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Die Ära der Facebook-Revolutionen?

Ein Blick auf strukturelle Ursachen und die Bedeutung von Social Medias für die tunesische Jasminrevolution 2011

Título: Die Ära der Facebook-Revolutionen?

Tesis (Bachelor) , 2011 , 75 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Daniel Kusch (Autor)

Sociología - Conocimientos e Información
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Seit der umwälzenden Ereignisse, die im Januar 2011 in Tunesien begonnen haben, und als "arabischer Frühling" weltweit Bekanntheit erlangten, erhielt die Forschung über soziale Bewegungen und Revolutionen in der Politikwissenschaft und Soziologie neuen Auftrieb. Der scheinbar plötzliche, eruptive und rasante Aufstand wurde vermehrt im Zusammenhang mit Social Medias wie Twitter und Facebook in Verbindung gebracht. Gerade in den Populärmedien etablierten sich Begriffe wie "Facebook-Revolution", um die Phänomene des arabischen Frühlings zu beschreiben. Doch welche Rolle haben Social Medias tatsächlich bei der Umwälzung des tunesischen Regimes unter Ben Ali gespielt? Innerhalb dieser Abschlussarbeit im Bachelor of Arts für Soziologie an der Georg-August-Universität Göttingen wird untersucht, welche strukturellen, motivationalen und sozialen Ursachen hinter der sogennannten Jasminrevolution standen. Neben der Darstellung möglicher revolutionstheoretischer Erklärungsrahmen und einer ausführlichen Nachzeichnung des Falls Tunesiens, wird eine Analyse des möglichen Mobilisierungs- und Partizipationspotentials von Social Medias durchgeführt. Auf der Basis umfangreicher Quellenarbeit wird sich zeigen, dass Facebook und Twitter für die aufstrebende, von Deprivationserfahrungen geprägte Mittzwanziger-Generation eine effiziente Plattform boten, um ihre politische und ökonomische Lage zum Ausdruck zu bringen. Dies hatte einen verstärkenden Mobilisierungseffekt auf weite Regionen des Landes zur Folge, die sich gegen das "sultanistische" Regime Alis richteten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Revolutionen in der soziologischen Forschung

2.1 Die Bedeutung sozialen Wandels in der Soziologie

2.1.1 Definition von Revolution

2.2 Revolutionstheorien

2.2.1 Marxistisch-orientierter Ansatz

2.2.2 Gruppen- und aggregationspsychologische Ansätze

2.2.3 Ideologiezentrierte Ansätze

2.2.4 System-Wert Konsensus Theorien

2.2.5 Politische Konflikttheorien

2.2.6 Strukturalistische Ansätze

2.3 Bedingungen / Grundvoraussetzungen für soziale Revolutionen

2.3.1 Konflikt zwischen Staat und Eliten

2.3.2 Konflikt zwischen Staat und breiter Bevölkerung

2.3.3 Unfähigkeit des Staates zur Repression

2.3.4 Opportunitäten

2.3.4.1 Internationaler Druck auf den Staat

2.3.4.2 Grad der Organisation und Mobilisierung von Protestgruppen

2.3.4.2.1 Koalitionsbildungen und Ideologie

2.3.4.2.2 Von der Mobilisierung zur kollektiven Handlung

2.4 Die Genese politischer Öffentlichkeit

2.4.1 Neue Dimensionen der Öffentlichkeit und Mobilisierung: Social Networks und das Web 2.0

2.4.2 Möglichkeiten und Grenzen: Social Networks und Protest

3. Die Jasminrevolution in Tunesien

3.1 Historischer Überblick: Politische und wirtschaftliche Situation des Landes vor dem arabischen Frühling

3.1.1 Die arabische Geschichte unter den Ottomanen

3.1.2 Tunesien als französische Kolonie

3.1.3 Unabhängigkeit. Herrschaft unter Habib Bourguiba

3.1.4 Die erste Jasminrevolution. Zine El Abidine Ben Alis Regime

3.1.5 Die zweite Jasminrevolution. Von der Selbstverbrennung Bouazizis zur Protestbewegung

4. Die Jasminrevolution und ihre Ursachen. Tunesien als sultanistisches Regime

4.1 Konflikt zwischen Staat und Eliten

4.2 Der Aufstand breiter Bevölkerungsschichten

4.2.1 Ökonomische Motive

4.2.2 Politische Motive

4.4.3 Die Rolle von Ideologie

4.3 Repressionsmaßnahmen des Regimes

4.4 Internationale Beziehungen

4.5 Frage nach der Mobilisierung von Protestgruppen

4.5.1 Von Sidi Bouzid bis nach Tunis. Der Schneeballeffekt der Proteste

4.5.2 Eine Facebook-Revolution? Die Bedeutung von Social Medias in Retrospektive

4.5.2.1 Die Wikileaks-Enthüllungen

4.5.2.2 Möglichkeiten neuer Technologien

4.5.2.2.1 Politische Öffentlichkeit. Facebook als demokratischer und politischer Raum

4.5.2.3 Grenzen neuer Technologien

4.6 Jasminrevolution oder „refo-lution“? Ein Ausblick

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziologischen und sozialstrukturellen Ursachen der Jasminrevolution in Tunesien. Ziel ist es, unter Einbeziehung soziologischer Revolutionstheorien zu analysieren, wie strukturelle Bedingungen und die Nutzung neuer Medien, insbesondere Social Networks wie Facebook und Twitter, als Trigger für Protestbewegungen in einem autokratischen System fungierten.

