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Menschen und die Macht

Der Krieg um Granada 1482 bis 1492

Titel: Menschen und die Macht

Magisterarbeit , 2006 , 96 Seiten , Note: 1

Autor:in: Elke Hetzel (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Was bewegt die Herrschenden aller Zeiten, was ist ihr Motor, der sie antreibt?
Immer wieder ist es die Macht und der Hunger nach ihr -in diesem konkreten Beispiel auf christlicher wie muslimischer Seite. Für diese Macht setzen sie alles ein - auch das Leben und Wohlergehen ihrer Untertanen. Um ihrem Kampf und ihrem ganzen Tun eine höhere Weihe zu verleihen, sprechen sie von Religion und Auftrag Gottes. Vielleicht glauben sie das sogar - ihr Handeln gehorcht aber anderen Regeln.
Ein zweites Thema, das am Rande gestreift wird, ist der Sieg der neuen Zeit über die alte und der Aufbruch in die Zukunft - Schicksalsjahr 1492: ein Zuschauer des Auszugs der Muslime aus Granada bricht im gleichen Jahr auf, Neu-Indien zu suchen, und findet es in der Karibik, sein Name ist Christof Kolumbus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorrede

Die Königreiche der Pyrenäenhalbinsel

In Konstantinopel und in Rom

Die Muslime in Spanien

Das Reich der Nasriden

... sein letztes Jahrhundert

... und seine Herrscher

Wo bleibt die Bevölkerung?

Der große Krieg

Der Krieg auf herkömmliche Art – Alhama und die Folgen (1482 – 1483)

Abfall der westlichen Gebiete (1484 – 1487)

Zusammenbruch der Front im Osten (1488 – 1489)

Granadas Todeskampf (1490 – 1491)

Die Kapitulationen

Die schönen Stoffe

Hilfe von außen?

Der Wille zum Krieg und die Dinge, die man dazu braucht

Das Heer im Emirat

Raubzüge, Scharmützel, talas und Belagerungen

Hinter den Linien – Nachschub, Versorgung und Lazarett

Immer wieder: das Geld

Die Quellenlage

Der Faktor Mensch

Nachwort oder das Jahr der Wunder

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den zehnjährigen Krieg um das Emirat Granada zwischen 1482 und 1492, der den Schlusspunkt der muslimischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel markierte. Dabei wird analysiert, wie die katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon durch eine Kombination aus militärischer Überlegenheit, diplomatischer Geschicklichkeit und gezielter Ausnutzung innerer Zerwürfnisse der Nasriden-Dynastie den Sieg errangen.

  • Die politische und gesellschaftliche Struktur des Emirats Granada im 15. Jahrhundert.
  • Die Strategien der kastilischen Expansion und die Rolle der katholischen Könige.
  • Die Dynamik des Krieges, von den ersten Grenzscharmützeln bis zu den großen Belagerungen.
  • Die Finanzierung und logistische Bewältigung eines langwierigen Eroberungskrieges.
  • Die Bedeutung von Kapitulationsverträgen als diplomatisches Mittel im Krieg.

Auszug aus dem Buch

Die Kapitulationen

Wie bei anderen Städten gab es auch für die Übergabe von Granada schriftliche Verträge: ein ganzes Vertragswerk, das lange vorbereitet war und lange verhandelt wurde. Schon die Verträge, die 1483 in Córdoba, 1486 in Loja und 1487 in Granada geschlossen wurden, dienten als Vorbereitung für die Sache, die das Ziel aller Anstrengungen war, nämlich für die Übergabe Granadas und damit für den Sieg über den Islam auf der iberischen Halbinsel.

