Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Teología - Teología sistemática

Thomas Müntzers theologische Rechtfertigung von Gewalt im Rahmen der Bauernkriege

Título: Thomas Müntzers theologische Rechtfertigung von Gewalt im Rahmen der Bauernkriege

Trabajo Escrito , 2011 , 18 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Master of Education, Diplom-Kaufmann (FH) Sebastian Aha (Autor)

Teología - Teología sistemática
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Als der Bauernkrieg am 15. Mai 1525 bei Frankenhausen in Thüringen auf eine seiner bedeutendsten Schlachten zusteuerte, war ein Theologe Anführer der Bauern im Kampf gegen die Fürsten. Ein tief religiöser Mensch an der Spitze einer Bewegung, welche auf eine neue Gesellschaftsordnung abzielt und bereit ist, diese mit Gewalt herbeizuführen? Wie passen jene zunächst scheinbar widersprüchlichen Forderungen zusammen, wenn man diese vor dem Hintergrund urchristlicher Werte in Form von Barmherzigkeit, Friedensstiftung und Sanftmut (Bergpredigt, z.B. Matthäus 5, 3-12) reflektiert? Für Thomas Müntzer, den Mann an der Spitze des Bauernhaufens, ergab sein Handeln Sinn. Doch um zu verstehen, warum Müntzer gegen die Fürsten in die Schlacht zog, muss man einige Schritte vorab ansetzen. Schließlich gab Müntzer sich nicht einer opportunistischen Bewegung hin, welche für ihn materielle Vorteile versprach. Vielmehr basieren seine Zielvorstellungen darauf, die richtigen Bedingungen zur Ausgestaltung des Gottesglaubens im damaligen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation herzustellen. An dieser Ausgestaltung hatten die Fürsten im Weltbild Müntzers einen maßgeblichen Anteil. Daher erfolgt in dieser Ausarbeitung zunächst eine Darstellung zu den Aufgaben von Kirche und Fürstentum aus Müntzers Sicht. Auf dieser Basis lassen sich Obrigkeits- und Widerstandsvorstellungen Müntzers skizzieren, welche im weiteren Verlauf der Arbeit im Kontext des Bauernkrieges reflektiert werden. Zum Abschluss dieser Ausarbeitung wird ein Fazit der wesentlichen Elemente Müntzers Lehre gegeben.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung zum Thema

2. Die Verkündigung des Glaubens als Aufgabe und Problem – Müntzers Kritik an der Kirche

3. Müntzer über die originäre Aufgabe der Fürsten

4. Das Verhältnis Müntzers zu Obrigkeit und Volk zur Allstedter Zeit

5. Müntzer zwischen Allstedt und dem Bauernkrieg

6. Müntzers Ansichten zur Anwendung von Gewalt im Bauernkrieg

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die theologische Rechtfertigung von Gewalt durch Thomas Müntzer im Kontext der Bauernkriege. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit dem scheinbaren Widerspruch zwischen urchristlichen Werten wie Barmherzigkeit und der aktiven Beteiligung Müntzers am bewaffneten Aufstand, indem sein Amtsverständnis sowie seine Obrigkeits- und Widerstandslehre analysiert werden.

  • Die Rolle der Kirche und Müntzers Kritik an ihrer Verkündigungspraxis
  • Die Pflichten und das Aufgabenverständnis christlicher Fürsten
  • Die apokalyptische Weltsicht Müntzers und das Konzept der göttlichen Strafe
  • Die Entwicklung vom passiven Widerstand hin zur Legitimation militärischer Gewalt

Auszug aus dem Buch

4. Das Verhältnis Müntzers zu Obrigkeit und Volk zur Allstedter Zeit

Müntzer war von April 1523 bis November 1524 Pfarrer im thüringischen Allstedt. Hier wuchs sein Widerstand gegenüber der Obrigkeit heran – ohne allerdings zu Gewalt aufzurufen.

Müntzer glaubte zeitlebens, dass eine apokalyptische Endzeitsituation nah war, welche zu einer neuen gesellschaftlichen Ordnung nach dem Prinzip des Reichs Gottes führen würde. Das Reich würde in Kürze in einer „newen apostolischen kirche“ aufgehen. Dabei stützte er sich auf Daniel 7, 27: „Aber das Reich, Gewalt und Macht unter dem ganzen Himmel wird dem heiligen Volk des Höchsten gegeben werden, des Reich ewig ist, und alle Gewalt wird ihm dienen und gehorchen.“ Für Müntzer war dieser Vers mit Röm. 13 verknüpft: Sofern die Herrscher ihren christlichen Pflichten nicht nachkommen und damit ihre Legitimation verwirken, tritt Daniel 7, 27 an die Stelle. Nach Müntzers Ansicht leitet sich daraus zunächst kein Handlungsauftrag ab. Vielmehr wird hier eine unausweichliche Entwicklung dargestellt.

