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Erstellung eines Deutschen Rapkorpus

Titre: Erstellung eines Deutschen Rapkorpus

Dossier / Travail de Séminaire , 2010 , 22 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Florian Arleth (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Hip Hop ist zweifelsohne eine der wichtigsten subkulturellen Strömungen des zwanzigsten Jahrhunderts und die Rapmusik, als seine Form des musikalischen Ausdrucks, ist eines der Hauptfundamente. Dass diese Musikrichtung auch aus sprachwissenschaftlicher Sicht höchst interessant ist, dürfte jedem klar sein der sich einmal eingehender damit beschäftigt hat und sich nicht von der, zugegebenermaßen meist oberflächlichen, Vermarktung durch die Musikindustrie und all ihren im Zeitalter der Globalisierung fast täglich neu aufkommenden Auswüchsen abschrecken lässt.
Aus germanistischer Sicht birgt diese Musikrichtung noch aus einem ganz anderen Grund enormes Potential, denn fast nirgendwo sonst treffen zwei Sprachkulturen auch heute noch so unverdünnt aufeinander. Auf der einen Seite die der (afro-)amerikanischen Gründerväter, auf der anderen Seite die der deutschen Nachahmer, denn zumindest in den Anfangstagen lief es darauf hinaus. Das beste Beispiel hierfür sind nach wie vor Die Fantastischen Vier, ein Musikerkollektiv aus dem Raum Stuttgart, welches in den frühen Achtzigern durch die in und um die Baden-Württembergische Landeshauptstadt stationierten amerikanischen Besatzungskräfte in direkten Kontakt mit einer damals noch fast ausschließlich den Amerikanern vorbehaltenen Subkultur kam. Was daraus resultierte war ein sich schnell in ganz Deutschland verbreitender Drang diese subkulturellen Wertvorstellungen nicht nur nachzuahmen sondern auch auf die eigene, in den meisten Fällen doch recht anders geartete Realität zu übertragen.
Dies führte letztlich auch sprachlich zu der Herausforderung etwas in fremden Worten vorgefasstes auf das Deutsche zu übertragen, in das Deutsche zu integrieren. Einer recht großen Herausforderung, da so ziemlich die gesamte Terminologie einer an sozio-kulturellen Hintergründen und Ritualen so reichen Subkultur wie dem Hip Hop dem Deutschen Sprachschatz fremd ist. Die Arten mit dieser Herausforderung umzugehen sind höchst unterschiedlich und reichen von Ablehnung, über sinnvolle Integration bis hin zu fast bedingungsloser Akzeptanz.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Korpus

2.1 Anspruch

2.2 Größe

2.3 Auswahl

2.3.1 Das Problem eines fehlenden Kanon

2.3.2 Stilistische Grenzgänger und Randgruppen

2.3.3 Auswahl der Songtitel

2.4 Textgewinnung

2.4.1 Redigierung

2.4.2 Transkription

2.4.3 Konventionen

3. Analyse

3.1 Softwarelösung

3.2 Vorbemerkungen

3.3 Adjektive

3.4 Komposita

3.5 Verben

4. Zusammenfassung

4.1 Sprachliche Integration

4.2 Grenzen des Korpus

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Integrationsprozess englischer Lehnwörter in die deutsche Rapmusik, um zu dokumentieren, wie ein repräsentatives Korpus erstellt wurde und welche sprachwissenschaftlichen Erkenntnisse sich aus der Analyse von Anglizismen in Bezug auf Flexion, Derivation und Komposition ableiten lassen.

  • Methodik der Korpusbildung und Textgewinnung
  • Grammatische Integration von Anglizismen (Adjektive, Verben, Substantive)
  • Analyse von Wortumgebungen und Kollokationen
  • Einfluss der Subkultur-Terminologie auf den Sprachgebrauch
  • Überprüfung der sprachlichen Emanzipation im deutschen Hip-Hop

Auszug aus dem Buch

3.3 Adjektive

An erster Stelle der Analyse sollen die Adjektive stehen, da diese ein paar der interessantesten und auch am flexibelsten eingesetzten Begriffe beinhalten. Unter den häufigsten Funden waren „tight“, „wack“, „real“ und „fresh“.

Das Wort „tight“ wird synonym zu „ausgezeichnet“ und „sympathisch“ verwendet, aber auch um widrige Umstände zu beschreiben. Oftmals steckt hinter der Verwendung des Ausdrucks der Gedanke sich durch Selbstbezeichnung ein hohes maß an Qualität zuzuschreiben. So erhebt sich der Sprecher mit der Formel „Ich bin tight, ihr seid wack!“ (72.1), indem er sich mit einem positiven Adjektiv verseht, über das angesprochene Gegenüber, dass er zusätzlich mit dem abwertenden „wack“ als schlecht brandmarkt. „Wack“ bedeutet im Allgemeinen „schlecht“ und kann im Besonderen mit „untalentiert“ übersetzt werden. Anders als „tight“, dass sowohl positiv als auch negativ verwendet werden kann, ist „wack“ ein durchgängig negativer konnotierter Begriff. Gänzlich positiv konnotiert sind „real“ im Sinne von „authentisch“ und „fresh“.

