellschaftlichen Lebensbedingungen auf die Sozialisation in der Familie in der BRD und DDR von 1960 - 1989, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190404
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