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Zwangssterilisation im dritten Reich - eine Darstellung anhand nationaler Reglementierung und regionalen Fallbeispielen sowie der aktuellen Wiederkehr vergangener Paradigmen

Título: Zwangssterilisation im dritten Reich - eine Darstellung anhand nationaler Reglementierung und regionalen Fallbeispielen sowie der aktuellen Wiederkehr vergangener Paradigmen

Trabajo Escrito , 2010 , 13 Páginas , Calificación: 2,5

Autor:in: Franziska Müller (Autor)

Historia de Alemania - Nazismo, Segunda Guerra Mundial
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„Kaum ein Kind kommt heute auf die Welt, ohne dass es eine mehrstufige Qualitätskontrolle durchlaufen hat. In manchen Fällen, ohne dass die Mutter davon etwas erfährt“1

In Anlehnung an dieses Zitat stellt sich die Frage, welche Rolle „Qualität“ bei der Schaffung neuer Nachfahren in unserer heutigen Gesellschaft spielt.
Wollen wir Kinder oder wollen wir Lebewesen mit einem Gütesiegel?
Die Wissenschaft macht es möglich; Durch die Legalisierung der Pränatal- Diagnostik sind werdende Mütter in der Lage zu erfahren, ob das in ihr wachsende Kind Krankheiten oder Behinderungen aufweist. Sofern dies der Fall ist, kann ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen werden, selbst wenn die Dauer der Gradivität die vorgeschriebene 12 Wochen Grenze überschreitet. In Anbetracht dieser „modernen Auslese“ lassen sich überspitzt folgende Thesen formulieren:
Wir steuern in eine Zukunft, in der die Reproduktion künstlich beeinflusst wird und alte Paradigmen gemäß der Mendelschen Gesetze erneut zu Tage treten? Es herrscht eine Implikationsbeziehung zwischen der „modernen Eugenik“ heute und der Rassenhygiene des Nationalsozialismus. Aufbauend auf dieser schwierigen, aber häufig auftretenden Debatte soll die folgende Ausarbeitung die Genese der Rassenhygiene im Nationalsozialismus darstellen. Es gilt hierbei, das Ziel der Bestrebung, ein Reich zu schaffen, in dem man den Pronatalismus unter „Gesunden“ propagierte und den Antinatalismus von „erblich Belasteten“ zu einer politischen Angelegenheit machte, zu verdeutlichen. Die Aufbereitung der geschichtlichen Eckdaten von 1920-1935 soll letztlich in die Vorstellung zweier Personen münden, deren Schicksal durch den Eingriff der Sterilisation und eines Schwangerschaftsabbruches nachhaltig begründet wurde.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die rassenhygienische Bewegung von 1924-1933

2.1 Die Schaffung einer rechtlichen Grauzone

2.2 Der Preußische Gesetzentwurf 1931

2.3 Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses

2.4 Die Institutionalisierung der Rassenhygiene

2.5 Bürokratischer Ablauf einer Zwangssterilisation

3. Beispiele

3.1 Der Fall Erna K.

3.2 Der Fall Luise K.

4. Fazit /Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Genese der Rassenhygiene im Nationalsozialismus zwischen 1920 und 1935, wobei der Fokus auf den gesetzlichen Reglementierungen und deren Auswirkungen auf den Einzelnen liegt. Ziel ist es, die systematische Implementierung der Zwangssterilisation aufzuzeigen und einen kritischen Vergleich zu modernen eugenischen Debatten und pränatalen Auswahlprozessen zu ziehen.

  • Historische Entwicklung der rassenhygienischen Ideologie von 1924 bis 1933.
  • Analyse des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" (GzVeN).
  • Institutionalisierung der Rassenpflege und der bürokratische Ablauf der Zwangssterilisation.
  • Konkrete Fallbeispiele von betroffenen Frauen in der Region Herford.
  • Reflexion über die Implikationsbeziehungen zwischen historischer Eugenik und moderner Reproduktionsmedizin.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Fall Erna K.

Erna K. wurde am 14.07.1920 in Oetinghausen bei Herford geboren und ging der Tätigkeit als Zigarrenarbeiterin nach.

Am 13.7.1934 wurde sie zunächst von dem praktischen Arzt Dr. Kantsteiner angezeigt. Wenige Wochen später, am 30. August 1934 wurde diese Anzeige durch in Kenntnissetzung des Kreiskommunalarztes Dr. Vespermann untermauert. So lautet „Aufgrund der Untersuchung des Außenfürsorgearztes der Prov. Heilanstalt Gütersloh [...]“ die Diagnose „erbliche Fallsucht“. Ein Antrag auf Sterilisation wurde am 4.8.1936 durch den Herforder Arzt Dr. Angenete gestellt. Wie bereits im Vorfeld erwähnt, erfolgte die Meldung bei dem ansässigen Erbgesundheitsgericht (im Fall Erna K. war der Sitz in Bielefeld). Das Gericht entschied: „Die Unfruchtbarmachung ist auch gegen den Willen des Kranken durchzuführen“. Des weiteren legt der Beschluss des Erbgesundheitsgerichtes u.a. folgende Gründe für die Entscheidung vor: „Sie hatte anlässlich der persönlichen Vorstellung in der mündlichen Verhandlung eine schwer fällige Sprache und konnte ihre Anfälle nicht schildern.“ und „Gegen Ende der Schulzeit zeigten sich geistige Veränderungen, weil sie der Mutter der Kranken schon vor den Erkrankungen ihrer epileptischen Erkrankungen bekannt waren (Verstimmungs- Dämmerungszustände)“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Eugenik ein und stellt Thesen über die Verbindung zwischen der rassenhygienischen Ideologie des Nationalsozialismus und der heutigen Pränatal-Diagnostik auf.

