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Die Raumgestaltung in Bezug auf die Geschlechterrollen in Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“

Titre: Die Raumgestaltung in Bezug auf die Geschlechterrollen in  Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“

Dossier / Travail de Séminaire , 2009 , 20 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Katharina Kühn (Auteur)

Philologie Allemande - Genres
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Einleitung

„Jede Darstellung der Ehe hat es ja mit zwei Partnern zu tun, einem männlichen und einem weiblichen, deren Gemeinschaft bedingt ist durch den sich ergänzenden Gegensatz des Geschlechts.“ (Rey 1968 nach Heizmann 2006)

Auch Arthur Schnitzler beschreibt in seiner „Traumnovelle“ aus dem Jahr 1925 eine Ehegemeinschaft, die von erotischen Wünschen und Abenteuern von Mann und Frau geprägt ist. Die Protagonisten Fridolin und Albertine, gefangen in den Vorstellungen der Ehe und des Familienlebens der damaligen Zeit, haben individuelle Bedürfnisse und Wünsche, werden aber teilweise von den damals geltenden Moralvorstellungen eingeschränkt. Im Verlauf der Novelle werden sie verschiedenen erotischen Abenteuern ausgesetzt, die das Eheleben und die Beziehung der beiden auf die Probe stellen und mit den eben genannten Rahmenbedingungen der damaligen Zeit aneinander geraten. Durch Schuldgefühle und das Leiden unter der Situation der belasteten Ehe kommt es schließlich zur Kommunikation. Nur diese ermöglicht es, die Wünsche mitzuteilen und die Abenteuer des Anderen zu verarbeiten und zu verzeihen (vgl. Rey 1968 zitiert nach Heizmann 2006).

Im Folgenden soll zunächst der Frage nachgegangen werden, welche Rolle die beiden Geschlechter in dieser Situation einnehmen und wie sie mit den individuellen Phantasien des Partners umgehen. Dies wird in methodischer Hinsicht mithilfe der Gender-Studien geschehen, welche Geschlechterverhältnisse in vielen wissenschaftlichen Bereichen untersuchen. Der historische Zusammenhang soll zeigen, ob Arthur Schnitzler in der „Traumnovelle“ seine Charaktere bezogen auf ihre Geschlechterrollen zeittypisch wählt.
Des Weiteren bietet sich an, diese Aspekte mit der Erzähltheorie zu verknüpfen. In erzähltextanalytischer Hinsicht gibt es mehrere Kategorien, die in Verbindung mit Gender-Studien untersucht werden können. Einige dieser Kategorien werden im Folgenden vorgestellt, wobei hauptsächlich die Raumgestaltung in Bezug auf die Geschlechterrollen auf Schnitzlers Werk übertragen wird.
Anhand dieser Ansätze soll letztendlich herausgefunden werden, wie Albertine und Fridolin sich in verschiedenen Situationen und Räumen verhalten und ob sie hierbei typische Rollenmuster einnehmen oder daraus ausbrechen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung der Gender-Studien und ihre Analysekategorien

3. Familie und Frauenemanzipation um 1900

4. Gender-orientierte Analyse von Arthur Schnitzlers Traumnovelle

4.1. Geschlechterrollen in Fridolins und Albertines Ehe

4.2. Raumgestaltung in der Novelle in Bezug auf die Geschlechterdarstellung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschlechterverhältnisse und deren Darstellung in Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ (1925) unter Anwendung der Gender-Studien und erzähltheoretischer Ansätze. Dabei steht insbesondere die Analyse von Raumstrukturen im Fokus, um zu ergründen, wie Fridolin und Albertine innerhalb ihrer Ehe und gesellschaftlicher Normen agieren, welche Rollenmuster sie einnehmen und inwieweit sie aus diesen ausbrechen können.

  • Grundlagen der Gender-Studien und deren Relevanz für die Erzähltextanalyse
  • Historischer Kontext von Ehe und Frauenemanzipation um 1900
  • Analyse der Geschlechterrollen und Rollenmuster bei den Protagonisten Fridolin und Albertine
  • Untersuchung der Raumgestaltung als Kategorie für Geschlechterkonstruktionen
  • Reflektion über das Spannungsfeld zwischen traditionellen und modernen Ehevorstellungen

Auszug aus dem Buch

4.2. Raumgestaltung in der Novelle in Bezug auf die Geschlechterdarstellung

Bezogen auf die im zweiten Kapitel beschriebene Raumanalyse von Erzählungen nach Würzbach ist in der Traumnovelle sicherlich die Unterscheidung von öffentlichem und privatem Raum in Verbindung mit den Geschlechterrollen entscheidend.

