Freie Alternativschulen und das Problem ihrer staatlichen Anerkennung


Hausarbeit, 2010

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Freie Alternativschulen
2.1 Definition
2.1.1 Alternativschule
2.1.2 Freie Schule
2.1.3 Privatschule
2.1.4 Freie Alternativschule
2.2 Wichtigste Informationen über Freie Alternativschulen
2.2.1 Bundesverband Freier Alternativschulen
2.2.2 Verbreitung in Deutschland
2.2.3 Kurze Vorstellung deren Konzepts

3. Staatliche Anerkennung freier Alternativschulen
3.1 Die rechtliche Seite
3.2 Maßnahmen zur Verlangsamung der Gründung
3.3 Gründe dieser Maßnahmen
3.4 Gründe für die Meinungsänderung

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

II. Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Abb.1: http://www.freie- alternativschulen.de/cms/jml/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id= 57&Itemid=96 (Bundesverband der Freien Alternativschulen e.V.: Adressenliste.) (zuletzt abgerufen am 26.08.2010) (eigens verändert)

1. Einleitung

„Bildungspolitische Turbulenzen“, „Ist Schule noch beweglich genug?“, „16 verschiedene Schulsysteme“, „Die Gesellschaft im Umbruch“, „Ist die Schule am Ende?“, „Schule muss offensichtlich ganz anders werden“ sind nur einige Überschriften aus Stefan Strucks Aufsatz „Taugt die Schule des 20. Jahrhundert noch für das 21. Jahrhundert?“. Vielerorts wurde vor einigen Jahren genau über diese Aspekte diskutiert. Die Frage blieb bislang eher ungeklärt, denn am Schulsystem in Deutschland hat sich nichts verändert.

Allerdings wurde 1992 durch eine Gerichtsverhandlung eine neue Tür geöffnet. Die Tür nennt sich freie Alternativschulen. Was genau es mit dieser Tür auf sich hat und was das 1992 für eine Gerichtsverhandlung war, soll im Folgenden erläutert werden. Beginnend werden einige Begriffe rund um freie Alternativschulen erklärt, ehe auf deren Verbreitung und Konzept eingegangen wird. Anschließend soll das in den 70er und 80er Jahren bestehende Problem der staatlichen Anerkennung durch Beleuchtung der rechtlichen Seite angegangen werden. Auch die Maßnahmen zur Gründungsverhinderung, die Gründe für diese Maßnahmen und schließlich für die Meinungsänderung. Abschließend soll noch ein Fazit in Form einer Zusammenfassung und einer persönlichen Stellungnahme gezogen werden. Es muss allerdings beachtet werden, dass es nur sehr wenig aktuelles Material gab und dass das öfter zitierte oder eingebrachte Werk von Borchert und Maas wahrscheinlich nicht objektiv sein wird, da Borchert einer der Gründer des Bundes Freier Alternativschulen war. Dennoch fand ich das Werk gut geeignet, da Vorgänge beschrieben wurden, die ansonsten eher außen vor geblieben wären.

2. Freie Alternativschulen

Im 20. Jahrhundert herrschte jede Menge Kritik am deutschen Schulwesen vor und so ist es nur verständlich, dass für das 21. Jahrhundert dringend nach Alternativen gesucht wurde. Dabei ist die Schulkritik des vergangenen Jahrhunderts durchaus ein Motor, der die Schule von morgen formen wird. (Pfisterer 2003, 433ff.) Schon seit Jahrzehnten gibt es eine Alternative: reformpädagogische Alternativschulen. In den letzten zwanzig Jahren entstand aber eine weitere Alternativschulbewegung, die sich in vielen Punkten von dem Konzept der staatlichen Regelschulen, aber auch von dem der „alten Alternativschulen“ (Borchert In Bundesverband Deutscher Alternativschulen (=BFAS) 1992, 15) unterscheidet. (vgl. Borchert In BFAS 1992, 15) Um diese sogenannten freien Alternativschulen soll es im Folgenden gehen.