2. Die rassenhygienische Bewegung von 1924-1933: Dieses Kapitel erläutert die ideologische Entstehung und die ökonomische Rechtfertigung der Rassenhygiene vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten.

2.1 Die Schaffung einer rechtlichen Grauzone: Der Abschnitt beschreibt die Bemühungen, das bestehende Strafrecht in Preußen im Sinne einer "Reinigung der Rasse" durch die Aufhebung des Verbots der Sterilisation aufzuweichen.

2.2 Der Preußische Gesetzentwurf 1931: Hier wird der erste offizielle Gesetzentwurf zur Sterilisation thematisiert, der trotz des Prinzips der Freiwilligkeit als wichtige Vorlage für das spätere GzVeN diente.

2.3 Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses: In diesem Teil wird die Einführung des Gesetzes von 1933 sowie die wissenschaftliche Kategorisierung der Diagnosen beschrieben, die eine Zwangssterilisation rechtfertigten.

2.4 Die Institutionalisierung der Rassenhygiene: Das Kapitel behandelt den Aufbau des medizinischen Beamtenapparates und die Einbindung der Gesundheitsämter in die staatliche Rassenpflege.

2.5 Bürokratischer Ablauf einer Zwangssterilisation: Hier wird der Prozess von der Anzeige bis zum Urteil des Erbgesundheitsgerichtes und die Rolle der Verschwiegenheit in den Akten verdeutlicht.

3. Beispiele: Dieses Kapitel verknüpft die nationalen Gesetzesvorgaben mit der realen Umsetzung anhand der Schicksale von Betroffenen in der Region Herford.

3.1 Der Fall Erna K.: Ein detaillierter Bericht über den Leidensweg der Zigarrenarbeiterin Erna K., die gegen ihren Willen sterilisiert wurde und an den Folgen verstarb.

3.2 Der Fall Luise K.: Eine Darstellung des Falls Luise K., bei der neben einer Zwangssterilisation auch eine Schwangerschaftsunterbrechung im sechsten Monat erzwungen wurde.

4. Fazit /Ausblick: Die Autorin reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und zieht einen kritischen Vergleich zwischen den historischen Vorkommnissen und den heutigen ethischen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin.

Schlüsselwörter

Rassenhygiene, Nationalsozialismus, Zwangssterilisation, GzVeN, Eugenik, Pränatal-Diagnostik, Erbgesundheitsgericht, Selektion, Gesundheitswesen, Erbkartei, Pronatalismus, Antinatalismus, NS-Gesundheitspolitik, Bioethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und Implementierung der Zwangssterilisationspolitik während der Zeit des Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung gesetzlicher Rahmenbedingungen.

Welche zentralen Themenfelder werden in dem Dokument behandelt?

Die zentralen Themen sind die rassenideologische Bewegung, der bürokratische Apparat zur Durchsetzung von Zwangssterilisationen und die konkreten Auswirkungen auf betroffene Individuen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, die Genese der Rassenhygiene bis 1935 darzustellen und zu untersuchen, ob es Parallelen zwischen der damaligen "Eugenik" und heutigen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin gibt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse von Primär- und Sekundärquellen, ergänzt durch spezifische Fallstudien aus dem Kommunalarchiv Herford und der Gedenkstätte Zellentrakt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil deckt die rechtliche Vorbereitung (von Preußen bis zum GzVeN), die institutionelle Verankerung durch die Ärzteschaft und die konkrete prozessuale Abwicklung von Sterilisationen ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation am besten?

Wichtige Begriffe sind Rassenhygiene, Zwangssterilisation, Erbgesundheitsgesetz, Selektion, Eugenik und gesundheitspolitische Instrumentalisierung.

Welchen Ausgang nahmen die im Buch beschriebenen Fälle von Erna K. und Luise K.?

Beide Frauen wurden nach dem "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" zwangssterilisiert; Erna K. verstarb an den Folgen des Eingriffs, während über den Verbleib von Luise K. nach der erzwungenen Abtreibung und Sterilisation keine Informationen vorliegen.

Inwiefern zieht die Autorin einen Vergleich zur heutigen Zeit?

Die Autorin stellt fest, dass während der NS-Zeit aufgrund staatlicher Willkür gehandelt wurde, während heute die Entscheidung bei den werdenden Eltern liegt, sieht jedoch kritische Aspekte bei der psychischen Belastung durch Eingriffe in den natürlichen Lauf der Natur.

Final del extracto de 13 páginas  - subir

Detalles

Título
Zwangssterilisation im dritten Reich - eine Darstellung anhand nationaler Reglementierung und regionalen Fallbeispielen sowie der aktuellen Wiederkehr vergangener Paradigmen
Universidad
Bielefeld University
Calificación
2,5
Autor
Franziska Müller (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
13
No. de catálogo
V190481
ISBN (Ebook)
9783656152262
ISBN (Libro)
9783656152767
Idioma
Alemán
Etiqueta
Das dritte Reich Nationalsozialismus Adolf Hitler
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Franziska Müller (Autor), 2010, Zwangssterilisation im dritten Reich - eine Darstellung anhand nationaler Reglementierung und regionalen Fallbeispielen sowie der aktuellen Wiederkehr vergangener Paradigmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190481
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