  • Soziologische Analyse von Revolutionen
  • Strukturelle Bedingungen in Tunesien unter dem Ben-Ali-Regime
  • Die Rolle von Social Media als Mobilisierungs- und Kommunikationsplattform
  • Analyse des Einflusses von Protestbewegungen auf die politische Öffentlichkeit

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Definition von Revolution

Der Begriff Revolution ist ein moderner Begriff, der vor allem, durch die französische Revolution geprägt, einen langfristigen Strukturwandel mittels Anwendung von gewalttätigen Unruhen und Aufständen bezeichnet, der alle Bereiche des sozialen Lebens erfasst (Koselleck 2006: 241). Verstärkt im 18. Jhd. wurde dieser Begriff geschichtsphilosophisch reinterpretiert und zeichnete sich vor allem hinsichtlich der Konzeption des gesellschaftlichen und politischen Wandels hin zu einer „besseren“ Zukunft aus, welche nach „natürlichem“ historischem Gesetz zu erfolgen habe; dies in Analogie zur Determiniertheit des Laufs der Gestirne, womit der Begriff Revolution metaphorisch überhöht wurde (Koselleck 2006: 244-248). Erst im späteren Verlauf wurde der geschichtsdeterministische Grundgedanke der Revolution wieder verworfen und gemäß der Einordnung in historische Umstände hin etwas entmystifiziert (Koselleck 2006: 251).

Innerhalb des soziologischen Duktus gibt es unterschiedliche Definitionen von Revolution. Revolutionen können, abhängig von ihrer Definition, typologisch unterteilt werden. Ausprägungen, laut Goldstone, wären etwa:

-Große Revolutionen, die alle ökonomischen, sozialen und politischen Strukturen umwälzen (wie in Frankreich)

-rein politische Revolutionen, die nur durch eine bestimmte politische Klasse erfolgen und alleinig die Umwälzung des politischen System nach sich ziehen

-soziale Revolutionen, deren Hauptakteure autonome, subordinierte Klassen, also Bauern, Arbeiter, aber auch Studenten, sind

-Revolutionen von Eliten

-Failed Revolutions (Goldstone 2001: 143).

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Einführung in das Thema der Jasminrevolution und die soziologische Forschungsfrage nach den Ursachen für den Umbruch in Tunesien.

2. Revolutionen in der soziologischen Forschung: Theoretischer Rahmen zur Analyse von Revolutionen, einschließlich Definitionen, Theorierichtungen und struktureller Bedingungen.

3. Die Jasminrevolution in Tunesien: Historischer Überblick über die politische und gesellschaftliche Entwicklung Tunesiens von der Ottomanen-Zeit bis zum Ausbruch der Proteste 2010.

4. Die Jasminrevolution und ihre Ursachen. Tunesien als sultanistisches Regime: Empirische Analyse des tunesischen Systems unter Ben Ali und Untersuchung der Faktoren, die zur Mobilisierung und zum Regimesturz führten.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse unter Einbeziehung der Rolle von Social Media für den tunesischen Umbruch.

Schlüsselwörter

Jasminrevolution, Tunesien, Soziologie, Revolutionstheorien, Social Media, Facebook, Mobilisierung, Protestbewegung, Ben-Ali-Regime, struktureller Wandel, politische Öffentlichkeit, Sultanistisches Regime, ökonomische Motive, politische Partizipation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologischen Hintergründe der tunesischen Jasminrevolution und untersucht, warum es in diesem spezifischen Kontext zum Sturz des Regimes kam.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die soziologische Revolutionstheorie, die politische und wirtschaftliche Geschichte Tunesiens sowie die Rolle moderner Kommunikationstechnologien bei der Mobilisierung von Protesten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den soziologischen und sozialstrukturellen Ursachen, die es ermöglichten, dass eine Protestbewegung in Tunesien einen solchen Umfang und Erfolg erzielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoriegeleitete Analyse angewandt, die soziologische Konzepte (z.B. von Skocpol, Tilly, Eisenstadt) auf den Fall Tunesien überträgt und durch die Auswertung von Medienberichten und empirischen Daten untermauert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen von Revolutionen, die historische Entwicklung Tunesiens sowie die konkrete Analyse der Mechanismen des Ben-Ali-Regimes und der Rolle der Social Media als Trigger für die Revolution.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Jasminrevolution, Tunesien, Revolutionstheorien, Social Media, Mobilisierung und sultanistisches Regime.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Social Media für den Umbruch?

Die Arbeit sieht Social Media als ein wichtiges Werkzeug zur Mobilisierung und Informationsverbreitung, warnt jedoch davor, die Revolution als rein technologisch induziertes Phänomen ("Facebook-Revolution") misszuverstehen, da strukturelle Ursachen wie Korruption und soziale Ungleichheit entscheidend waren.

Was wird unter der Bezeichnung "sultanistisches Regime" im Kontext dieser Arbeit verstanden?

Der Begriff beschreibt ein autokratisches System mit einem nationalen Führer, der seine Macht durch persönlichen Machterhalt, Repression und einen ausgeprägten Personenkult sichert, wobei Institutionen und Ideologien eine untergeordnete Rolle spielen.

Final del extracto de 75 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Ära der Facebook-Revolutionen?
Subtítulo
Ein Blick auf strukturelle Ursachen und die Bedeutung von Social Medias für die tunesische Jasminrevolution 2011
Universidad
University of Göttingen
Calificación
1,3
Autor
Daniel Kusch (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
75
No. de catálogo
V190753
ISBN (Ebook)
9783656155669
ISBN (Libro)
9783656155331
Idioma
Alemán
Etiqueta
facebook-revolutionen blick ursachen bedeutung social medias jasminrevolution
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Daniel Kusch (Autor), 2011, Die Ära der Facebook-Revolutionen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190753
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Extracto de  75  Páginas
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