Auffällig ist, dass Albertine im Buch kein einziges Mal den privaten Wohnraum verlässt, was sehr zeittypisch ist. Sie nimmt, wie erläutert, die klassische Frauenrolle der Hausfrau und Mutter ein, die sich mithilfe eines Kindermädchens um ihre Tochter kümmert. Fridolin ist aufgrund seiner Beschäftigung als Arzt ständig unterwegs und relativ selten daheim. Ebenfalls der Zeit entsprechend geht er seiner Rolle als verantwortlicher Ernährer seiner kleinen Familie nach. Hierdurch verschlägt es ihn an vielerlei verschiedene Orte, an denen er immer wieder erotischen Versuchungen ausgesetzt wird. Die erste wartet direkt nach der heimischen Idylle zu Beginn der Novelle auf Fridolin. Nachdem er und Albertine nach dem Gespräch über den Dänemarkurlaub die Abmachung treffen, sich zukünftig all ihre Wünsche zu erzählen, ruft seine Pflicht als Arzt. Er verlässt das Haus und schlendert ungefähr eine Viertelstunde durch die Straßen, bis er die Wohnung seines bereits toten Patienten erreicht, dessen Tochter Marianne ihn dort erwartet. Die Wohnung wirkt durch die geringe Beleuchtung und die Einrichtung insgesamt alt und passend zu der Stimmung, die darin herrscht. Auch Marianne scheint von ihrer anstrengenden Arbeit als Krankenpflegerin stark geprägt. Nachdem Fridolin zunächst seinen eigentlichen beruflichen Pflichten nachgeht. merkt man immer mehr, wie er sich gedanklich für Mariannes Leben interessiert und ihre Entwicklung seit seiner ersten Begegnung mit ihr reflektiert. Dennoch fühlt er sich verunsichert als sie ihm indirekt ihre Zuneigung zu ihm gesteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Eheproblematik von Fridolin und Albertine ein und benennt die methodische Verknüpfung von Gender-Studien und Erzähltheorie zur Analyse von Rollenmustern und Raumgestaltung.

2. Die Entwicklung der Gender-Studien und ihre Analysekategorien: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Geschlechterforschung und ihre Integration in die Literaturwissenschaft, wobei insbesondere die Relevanz für Erzähltexte und Raumdarstellungen hervorgehoben wird.

3. Familie und Frauenemanzipation um 1900: Hier wird der historische Hintergrund der bürgerlichen Ehe und die aufkommende Frauenemanzipation beleuchtet, um das gesellschaftliche Spannungsfeld zwischen traditionellen Rollenbildern und modernen Wünschen zu verdeutlichen.

4. Gender-orientierte Analyse von Arthur Schnitzlers Traumnovelle: Dieses Kapitel bildet das Kernstück der Arbeit und untersucht die spezifischen Geschlechterrollen sowie die Raumgestaltung, um die Entwicklung der Ehe von Fridolin und Albertine im Verlauf der Novelle zu analysieren.

4.1. Geschlechterrollen in Fridolins und Albertines Ehe: Dieser Abschnitt analysiert das Verhalten, die erotischen Phantasien und die Rollenzuschreibungen der Protagonisten, insbesondere im Hinblick auf ihre Identitätskrisen und den Versuch, aus zeittypischen Mustern auszubrechen.

4.2. Raumgestaltung in der Novelle in Bezug auf die Geschlechterdarstellung: Hier wird untersucht, wie private und öffentliche Orte als Räume für männliche und weibliche Identitätsentwicklung fungieren und wie sich der Wechsel zwischen diesen Räumen auf die Ehe der beiden auswirkt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Ehepaar trotz des Anscheins einer idyllischen Kleinfamilie in einem Zwischenstadium zwischen traditioneller und moderner Ehe gefangen bleibt, wobei die Traumanalyse eine entscheidende Rolle für das Verständnis ihrer inneren Konflikte spielt.

Schlüsselwörter

Traumnovelle, Arthur Schnitzler, Gender-Studien, Geschlechterrollen, Erzähltextanalyse, Raumgestaltung, Ehe, Moderne, Frauenemanzipation, Rollenmuster, Identität, Literaturwissenschaft, Narratologie, bürgerliche Ehe, erotische Phantasien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ehe von Fridolin und Albertine in Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ unter geschlechtertheoretischen Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Geschlechterforschung, der historische Ehebegriff um 1900, erzähltheoretische Kategorien und die Analyse von Raumdarstellungen in literarischen Texten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es herauszufinden, ob die Protagonisten in ihrem Handeln typische Rollenmuster einnehmen oder ob sie aus diesen ausbrechen und wie die Raumgestaltung dazu beigetragen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Ansätze der Gender-Studien in Verbindung mit Methoden der Erzähltextanalyse, um die erzählten Räume und die Charakterisierung der Figuren zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem historischen Kontext, einer detaillierten Analyse der Geschlechterrollen in der Ehe der Protagonisten sowie einer systematischen Untersuchung der Raumgestaltung innerhalb der Novelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie „Traumnovelle“, „Gender-Studien“, „Geschlechterrollen“, „Raumgestaltung“ und „Ehe um 1900“ charakterisieren.

Welche Rolle spielt die „Raumgestaltung“ in der Novelle nach der Autorin?

Die Raumgestaltung dient als entscheidende Analysekategorie, um soziale Umstände und die psychologische Verfassung der Figuren zu erfassen, wobei der Wechsel zwischen privatem und öffentlichem Raum für das Verständnis der Ehekrise zentral ist.

Wie interpretieren die Protagonisten ihre eigene „Idylle“?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Idylle nach außen hin aufrechterhalten wird, um den gesellschaftlichen Status als vorbildliches bürgerliches Paar zu wahren, während innerlich erhebliche Spannungen zwischen traditionellen Pflichten und modernen individuellen Wünschen bestehen.

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Résumé des informations

Titre
Die Raumgestaltung in Bezug auf die Geschlechterrollen in Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“
Université
University of Koblenz-Landau  (Germanistik)
Note
2,0
Auteur
Katharina Kühn (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
20
N° de catalogue
V190812
ISBN (ebook)
9783656158509
ISBN (Livre)
9783656158608
Langue
allemand
mots-clé
raumgestaltung bezug geschlechterrollen arthur schnitzlers traumnovelle
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Katharina Kühn (Auteur), 2009, Die Raumgestaltung in Bezug auf die Geschlechterrollen in Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190812
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