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Der Mann ohne Eigenschaften und das Irrationale

Título: Der Mann ohne Eigenschaften und das Irrationale

Ensayo , 2003 , 5 Páginas , Calificación: sehr gut

Autor:in: Daniel Seibel (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Musils Roman muß als einer der bedeutendsten der Moderne gelesen werden. Ob auch als einer der einflußreichsten, erscheint fraglich. Spätere literarische Traditionen der Nachkriegsliteratur erscheinen gegenüber diesem Werk als Anachronismen, weder in Form noch in Inhalt, wird vergleichbares angestrebt oder erreicht.
Jede literarische Bewegung ist eine Reaktion, sei es auf gesellschaftliche, politische, geistige Entwicklungen, sie ist aber auch Reaktion auf literarische Tradition, die Bewegung vielfach Gegenbewegung. So kann die literarische Moderne als Innovation verstanden werden, die sich vom tradierten Erzählen des poetischen Realismus abgrenzt. Zwar entziehen sich Begriffe wie Realismus und Moderne aufgrund ihrer Vielschichtigkeit einer eindeutigen Definition, doch konnotieren sie so Unterschiedliches, dass ihre Gegensätzlichkeit augenscheinlich wird. Das Rationale scheint eher Paradigma für die realistische Tradition zu sein, wenn Fiktion so realistisch ist, dass sie Wirklichkeit sein könnte, während das Irrationale mehr dem Modernen zukommt, wenn es um Darstellung des Unmöglichen, um Ablösung von überkommenen Formen geht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Der Mann ohne Eigenschaften und das Irrationale

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Irrationalen in Robert Musils Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" und analysiert, wie dieses als Erzählprinzip und Instrument zur Darstellung einer krisenhaften Moderne eingesetzt wird.

  • Die Ambivalenz von Rationalismus und Irrationalität in der literarischen Moderne
  • Die Funktion des Erzählers und das Fehlen einer klassischen Romanhandlung
  • Die Dekonstruktion des Subjekts und das Konzept des "Mannes ohne Eigenschaften"
  • Die Rezeption und kritische Auseinandersetzung mit Nietzsches Philosophie im Roman
  • Die Bedeutung von essayistischen Einschüben für die Struktur des Werks

Auszug aus dem Buch

Der Mann ohne Eigenschaften und das Irrationale

Musils Roman muß als einer der bedeutendsten der Moderne gelesen werden. Ob auch als einer der einflußreichsten, erscheint fraglich. Spätere literarische Traditionen der Nachkriegsliteratur erscheinen gegenüber diesem Werk als Anachronismen, weder in Form noch in Inhalt, wird vergleichbares angestrebt oder erreicht.

Jede literarische Bewegung ist eine Reaktion, sei es auf gesellschaftliche, politische, geistige Entwicklungen, sie ist aber auch Reaktion auf literarische Tradition, die Bewegung vielfach Gegenbewegung. So kann die literarische Moderne als Innovation verstanden werden, die sich vom tradierten Erzählen des poetischen Realismus abgrenzt. Zwar entziehen sich Begriffe wie Realismus und Moderne aufgrund ihrer Vielschichtigkeit einer eindeutigen Definition, doch konnotieren sie so Unterschiedliches, dass ihre Gegensätzlichkeit augenscheinlich wird. Das Rationale scheint eher Paradigma für die realistische Tradition zu sein, wenn Fiktion so realistisch ist, dass sie Wirklichkeit sein könnte, während das Irrationale mehr dem Modernen zukommt, wenn es um Darstellung des Unmöglichen, um Ablösung von überkommenen Formen geht.

Das Irrationale kann als vielfache Verweigerungshaltung verstanden werden. Gegen literarische, künstlerische Traditionen, gegen gesellschaftliche Normen und Konventionen, aber auch gegen philosophische Projekte und Grundhaltungen. Im positiven Sinne ist das Irrationale, das Intuitive, Inspirative, das jenseits von den Gesetzen von Vernunft und Logik – Produktive. Im negativen Sinne eben jenes unlogische, unvernünftige Prinzip, das dem Verstand unzugänglich, Widerspruch und Kritik hervorruft.

Zusammenfassung der Kapitel

Der Mann ohne Eigenschaften und das Irrationale: Dieses Kapitel analysiert die theoretische Verortung des Romans zwischen Moderne und Realismus und führt das Irrationale als zentrales Erzähl- und Strukturprinzip ein.

Schlüsselwörter

Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, Moderne, Rationalismus, Irrationalität, Friedrich Nietzsche, Erzählprinzip, Subjektdekonstruktion, Literaturwissenschaft, Intertextualität, Antiheld, Literaturgeschichte, Romananalyse, Zeitalter der Individualitäten, Essayismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, wie Robert Musil in seinem Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ das Irrationale als zentrales erzählerisches und philosophisches Prinzip verwendet, um die Krise des Individuums und der gesellschaftlichen Ordnung darzustellen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Abgrenzung der literarischen Moderne vom Realismus, die Dekonstruktion der traditionellen Romanform, die kritische Auseinandersetzung mit dem Menschenbild und der Einfluss Nietzsches auf die Konzeption der Figuren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Musil durch das Spiel mit Innen- und Außenperspektiven sowie durch die Auflösung der klassischen Handlung die Spaltung zwischen Rationalismus und Irrationalismus überwindet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Formelemente wie Erzählverhalten, Gattungsfragen, Intertextualität und Figurenkonstellationen untersucht und diese in den historischen Kontext der Zeit einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das formale Erzählprinzip, das paradoxe Konzept des „Mannes ohne Eigenschaften“, die philosophische Dimension des Individuums sowie die kritische Reflexion und Parodie von Nietzsches Schriften innerhalb des Romans.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Moderne, Subjektdekonstruktion, Irrationalität, essayistische Erzählweise und die Reflexion über den Zerfall der großen Individualitäten.

Warum wird der Roman als „Fragment“ bezeichnet?

Die Arbeit argumentiert, dass das Werk keine geschlossene erzählende Form bietet und die Handlung durch essayistische Einschübe und Abschweifungen fortwährend durchbrochen wird, sodass eine klassische Entwicklung ausbleibt.

Welche Rolle spielt die Figur der Clarisse?

Clarisse dient im Roman als Beispiel für eine naive und übersteigerte Nietzsche-Rezeption, an der Musil die Gefahr der literarischen Überidentifikation und die Verkörperung des Irrationalen karikierend darstellt.

Final del extracto de 5 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Mann ohne Eigenschaften und das Irrationale
Universidad
University of Siegen  (FB Germanistik)
Calificación
sehr gut
Autor
Daniel Seibel (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
5
No. de catálogo
V19086
ISBN (Ebook)
9783638232982
Idioma
Alemán
Etiqueta
Mann Eigenschaften Irrationale
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Daniel Seibel (Autor), 2003, Der Mann ohne Eigenschaften und das Irrationale, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19086
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