Abstract
Im Fremdsprachenunterricht ist das Schreiben von Erzählungen eine wichtige Schreibtätigkeit. Um diese Erzählungen bestens zu gestalten, sollten die Studierenden ihre Texte kohärenter gestalten, indem sie Kohäsionsmittel gebrauchen. Vor diesem Hintergrund möchte diese Arbeit den Einsatz der Wiederaufnahme als ein Kohäsionsmittel untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Kohäsion und Kohärenz
2. Zum Erzählen
3. Zur Entwicklung des schriftlichen Erzählens
4. Zur Analyse der Studententexte
4.1 Wiederaufnahme in Nacherzählungen
4.2 Wiederaufnahme in der Übung „Perspektivenwechsel“
4.3 Wiederaufnahme in Reizwortgeschichten
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den gezielten Einsatz von Wiederaufnahme als essenzielles Kohäsionsmittel, um die Kohärenz und Qualität von Erzähltexten im Kontext des Fremdsprachenunterrichts zu verbessern. Dabei steht die Analyse des tatsächlichen Sprachgebrauchs von Studierenden bei verschiedenen Textsorten und Aufgabenstellungen im Mittelpunkt, um aufzuzeigen, wie sprachliche Mittel zur Verknüpfung von Textelementen beitragen.
- Grundlagen der Kohärenz und Kohäsion im schriftlichen Ausdruck
- Merkmale und Anforderungen der Textsorte "Erzählen"
- Phasenmodell der Entwicklung des schriftlichen Erzählens nach Feilke
- Empirische Analyse des Wiederaufnahmeverhaltens in studentischen Nacherzählungen und Reizwortgeschichten
Auszug aus dem Buch
Zur Entwicklung des schriftlichen Erzählens
Zur Entwicklung des schriftlichen Erzählens hat Feilke, H.5 (2003, 184) eine Untersuchung durchgeführt. Daraus hat sich herausgestellt, dass das schriftliche Erzählen vier Phasen durchläuft. Die erste Phase lautet der enumerative Modus. Hier werden im Text Aussagen aneinander gereiht, ohne dass sie die gestellten Normen an die Textsorte der Erzählung erfüllte. Die verfasste Erzählung gilt vielmehr als eine Auflistung von Sätzen. Im linear sequenzierende Modus werden die Sätze nicht einfach aufgelistet, sondern vielmehr werden sie durch die so genannte Und-dann-Struktur verknüpft. Beim kontrastierenden Modus wird ein Schritt weiter gegangen. Hier wird der Erwartungsbruch der Geschichte erarbeitet, so dass sie aus eine Perspektive des sog. Vorher- Nachher- Kontrast betrachtet, d.h. nachdem ein Bruch in die Geschichte aufgebaut wird, könnte man die Situation in der Geschichte vor oder nach Buch vergleichen. Beim letzen involvierenden Modus wird die Perspektive des Adressaten mit einbezogen. Zudem wird unter diesem Modus die Geschichte sprachlich durchgearbeitet, so dass die Struktur der Geschichte nachvollziehbar wird.
Zusammenfassung der Kapitel
Kohäsion und Kohärenz: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, indem es die Unterschiede zwischen Kohäsion auf der sprachlichen Oberfläche und der logisch-inhaltlichen Kohärenz definiert.
Zum Erzählen: Hier werden die spezifischen Merkmale der Textsorte Erzählen sowie die Besonderheiten der Nacherzählung als schulische Textform dargestellt.
Zur Entwicklung des schriftlichen Erzählens: Dieses Kapitel beschreibt das vierstufige Phasenmodell des schriftsprachlichen Erzählvermögens nach Feilke, das vom enumerativen bis zum involvierenden Modus reicht.
Zur Analyse der Studententexte: Dieser umfangreiche Teil präsentiert die empirische Untersuchung des Gebrauchs von Pronomina und anderen Wiederaufnahmemitteln in verschiedenen Schreibaufgaben der Probanden.
Schlussfolgerung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die untersuchten Probanden primär Personalpronomen sowie Substantivwiederholungen zur Textkohärenz nutzen.
Schlüsselwörter
Kohäsion, Kohärenz, Wiederaufnahme, Erzählen, Fremdsprachenunterricht, Schreibprozess, Personalpronomen, Textsorten, Nacherzählung, Reizwortgeschichten, Pronominalisierung, Sprachwissenschaft, Schreibdidaktik, Textverdichtung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der schriftlichen Ausdrucksfähigkeit im Fremdsprachenunterricht, insbesondere mit der Bedeutung von Kohäsionsmitteln zur Gestaltung kohärenter Erzähltexte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die theoretische Abgrenzung von Kohäsion und Kohärenz sowie die praktische Anwendung von Wiederaufnahmestrategien durch Studierende.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den tatsächlichen Gebrauch der Wiederaufnahme als sprachliches Mittel in studentischen Erzählungen zu untersuchen und zu dokumentieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine analytische Untersuchung von Studententexten durchgeführt, bei der spezifische sprachliche Marker (Pronomina, Wiederholungen) in verschiedenen Textgattungen quantitativ erfasst werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Textsorte "Erzählen" sowie eine detaillierte Analyse der Wiederaufnahme in drei unterschiedlichen Schreibübungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kohäsion, Kohärenz, Wiederaufnahme, Erzählkompetenz und Schreibdidaktik.
Was besagt das Phasenmodell nach Feilke in dieser Arbeit?
Es beschreibt vier Stufen der Entwicklung des schriftlichen Erzählens, von der einfachen Aufzählung (enumerativer Modus) bis hin zur adressatenorientierten, strukturierten Erzählweise (involvierender Modus).
Wie unterscheidet sich die Nacherzählung von anderen Erzählformen in der Analyse?
Die Nacherzählung ist durch vorgegebene Inhalte und Formen definiert, was die Lernenden in eine reproduktive Rolle versetzt, während andere Übungen wie der Perspektivenwechsel mehr kreative Freiheit lassen.
Welches ist das am häufigsten verwendete Mittel zur Wiederaufnahme?
Die Analyse zeigt, dass der Einsatz von Personalpronomen dominiert, ergänzt durch gezielte Wiederholungen von Substantiven und Namen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor aus den analysierten Texten?
Der Autor stellt fest, dass Studierende weitgehend intuitive Strategien der Wiederaufnahme nutzen, um ihre Texte kohärenter zu gestalten, wobei die Kombination aus Pronomen und lexikalischen Wiederholungen überwiegt.
- Arbeit zitieren
- Mohamed Chaabani (Autor:in), 2012, Kohäsionsmittel am Beispiel von der Wiederaufnahme beim Erzählen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190915