Anliegen der vorliegenden Arbeit ist, Faktoren für ein ge- und/ oder misslingendes Reisen im Alter herauszuarbeiten. Dazu werden zunächst die Altersgruppe potentieller Reisender im Alter definiert sowie die Kriterien einer Reise benannt. Anschließend werden theoretische Ansätze zur Person-Umwelt-Interaktion in der ökologischen Gerontologie und Studien zum Freizeitverhalten älterer Menschen vorgestellt.
Die Brauchbarkeit der theoretischen Ansätze, die ursprünglich auf die Lebens- und Wohnsituation alter Menschen zugeschnitten waren, wird hinsichtlich ihrer möglichen Verwendbarkeit zum Thema ‚Reisen im Alter’ untersucht und anhand praktischer Gegebenheiten beim Reisen im Alter auf seine Brauchbarkeit hin vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassung
2. Einleitung
3. Altersdefinition
4. Demographische Entwicklung
5. Die Bedürfnispyramide nach Maslow
6. Alterspsychologische Modelle
7. Freizeitverhalten alter Menschen
8. Reisemotivation
8.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
8.2 Individuelle Motivationslagen
9. Reisekriterien
10. Fazit
11. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Einflussfaktoren für ein gelingendes Reiseverhalten im Alter zu identifizieren, indem sie theoretische Konzepte der Gerontologie mit praktischen Anforderungen des Tourismus verknüpft und kritisch hinterfragt.
- Person-Umwelt-Interaktion im Kontext der ökologischen Gerontologie
- Bedürfnisstrukturen und Motivationslagen älterer Reisender
- Bedeutung des Altersbildes für die Tourismuswirtschaft
- Optimierung von Reiseangeboten für die Zielgruppe der Ruheständler
- Einfluss von Lebensbiografie und Gesundheitsstatus auf das Freizeitverhalten
Auszug aus dem Buch
Die Bedürfnispyramide nach Maslow
Ich stelle das Modell der Bedürfnisbefriedigung von Maslow den Ansätzen zur Person - Umwelt - Interaktion der ökologischen Gerontologie vorweg, weil die in ihm beschriebenen grundlegenden Bedürfnisse befriedigt sein müssen, bevor ein alter Mensch sich auf Reisen begibt. Diese Grundbedürfnisse müssen auch partiell auf Reisen realisiert werden können und sollten, wie später zu sehen ist, vom Veranstalter zugesichert werden. Dennoch müssen sie an sich bereits Zuhause erfahren werden, weil sie in dauerhafter Form nicht auf vorübergehenden Reisen befriedigt werden können, es sei denn, die grundsätzliche Lebenshaltung eines Individuums ist auf das Reisen als Leben an sich ausgerichtet.
Die Bedürfnispyramide setzt das Sicherheitserleben biologischer und physiologischer Bedürfnisse beim Menschen voraus. Ebenso müssen Sicherheitsbedürfnisse, darauf aufbauend soziale Bedürfnisse und psychologische oder Ich-Bedürfnisse befriedigt sein, bevor als letztes zu erreichendes Bedürfnis das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung entfaltet und befriedigt werden kann. „Selbstverwirklichung steht für all das, was im Alltag nicht- oder nicht immer – möglich ist, aber im Urlaub gesucht wird.“ (Hlavin-Schulze, S. 133) Selbstverwirklichung bei Reisen im Alter bedeutet entsprechend, das zu suchen, was im bisherigen Leben möglicherweise nicht umsetz-, erreichbar war.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zusammenfassung: Diese Arbeit definiert die Altersgruppe potenzieller Reisender und untersucht theoretische Ansätze zur Person-Umwelt-Interaktion hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit auf das Reisen im Alter.
2. Einleitung: Es wird die Forschungslücke zum Thema Reisen im Alter innerhalb der Gerontologie aufgezeigt und das Ziel formuliert, die Wechselwirkung zwischen Theorie und Praxis zu analysieren.