Gemein ist den hier erwähnten Adjektive, dass sie sowohl in unflektierer als auch flektierter Form zu finden sind. Doch nur bei drei der Adjektiven kommt es zur Bildung von Superlativen, „tightesten“ (52.3), „dopeste“ (47.1) sowie „freshesten“ (52.3) sind zu finden. Für „real“ und „wack“ fehlen diese Steigerungsformen. Am ehesten findet sich eine Erklärung für „real“. Der Begriff „real“ wird in der Szene meist ironisch verwendet und gilt zudem als abgenutzt, wie das folgende Beispiel „bleibe real, hah, abgedroschener Satz“ (54.3) zeigt. Auch mag die Homografie zum deutschen Begriff abschreckend wirken, da dieser ein anderes semantisches Feld bedient.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Hip-Hop-Kultur und Rapmusik als sprachlich faszinierendes Forschungsfeld, das durch das Zusammentreffen von anglo-amerikanischer und deutscher Sprachkultur geprägt ist.

2. Das Korpus: In diesem Kapitel wird die methodische Herangehensweise zur Erstellung des Rap-Textkorpus erläutert, inklusive der Kriterien zur Künstlerauswahl, Songtitelbestimmung und der anschließenden Textgewinnung sowie Bereinigung.

3. Analyse: Das Kapitel widmet sich der sprachwissenschaftlichen Untersuchung von Anglizismen innerhalb der Wortklassen Adjektive, Komposita und Verben unter Verwendung der Software AntConc.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung zieht ein Fazit über den Integrationsgrad der Lehnwörter und diskutiert die Grenzen des untersuchten Korpus im Hinblick auf eine allgemeine sprachliche Emanzipation des Genres.

Schlüsselwörter

Rapmusik, Korpuslinguistik, Anglizismen, Sprachintegration, Flexion, Derivation, Komposition, Hip-Hop, deutsche Sprache, Wortbildung, Kollokation, Sprachwandel, Jugendkultur, Subkultur, AntConc

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie englische Lehnwörter in die deutsche Rapmusik integriert werden und welchen Einfluss diese auf die deutsche Sprache innerhalb dieser spezifischen Subkultur haben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung umfasst die linguistische Analyse von Anglizismen in Bezug auf ihre Flexion, Wortbildung (Derivation und Komposition) sowie ihre Verwendung im Kontext typischer Rap-Kollokationen.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist es, den Grad der sprachlichen Integration und die Flexibilität englischer Lehnwörter in deutschen Raptexten anhand eines eigens erstellten Korpus wissenschaftlich nachzuweisen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine korpuslinguistische Analyse durchgeführt, bei der Texte gesammelt, redigiert und mithilfe der Analysesoftware AntConc auf grammatische Besonderheiten untersucht werden.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Korpusbildung, die detaillierte Analyse von Adjektiven, die Kompositionsbildung bei Anglizismen und eine Untersuchung der Flexionsformen von Verben.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Rapmusik, Sprachintegration, Anglizismen, Wortbildung, Korpuslinguistik und Subkultur-Terminologie.

Wie unterscheidet sich die Integration von Verben wie „rappen“ und „dissen“ im Vergleich zu „rocken“?

Während „rappen“ und „dissen“ ein ähnliches Verhältnis von infiniten zu finiten Formen aufweisen, zeigt „rocken“ eine weitaus höhere Anzahl an finiten Formen, was auf eine häufige Verwendung in festen Phrasen wie „to rock the house“ hindeutet.

Welche Rolle spielen Adjektive wie „wack“ oder „tight“ in der Analyse?

Sie dienen als Paradebeispiele für die sprachliche Flexibilität, da sie sowohl flektiert als auch als Basis für komplexe Wortbildungen (z.B. „Wackness“ oder Superlative) fungieren können.

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Résumé des informations

Titre
Erstellung eines Deutschen Rapkorpus
Université
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Cours
HS "Korpuslinguistik"
Note
2,0
Auteur
Florian Arleth (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
22
N° de catalogue
V190761
ISBN (ebook)
9783656153948
ISBN (Livre)
9783656154358
Langue
allemand
mots-clé
Rapmusik Korpuslinguistik Korpusanalyse Anglizismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Florian Arleth (Auteur), 2010, Erstellung eines Deutschen Rapkorpus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190761
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Extrait de  22  pages
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