1992 wurde durch eine Gerichtsverhandlung eine neue Tür geöffnet. Die Tür nennt sich freie Alternativschule.
Was genau es sich mit dieser Tür auf sich hat, was das 1992 für eine Gerichtsverhandlung war und warum diese überhaupt erst nötig wurde, soll in dieser Arbeit beschrieben werden.
Kern der Arbeit sind die Steine, die diesen Schulen in den Weg gelegt wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Freie Alternativschulen
2.1 Definition
2.1.1 Alternativschule
2.1.2 Freie Schule
2.1.3 Privatschule
2.1.4 Freie Alternativschule
2.2 Wichtigste Informationen über Freie Alternativschulen
2.2.1 Bundesverband Freier Alternativschulen
2.2.2 Verbreitung in Deutschland
2.2.3 Kurze Vorstellung deren Konzepts
3. Staatliche Anerkennung freier Alternativschulen
3.1 Die rechtliche Seite
3.2 Maßnahmen zur Verlangsamung der Gründung
3.3 Gründe dieser Maßnahmen
3.4 Gründe für die Meinungsänderung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen freien Alternativschulen und dem staatlichen Bildungssystem in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf die historische und rechtliche Problematik ihrer staatlichen Anerkennung.
- Begriffsbestimmungen rund um das Alternativschulwesen
- Strukturen und Konzepte des Bundesverbandes Freier Alternativschulen
- Rechtliche Grundlagen und verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen
- Historische Strategien zur Gründungsverhinderung und deren rechtliche Aufarbeitung
- Perspektiven der Schulentwicklung und Autonomie
Auszug aus dem Buch
3.2 Maßnahmen zur Verlangsamung der Gründung
Zur Zeit der Skepsis wurde vieles versucht um Gründungen zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. Um die Ausmaße deutlich zu machen, werden hier nur einige Maßnahmen aufgeführt:
- Die Verzögerungstaktik: Da der Genehmigungsantrag über viele Ministerien gehen muss, kann schnell Zeit verloren gehen. Auffällig wird es aber dann, wenn die einzelnen Ministerien Bedenkzeiten einfordern, dann die Akten zum Fall verloren gehen und letzten Endes alles doch abgelehnt wird. Dies deutet auch aus objektiver Sicht auf Absicht hin (allerdings gilt es den Einzelfall zu betrachten), da die Hoffnung besteht, dass die Gründungsinitiativen vorher aufgeben oder die finanziellen Mittel nicht ausreichen. (vgl. 1 Borchert In Borchert/Maas 1998, 84)
- Zwangsmaßnahmen: Um den Vorurteilen und der Skepsis vieler Abhilfe zu verschaffen, nahmen viele Schulen auch ohne Anerkennung den Schulbetrieb auf. Dies konnte nicht ohne Folgen bleiben und so wurden zuerst „Bußgelder wegen Verletzung der Schulpflicht“ (1 Borchert In Borchert/Maas 1998, 86) verhängt, die aber teils vor Gericht scheiterten. Auch die Vorstandsmitglieder blieben nicht verschont, denn an einer Schule wurde bei diesen sogar „eine Hausdurchsuchung wegen des Verdachts auf Störung der öffentlichen Ordnung durch Unterstützung einer nicht genehmigten Schule durchgeführt (1 Borchert In Borchert/Maas 1998, 86), wobei aber nichts ermittelt werden konnte. In einer Schule „drangen Polizeibeamte in das Schulgebäude ein“ (1 Borchert In Borchert/Maas 1998, 86). Die Eltern versuchten daraufhin, den Unterricht in stets verschiedenen Wohnungen abzuhalten, was aber nicht gelang, da sie von einer Zivilstreife verfolgt und beobachtet wurden. Ein Junge wurde sogar einmal von einer Polizeistreife zur nächstgelegenen Grundschule gebracht. Der Direktor dieser schickte ihn aber wieder zurück. (vgl. 1 Borchert In Borchert/Maas 1998, 86)
- Problem des besonderen pädagogischen Interesses: Wichtig dabei ist, dass dieses Interesse vor allem Impulse senden kann für staatliche Schulen. Häufig wurde bei der Ablehnung als Begründung angeführt, dass das besondere an der Ausführung bereits an staatlichen Schulen Einzug gehalten hat. (vgl. 1 Borchert In Borchert/Maas 1998, 84f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Situation und führt in das Problem der staatlichen Anerkennung freier Alternativschulen ein.
2. Freie Alternativschulen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, stellt das pädagogische Selbstverständnis dar und beschreibt die Rolle des Bundesverbandes.
3. Staatliche Anerkennung freier Alternativschulen: Es werden die rechtlichen Rahmenbedingungen und die historischen Hürden bei der Genehmigung solcher Schulen detailliert analysiert.
4. Fazit: Das Kapitel reflektiert die erzielten Fortschritte im Anerkennungsverfahren und zieht eine persönliche Bilanz zur Zukunft des Alternativschulwesens.
Schlüsselwörter
Freie Alternativschulen, Staatliche Anerkennung, Schulgesetz, Reformpädagogik, Bundesverband Freier Alternativschulen, Bildungsfreiheit, Schulkritik, Privatschulen, Ersatzschulen, Pädagogisches Konzept, Grundgesetz, Schulgründung, Lernautonomie, Bildungssystem, Ersatzschulfinanzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation freier Alternativschulen in Deutschland und den Schwierigkeiten, die sie bei der staatlichen Anerkennung überwinden mussten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Begriffs Alternativschule, die rechtliche Verankerung nach dem Grundgesetz sowie die historische Entwicklung politischer Widerstände.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den langwierigen Prozess der staatlichen Anerkennung für freie Alternativschulen zu beleuchten und aufzuzeigen, wie sich die rechtliche und politische Bewertung im Laufe der Jahrzehnte gewandelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse und wertet Dokumente sowie historische Berichte von Schulgründern aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine Darstellung der Organisationsstrukturen und eine tiefgehende Analyse der rechtlichen und behördlichen Auseinandersetzungen um Schulgenehmigungen.
Welche Schlagwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Untersuchung ist geprägt durch Begriffe wie Schulfreiheit, Ersatzschulwesen, rechtliche Anerkennung und pädagogische Konzepte.
Warum war es in den 70er und 80er Jahren so schwierig, eine freie Alternativschule zu gründen?
Aufgrund von Vorurteilen, bürokratischen Verzögerungstaktiken und der Sorge staatlicher Stellen vor unkontrollierten Präzedenzfällen wurde die Gründung oft aktiv behindert oder hinausgezögert.
Welche Rolle spielte das Bundesverfassungsgericht für die heutige Situation?
Durch Urteile des Bundesverfassungsgerichts wurde der Begriff des "besonderen pädagogischen Interesses" klarer definiert, was Gründungsinitiativen rechtliche Sicherheit gab und den Willkürspielraum der Behörden einschränkte.
- Quote paper
- Stephanie Dietrich (Author), 2010, Freie Alternativschulen und das Problem ihrer staatlichen Anerkennung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190521