2.1 Definition

Um mit dem Begriff „freie Alternativschule“ auch umgehen zu können, den Hintergrund zu verstehen und das am Ende dieser Arbeit zu betrachtende Problem der staatlichen Anerkennung nachvollziehbar darstellen zu können, braucht es noch einiger Definitionen, welche im Folgenden erläutert werden.

2.1.1 Alternativschulen

Alternativschulen sind gleichwertige Ausweichmöglichkeiten zur staatlichen Regelschule mit alternativem pädagogischen Konzept. Sie unterscheiden sich in ihrem pädagogischen Konzept und vertreten andere Ansichten bzw. Weltanschauungen. Häufig rückt das Kind näher in den Mittelpunkt, das nicht nur abstraktes Wissen vermittelt bekommen soll, sondern Erfahrungen machen darf und das Lernen lernt. Durch eine spezielle Förderung in den unterschiedlichsten Sozial- und Aktionsformen ist es möglich, den Schülern schnell und ohne dass sie es merken, gesellschaftlich anerkannte, wichtige Werte mit auf den Weg zu geben wie zum Beispiel Teamfähigkeit, Selbstständigkeit und Gerechtigkeitssinn. (vgl. Wendeln 2002, 18)

2.1.2 Freie Schule

Unter den freien Schulen kann es wie an den meisten staatlichen Regelschulen auch kein einheitliches Konzept geben. Sie vertreten entweder eine bestimmte Weltanschauung, sind konfessionelle Schulen oder andere pädagogische Konzepte. Darum bezeichnet das Wort frei keine einheitliche pädagogische Richtung, sondern deutet eher auf einen juristischen Aspekt hin.

„Der Begriff ,Freie Schulen‘ bezieht sich juristisch gesehen auf alle Schulen in freier Trägerschaft, deren Genehmigungsbedingungen im GG Art.7 Abs. (4) und (5) bestimmt und in den Landesgesetzen weiter ausgeführt werden“ (Wendeln 2002, 13). Vereine, private Personen, Konfessionsgruppen oder Stiftungen können als Träger der freien Schulen fungieren. (vgl. Wendeln 2002, 13)

2.1.3 Privatschule 1903 entstand der „Verband deutscher Privatschulen“, der sich als Berufsorganisation der Träger freier Schulen versteht. Dieser Verband tritt für alle Privatschulen ein und stellt den ältesten Verband freier Schulträger dar. Wichtig ist hierbei, dass sich die Schulen vom staatlichen, schulischen Konzept abgrenzen und es mehr außerschulische Einrichtungen gibt als allgemeinbildende Schulen. Ziel des Verbands ist es, die positiven Aspekte deren Schulpraxis an staatliche Regelschulen weiterzugeben. (vgl. Wendeln 2002, 14f .)

Bei Privatschulen kann also von einer Sonderform gesprochen werden, die man in zwei Gruppen unterteilt. Sie sind klassifizierbar in Ergänzungs- und Ersatzschulen. Während Ergänzungsschulen nur neben einer staatlichen Schulbildung bestehen sollten, was zur Folge hat, dass deren Schulabschlüsse nicht anerkannt werden und die Schulpflicht auf diesen Schulen als nicht erfüllt gilt, sind Ersatzschulen eigenständig und vor allem rechtmäßig. Ersatzschulen bieten also eine der staatlichen Schule gleichwertige Bildung. Dafür brauchen Ergänzungsschulen keine Genehmigung bei der Errichtung, ganz im Gegensatz zu Ersatzschulen. (vgl. Klein 2007, 11f.)