Diese apokalyptischen Tendenzen mögen Müntzer in Allstedt besonders klar geworden sein. Er predigte in evangelisch gewordenem Reichsgebiet, welches von altkirchlichen Arealen umgeben war. Durch Müntzers Predigten wurden auch Menschen aus den umliegenden altkirchlichen Gebieten nach Allstedt gelockt. Dies missfiel dem dortigen Herrscher, dem Grafen von Mansfeld, derart, dass er die Gottesdienstbesuche seiner Untertanen untersagte. Für Müntzer stellte dies einen Affront dar. Schließlich war Müntzer der Auffassung, dass er das Evangelium in der richtigen Weise predige und Mansfeld die Menschen damit an ihrem Glauben hindere.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung zum Thema: Die Einleitung umreißt die historische Situation des Bauernkrieges und stellt Müntzers theologisches Handeln in den Kontext urchristlicher Werte.

2. Die Verkündigung des Glaubens als Aufgabe und Problem – Müntzers Kritik an der Kirche: Dieses Kapitel behandelt Müntzers antiklerikale Haltung und seine Ablehnung der etablierten Kirche sowie Martin Luthers sola scriptura.

3. Müntzer über die originäre Aufgabe der Fürsten: Hier wird dargelegt, dass Fürsten nach Müntzers Verständnis die Pflicht haben, Gottloses zu bereinigen und das Volk zum Glauben zu führen, andernfalls verlieren sie ihre Legitimation.

4. Das Verhältnis Müntzers zu Obrigkeit und Volk zur Allstedter Zeit: Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Müntzers Widerstandshaltung während seiner Tätigkeit als Pfarrer in Allstedt und seinem Glauben an eine bevorstehende apokalyptische Ordnung.

5. Müntzer zwischen Allstedt und dem Bauernkrieg: Das Kapitel analysiert die Radikalisierung Müntzers nach seiner Flucht aus Allstedt und seine wachsende Überzeugung, dass die Obrigkeit als Strafe Gottes abgelöst werden müsse.

6. Müntzers Ansichten zur Anwendung von Gewalt im Bauernkrieg: Hier wird Müntzers entscheidender Schritt zur Legitimation von Waffengewalt im Kontext der Aufstände und der von ihm angestrebten göttlichen Ordnung beschrieben.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Müntzers Handeln primär theologisch und nicht politisch-opportunistisch motiviert war und in der Schlacht von Frankenhausen tragisch endete.

Schlüsselwörter

Thomas Müntzer, Bauernkrieg, Theologie, Obrigkeit, Widerstandsrecht, Reich Gottes, Reformation, Apokalyptik, Glaubensverständnis, Frankenhausen, Feudalherrschaft, Christentum, Fürstenkritik, Gehorsam, Erlösung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theologischen Hintergründe, die Thomas Müntzer dazu führten, im Bauernkrieg den bewaffneten Widerstand gegen die Obrigkeit zu legitimieren.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Besonders beleuchtet werden das Amtsverständnis des Adels, die Rolle der Kirche bei der Glaubensvermittlung und Müntzers apokalyptische Deutung der gesellschaftlichen Missstände.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit hinterfragt, wie Müntzer den Widerspruch zwischen friedlichen urchristlichen Werten und der aktiven Aufforderung zum gewaltsamen Kampf theologisch auflösen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theologiegeschichtliche Analyse, die primär auf der Auswertung von Schriften, Briefen und zeitgenössischer Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische und thematische Abschnitte, die von Müntzers Kirchenkritik über seine Lehre zur Fürstenpflicht bis hin zur schrittweisen Radikalisierung seiner Widerstandstheorie reichen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Charakteristika sind die Begriffe Apokalyptik, theologische Rechtfertigung, Obrigkeit und Widerstand.

Warum lehnte Müntzer das sola scriptura von Martin Luther ab?

Müntzer lehnte dies ab, weil er Gotteserkenntnis nicht als rein lehrbar betrachtete, sondern den inneren, mystischen Leidensweg des Einzelnen für unerlässlich hielt.

Welche Bedeutung hatte das Ereignis in Schönewerda für Müntzer?

Schönewerda markiert einen Wendepunkt, da Müntzer angesichts der Gewaltanwendung der Obrigkeit gegen Gottesdienstbesucher den passiven Widerstand für nicht mehr ausreichend hielt und erstmals die Verteidigung mit Waffen für legitim erklärte.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
Thomas Müntzers theologische Rechtfertigung von Gewalt im Rahmen der Bauernkriege
Universidad
University of Kassel  (Institut für evangelische Theologie)
Curso
Der Beitrag von Kirchen / Religionen zur Überwindung von Gewalt
Calificación
1,3
Autor
Master of Education, Diplom-Kaufmann (FH) Sebastian Aha (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
18
No. de catálogo
V190471
ISBN (Ebook)
9783656150329
ISBN (Libro)
9783656149866
Idioma
Alemán
Etiqueta
Reformation; Bauernkriege; Thomas Müntzer; Müntzer; Gewalt; Theologische Rechtfertigung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Master of Education, Diplom-Kaufmann (FH) Sebastian Aha (Autor), 2011, Thomas Müntzers theologische Rechtfertigung von Gewalt im Rahmen der Bauernkriege, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190471
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  18  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint