Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf das Personalwesen im Handel


Vordiplomarbeit, 2007
34 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhalt

1. EINLEITUNG

2. FAKTOREN DER DEMOGRAFISCHEN ENTWICKLUNG
2.1 Überalterung der Gesellschaft
2.2 Sinkende Geburtenrate
2.3 Zuverlässigkeit der Prognosen
2.4 Zuwanderung

3. AUSWIRKUNGEN DER DEMOGRAFISCHEN ENTWICKLUNG AUS SICHT DES HANDELS
3.1 Entwicklung am Arbeitsmarkt
3.1.1 Arbeitskräftemangel
3.1.2 Fachkräftemangel
3.1.3 Wanderungsbewegungen
3.1.4 Entwicklung der Nachfrage
3.2 Veränderung der Altersstruktur in den Unternehmen
3.2.1 Nachwuchsmangel
3.2.2 Überalterung der Belegschaft

4. AUSWEGE AUS DER DEMOGRAFISCHEN FALLE
4.1 Träger der Personalpolitik
4.2 Personalplanung und Altersstrukturanalyse
4.3 Nachwuchsarbeit durch Ausbildung
4.4 Ältere Arbeitnehmer als Stützen des Unternehmens
4.5 Vom Defizitmodell zum Kompetenzmodell
4.5.1 Leistungsprofile älterer und jüngerer Beschäftigter
4.5.2 Das Defizitmodell
4.5.3 Das Kompetenzmodell
4.6 Bewusstseinswandel im Unternehmen
4.7 Führungsqualität
4.8 Kompetenzmanagement
4.8.1 Lebenslanges Lernen
4.8.2 Wissenstransfer im Unternehmen

5. RESÜMEE UND BEISPIEL FÜR EIN GELUNGENES DEMOGRAPHIE- MANAGEMENT

ANLAGEN:

QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS

Abkürzungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

„Kinder kriegen die Leute immer“! Diesen Satz prägte Konrad Adenauer, erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland vor rund 50 Jahren. Und lange schien es so, als ob er Recht behalten würde.

Zwar prognostizierten Zukunftsforscher schon vor der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1989/90 eine Verschiebung in der Altersstruktur der bundesdeutschen Bevölkerung, doch wurde diese sich abzeichnende dramatische Entwicklung jahrelang verkannt. So spielte auch Norbert Blüm, Bundesarbeitsminister im Kabinett Kohl die Auswirkungen der demografischen Entwicklung herunter und erklärte noch im Jahre 1994 „Die Rente ist sicher!“ [Hinrichs/Kurz, Die Rente schmilzt].

Heute dagegen sehen Viele diese Aussage vor dem Hintergrund umfassender Informationen über die Auswirkungen der Demografie als eher problematisch. Doch beschäftigen sich längst nicht nur Rentenpolitiker mit dem Thema. Die Diskussion über die Auswirkungen der demografischen Entwicklung hat praktisch alle Teile der Gesellschaft erfasst.

Besonders intensiv wird die Debatte in der Wirtschaft geführt, denn viele Unternehmen und Betriebe werden direkt von den Folgen der Entwicklung der demografischen Veränderung betroffen sein. Unternehmen müssen sich auf eine Verschiebung der Altersstruktur ihrer Kunden auf den Absatzmärkten einstellen, was enorme Auswirkungen auf das Marketing vieler Betriebe haben dürfte. Geschäftsmodelle, die alleine auf eine jüngere Kundschaft abzielen, müssen gegebenenfalls überprüft werden. Eine differenzierte Ansprache gegenüber einer tendenziell älter werdenden Kundschaft, mit ihren speziellen Bedürfnissen muss gefunden werden.

Dieses Thema soll jedoch nicht Gegenstand dieser Arbeit sein. Vielmehr soll ein Blick in die Betriebe selber geworfen werden.

Denn auch in den Unternehmen, dessen Strukturen und Organisation werden die demografischen Veränderungen Spuren hinterlassen. Besonderes das Personalwesen der Betriebe muss diese Veränderungen kennen und sich auf sie vorbereiten. So beschäftigt sich diese Studienarbeit mit dem Thema, welche Auswirkungen die demografische Entwicklung auf das Personalwesen im Handel hat.

Im ersten Teil der Arbeit wird eine genaue Analyse vorgenommen, welche grundsätzliche Entwicklung die Demografie in den nächsten Jahren nimmt und was das für die Betriebe konkret bedeutet. Darauf aufbauend sollen im zweiten Teil Lösungsstrategien entwickelt und Wege aufzeigt werden, wie Unternehmen der so genannten „Demografischen Falle“ [Vgl. Zdrowomyslaw, u.a., S. 27] entgehen können. Da aber auch in der Handels-Branche selber unterschiedliche Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die Unternehmen, etwa die des stationären Handels oder des Distanzhandels zu erwarten sind, konzentriert sich diese Studienarbeit auf eine allgemeine Analyse und versucht grundsätzliche Lösungsstrategien aufzuzeigen. Diese müssen im Einzelfall immer durch betriebsformenspezielle Strategie erweitert werden.

2. Faktoren der demografischen Entwicklung

Als die zwei wichtigsten Merkmale der demografischen Veränderung sind zum einen die sinkende Geburtenrate, zum anderen die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung zu nennen [Vgl. Zdrowomyslaw, u.a., S. 25].

2.1 Überalterung der Gesellschaft

Gerade die steigende Lebenserwartung kann als Hauptgrund für die Überalterung der Gesellschaft angesehen werden. Belief sich die durchschnittliche Lebenserwartung eines Neugeborenen im Zeitraum der ersten Messung in Deutschland zwischen 1871- 1880 noch bei 35,6 Jahren für Jungen und 38,4 Jahren für Mädchen, stieg die durchschnittliche Lebenserwartung in den letzten 130 Jahren so stark an, dass im Jahr 2002-2004 von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von Jungen von 75,9 Jahren und 81,5 Jahren für Mädchen ausgegangen wird [Vgl. o.V.; Bevölkerung Deutschlands bis 2050, S. 37].

Mit einem weiteren Anstieg der Lebenserwartung bis ins Jahr 2050 rechnet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden und führt diese Entwicklung vor allem auf den Zuwachs der Lebenserwartung der höheren Altersstufen zurück. So wird ein weiterer Anstieg der Lebenserwartung eines im Jahre 2050 Neugeborenen um ca. 7,6 Jahren (bei Jungen) und 6,5 Jahren (bei Mädchen) prognostiziert [Vgl. ebd., S. 42].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Übersicht der Annahme zur künftigen Entwicklung der Lebenserwartung bis 2050 Quelle: Statistisches Bundesamt

Die steigende Lebenserwartung ist also ein wichtiger Faktor den es bei der Prognose der zukünftigen Altersstruktur der Bevölkerung zu berücksichtigen gilt. So stellt das Statistische Bundesamt in seinem Bericht „Bevölkerung Deutschlands bis 2050“ aus dem Jahr 2006 fest: “Der Anstieg der Lebenserwartung der älteren Menschen hat erhebliche Auswirkungen auf die Altersstruktur…Die ältere Generation ist heute zahlenmäßig größer als frühere ältere Generationen“ [ebd., S. 39].

2.2 Sinkende Geburtenrate

Der zweite Faktor, der zu einer massiven Veränderung der Altersstruktur führt, ist der Trend zu einer immer niedriger werdenden Geburtenzahl.

Lag die Geburtenrate in den Nachkriegsboomjahren noch bei ca. 2,6% pro Frau fiel sie von da an kontinuierlich, so dass im Jahr 1972 zum ersten Mal weniger Kinder auf die Welt kamen, wie Leute starben.

Heute liegt die Geburtenrate bei etwa 1,4% und wird sich vermutlich in den nächsten Jahren nur marginal bis höchstens 1,6% nach oben entwickeln [ebd., S. 13 ff]. (Siehe auch Anlage 1) So ist Deutschland in einer Abwärtsspirale gefangen, bei der über die Zeit immer weniger Paare immer weniger Kinder bekommen.

Für die Altersstruktur in Deutschland bedeuten die Überalterung und die sinkende Geburtenrate ein „Umkippen“ der Alterspyramide (Siehe auch Anlage 2).

So wird die Altersgruppe im Jahr 2050, mit dem höchsten prozentualen Anteil an der Bevölkerung, die Gruppe der 55-65-jährigen sein. Während heute im Jahr 2006 die eine Hälfte der Bevölkerung noch unter 40 Jahren und die andere darüber liegt, wird sich der Altersscheitelpunkt bereits im Jahr 2040 auf 50 Jahre erhöht haben [Vgl. o.V.; Demografischer Wandel in der Arbeitswelt]. Die Überalterung der Gesellschaft stellt somit die Alterspyramide auf den Kopf.

Unter den Bedingungen einer sinkenden Geburtenrate und einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung kommt es insgesamt zu einem Rückgang der Bevölkerungszahl in Deutschland.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Umkippende Alterspyramide, Quelle: Bundesfinanzministerium

So wird diese, nach gegenwärtigen Prognosen um etwa acht Millionen Menschen auf 75 Millionen im Jahr 2050 von gegenwärtig 83 Millionen Menschen schrumpfen [Vgl. Personalmanagement in Handwerksbetrieben, S. 6].

2.3 Zuverlässigkeit der Prognosen

Zwar sind die eben beschriebenen Demografie-Vorhersagen Zukunftsprognosen, jedoch sind sie unter Wissenschaftlern unumstritten. Grund dafür, dass demografische Prognosen zuverlässiger sind als Vorhersagen, etwa über die wirtschaftliche Entwicklung ist, dass künftige Bevölkerungszahlen auf Basis bekannter IstBevölkerungswerte berechnet werden können [Vgl. o.V.; Was taugen Prognosen, in FAZ]. Auch würde ein unerwarteter „Babyboom“ in den nächsten Jahren die allgemeine demografische Entwicklung nicht beeinflussen können.

So wird der Bevölkerungsforscher Herwig Birg in der FAZ vom 21.02.2005 zitiert: „Wenn ein demographischer Prozess ein Vierteljahrhundert in die falsche Richtung läuft, dauert es ein Dreivierteljahrhundert, um ihn zu stoppen“[Schirrmacher, S. 35].

2.4 Zuwanderung

Eine von Politikern heftig diskutierte Möglichkeit, den Bevölkerungsschwund zu stoppen, ist Deutschland für Zuwanderer mehr als bisher zu öffnen, um somit das Bevölkerungsdefizit teilweise auszugleichen. So fordert etwa auch der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann eine Neuorientierung in der Zuwanderungspolitik: „Zuwanderung kann den Prozeß nicht aufhalten, aber abmildern“ [o.V, Demographie zwingt Unternehmen zum Umdenken, S. 43].

In der Tat wäre jedoch eine jährliche Netto-Zuwanderung von 400.000 Personen notwendig, um alleine die Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland zu halten. [Vgl. Münz; Geregelte Zuwanderung, eine Zukunftsfrage für Deutschland]. Dies würde eine Vervierfachung der gegenwärtigen Netto-Zuwanderungsquote bedeuten und entspräche einer jährlichen Brutto-Einwanderung von 1,2 Mio Menschen [Vgl.: ebd.].

Alleine aus integrationspolitischen Gründen ist eine Neuorientierung zu einer solch expansiven Zuwanderungspolitik aber wohl eher unwahrscheinlich.

Die Bevölkerung Deutschlands wird in den nächsten Jahrzehnten altern und abnehmen. Die Frage ist nun, welche Auswirkungen der demografische Wandel auf die Wirtschaft Deutschlands und hier insbesondere auf den Arbeitsmarkt haben wird.

3. Auswirkungen der Demografischen Entwicklung aus Sicht des Handels

3.1 Entwicklung am Arbeitsmarkt

3.1.1 Arbeitskräftemangel

Zuerst soll der Fokus der Betrachtung auf die abnehmende Bevölkerungszahl gelegt werden und dessen Auswirkungen ermittelt werden.

Konsequenz der demografischen Entwicklung und der sich daraus ergebenden sinkenden Bevölkerungszahl, ist ein Angebotsrückgang an Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt.

So wird die Zahl der Erwerbstätigen, in Deutschland von derzeit etwa 37 Millionen auf rund 28 Millionen im Jahr 2050 sinken [Vgl.: Börsch-Supan, Kann die Finanz- und Sozialpolitik die Auswirkungen der Bevölkerungs-Alterung auf dem Arbeitsmarkt lindern; S. 9].

Dies entspricht einem Rückgang von 24 Prozent. Schon im Jahr 2035, so konstatiert Prof. Axel Börsch-Supan vom Forschungsinstitut „Ökonomie und Demografischer Wandel“ der Universität Mannheim in seinem Bericht im Jahr 2001 anlässlich der Jahrestagung des Ausschusses für Finanzwissenschaft in Cottbus, wird die Zahl der Erwerbstätigen um etwa 15% zurückgegangen sein [Vgl. ebd., S. 2].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Entwicklung der Erwerbstätigenzahl, Quelle: Universität Mannheim

Börsch-Supan geht in seinem beschriebenen „Mittlere Szenario (E2)“1, von einer Annäherung der Erwerbstätigenquote der Frauen an die der Männer aus, so dass der heutige Unterschied zur Hälfte aufgeholt ist und berücksichtigt weiter auch eine erwartete Erhöhung der Erwerbstätigenquote von Zuwanderern, eine Annäherung der ostdeutschen Erwerbstätigenquote an die der alten Bundesländer, eine Erhöhung des Rentenzugangsalters und eine sinkende Arbeitslosenquote [Vgl. ebd., S. 8].

Jedoch werden die Auswirkungen des Demografischen Wandels und der Schrumpfung der Bevölkerung, erst etwa nach dem Jahr 2020 am Arbeitsmarkt spürbar werden. Dann wird die Zahl der Erwerbstätigen unter die Marke von 36 Millionen sinken und somit den Stand des Jahres 2000 erreichen.

3.1.2 Fachkräftemangel

Weiter gilt es zu berücksichtigen, dass der Rückgang der Zahl der Erwerbstätigen, unterschiedliche Auswirkungen auf die einzelnen Teilsegmente des Arbeitsmarktes hat. So müssen sich Unternehmen auf einen Mangel an Arbeitskräften vor allem im Segment der Hochqualifizierten und Facharbeiter einstellen.

Grund dafür ist das Wachstum wissensintensiver Arbeits- und Produktionsbereiche, die zu einer erhöhten Nachfrage an Hochqualifizierten und Facharbeitern führt.

So behauptet auch Prof. Norbert Zdrowomyslaw in seinem in „Der Betriebswirt“ veröffentlichten Artikel „Personalpolitik in Zeiten demografischen Wandels“: „Eine Nachwuchs- und Fachkräftelücke scheint nach derzeitigem Entwicklungsstand unausweichlich“ [Vgl. Zdrowomyslaw, u.a., S. 27].

Unternehmen müssen sich auf einen Mangel an Arbeitskräften, gerade im Bereich der Hochqualifizierten einstellen.

3.1.3 Wanderungsbewegungen

Allerdings sind an dieser Stelle auch unterschiedliche regionale Aspekte zu berücksichtigen. Wanderungsbewegungen der Bevölkerung innerhalb Deutschlands und Europa werden von vielen Wissenschaftlern inzwischen neben der sinkenden Geburtenrate und der Überalterung der Gesellschaft als die dritte Komponente der Demografischen Entwicklung gesehen [Vgl. ebd., S. 25].

Regional können Wanderungsbewegungen somit entweder eine Entspannung am Arbeitsmarkt bewirken, indem eine demografisch bedingt rückläufige Erwerbstätigenzahl durch Zuwanderer ausgeglichen, oder zumindest abgemildert werden kann. Oder aber die Abwanderung verstärkt den Arbeitskräftemangel. So muss befürchtet werden, dass Wanderungsbewegungen innerhalb Deutschlands zu einer regelrechten regionalen Zweiteilung des deutschen Arbeitsmarktes führen werden.

Während die alten Bundesländern und hier insbesondere Bayern und Baden- Württemberg von den Migrations-Bewegungen profitieren dürften, führt diese im Osten zu massiven Schwierigkeiten [Vgl. Birg, S. 39]. Das Problem einer sinkenden Bevölkerungszahl wird hier noch durch eine hohe Abwanderungsquote verschärft. Wobei vor allem Hochqualifizierte und Facharbeiter in die alten Bundesländer auswandern. Bereits jetzt gehen immer mehr ostdeutsche Hochschulabsolventen in den Westen der Republik, um dort zu arbeiten. Grund dafür sind vor allem die schlechten Berufsperspektiven in weiten Teilen der neuen Bundesländer. Dieser Prozess wird nach Meinung des Autors auch anhalten, da sich der Osten in einer anhaltenden Abwärtsspirale aus Abwanderung, Attraktivitätsverlust und darauf folgender Abwanderung befindet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.4: Abwärtsspirale der Abwanderung, Quelle: Eigene Darstellung

3.1.4 Entwicklung der Nachfrage

Das die demografische Entwicklung eine sinkende Erwerbstätigenquote mit sich bringt ist unumstritten. Der Handel muss sich darauf einstellen, dass in Zukunft weniger Arbeitskräfte auf dem Markt verfügbar sein werden.

Ob dies jedoch automatisch zu einem Engpass am Produktionsfaktor Arbeit für die Wirtschaft führt, so dass Stellen aufgrund fehlenden Arbeitsangebots gar nicht mehr besetzt werden können ist fraglich. Dazu müsste gleichzeitig zum Angebotsrückgang auch die Nachfrage an Arbeitskräften seitens der Unternehmen konstant bleiben oder steigen.

So konstatiert die IG-Metall: „Wäre die Arbeitsnachfrage im Jahr 2022 so hoch wie im Jahr 2002, dann wäre der Arbeitsmarkt zu diesem Zeitpunkt geräumt!“ [Warneke, Thema Demographie].

Allerdings gibt es auch Stimmen, die eben nicht von einer Entspannung am Arbeitsmarkt, oder aus Sicht der Unternehmen einer Verknappung des Faktors Arbeit für die Zukunft ausgehen und dies auf einen Rückgang der Arbeitsnachfrage zurückführen. Gründe dafür, könnten etwa eine durch den Bevölkerungsrückgang bedingte geringere Güternachfrage sein, die zu einer sinkenden Nachfrage an Arbeitskräften führt. Auch wird argumentiert, dass Unternehmen, die eine Nachfrage an Arbeit generieren, vorwiegend von jüngeren Menschen gegründet werden. Gerade diese werden jedoch in Zukunft fehlen [Vgl. Sinn, 20ff]

Grundsätzlich ist die Entwicklung der Arbeitsnachfrage seitens der Unternehmen jedoch schwer zu prognostizieren. Eine totale Räumung des Arbeitsmarktes kann selbst bei einer quantitativen Übereinstimmung von Arbeitsangebot und Nachfrage aber kaum angenommen werden. So haben Unternehmen heute schon Probleme, in Teilarbeitsmärkten aufgrund qualifikatorischer Diskrepanzen, Personal zu finden [Vgl. Stolz, S. 31f].

[...]


1 Das von Börsch-Supan berechnete „Mittlere Szenario“ wurde auf Grundlage der „Variante 2a der neunten koordinierten Bevölkerungsprognose“ des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2000 erstellt.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf das Personalwesen im Handel
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Ravensburg, früher: Berufsakademie Ravensburg  (Handel)
Veranstaltung
Personalmanagment
Note
1,5
Autor
Jahr
2007
Seiten
34
Katalognummer
V190888
ISBN (eBook)
9783656154495
ISBN (Buch)
9783656154648
Dateigröße
4599 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Studienarbeit beschäftigt sich mit dem Thema, welche Auswirkungen die demografische Entwicklung auf das Personalwesen im Handel hat. Im ersten Teil der Arbeit wird eine genaue Analyse vorgenommen, welche grundsätzliche Entwicklung die Demografie in den nächsten Jahren nimmt und was das für die Betriebe konkret bedeutet. Darauf aufbauend sollen im zweiten Teil Lösungsstrategien entwickelt und Wege aufzeigt werden, wie Unternehmen der so genannten „Demografischen Falle“ entgehen können.
Schlagworte
Demografie, Personalmanagement, demografische falle, Recruiting, Personalmarketing, Fachkräftemangel
Arbeit zitieren
Christoph Dressler (Autor), 2007, Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf das Personalwesen im Handel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190888

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