2.1.4 Freie Alternativschule

Wie bereits angedeutet sind nicht alle freien Alternativschulen gleich, denn auch sie unterscheiden sich in ihren pädagogischen Konzepten und setzen unterschiedliche Schwerpunkte bei der Erziehung und Ausbildung ihrer Schüler. „Die Bezeichnung ,Freie Alternativschule‘ stellt zum einen eine formaljuristische Bestimmung dar, indem sie die Schulen in freier Trägerschaft (und somit Privatschulen) von den Schulen in staatlicher Trägerschaft abgrenzt. Zum anderen verstehen sich die FAS [Freie Alternativschulen] als eine Alternative zur Regelschule“ (Wendeln 2002, 15) und wollen den Kindern mehr Freiheiten einräumen.

Die meisten FAS arbeiten hauptsächlich im Primarbereich und können auf Grund „ihrer Größe als ,Zwergschulen‘“ (Wendeln 2002, 16) bezeichnet werden.

2.2 Wichtigste Informationen über Freie Alternativschulen

Viele Menschen kennen den Begriff „Freie Alternativschule“ nicht und können sich auch nicht vorstellen, wie viele solche Schulen es in Deutschland eigentlich gibt. Ein weiteres Problem ist, dass nicht alle dieser Schulen gleich sind. Es drängt sich also die Frage auf, wer diese Schulen unterstützt und sie nach außen vertritt, wo es sie gibt und welche Gemeinsamkeiten sie haben. Dies soll im Folgenden geklärt werden.

2.2.1 Bundesverband Freier Alternativschulen

Die Frage, wer freie Alternativschulen unterstützt und vertritt, ist schnell beantwortet: der 1988 gegründete Bundesverband freier Alternativschulen. Zu diesem zählen sich zur Zeit 86 freie Alternativschulen, aber auch 11 Initiativen (2002 noch 41 freie Alternativschulen und 10 Initiativen (vgl. Wendeln 2002, 17)), die sich entweder in freier oder kommunaler Trägerschaft befinden. Freie Alternativschulen sind einzügige Ganztagesschulen, die zwar Schulgeld erheben, aber dennoch keine Eliteschulen darstellen (wie ihnen häufig vorgeworfen wird), da der Elternbeitrag abhängig vom Einkommen erhoben wird. Von diesen 86 freien Alternativschulen, die von 5400 Schülern besucht werden, bieten 43 nur eine Grundschule, immerhin 42 die Primar- und Sekundarschule und eine sogar nur die Sekundarschule an. (vgl. 1 http://www.freie-alternativschulen.de)

Der Bundesverband Freier Alternativschulen kümmert sich um Lehrerweiterbildungen, treibt den Erfahrungsaustausch voran, betreibt Öffentlichkeitsarbeit auch in Form von Informationsmaterial. Was für das hier angesprochene Problem der staatlichen Anerkennung aber viel wichtiger ist, ist die „[f]inanzielle und juristische Unterstützung von Initiativen zur Gründung einer FAS“ (Wendeln 2002, 17) und die „Einflussnahme auf

Gesetzgebungsverfahren“ (Wendeln 2002,17). Wichtig ist auch, dass nicht alle Mitglieder des Verbandes automatisch freie Alternativschulen sind, da auch Organisationen die FAS unterstützen, dem Verband beitreten können. (vgl. Wendeln 2002, 17)

2.2.2 Verbreitung in Deutschland

Wie bereits gesagt wurde, gibt es im Moment 86 freie Alternativschulen, die in ganz Deutschland verteilt sind. Die folgende Karte zeigt den Anteil der freien Alternativschulen in den einzelnen Bundesländern auf':

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abb.l)

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Freie Alternativschulen und das Problem ihrer staatlichen Anerkennung
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Pädagogik)
Veranstaltung
Didaktik und Methodik des schulischen Unterrichts
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V190521
ISBN (eBook)
9783656149705
ISBN (Buch)
9783656150046
Dateigröße
1428 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Thema des Seminars: Schule und Gesellschaft
Schlagworte
Alternativschule, Schulpädagogik, staatliche Anerkennung, Gesellschaft, Schule, freie Schulformen, Montessori
Arbeit zitieren
Stephanie Dietrich (Autor), 2010, Freie Alternativschulen und das Problem ihrer staatlichen Anerkennung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190521

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