3. Altersdefinition: Das Kapitel differenziert zwischen chronologischer Altersbestimmung und der subjektiven Wahrnehmung sowie Bewertung des eigenen Alterns.
4. Demographische Entwicklung: Hier wird das steigende Marktpotenzial durch die wachsende Gruppe älterer Menschen für die Tourismusbranche verdeutlicht.
5. Die Bedürfnispyramide nach Maslow: Das Modell dient als Grundlage zur Einordnung der Bedürfnisse, die erfüllt sein müssen, bevor eine Reise zur Selbstverwirklichung stattfinden kann.
6. Alterspsychologische Modelle: Es erfolgt ein kurzer Überblick über Konzepte wie das Anforderungs-Kompetenz-Modell von Lawton und das Kongruenz-Modell von Kahana.
7. Freizeitverhalten alter Menschen: Das Kapitel analysiert, wie sich der Übergang in den Ruhestand auf die Interpretation und Gestaltung von Freizeit auswirkt.
8. Reisemotivation: Dieses Kapitel untersucht sowohl die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die individuellen psychologischen Antriebe, die Ältere zur Reise bewegen.
9. Reisekriterien: Hier werden die Ansprüche an Reisequalität, Sicherheit und Strukturierung im Alter konkretisiert.
10. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ausblick, dass eine spezialisierte Ausrichtung der Tourismusbranche auf die Bedürfnisse Älterer ein wachsendes Entwicklungspotenzial darstellt.
11. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Reisen im Alter, Gerontologie, Person-Umwelt-Interaktion, Tourismus, Ruheständler, Maslowsche Bedürfnishierarchie, Alterspsychologie, Lebenszufriedenheit, Reiseverhalten, Freizeitgestaltung, Kompetenzmodell, Demografischer Wandel, Individuelle Motivation, Seniorenreisen, Interventionsgerontologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Faktoren für ein gelingendes Reisen im Alter unter Einbeziehung gerontologischer Theorien und tourismuswirtschaftlicher Perspektiven.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Lebensphase Alter, die psychologische Person-Umwelt-Interaktion sowie die Gestaltung und Anforderungen an touristische Angebote für diese Zielgruppe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die ein Reisen im Alter positiv beeinflussen, und aufzuzeigen, wie Reiseveranstalter diese durch angepasste Angebote unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse zu psychologischen Modellen mit der praktischen Untersuchung von Reiseangeboten und touristischen Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Alters, demografischen Trends, der Anwendung von Bedürfnishierarchien auf das Reisen sowie der Analyse spezifischer Reisekriterien und Motivationslagen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Reisemotivation, ökologische Gerontologie, Kompetenzmodelle, Seniorenreisen und die Person-Umwelt-Passung.
Wie wirkt sich die Alterspsychologie auf die Reiseplanung aus?
Die Alterspsychologie verdeutlicht, dass Reisen im Alter als Anpassungsleistung verstanden werden kann, bei der die Person-Umwelt-Passung entscheidend für das Wohlbefinden ist.
Welche Rolle spielt die Bedürfnispyramide nach Maslow?
Sie dient zur Einordnung, welche Bedürfnisse – von Sicherheit bis zur Selbstverwirklichung – bei älteren Reisenden im Vordergrund stehen und wie diese touristisch adressiert werden.
Warum wird das "SOK-Modell" im Text thematisiert?
Das Modell der Selektiven Optimierung und Kompensation dient als theoretische Grundlage, um zu verstehen, wie ältere Reisende bei nachlassenden Kräften ihre Reiseziele anpassen, um die Autonomie zu erhalten.
Welche Bedeutung haben Reiseangebote mit "All-inclusive"-Charakter?
Diese Angebote bieten eine entlastende Struktur, die Ängsten vor Überforderung vorbeugt und den Reisenden durch ein festes Umfeld Sicherheit und soziale Anbindung vermittelt.
- Arbeit zitieren
- Harald Bussenius (Autor:in), 2009, Reisen im Alter , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190953