Aber nun: ein ganzes Vertragswerk, das in monatelangen Verhandlungen entstanden ist, das deshalb auch verschiedene Fassungen und Stufen kennt und das, wie schon oben erwähnt, drei Arten von Kapitulationen unterschiedlicher Gewichtung enthält. Da ist die allgemeine Kapitulation der Stadt und des Emirates Granada, die Kapitulation, die sich nur auf Boabdil und seine Familie bezieht, und die spezielle für die Unterhändler Abū l-Qāsim al-Mulīḥ und Yūsuf Kumāša auf der muslimischen und Hernando de Zafra auf der christlichen Seite.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Königreiche der Pyrenäenhalbinsel: Eine Übersicht über die politische Zersplitterung der iberischen Halbinsel zu Beginn des 15. Jahrhunderts und die Rolle der christlichen Teilkönigreiche.

In Konstantinopel und in Rom: Die Einordnung des Granada-Krieges in den größeren europäischen Kontext nach dem Fall Konstantinopels und der Rolle des Vatikans als Finanzier und ideologischer Unterstützer.

Die Muslime in Spanien: Ein historischer Rückblick auf die Entwicklung der muslimischen Präsenz in Spanien von der Ankunft der Umayyaden bis zur Ära der Almoraviden und Almohaden.

Das Reich der Nasriden: Die Darstellung der Entstehung und der fragilen politischen Existenz des Emirats Granada unter der Nasriden-Dynastie.

Wo bleibt die Bevölkerung?: Eine Untersuchung der ethnischen und religiösen Zusammensetzung der Granadiner Bevölkerung und deren Leben unter dem Druck der christlichen Rückeroberung.

Der große Krieg: Einleitende Analyse der militärischen und politischen Ausgangslage vor Beginn der entscheidenden Phase ab 1482.

Die Kapitulationen: Detaillierte Analyse der juristischen und diplomatischen Bedingungen, unter denen die Übergabe von Städten und schließlich von Granada selbst stattfand.

Schlüsselwörter

Granada, Nasriden, Reconquista, Boabdil, Katholische Könige, Ferdinand von Aragon, Isabella von Kastilien, Kriegführung, Belagerung, Kapitulation, Al-Andalus, Mittelalter, Diplomatie, Finanzierung, militärische Strategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert den Untergang des letzten muslimischen Staates auf der iberischen Halbinsel, des Emirats Granada, durch den zehnjährigen Krieg gegen die katholischen Könige zwischen 1482 und 1492.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die militärischen Auseinandersetzungen, die diplomatischen Verhandlungen, die gesellschaftliche Struktur des Emirats sowie die logistischen und finanziellen Anstrengungen beider Kriegsparteien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch politisches Kalkül, dynastische Krisen innerhalb der Nasriden und eine überlegene kastilische Kriegsmaschinerie das Ende der muslimischen Herrschaft in Spanien herbeigeführt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die primär zeitgenössische Chroniken (sowohl christliche als auch arabische) auswertet, um das Geschehen multiperspektivisch darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die militärischen Etappen des Krieges, die Analyse der Kapitulationsbedingungen sowie die logistische und finanzielle Unterfütterung der Kampagnen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Reconquista, Dynastiekampf, Belagerungstechnik, Kapitulationsverträge und das Spannungsfeld zwischen Religion und politischer Macht.

Wie wurde der Widerstand der Granadiner militärisch gebrochen?

Der Widerstand wurde primär durch eine gezielte Strategie der Ressourcenvernichtung (Zerstörung der Ernte), eine langwierige Belagerungstaktik mit massiver Artillerie und die Ausnutzung interner Machtkämpfe der Elite gebrochen.

Welche Rolle spielte Boabdil im Krieg?

Boabdil agierte in einem komplexen Geflecht aus Loyalität zu seinem Volk und Vasallität gegenüber den christlichen Königen, was ihn innerhalb Granadas zunehmend isolierte und seine Position schwächte.

Ende der Leseprobe aus 96 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Menschen und die Macht
Untertitel
Der Krieg um Granada 1482 bis 1492
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Orientalisches Seminar)
Note
1
Autor
Elke Hetzel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
96
Katalognummer
V191044
ISBN (eBook)
9783656156321
ISBN (Buch)
9783656263845
Sprache
Deutsch
Schlagworte
menschen macht krieg granada
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elke Hetzel (Autor:in), 2006, Menschen und die Macht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191044
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Leseprobe aus  96  Seiten
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